laffung des Verhältnisses als Generaladjutant zur Disposition gestellt.
Ueber die Aussichten der Flotte n - V o r - läge urtheilt die „Frankfurter Zeitung" am Schlüsse einer kritischen Besprechung der dreitägigen Verhandlungen des Reichstages: „Die Regierung kann sehr zufrieden sein. Wir erinnern uns kaum eines Gesetzes, das in der ersten Lesung, gemessen an seinen ursprünglichen Aussichten und dann namentlich an den Marine-Debatten der letzten Jahre, so überraschend wohlwollend ausgenommen worden ist.
Schon vor der Erledigung unserer Ansprüche an die Regierung von Haiti im Falle Lüders hatten amerikanische Blätter trübe Nachrichten über die Lage in Port-au-Prince verbreitet, als ob alles darunter und darüber gehen werde, wenn Deutschland darauf bestehe, seine Forderungen, nöthigensalls mit Gewalt, durchzusetzen. Jetzt ergeht sich der „New-Iork-Herold" in einer längern Schilderung der allgemeinen Gährung, die in Port-au-Prince herrschen soll; das Standrecht sei erklärt, eine für die Fremden bedrohliche Umwälzung stehe bevor, das diplomatische Corps sei entrüstet über das hochfahrende Benehmen des deutschen Schissskom- mandeurS. Zieht man die in der amerikanischen Presse üblichen Uebertreibungen ab, so bleibt schon so gut wie nichts übrig. In Wirklichkeit ist nach amtlichen Nachrichten vom 13. Dezember die Lage in Port-au-Prince vollkommen ruhig, und werden keine Störungen befürchtet. Es mag dem einen oder andern fremden Vertreter unerwünscht gewesen sein, daß der deutsche kommandierende Offizier den erbetenen Aufschub der militärischen Aktion ablehnte und nach der Sachlage ablehnen mußte, aber über die Verletzung der angemessenen höflichen Formen hat sich keiner zu beklagen gehabt, und die behauptete Entrüstung ist nur ein Phantasiestück. Würden selbst noch Gährungen entstehen, so wäre das gerade in der Negerrepublik nichts Ungewöhnliches; eine solche Aussicht dürfte uns jedenfalls nicht abhalten, unser gutes Recht durchzusetzen.
Die vierte ordentliche Generalsynode hat in Bezug auf die Stellungnahme der Geistlichen zu der sozial-politischen Bewegung eine den Standpunkt des evangelischen Oberkirchenraths im wesentlichen billigende Resolution angenommen.
Das D e n k m a l für die B e r l i n e r M ä r z gefallenen ist von der aus fünfzehn Mitgliedern bestehenden gemischten Deputation der Berliner Stadtverwaltung, die zur Vorberathung dieser Angelegenheit ernannt war, abgelehnt worden.
Ausland.
Trotz des Standrechts, das über Prag verhängt ist, fahren die Tschechen fort, die deutsche Bevölkerung auf jede Weise zu bedrängen und theilweise an Leib und Leben zu bedrohen. Im deutschen Landestheater ist dieser Tage während der Vorstellung an der Ausgangsthür eine mit brennender Lunte versehene Bombe gelegt worden, die, wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt worden wäre, nach Aussage der Sachverständigen großen Schaden hätte anrichten müssen. Im tschechischen Nationaltheater gastirte am Sonntag ein polnischer Schauspieler. Der Sekretär des tschechischen Schulvereins ersah sich da die günstige Gelegenheit, um von einer Loge aus in einer vom Publikum mit lebhaftem Beifall ausgenommenen Rede die gegen das Deutschthum in Oesterreich gerichtete tschechischpolnische Verbrüderung zu feiern. Aus die Allianz mit den Polen und mit den deutschen Ultra-Klerikalen vom Schlage des Abg. Ebenhoch pochen jetzt die Tschechen, um sich als die Herren der Situation aufzuspielen. Wie aller Urbermuth, dürste indessen auch die brutale Ueber- Hebung der Tschechen über kurz oder lang ihre Strafe
Zimmer lag neben dem von Mylord, und obgleich sie sonst nicht gewohnt war, bei ihm einzutreten, obgleich Mylady sehr an ihren Gewohnheiten hing, hielt sie den Augenblick für geeignet, einmal von ihnen zu lassen. Sie rauschte herein in dem bauschigen, schweren Seidenkleide : „Dankbar solltest du sein, daß man dir einen der edelsten, der reichsten Lords zum Gatten bestimmt. Lady Cecile, Lady Arabella würden sich nicht weigern, ja nur einen Augenblick besinnen, die Grafenkrone zu tragen, wenn sie ihnen geboten würde!"
Das war freilich gewiß, und für einen Augenblick wie aus tiefem Dunkel plötzlich an das Licht gezogen, funkelten die kostbaren Steine des Familiendiadems der Steynes vor den Augen des jungen Mädchens, schimmerte und leuchtete die Welt, erhellt von deren glänzendem Schein. Dann aber erblichen Glanz und Schein vor dem Leuchten der blauen Augen, die in Stolz und Liebe zu ihr ausschauten, sie fühlte den Kuß Mac Donalds aus den heißen Wangen.
„Mag sein!" Florimel erhob sich; schnell und leise, unhörbar leise schritt sie auf dem dicken Teppich durch das Zimmer. „Aber ich liebe ihn nicht!" Fest entschlossen blieb sie vor den Eltern stehen.
Mylord sank tief in den Sessel. Mylady war da, sie würde wie immer die Sache in die Hand nehmen.
„Lieben!" sie war sehr erstaunt. „Bist du denn ein sentimentales Mädchen? — Lieben! — Was ist denn Liebe?" Mylady schöpfte ihre Erfahrung aus diesem Felde nur aus französischen Romanen. „Etwas überreizte Phantasie, ein Hirngespinst, das vergeht wie eqie Seifenblase im Winde. Die Verhältnisse, die Stellung, das, was bleibt im Leben, muß man bei einer Verbindung für das Leben ins Auge fassen!"
Mylord sah recht traurig aus. Die Frage, die er noch heute Morgen nach besserer Ueberlegung so leicht
finden. Ob es von dem polnischen Adel klug gethan wäre, mit dem von der Ausrottung der Deutschen in Oesterreich träumenden Hussitenthum gemeinsame Sache zu machen, mögen sich die galizischen Herren selbst überlegen.
Aus lmin$ und WimzM.
* Vom 20. Dezember ab werden Drucksachen in Rollenform bis zu 75 Centimeter Länge und 10 Zentimeter Durchmesser auch innerhalb Deutschlands sowie im Verkehr mit Oesterreich-Ungarn zur Postbeförderung zugelassen.
* Der Oranje-Freistaat tritt mit dem 1. Januar 1898 dem Weltpostvertrag bei. Auf den Briefverkehr mit dem Oranje-Freistaat kommen daher von diesem Tage ab die Vorschriften des Vereinsdienstes in vollem Umfang zur Anwendung.
* Alle deutschen Veteranen aus den Feldzügen von 1848, 1864, 1866 und 1870/71 werden behufs Ausnahme einer Statistik (Stammrolle pro 1898) aller noch lebenden deutschen Krieger, gebeten, ihre genaue Adresse, die Bezeichnung der mitgemachten Feldzüge, sowie Angabe des Regimentes und der Compagnie, welcher sie angehörten, den Ortsbevollmächtigten des Verbandes deutscher Kriegs-Veteranen oder dem Bureau des genannten Verbandes, Leipzig, Nordstraße 26, mitzutheilen.
* Jetzt ist es Zeit, die Kronen der Obstbäume auszuschneiden, zu lichten! Mit vollem Recht wird in der neuesten Nummer des praktischen Rathgebers im Obst- unb Gartenbau darauf aufmerksam gemacht, daß wohlschmeckende, saftige Früchte nur dann zu erwarten sind, wenn Licht, Luft und Sonnenwärme ungehindert zu jeder Frucht dringen können. Das ist nur dann möglich, wenn zu dichte Kronen sachgemäß ausgeputzt werden. Diese Arbeit ist am richtigsten nur dann vorzunehmen, wenn die Saftbewegung im Baume ruht, d. h. im Winter, — größere Schnittwunden sind zu verstreichen.
§ Hersfeld, 15. Dezember. Die Absender von Neujahrsbriefen werden darauf aufmerksam gemacht, daß es zur B e s ch l e u n i g u n g bei der post« dienstlichen Behandlung und zur Sicherstellung einer pünktlichen Bestellung der Briefe wesentlich beiträgt, wenn dieselben mit einer deutlichen und genauen Aufschrift versehen werden. Hierzu gehört außer der Angabe des Bestimmungsortes in großer und leicht lesbarer Schrift besonders auch die Angabe der Straße und Wohnung des Empfängers (Hausnummer.)
Hersfeld, 15. Dezember. Ueber die Maßnahmen zur Bekämpfung der Monilia-Krankheit der Kirsch bäume wird der „B. C." Folgendes geschrieben : Zur Durchführung der Bekämpfungsmaßnahmen, für welche der gegenwärtige Zeitpunkt besonders geeignet erscheint, ist es nicht nur erforderlich, daß an den im Frühling erkrankt gewesenen Sauer- und Süßkirschbäumen vor Beginn des nächsten Frühjahrs die todten Zweige nach Möglichkeit herausgeschnitten und verbrannt werden, sondern es sind auch die an den Bäumen sitzengebliebenen todten Früchte während des Herbstes bezw. Wmters ab- zulesen und zu verbrennen. Letztere Maßnahme hat sich zwar in erster Linie auf Kirschen zu erstrecken, ist aber auch auf das sitzengebliebene Obst an den in der Nähe von Kirschbäumen stehenden sonstigen Bäumen rc. auszu- dehnen. Außerdem sind die erkrankten Kirschbäume, wie bereits früher erwähnt, in entlaubtem Zustande mindestens einmal kurz vor dem Ausbrechen der Knospen im Frühjahr, womöglich aber auch noch vorher im Herbst oder Winter, mit Bordelaiser-Brühe (entweder Kupserzucker- kalk oder Kupferklebekalk, oder selbstbereitete Kupservi-
beantwortete, würde — wenn vielleicht jetzt gestellt — trotz der ebenso ruhigen, kühlen Haltung seiner Frau, angesichts der finstern, bleichen, aber fest entschlossenen Mienen seines Lieblings, eine andere Lösung bekommen haben.
„Florimel, Liebling!" — er ergriff ihre Hand, die noch nicht gar lang in der des Geliebten gebebt hatte. „Lord Steine ist auch ein Gentleman!"
„Ist er ? — mir gleich — ich liebe ihn nicht !" — Die Mienen des jungen Mädchens blickten noch abmehrender; fest schränkte sie die schlanken Arme in einander, stolz hob sie den Kopf, die Lippen zitterten, aber fest klang es von ihnen, unwiderruflich fest: „Ich liebe einen andern, dem bleibe ich treu!"
Stöhnend sank Mylord noch tiefer in seinen Sessel, als vorher.
„Ei, ei!" rief Mylady — diesmal merklich überrascht. „Vielleicht gar Colonel Mac Donald?"
Wie die Farbe der Rose leuchtender in der Morgensonne erglüht, erglühten die bleichen, entschlossenen Wangen des jungen Mädchens bei dem Klänge dieses Namens.
Mylady verstand. — „Wir werden niemals unsere Einwilligung geben zu einer Ehe mit diesem Mac Donald. — Oh, es ist eine gute Spekulation des Colonel, die Verbindung mit Lady Florimel — die Güter der reichsten Erbin. Das wird seinen Kredit ausfrischen; ah, es ist eine gute Spekulation für ihn!"
Florimel» Augen hefteten sich erschrocken auf der Mutter Antlitz bei den harten Worten. Aber nur einen Augenblick, bann sah sie ein anderes Gesicht, strahleno und glücklich, stolz und schön; sie hörte ihren Namen in Lauten (weich und zärtlich, bittend und fordernd, wie ihn nur die Stimme des Herzens erklingen läßt). Ein frohes Lächeln umzog den kleinen Mund, auch jetzt
triolkalkbrühe mit Zusatz von Melasse oder ähnliche« klebenden Zuckerstoffen) unter Benutzung einer der bräuchlichen Reb- ober Obstspritzen zu bespritzen, bei welchem Verfahren mehr die dünnen Zweige als die Stämme in Betracht kommen.
(§) Hersfeld, 15. Dezember. Seitens der Stationen werden Bestellkarten auf Güterwagen kostenfrei abgegeben. Interessenten werden aus diese Einrichtung mit dem Bemerken aufmerksam gemacht, diese Karten ausschließlich zu benutzen. Auf die vollständige Ausfüllung derselben ist besonders Werth zu legen.
Fulda, 11. Dezember. Der Catalog zur heute Vormittag eröffneten ersten allgemeinen Geflügel- und Vogel- Ausstellung dahier umfaßt 458 Nummern und giebt die Zahl der Aussteller mit 116 an. Als Preisrichter sun- giren die Herren Marten sen. aus Lehrte und Karl Hulh aus Niederrad bei Frankfurt a. M. Ausgestellt finb: 11 Paar Gänse, 28 Paar Enten, 9 Paar Truthühner, 176 Paar Hühner, 163 Paar Tauben und 26 Collektio- nen Canarien- und exotische Vögel. Mit der Ausstellung ist eine Lotterie verbunden.
Cassel, 14. Dezbr. Von den wegen des Eisenbahnunglücks beiKirchditmold am 11. Juli angeklagten Personen wurden gestern der Stationsdiätar Sennhenn zu einem Jahr, der Telegraphist Renter zu 6 Wochen Gefängniß verurtheilt.
Homberg, 11 Dezbr. Unser Ronneberg ist nicht nur sehr reich an vorzüglichen Braunkohlen, welche in neuerer Zeit in ergiebigster Weise ausgebeutet und in weite Fernen versandt werden, sondern er birgt neben diesem Brennmaterial noch ein anderes fast ebenso werth- volleS Product. Der Besitzer des Bergwerks, Herr Bergrath Pickard-Morsey, kaufte im vorigen Herbst ein an das Werk grenzendes Areal, um auf demselben nach Kohlen zu suchen, fand aber ein bedeutendes Lager sehr guter Basaltsteine, welche nun ausgebeutet werden. Nahe dieser neu angelegten Steinbrüche befindet sich ein steil aussteigender, von vulkanischen Eruptionen herrührender Basaltkegel, der Herzberg, welcher eine fast compacte Masse Säulenbasalt bildet. Vielleicht findet auch dieser Berg demnächst seinen Herrn und wird der Industrie dienstbar gemacht.
Marburg, 14. Dezbr. Auf Allerhöchsten Befehl Sr. Majestät des Kaisers wird die Uebergabe der von Ihrer Majestät der Königin von Italien dem Jäger- Bataillon verliehenen Fahnenbänder durch den italienischen Militär-Bevollmächtigten in Berlin, Oberst Prudente, am Sonnabend den 18. b. M. hier in Marburg stattfinden. Se. Majestät der Kaiser hat den kommandirenden Herrn General des 1 l. Armee-Korps, Excellenz v. Wittich, mit Allerböchstseiner Stellvertretung hierbei beauftragt.
Wabern, 13. Dezember. In dem nahen Cappel stieg ein zweijähriges Kind auf einen Stuhl, fiel aber so unglücklich herunter, daß es das Genick brach und sofort eine Leiche war.
Aus der Rhön, 12. Dezember. Beim Richten der letzten Stütze der Drahtseilbahn vom Oechsen nach dem Bahnhof Vacha verunglückte ein Zimmermann dadurch, daß er zu Fall kam und ihm eine der Holzstützen mit großer Wucht über den Rücken schlug. Der Verunglückte ist verheirathet und Vater von 8 Kindern.
Allendorf a. d. Werra, 11. Dezember. Zum Bürgermeister unserer Stadt wurde aus der Zahl von 51 Bewerbern Herr Bürgermeister Müller in Jmmen- Hausen mit 19 Stimmen gewählt. 3 Stimmen fielen auf den Herrn Hauptmann von Ziegler und 2 Stimmen auf den Herrn Bürgermeister Grünewald in Biedenkopf. Seitens der Bürgerschaft wurde die Wahl des Herrn Bürgermeisters Müller mit großer Freude begrüßt.
Frankfurt a. M., 14. Dezember. An- der Loko-
zitterten die Lippen, aber in Stolz und Glück. — Dies Lächeln mußte ytylaby, wie jenes Erröthen, richtig verstanden haben, denn ihre Arme verschränkten sich, ihr Gesicht überflog ein böser, kalter Zug, und ihre Lippe» kräuselten sich wie im Spott.
„Nun, wenn du denn so liebeselig bist, — Lord Steyne, ist vornehmer, reicher als wir, er liebt dich — Mac Donald nur deine Güter!"
„Mutter!" schrie das junge Mädchen laut auf. Dann wie beschämt, nur einen Laut zu der Vertheidigung desjenigen gewagt zu haben, der keiner Vertheidigung bedurfte, senkte sie das Haupt und schwieg.
„Mylady hat Recht, glaub' er, mein Liebling!" Mylord bestätigte die Worte seiner klugen Frau mit einem Gefühl, mit dem ein Ertrinkender nach einem Strohhalm greift.
Und Florimel schwieg wieder, aber sie wandte sich zum Gehen.
„Florimel!" Sie bog den Kopf um. „Was d» auch denkst," Mylady trat der Tochter einen Schritt näher, „wisse, deine Hand ist Lord Steyne versprochen! Niemals wird Mac Donald dein Gatte!" Mylord nickte beistimmend; auch das konnte ein Beweggrund sein, die entschlossene junge Dame für ihr Glück gefügig zu mache» „Ueberlege, wähle, Mylord hält sein Wort!" (Forts. f)
— In München stürzte am Montag Mittag bei dem Neubau in der Lindwurmstraße, Ecke der Daiser- straße, ein Erker ein. Ein Bauarbeiter wurde getödtet, elf Arbeiter wurden schwer verletzt.
— (Ein galanter Seebär.) Dame: „Also auch wenn eine weibliche Person ins Wasser fällt, wird gerufen: „Alaun über Bord"?" Kapitän: „Allerdings, bei Gnädigster würde natürlich jeder rufen: „Fee in See"!"