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haben dieselben nach der Abstempelung 5 Jahre lang auszubewahren. Doch können sie deren amtliche Aus­bewahrung bei den Steuerstellen beantragen und wird ihnen in diesem Fall auf Verlangen Empfangsbe­scheinigung ertheilt.

Zuwiderhandlungen werden nach den §§ 17 und 18 des Stempelsteuergeletzes vom 31. Juli 1895 geahndet.

Hanau, den 4. Dezember 1897.

________Königliches Kaupi-Steuer-Amt.

Nichtamtlicher Theil.

Die Flottenvorlage ist am Montag zur ersten Lesung gelangt. An diesem Tage standen die Vertreter der Regierung im Mittel­punkte der Verhandlungen ; denn um die hohe Bedeutung des Gesetzentwurfs für die deutsche Wehrkraft, für Deutschlands Ansehen und für die gesammte innere Lage des Reiches klar erkennbar zu mache», ergriffen nicht nur der Reichskanzler und Admiral Tirpitz, sondern auch die Staatssekretäre Graf Posadowsky, v. Thiel­mann und v. Bülow das Wort, während als Vertreter der Parteien nur der Führer der Conservativen, Graf Limburg-Stirum, der Sozialdemokrat Schönlank, das Mitglied der Freisinnigen Vereinigung Barth und der Pole v. Jadzewski sprachen.

Der Reichskanzler begründete in einer durch ihre Sach­lichkeit sehr eindrucksvollen Rede die Nothwendigkeit der gestellten Forderungen und die Form, in der sie geltend gemacht werden. Die deutsche Marine habe bisher von der Hand in den Mund gelebt, hauptsächlich wohl, weil die Bevölkerung ihr wegen des Umstandes, daß wir auch ohne die Flotte zu einer glänzenden Machtstellung ge­langt sind, nur geringes Jntereffe entgegengebracht habe. Aber jetzt bedürfen wir einer starken Flotte, um den deutschen Interessen zur See gerecht werden zu können. Allerdings verlange dies vom Reichstage eine gewisse Entsagung, doch sei man über die Zeilen hinaus, wo eine doktrinäre Auffassung des Bewilligungsrechts der Parlamente so weit gehen durfte, unter Umständen den StaatsorganiSmus lahm zu legen.

Der Staatssekretär Tirpitz trat in längerer Rede für die Einzelheiten der Vorlage ein. Er begründete ins­besondere die Unentbehrlichkeit einer Schlachtflotte in dem geforderten Umfange. Er erklärte, daß die Bildung von zwei Geschwadern zu acht Schiffen auf einer seit Jahren gereiften Ansicht des gesummten See-Offiziercorps beruhe, daß diese Schiffszahl aber genüge, da gegen eine derartige Flotte an unsern Küsten vorzugehen sich selbst eine Seemacht ersten Ranges bedenken würde, weil sie selbst nämlich nicht erheblich größere Streitkräfte auf dem einzelnen Seekampfplatz würde verwenden können.

Diese Erklärung machte den tiefsten Eindruck und wird die Bevölkerung überall von der Unentbehrlichkeit und Gerechtigkeit der Regierungstorderungen überzeugen, zumal da Staatssekretär v. Thielmonn noch nachwies, daß auch die Finanzlage des Reiches der Vorlage nicht widerstrebt. Von großem Interesse war ferner die Rede des Staatssekretärs v. Bülow, welcher erklärte, daß die : Reichsregierung das deutsche Recht Haiti gegenüber kraft­voll wahren und auch in China ihre Stellung behaupten werde. Gewaltthaten, wie sie gegen die Missionare ver­übt worden sind, müsse vorgebeugt werden. Wir könnten nicht zugeben, daß sich in China die Ansicht festsetze, uns gegenüber sei erlaubt, was man sich andern gegenüber nicht herausnehmen würde. Da China andern Mächten Zugeständnisse gemacht habe, welche den materiellen Interessen derselben unmittelbar dienen, so benutze Deutsch- i land zugleich die von China selbst geschaffene Gelegen­heit, um darzuthun, daßdie deutsche Waare und der

beiben Herren ihren Platz genommen hatten. Zweifelnd, fragend dickte man hin auf den Lord, wohlgefällig er­munternd auf den Colonel, je nachdem die Freundschaft oder die Wetten getheilt lagen.

Lord Steyne ließ jetzt die Hand mit dem Glas sinken. Die Thiere waren in der Ferne dem Blicke entschwunden.

Eine schwüle Pause trat ein, eine aufregende Ruhe; gespannt hingen die Blicke an dem einen Punkt des graublauen Horizontes, wo die Thiere wieder er­scheinen mußten.

Undhoch Perseverance!" jauchzte jetzt die Menge; in schöner Linie hob sich goldig schimmernd der seine Kopf des Fuchses neben dem glänzend schwarzen des prächtigen Fast weit hinter den beiden die andern Renner in rasendem Tempo, wie es schien, nur lang­sam nachkommend! (Fortsetzung folgt.)

Berlin, 6. Dezember. Welchen Werth alte Briefmarken haben, das hat zu ihrer nicht geringen Freude eine alte Frau in der Möckernstraße, die seit Monaten Armenunterstützung erhält, erfahren. Die alte Frau machte alles zu Gelde, was sie irgendwie entbehren konnte, dabei fiel ihr auch ein Album in die Hände, das ein vor Jahren in Australien untergegangener Sohn von ihr sich angeschafft hatte. Sie ging damit zu einem hiesigen Briefmarkenhändler, der ihr sofort da­für 100Ö Mark bot. Aus gute Rathschläge reiste sie nach Leipzig, der Zentrale des Briefmarkenbandels. Hier er­hielt sie für das Album 4 3 0 0 Mark ausgezahlt. Der hohe Werth lag in einem einzigen Exemplar, einer alten Mauritiusmarke aus dem Jahre 1860.

Berlin. Wegen Mordversuchs und Körperver­letzung mit tödtlichem Ausgange, begangen an seiner

deutsche Unternehmer, die deutsche Flagge und das deutsche Schiff ein ebenso großes Ansehen genießen muß, wie die anderer Mächte; wir sind weit entfernt, in China andern Großmächten zu nahe treten zu wollen; mit einem Wort: mir wollen niemanden in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unsern Platz in der Sonne!" Auch diese Erklärungen werden in den weitesten Kreisen lebhafte Zustimmung finden. Was England in Hong­kong, Frankreich in Tongking, Rußland in der Mand­schurei erlangt hat, kann Deutschland in der Kiautschau- Bucht verlangen.

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, 7. Dezember.

S e. M a j e st ä t derKaiser hörte heute Morgen von 9 Uhr ab die Vorträge des Chefs des Militairka- binets, Generals v. Hahnke, und des Chefs des Inge­nieur- und Pionierkorps, Generals Vogel von Falckenstein. Um 11 Uhr begab Sich Se. Majestät nach Berlin und gedachte im königlichen Schlosse militairische Meldungen entgegenzunehmen. Zur gestrigen Frühstückstafel bei Ihren Majestäten waren geladen der österreichisch­ungarische Botschafter v. Szögyeny-Marich, Graf Eugen Zichy und der kaiserliche Gesandte von Derenlhall.

DasPräsidiumdesReichstages, Freiherr v. Buol, Schmidt-Elberseld und Dr. Spähn, wurde am Sonntage im Neuen Palais bei Potsdam vom Kaiser in besonderer Audienz empfangen. Der Kaiser begrüßte die Herren auss Freundlichste, lud sie zum Niedersetzen ein und wies auf die bedeutungsvollen Aufgaben hin, die der bevorstehenden Tagung des Reichstages gestellt seien. Er erinnerte daran, daß gerade am Tage vorher sein einziger Bruder Abschied genommen vom Großherzog von Baden und von der Kaiserin Friedrich, um demnächst in den asiatischen Meeren seine Kraft einzusetzen im Dienste des Vaterlandes. Der Kaiser betonte seinen entschiedenen Willen, den Missionen den kräftigsten Schutz angedeihen zu lassen. Der Kaiser äußerte sodann unter anderm seine Befriedigung darüber, daß im Reichstage der Wich­tigkeit entsprechend, das Flottenge setz zuerst auf die Tagesordnung gestellt worden sei. Er vertraue, daß die Berathungen des Reichstages zu einem guten Ende führen, daß der Reichstag sich von der Nothwendigkeit der geforderten Vermehrung der Flotte überzeugen werde. Unmittelbar darauf wurden die Herren von der Kaiserin empfangen.

Prinz Heinrich gedachte an diesem Mittwoch sich vor seiner Abreise nach Ostasien vom Alt-Reichskanz­ler Fürsten Bismarck in Friedrichsruh zu verabschieden.

Auf Befehl des Kaisers ist bei allen Infanterie Re­gimentern der Armee angefragt worden, ob sich jemand von den zur Zeit dienenden Gefreiten oder Gemeinen als Freiwillige sür die Marine-Infan­terie melden wolle. Die angenommenen Freiwilligen scheiden mit ihrem Uebertritt zur Marine aus dem Land­heere aus. Den Truppen-Kommandeuren ist befohlen worden, die Meldungen an die General-Kommandos zu beschleunigen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Freiwilligen als Nachschub für China Verwendung finden.

Das badischeCentrumSmitglied,Geist- licher Rath Lender, wird, wie dieBad. Lan- desztg " meldet, für die Flottenvorlage eintreten. Er hat sich in diesem Sinne auf einem Bankett zu Ehren des wiedergewählten Landtagsabgeordneten Lauck geäu­ßert. Herr Lender hält die Verstärkung der deutschen Flotte wegen der Weltmachtstellung Deutschlands zum Schutze seines Handels, seines Ansehens im Auslande, zum Schutze der Missionen rc. für dringend geboten.

Aus Kiel wird heute telegraphirt: Die nach Wil-

eigenen Frau, wurde der Mühlenbesitzer Kleinau in Heinersdorf bei Berlin verhaftet. Der dem Trunke er­gebene Mann mißhandelte am letzten Sonnabend seine Frau, band ihr die Hände und schleuderte sie in das Mühlenwasser. Sie konnte sich zwar retten, verstarb aber am nächsten Tage im Krankenhause.

Charlottenburg, 6. Dezember. Montag Abend wurden die Ehefrau des Bohners Siebert und ein sechsjähriges Kind durch Revolverschüsse getödtet, die beiden jüngeren Kinder schwer verwundet in der Siebert'- schen Wohnung aufgesunden. Der Zustand der Kinder ist hoffnungslos. Der Ehemann Siebert wurde unter dem dringenden Verdacht des vierfachen Mordes verhaftet.

Aus Schaffhaufen wird berichtet: Zwischen Thaingen und Herblingen entgleiste am Montag Abend ein Schnellzug. Zwei Personenwagen stürzten einen drei Meter hohen Damm herab. Von 18 Reisenden wurde» sieben verletzt.

(Ein Ring im Fischmagen.) Vor einigen Tagen wurde von Fischern von Rottenacker in der Donau ein Nothfisch gefangen mit einem Lebendgewicht von 39 Pfund. Der Fisch wurde in Ulm verkauft und beim Oeffnen fand man in seinem Magen einen goldenen Kugelring mit den Buchstaben A. L., welchen der Fischer vergeblich von dem Käufer reklamirte.

(Ein teuflischer Plan.) In Stockholm hatte die Gattin des schwedischen Kammerherrn Taube, der vor etwa einem Jahre vergiftet wurde, am 30 v M. gegenüber der Anklage auf Mord sich zu verantworten. Als HauptbelastungSzeugin sollte an diesem Tage die Braut des ältesten Sohnes Taubes, Frl. Fagerskjöld, austreten; sie blieb aber aus; dagegen lies, wie die K V.-Z." berichtet, ein Bries an den Staatsanwalt

helmshaven bestimmte erste Panzerdivision erhielt Dtbr am Sonnabend von Christiania hierher zurückzudanwk^ ! Der Kaiser trifft Montag ein und wird die Krem- Deutschland" undGefion" besichtigen, sich sodann vom Prinzen Heinrich verabschieden und der Abfahrt der Krem zerdivision nach China beiwohnen. Die Abfahrt du Seebataillons ist um einige Tage verschoben.

Auslanv.

In O e st e r r e i ch setzt Ministerpräsident Frhr. y Gautsch seine Bemühungen fort, in der böhmischen Spr^ chenfrage ein Kompromiß zwischen den Parteien und der Regierung zu stände zu bringen.

Aus Teneriffa ist die Nachricht eingetroffen, daß einer unserer bedeutendsten Afrikaforscher, Dr. j u r. Eugen Zintgraff, auf der Rückreise nach der Heimath dem tückischen Malariafieber erlegen ist. Er hatte im Früh­jahr 1896 zusammen mit den Herren Dr. Esser und Hösch eine Expedition in das nördliche Hinterland von Kamerun nach Bali unternommen und ist nun der wei­tem Arbeit im Dienste des Vaterlandes und seiner Ko­lonien für immer entrissen. Dr. Zintgraff hat ein Alter von noch nicht vierzig Jahren erreicht.

Nach einer aus Shanghai vorliegenden Drahtmeldung veröffentlichen dieNorth-China-Daily-News" ein Tele­gramm aus Trinanfu, nach welchem am 3. Dezember 200 deutsche Marinesoldaten und Matrosen mit 2 Feld­geschützen in der Stadt Kiao Tschau, welche 18 Meilen von der Bai entfernt liegt, eingerückt wären und die Wälle und Thore besetzt hätten, ohne auf Widerstand zu stoßen. Die chinesischen Truppen hätten sich bei dem Vormarsch der Deutschen zurückgezogen.

Ueber Vorgänge auf Ha 1 ti verbreitetReviers Bureau" folgende in New-Aork eingegangene Depesche aus P o r t a u P r i n c e vom 6. d. Mts.: Zwei deutsche Kreuzer sind heute früh hier eingetroffen. Es wurde der Regierung von Haiti ein Ultimatum überreicht, in welchem verlangt wird, daß den Forderungen Dentschlands be­züglich der Genugthuung für den Fall Lueders innerhalb eines Zeitraums von acht Stunden Genüge geleistet werde. In diplomatischen Kreisen von Port au Prince glaubt man, daß Haiti entschlossen sei, die Begingungen Deutsch­lands anzunehmen. Die hier wohnenden Deutschen haben sich, da Ruhestörungen befürchtet wurden, gestern auf zwei in dem hiesigen Hafen liegende Dampfer begeben; der französische Gesandte requirirte einen französischen Dampfer für die Franzosen als Zufluchtsort. Unter der Bevölkerung herrscht große Erregung, doch verfügt die Regierung über beträchtliche Streitkräfte und ist ent­schlossen, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Nach Meld­ungen, welche in New-Aork über Jamaica gestern einge= gangen sind, wurden in den Straßen von Port au Prince Plakate angeschlagen mit der Ueberfirift: Nieder mit der Regierung!" Die Truppen waren in den Kasernen konsignirt. London, 7. Dezember. DasReuter'sche Büreau" verbreitet eine Depesche aus Port au Prince vom heutigen Tage, wonach derZwischen- sall mit Deutschland beigelegt erscheine. Die deutsche Flagge sei salutirt worden, die Fremden, welche sich au Bord der im Hafen liegenden Schiffe geflüchtet, wären in die Stadt zurückgekehrt.

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* (Bierbrauerei und Bierbesteuerung im deutschenZollgebiet.) Bekanntlich wird die Brausteuer für Rechnung der Reichskasse nur in dem nördlichen Theile des deutschen Zollgebiets (mit Ausnahme von Luxemburg) erhoben, während die süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, "Baden und Elsaß-Loth­ringen eine besondere Bierbesteuerung haben, deren Er­trag nicht in die Reichskasse fließt, sondern diesen Staa­ten verbleibt. Die genannten Gebiete haben solgende

ein, worin sie als Mörderin des Kammerherrn Taube, dem sie Sublimat beigebracht habe, sich bezeichnet, v"» worin sie erklärt, sie werde nicht mehr am Leben fein, wenn jener Brief in die Hände des Staatsanwalts ge­langt sein werde; denn sie werde sich das Leben nehmen. Diesen Brief hatte Frl. Fagerskjöld aber gar nicht ge­schrieben ; wohl aber war sie am Tage vor ihrer ange­ordneten Zeugenvernehmung durch einen anonymen Bries aufgefordert worden, an einer bestimmten Stelle zur be­stimmten Zeit sich einzufinden, wo man ihr wichtige, auf den Prozeß bezügliche Mittheilungen machen werde. Die Dame folgte dieser Aufforderung, wurde aber am Orte des Stelldicheins von einem ihr unbekannten Manne Überfällen, durch Schläge auf den Kopf betäubt und durch 16 Messerstiche, von denen indessen keiner tödtlich war, verletzt. So fand man sie bald darauf, nachdem oec Verbrecher sie jedenfalls als todt hatte liegen lassen, um sich in Sicherheit zu bringen. Da die Verletzte bald wieder das Bewußtsein erlangte, konnte sie den an den Staatsanwalt gerichteten Brief als gefälscht bezeichne" und Angaben machen, welche geeignet sind, auf die Spur des Verübers des gegen sie selbst gerichteten Mordanschlags zu führen. So mißlang der teuflisch ersonnene Platt, durch den der Mörder des Kammerherrn dem Arme der irdischen Gerechtigkeit entrissen werden sollte.

Ein schweres Verbrechen wurde am 30. v. M. in der Nähe des Starnberger Sees entdeckt. In T r a u - b i n g bei Feldasing wurde der Mutier Drexler und seine Ehefrau ermordet und beraubt aufgefunden.

In Alexandrten brächte am Montag der AnchordampferAsia" im Schlepptau den dienstunfähig gewordenen DampferAustralien" der Messageries Maritimes ein, auf dem sich 500 Passagiere befanden.