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Hersselder trtWt

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DasKreisblatt" bringt außer den amtlichen Lekanntniachungen zuverlässige Mittheilungen über Er­eignisse in der Politik, Berichte aus dem Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten In­halts bringen alle sonstigen mittheilenswerlhen Ereig­nisse des täglichen Lebens zur Kenntniß der tiefer. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.

M Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- fulls durch Extrablätter verbreiten.

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die Expedition.

Amtlicher Theil.

HerSfeld, den 24. Dezember 1897.

Für den am 10. Dezember 1878 zu Hersselv ge- borenen Christian Bode, zur Zeit in Amerika, ist um Entlassung aus dem preußischen Staatsverbande behufs ferneren Verbleibens in Amerika nachgesucht worden. J-I Nr. 6731. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Die W e t t r.

Novelle von M. v. Eschen.

(Schluß.)

Mylord sah die Thränen in den Augen des Lieblings, ~~ vor allem, er hatte sie ja nun wieder er war zu Rwinne». Wenn sie nun einmal den hübschen Mae Do­nald, den liebenswürdigen Tollkopf, den alle Damen feierten, dem alten, steifen, eitlen Lord vorzog giug's Wi doch selber so was war da und jetzt noch machen? Und warum hatten sie den einzigen Liebling i» einem Glücke zwingen »vollen, von dem er nichts wissen wollte?

sPapa," bat Florimel von neuem,du warst doch Richard immer gut, sei es auch jetzt uns beiden " wir glücklich sein können!"

Nun denn, in Gottes Namen, Kinder, seid glücklich ! -Ahmed war gewonnen, und feine Kinder umringten ihn voll Liebe und voll Glück.

Ich kenne dich nicht mehr," sagte stolz Mylady; mit einem feindlichen Blick auf die versöhnte Gruppe verließ sie eilig das Zimmer.

Mutter, liebste Mutter, nicht so!" Florimel eilte w Zürnenden nach und winkte den andern zurückzu- bleiben.

Nichtamtlicher Theil.

Die Bedeutung der Flotte.

Fast alle größer» Blätter haben in diesen Tagen die Aussichten der Flotten-Vorlage erörtert. Allgemein geht die Ansicht dahin, daß der Entwurf mit einigen unwesent­lichen Aenderungen angenommen werden wird. Deutsch­land bedarf in der That einer größer» Marine, als es jetzt hat. Die preußische Flotte von ehedem war keine militärische Kraft zur See, jede andere, selbst die kleinste in Europa, war ihr überlegen. Mit der Gründung des Deutschen Reiches drängte sich der Gedanke einer Ver­größerung von selbst auf, welcher auch der Reichstag zustimmte. Die damalige Vergrößerung war aber nicht nur micht ausgiebig genug, sondern die Verhältnisse in Europa erfuhren eine Umgestaltung, welche zu weiter» Schritten drängt.

England, sich immer mehr der Minderwerthigkeit seiner Landarmee bewußt und angesichts der ablehnenden Stimmung des englischen Volkes unfähig, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen, warf sich mit umso größerm Nachdrucke auf die Ausdehnung seiner Kriegsflotte und fand hierbei die volle Zustimmung der britischen Nation, welche darin die richtigste Art erkennt, Englands Ueber- legenheit auf dem Ozean aufrecht zu erhallen. Daraus ergab sich für die andern Staaten, welche auch als Seemächte gelten wollen, die Nothwendigkeit, ihrerseits den Schritt gleichfalls zu beschleunigen. Frankreich schlug ein rapides Tempo ein, Rußland baute über Hals und Kopf neue Kriegsschiffe, Oesterreich-Ungar» geht seinen Verhältnissen angemessen vor, selbst die Vereinigten Staaten von Nordamerika mußten sich der Bewegung anschließen. Deulschlano muß dasselbe thun, wenn es nicht noch mehr >ns Hintertreffen gerathen will.

Allein von der europäischen politischen Lage abge­sehen, bedarf das Deutsche Reich einer größer» Marine auch, für seine kolonialen Zwecke. Man hat im Beginne die deutsche Koloiiialpolittk ein Abenteuer geheißen und verworfen. Im Laufe der Zeit aber erprobte sich das Vorgehen des Deutschen Reiches als eine große wnth- schaftliche und auch politische Errungenschaft. Man muß auch die Fremde kennen, das gilt heutzutage schon int Privatleben als eine Bedingung des Fortkommens, und ein Großstaat, der nicht seine Kolonialpolitik treibt, beliebt sich von vornherein einer Bürgschaft seines An­sehens. Das Deutsche Reich ging entschlossen vor und erwarb sich schnell die Bedeutung eines mächtigen Kalo- nialstaates. Es eroberte aber damit und mit dem be-

Colonel, Sie sind" Lord Steyne machte sich jetzt, hochroth vor Zorn, bemerkbarSie sind"

Mylord, erst meinen Preis, einen herzlichen Glück­wunsch, Sie missen außerdem," fügte er leise, aber sehr nachdrücklich hinzu,alles andere später!"

Was, Preis?" fragte Lord Harriugtou. Und er wurde eingeweiht in die Einzelheiten der eigenthümlichen Wette

Ja, dann kann ich es ihm nicht verdenken!" lachte er auf, schnell hatte er über der Lust an der Sache, aus Freude an dein Schwiegersohn, der ihm im Grunde nur zu gut gefiel, seinen Aerger und Zorn vergessen, das Mittel billigen gelernt, daS diesen znm Ziele gebracht dann mußte er ja so handeln.Luch, Lucy! Em schuldigen Sie, meine Herren, es ist sonderbar es ist köstlich!" er eilte seiner Gattin nach, die im anstoßenden Gemach noch unbewegt, kalt und starr wie eine Marmor statne den Bitten und Thränen der jungen Frau gegenüber stand.Lucy, höre doch!" und nun erzählte er, was er eben vernommen hatte.

Mylady war empört. Sie schlug die Hände ineinander. Und du wußtest das?" fragte sie die Tochter.

Die nickte jetzt lächelnd unter Thränen.Nur in dem Glauben an meine Liebe, an meinen Muth und meine Treue, und um den Lord zu strafen, ging mein Gatte

wundernswerthen Fleiße seiner Kaufmannschaft für seine Industrie ein kolossales Absatzgebiet. Zum Schutze seines eigenen Territoriums in fernen Welttheilen, zur Wahrung seines Ansehens gegen den Uebermuth überseeischer Staaten und zur Unterstützung seines Handels in den außereuropäischen Ländern muß Deutschland eine aus­reichende Flotte haben.

Was sind jene hundertsechzig Millionen, welche die neuen Schiffe kosten und die noch überdies der heimischen Industrie zufließen, gegen die vielen Hunderte von Millionen, die die deutsche Industrie schon aus fremden Märkten verdiente, und die ungezählten Milliarden, die es dort noch zu erwerben hofft! In solchen Fällen findet die Schul- und Parteiweisheit ihre Grenzen, und die Nothwendigkeit spricht eine vernehmlichere Sprache als die Theorie. Das deutsche Volk steht jetzt in der Flottensrage auf der Seite des Kaisers, und der deutsche Reichstag wird wahrscheinlich diesem Beispiele folgen. Welche Partei könnte einen Gewinn darin finden, sich entgegenzustemmen, wo das gute Recht, die gesunde Ver­nunft und die Nation auf der andern Seite sind. **

Politische Nachrichten.

Berlin, 25. Dezember.

S e. Majestät der Kaiser besichtigte vorgestern Nachmittag in Berlin im Atelier des Prof. Vegas das Modell zu dem Standbilde des Markgrafen Walvemar und im Atelier des Bildhauers Baumbach die Modelle zu den Standbildern der Markgrafen Johann I. und Otto III. Zur Abendtafel waren keine Einladungen ergangen. Gestern Nachmittag um 4 Uhr fand im Neuen Palais das WeihnachtSdiner statt, an welches sich um 43/4 Uhr die Bescheerung im Muschelsaale für die königliche Familie sowie die nächsten Umgebungen der Kaiserpaares anschloß.

Die chinesische Regierung hat, wie die Berl. N. N." erfahren, noch nach der Besetzung von Kiautschu deutsche Instrukteure engagirt und ist augen­blicklich mit Anordnungen für einen würdigen Empfang des Prinzen Heinrich in den von dem Prinzen-Admiral zu berührende« chinesischen Häfen beschäftigt.

DerHamburgiiche Correspondent" meldet aus Friedrichsruh vorn 24. d. M.: Das Befinden des Fürsten Bismarck ist wieder zufriedenstellend, wenn es auch in den letzten Tagen weniger gut war als zu Anfang der Woche. Geheimrath Schweninger ist heute früh nach Berlin abgereist. Das WühnachtSfest wird der Fürst im engsten Familienkreise verleben. jene Wette ein. Mußte ich sie ihm nicht gewinnen helfen, Dumm ?"

Sei vernünftig, Lucu!" Ihr Gemahl benutzte meist die gereizte Stimmung Myladys gegen den Lord und Carl von Steyne.Sei vernünftig, Lucy, ändern läßt sich die Sache doch nicht mehr" das war sehr richtig geben wir unsere Einwilligung, einen Skandal zu ver­hüten !"

Einen Skandal" dieser Gedanke wirkte vielleicht am ergreifendsten auf die stolze Lady.Nein, ändern kaun ich es nicht!" sagte sie trübe und reichte kühl der Tochter die Hand. Sie traten wieder zu den andern.Colonel Mac Donald, seien Sie uns willkommen ! Lord Steyne, es thut mir leid; aber ich fürchte, Sie haben sich selbst zu bedauern, bleiben Sie zu Tisch?"

Die Einladung, die mit einer leichten Neigung be« Kopfes gegeben war und viel mehr zu gehen als zu bleiben bat, fand kein Echo in dem so schmerzlich in seinen Hoff innigen aus sein Glück, in dem Glauben an sich selbst ge täuschten Lord. Er zog es vor zu gehen. Und nachdem er ehrlich seinen Preis, einen herzlichen Glückwunsch, dem neuvermählten Paare gezahlt, sowie auch Diskretion über alles Geschehene versichert hatte, empfahl sich Mylord.

Und wieder ;ft es Frühling, wieder feiert London seine Saison, England seinen Sport. Wieder prangt der Rasen