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Gratisbeilagen:Illnftrirtes Ssnntagsblatt" tuIllnftrirte landwrrthschaftliche Beilage".

L 146.

Sunnohnii Den 11. Iezmber

1897.

Erstes Blatt.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" ^» Nnstrirte landwirthschaftl. Beilage" sür den Monat Dezember werden von allen Aai- serlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

Hersfeld, den 8. Dezember 1897.

Nach Mittheilung der Königlichen Staatsanwaltschaft zu Caflel sind die Herren Ortsvorstände zu

äQenborf, Biedebach, Bingartes, Eichhof, Harnrode, He­ringen, Hillartshausen, Kleinensee Kohlhausen,LamperlS- seld, Lengers, Meisebach, Obe?rooe, Petersberg, Roßbach, Unterbaun, Untergeis, Wilhelmshof und Wölfershausen mit Einsendung der Anzeige über das Ableben bestrafter Personen sür das 1. Kalenderhalbjahr 1897 noch im Rückstände und werden dieselben deshalb hierdurch an die alrbaldige Erledigung der diesseitigen Verfügung Dom 24. September 1890, Nr. 8876, Kreisblatt Nr. 114, erinnert mit Frist bis zum 18. d. M t S.

Die erfolgte Einsendung der fraglichen Anzeige ist berichtlich anzuzeigen.

I. I. Nr. 6434. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.

Hersfeld den 8. Dezember 1897.

Den Herren Ortsvorständen des Kreises wird die genaue Beachtung des Ausschreibens vom 7. Januar '890, Nr. 116 (Kreisblatt Nr. 4), die Ablieferung von Eichen an die öffentlichen anatomischen Institute be- ^effend, hierdurch von Neuem zur Pflicht gemacht 3-1- 9k 6423. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

In Gemäßheit der betreffenden statutarischen Be- ^unuungen werden hierdurch die rückständigen gekündigten Aktien und Obligationen der Oberschlesischen Eisenbahn- Gesellschaft ausgerusen:

I-Prioritäts-Obligationen Lit. E :

aus der 31. Verloosung, gekündigt zum 1. Oktober *894. (Abzuliefern mit ZinSscheinen Reihe V. Nr. 3 bis 20 ^üst Anweisungen) zu 100 Nlhlr. Nr. 4359. 4367 7249, aus der 32. Verloosung, gekündigt zum 1 Oktober *895. (Abzuliefern mit ZinSscheinen Reihe V. Nr. 5

20 nebst Anweisungen) zu 500 Rthlr. Nr. 2198, ,99, zu 100 Rthlr. Nr. 10390.

Niederschlesische Zweigbahn-Priorr- tätö-Obligationen:

aus der 11. Verloosung, gekündigt zum 1. Januar 894. (Abzuliefern mit Zinsscheinen Reihe V. Nr. 3 10 nebst Anweisung) zu 100 Rthlr. Nr. 3513.

Alle übrigen, noch im Umlauf befindlichen Obligationen bezeichneten Art, sowie sämmtliche noch umlaufende Pnoriiäts-Aktien Lit. B. der Oberschlesischen Eisenbahn- ^sellschask sind durch unsere Bekanntmachung vom 9 August 1895 gekündigt worden und zwar:

PrioritätS-Aktien Lit. B. zum 1. Dezember 1895 (abzuliefern mit ZinSscheinen Reihe IX Nr. 9 und 10 »ebst Anweisungen, wogegen Stückzinsen für die Monate Juli bis einschließlich November 1895 ver- hütet weroen),

ble Prioritäts-Obligationen Lit, E. zum 1. Dezember

1895 (abzuliefern mit Zinsscheinen Reihe V. Nr. 5 bis 20 nebst Anweisungen, wogegen Stückzinsen für die Monate Oktober und November 1895 vergütet werden),

die Niederschlesischen Zweigbahn-PrioritätS-Obligationen zum 1. März 1896 (abzuliefern mit Zinsscheinen Reihe V. Nr. 7 bis 10 nebst Anweisungen, wogegen Stückzinsen für die Monate Januar und Februar 1896 vergütet werden).

Die Inhaber der rückständigen Stücke werden auf­gefordert, dieselben mit Zubehör baldigst an die nächste Regierungs - Hauptkasse, die Staatsschuldentilgungskasse in Berlin, W. Taubenstraße 29, oder an die Königliche Kreiskasse in Frankfurt a/M. zur Einlösung einzuliefern. Der Betrag fehlender Zinsscheine wird vom Kapital in Abzug gebracht.

Diejenigen Obligationen Lit. E, welche der Bekannt­machung durch die öffentlichen Blätter ungeachtet, nicht binnen vier Jahren nach dem Zahlungstermin zur Ein­lösung eingeliefert sind, werden im Wege des gericht­lichen Verfahrens mortifizirt. Aus Zweigbahn-Obli­gationen, welche, der Bekanntmachung durch die öffentlichen Blätter ungeachtet, nicht rechtzeitig zur Realisirung ein­gehen, erlischt jeder Anspruch, wenn sie zehn Jahre lang alljährlich einmal öffentlich ausgerufen und trotzdem nicht spätestens binnen Jahresfrist nach dem letzten öffentlichen Aufrufe zur Einlösung vorgelegt werden. (I. 4089.)

Berlin, am 7. November 1897.

Hauptverwaltung der Staatsschulden, v. Hoffmann.

D'e Interessenten der Hessischen Brandversicherungs- Anstalt setze ich hiermit in Kenntniß, daß die Brand­steuer sür das Jahr 1898 durch Beschluß des 23sten Hessischen Kommunal-Landtags vom heutigen Tage auf 18 Pfennige für je 100 Mark des Umlagekapitals fest­gesetzt worden ist.

Die Brandsteuer beträgt hiernach für je 1000 Mark der Versicherungssumme

in Bauartklasse I..... Mk. 90 Pf. II.....= 1 26 III....... 1 62 IV. . . , = 1 98 » ^..... 2 52 (I. lila. Nr. 14028.)

Cassel am 30. November 1897.

Der Direktor der Hessischen Brandversicherungs-Anstalt. Dr. Knorz.

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, 9 Dezember.

Se. Majestät der Kaiser begab Sich gestern Nachmittag nach Berlin und wohnte Abends der Vor­stellung vonDon Juan" im königlichen Opernhause bei. Nach der Vorstellung kehrte Allerhöchstderselbe nach dem Neuen Palais zurück. Heute Vormittag von 9 Uhr ab hörte Se. Majestät der Kaiser die Vorträge des Kriegsministers, GenerallieutenantS v. Goßler, und da­ran anschließend des Chefs des MililairkabinetS, Gene­rals v. Hahuke.

PrinzHeinrich stattete am Mittwoch Nachmittag auf seiner Rückreise von FriedrichSruh dem Generalobersten Grafen Waldersee in Altona einen etwa einstündigen Besuch ab. Vor der Abfahrt begrüßte Prinz Heinrich das auf dein Perron ausgestellte Osfizierkorps. Auf eine Ansprache des Grasen Waldersee, in der dieser dem Prinzen zu seiner bevorstehenden Reisegutes Soldale u- glück" wünschte, sagte Prinz Heinrich unter anderm: Ich bitte Sie, Mir glauben zu wollen, daß, wenn ich hinausgehe dorthin, wohin die Gnade des Kaiserö mich sendet, ich dem Kaiser danke, daß er dieses Vertrauen in mich gesetzt hat. Im Namen des Kaisers, zu seiner Ehre und zur Ehre des Vaterlandes werde ich meines Amte« walten. Se. Majestät der Kaiser lebe hoch, hoch, hoch 1"

In Stuttgart fand am Mittwoch die N a g e l u n g der Fahnen für die Infanterie-Regimenter 127 und 180 statt. Nach der militärischen Feier war ein Gala­diner, wobei der König einen Trinkspruch auf den deut­schen Kaiser, den obersten Kriegsherrn, ausbrachte. Der kommandierende General v. Lindequist brächte das Hoch auf den König aus.

Für die nach K i a u t s ch a u bestimmten Transporte zur Unterstützung der Landes-Abtheilung des Kreuzerge­schwaders stellt die Marine-Infanterie den Haupttheil an Mannschaften, Unteroffizieren und Offizieren. Ein Bruchtheil bleibt als Stamm für die beiden Seebataillone zurück, und an ihre Stelle werden dem Transport einige Mannschaften der Landarmee beigegeben werden, die sich freiwillig gemeldet haben und vor ihrer Einschiffung als Marine-Infanterie eingekleidet werden. Ebenso werden der nach Shantung beorderten Abtheilung der Matrosen- Artillerie Mannschaften beigegeben, die den Feldar­tillerie-Regimentern entnommen worden sind. Endlich geht mit dem Transport auch eine kleinere Ab­theilung von Pionieren des Landheeres mit nach Kiautschau ab, die bei der Ausführung von Erdarbeiten herangezogen und zur Aufrichtung der Feldbaracken rc. für das Lager bestii mt sind. Die Zahl der Mannschaf­ten, die sich freiwillig, gem.chet hat, ist recht groß, nur ein geringer Theil kann in die nach Ost-Asien gehenden Seebataillone eingestellt werden. Dem Truppen-Trans- port nach Kiautschau wird sich auch ein Geologe anschlie- ßen, um Boden-Untersuchungen an Ort und Stelle vor- zunehmen.

Der B u n d e s r a t h hat in seiner heutigen Sitzung den Gesetzentwürfen, betr. Aenderungen des Gerichts- verfaffungsgesetzes und der Strafprozeßordnung und betr. Aenderungen der Zivilprozeßordnung, sowie dem Entwurf eines zugehörigen EinführungSgesetzes die Zu­stimmung ertheilt.

Der Reichstag hat heule die erste Lesung der Flottenvorlage beendigt. Abg. Hammacher (natl.) erklärt, seine politischen Freunde hätten einmüthig be­schlossen, sich aus den Boden der Vorlage zu stellen. Sie seien mit der Regierung überzeugt, daß die Flotte in ihrem jetzigen Umfange nicht ausreiche, die ihr ge­stellte Aufgabe zu erfüllen, weder für den Küstenschutz, noch für unsere Interessen im Auslande. Die finanziellen Bedenken verkenne seine Partei nicht, aber das nationale Empfinden, das die Partei von Anbeginn an erfüllt habe, lasse sie leichter über diese Bedenken hinwegsehen. Er stehe nicht an, zu erklären, daß die Regierung bei dieser Vorlage von einem Verantwortlichkeitsgefühl vor der Geschichte beseelt werde, für welches man ihr nur Dank wiffen könne. Im Jahre 1870 hätten die Fran­zosen unseren ganzen Seehandel lahmgelegt, weil es uns in der Nord- und Ostsee an einer Offensivflotte gefehlt habe. Bei einem Export von 3</2 Milliarden sei ein stärkerer Schutz zur See eine Nothmenk Peil Welche Gefahr drohe ohnehin unserem Absatz durc das estreben Englands, mit seinen Kolonien ein einheitlich' Wirt­schaftsgebiet zu bilden, ebenso durch die äh. n Be­strebungen der Vereinigten Staaten Nordame.il ' m^ den Staaten Mittelamerikas in enge wirthschaft^ Beziehungen zu treten! Die etatSrechtlichep r. V seien nicht stichhaltig; auch beim Kaiser 2Bu und bei den elsaß-lothringischen Bahnbauten' einmalige große, auf Jahre berechnete Bew |^ vom Reichstage ausgesprochen worden. Aug» M wirthschaftlichen und politischen Bedeutung die, läge werde er und sicherlich auch seine Freunde ^l Anstan d nehmen, nöthigenfalls auch in die Auf, omtg neuer Steuern zu willigen. Zu Gunsten vitaler Interessen werde und müsse daö deutsche Volk auch hierzu bereit sein. Abg. Galler (südd. Volksp.) führt aus, seine Partei werde sich zu der PreiSgebung eines so wichtigen Volksrechts, wie sie durch das Septennat dem Reichstage abverlangt werde, ebensowenig entschließen, wie zu einer solchen Vertrauenskundgebung für die Regierung. Ein weiterer Grund, weshalb er die Vorlage ablehne, sei der, daß die Vorlage ein weiterer Schritt sein würde