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L 152. Suiiiinticiiö den 25. Iczember 1897.
Ksiiiieiileilts-Fiilil^ilg.
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Hersfelder Kreisblatt
mit den Gratisbeilagen
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_ IM" Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- salls durch Extrablätter verbreiten.
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die Expedition.
Amtlicher Theil.
Hersfeld, den 22. Dezember 1897.
Zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 26. Juli d. Js. (R. G. Bl. S. 663) die Errichtung von Handwerkskammern 2C. betreffend, haben die Herren Oitsvor- iiände des Kreises dieZahl der in den Landg, meinten ""'haudenen s e I b st st ä n d i g e u Handwerker lMeister) nach den einzelnen Berufsarten sestzustellen und solche bis z u m l 0. I a n u a r k. I s mir berichtlich "»zuzeigen.
Dieunselbstständigen Handweiker (Gesellen re.) bleiben bei der Zahlung unbeiücksichtigt.
3- 1. Nr. 6643. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schlei » itz, Geheimer Regierungs-Rath.
HerSfeld, den 23. Dezember 1897.
Aus Anlaß von stattgehabten außerordent- ^ ch e n Revisionen einiger S t a a t S st e u e r - b e b e sl e l l e n ist bemei kl worden, daß vielfach das i u d e r Anweisung v o ni 3 0 Januar 1 895, stressend d i e örtliche Erhebung der i r e c t e n S t a a t s st e n e r u und Renten, a n ■ üe o r b n e t e Formular nicht benutzt w o r - den ist.
. Indem ich bemerke, daß die Formulare ! ü in >g t l i ch bei d e r D r n ck e r e i v o n L Funk hier z u habe u sind, mache ich den Herren Bürger- »teisterff zur Pflicht, dafür zu sorgen, daß in Z u k u n f t ^» s vor geschriebene Formular verwandt wird.
A. 8585. Der Königliche Landrath
, Freiherr von S cb l e i n i (j , Geheimer RegierungS-Ralh.
Hersfeld, den 21 Dezember 1897.
Nach Mittheilung des Herrn LandrathS zu Homberg
ist unter der Schasheerde der nachfolgenden Schasbesitzer: 1. Ackermann Justus Schenk I., 2. Johannes Zinn I., 3 Justus Schmidt, 4. Oswald Kolbe Witwe, 5. Karl Hehr, 6. Adam Schenk Witwe, 7. Adam Wiegand zu Ellingshausen die Räude ausgebrochen.
J. I. 6681. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schlei nitz, Geheimer Regierungs Rarh.
Hersfeld, den 23. Dezember 1897.
Durch Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 25. Oktober d. I. ist genehmigt worden, daß der Preußische Verein znr Pflege im Felde verwundeter und ertränkter Krieger fortan den Namen
„Preußischer Landes-Verein vom Rothen Kreuz" führt. Demgemäß wird der hiesige Kreisverein vom 1. Januar k. I. ab den Namen
„Kreis-Verein vom Rothen Kreuz" führen, wovon den geehrten Mitgliedern des Vereins hierdurch Kenntnis gegeben wird
Der Vorsitzende des Kreis-Vereins zur Pflege im Felde verwundeter und erkrantter Krieger:
Freiherr von S ch l e i n i tz.
Am 18. d. Mls., Nachmittags in der Herberge zur Heimath hierselbst gestohlen: 1) eine schwarze Weste, 2) ein schwarzer Sackcock, 3) eine graue Hose und 4) ein baumwollenes Hemd im Gesammtwerthe von 11 Mk.
Als Thäter kommt der Metzgergeselle August Müller aus Halle a/b. S., nennt sich auch August Diöller aus Cassel. in Betracht Derselbe ist flüchtig und soll die Richtung nach Frankfurt a/M. eingeschlagen haben.
Der Flüchtige ist 32 — 34 Jahre alt, mittelgroß, hat blonden Scbnurrbart und trägt schwarzen Sackrock, helle Hose und braune Mütze.
Um Anstellung der eingehendsten Nachforschungen nach den gestohlenen Gegenständen und dem Thäter, Festnahme des letzteren im Betrelungssalle und Nachricht anhec wird ergebenst ersucht.
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Das Ansschreiben vom 11. November b. I., I. Nr. P. 12,072, betr. Diebstahl zum Nachtheil des Elektrotechnikers Samuel Cohn aus Posen hat durch die erfolgte Festnahme des Thäters seine Erledigung gefunden.
Hanau, am 19. Dezember 1897.
J. Nr. P. 13,575. Königl. Polizei-Direktion.
Gesunden: eine Spannkette. Meldung des Eigen' thümers bei dem Ortsvorstand zu Mengshausen.
Nichtamtlicher Theil.
Kaiser und Pols.
Wir Deutschen sind gewiß nicht furchtsam, aber wir sind zuweilen schreckhaft. Jahrhunderte lang, im alten Reiche, waren mir vortreffliche Landsknechte, im politischen Sinne aber Prügelknaben für fremden Ehrgeiz und fremde Habsucht. Der nationale Gedanke hat zuerst den seefahrenden Nationen geleuchtet, den Spaniern zur Zeit ihrer überseeischen Entdeckungen, den Engländern im Zeitalter der Elisabeth, als Admiral Howard, der Zer- Hörer der Armada, und Drake, der Weltumsegler, vaterländische Begeisterung weckten und als Nationalhelden gepriesen wurden. Frankreich, kriegerisch gestählt in den Kämpfen des Königs Franz I, des Rivalen des Kaisers Karl V, war in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts im Innern noch von heftigen dynastischen und religiösen Kriegen unter Führung der Häuser Valois, Bourbon und Guise zerwühlt, aber es hatte den innern Hader doch schon überwunden, als über das alte deutsche Reich das Elend des dreißigjährigen Krieges hereinbrach.
Während in England der Streit zwischen Volk und Thron um konstitutionelle Rechte ausgetragen wurde und in Frankreich das nationale Königthnln seinen verhängniß- vollen verschwenderischen Glanz entfaltete, blieb Oents h
land in viele widerspruchsvolle kleine Theile zerstückelt. Groß und kühn als Dichter und Denker, blieben wir doch politisch klein und ängstlich als Spießbürger und Philister, trotz der hinreißenden Größe kriegerischer und staatsmännischer Thaten und Werke des hohenzollernschen Hauses. Erst die napoleonische Fremdherrschaft rüttelte ganz Deutschland auf, und das damals für die nationale Gestaltung Deutschlands Begonnene vollendete sich unter Wilhelm dem Großen.
Aber was lange Jahrhunderte Uebles am National- charakter gewirkt, tilgt sich nicht mit einem Male aus. Einer unserer innern Feinde ist noch immer unsere eigene Schwerfälligkeit, der Hang zu kleinlicher Hypochondrie geblieben; viele sonst Tüchtige unter uns sehen noch lieber über den Gartenzaun als über das weite Meer und erschrecken vor neuen großen Ansprüchen an unsere Thatkraft.
Als vor Jahr und Tag der Gedanke an eine starke Vermehrung unserer Wehrmacht auftrat, war mancher geneigt, sich darüber wie über eine unnütze kostspielige Liebhaberei zu entrüsten. Eine schwierige Aufklärungsarbeit war nöthig, um den Gedanken in weiten Kreisen dnrchdringen zu lassen. Als nach dem wiederholten Mord deutscher Missionar' :.i China unser Kaiser die Besetzung der Kiautschau-Bucht befahl, war ein Zagen und Fragen: Wird das nicht zu Verwicklungen führen, ist es nicht ein bedenkliches Wagniß? Aber die geschickten Hände, die die diplomatischen Fäden führen, werden das vom Kaiser gesteckte Ziel zu erreichen misten. Als der kaiserliche Herr seinen einzigen Bruder nach den ostasiatischen Gewässern entließ, da hatten wieder einzelne Blätter an den ausgetauschten Abschiedsworten eins oder das andere auszusetzen.
Statt zu mäkeln, sollten wir dem Himmel dankbar sein für den herrlichen großen Zug, der in Kaiser Wilhelm II. lebt und schafft. Was man von impulsiver Thatkraft redet, ist ein glückliches Erbe aus der Zeit, da Hohenzollernfürsten dem deutschen Michel den Weg zur nationalen Größe wiesen, und für das geeinte und starke, aber nicht immer einige und krastbewußte deutsche Volk eine Wohlthat.
Weihnachten.
Weihnachten! Wer denkt dabei nicht an so manche festliche Weihnachtsfeier im Vaterhause an trauliches Beisammensein glücklicher Familien, an Geschenke und Gaben, in welchen still vorbereitetes, nur mühsam bewahrtes Geheimniß offenbar wird — an flammende Bäum-, leuchtende Kerzen und strahlende Augen glücklicher Kinder? Und doch, wie schön die Sitte ist, die das Weih- nachlsfest, zumal in unserm deutschen Vaterland«, zu dem größten Freudenfest der Ebristenheil ausgestaltet hat, — sie hat ihre Bedeutung doch nur als das Sinnbild einer größer» Gabe, die vom Himmel stammt.
Wohl uns, daß wir die bessere Gabe haben und den Geber kennen, der sie uns bereitet. „GroßeFreude!" So lautet die Botschaft, die Engel in der heiligen Nacht vom Himmel auf die Erde gebracht haben, und ihr voran geht die Mahnung: „Fürchtet euch nicht!" Auch heute noch nimmt die Freude, daß uns der Heiland geboren ist, der uns die Vaterliebe Gottes offenbart und verbürgt, die Furcht von den Herzen; auch heute noch vermag sie die Angst und Noth der Erde zu überwinden und jede Traurigkeit zu beseitigen. Die Freude ist unvergänglich und keinem Wechsel unterworfen. Sie erhellt das Dunkel, das über unserm Leben ausgebreitet liegt.
Wie düster sah es auf Erden aus, als der Heiland geboren wurde! Die Nacht des Unglaubens und des Aberglaubens lastete auf der Menschheit, die ihren Schöpfer nicht mehr kannte. In der Finsterniß irrten die Seelen, die nicht mehr wußten, was gut und böse ist. Die Furcht des Todes warf ihre Schatten auf jede Freude des Lebens und ließ den Menschen nicht zum Frieden kommen mitten in aller Lust der Welt. Unter dem Schimmer äußern Glanzes, der über dem Zeitalter des Kaisers