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AtOz Hei 16. Routinier

Amtlicher Tffeil

Hersfeld, den 11. November 1897.

Nachstehend veröffentliche ich die Nachweisung über

die Ergebnisse der Herbstkörung der Zuchtbullen im Kreise.

Ich nehme hierbei wiederholt Veranlassung, auf das Ausschreiben vom 30. Oktober 1894, J. I. Nr. 5448 Kreisblatt Nr. 129 hinzuweisen und den Polizeibe­hörden sowie der Gendarmerie des Kreises die st r e n g e

Nachweisung über die Körung der Zuchtbullen vom Jahre 1897 (Herbst-Körung).

Durchführung der Polizeiverordnung vom 17. Januar 1879 Kreisblatt Nr. 8 zur Pflicht zu machen.

I. I. Nr. 5810. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Gemeinde.

Anzahl der anzu- körenden Bullen.

Namen der Eigenthümer.

Datum der

Körung.

Resultate der Körung.

Alter und Race der Bullen.

Nähere Bezeich­nung der Bullen nach Farbe und Abzeichen.

Befund der Bullen.

Bemerkungen.

1|

1

R

111

2

3

4

6

Eichhof

1

Gutsvorsteher Suntheim

Xriebloä

1

Landwirth Nikolaus Gcebe

GitterSdorf

1

Landwirth Heinrich Prentzel

HeeneS

1

Bürgermeister Becker

Kohlhausen

1

Landwirth Heinrich Leist

Mecklar

1

Christoph Claus

Oberhaun

1

Bürgermeister Möller

Rohrbach

1

Gemeinde Rohrbach

Roiensee

1

Andreas Künne

Sorga

1

Landwirth Adam Schott

Unterbaun

1

Wilhelm Jacob Witwe

WipperShain

1

Bürgermeister Gllbert

Asbach

1

Gastwirth Heinrich Herzog

Engelbach

1

Gutsbesitzer Schesier

Frielingen

1

Gutspächter Carl Eschstruth

GoßmannSrode

1

Landwirth I. Nuhn

Hattenbach

1

Landwirth Conrad Reuber

Kirchheim

1

Landwirth Friedrich Boß

1

Oekouom W. Schtabach

1

Derselbe

Mengshausen

1

Bürgermeister Wegfahrt

Riederaula

1

Landwirth Johs. Rohrbach

Niederjossa

1

Wirth Ludwig Eidt

Hattenbach

1

Gutsbesitzer R. Patry

Friedewald sHof

1

Heinrich Hoßbach

Weisenborn)

1

Derselbe

Friedewald

1

Landwirth Heinrich Saam

Hkrsa

1

Landwirth Wilhelm Schmauch

Heringen

1

Landw. Fried. Carl Monsius

1

Derselbe

Kleinensee

1

Gutsbesitzer Walther

^autenhausen

1

George Deiseroth

Ausbach

1

Landwirth Heinrich Mosebach

Conrode

1

Landwirth George Riebolo

HiimeS

1

Landwirth Jobannes Scheer

Lampertsseld

1

Landwirth Johannes Wolf

Zchenk'engSfeld

1

Müller George Bein

Schenksolz

1

Landwirth George Koch

Wehishausen

1

Derselbe

1

Landwirth Carl Fischer

Wüsifeld

1

Landwirth Johannes Heusner

A. Körungsbezirk Hersfeld.

23/10.

_

___-

1 Jahr Franken-Kreuzung

roch mit Blässe

no ch zu jung

1*4 Jahr, Franke

roth ohne Abzeichen

gut

l3/4 Jahre, Simmenth.- u. Frank.-Kr.

roth mit Blässe

1« /a Jahre, Simmenthaler

Gelbschack

l1 /a Jahre, Franke

gelb

,/

li/, Jahre, Simmenthaler

Gelbschack

ff

la/4 Jahre, Simmenthaler

»

/,

li/, Jahre, Simmenthaler

Gelbschack

gut

1»/ Jahre, Simmenthaler

ff

li/ Jahre, Landrace

braun

B. Körungsbezirk Niederaula.

Nicht erschienen.

Im Frühjahr führen.

Nicht erschienen.

nochmals 6 or =

30/10.

2 Jahre, Simmenthaler Kreuzung

gelbschäckig

tauglich

Nicht erschienen.

l3/4 Jahre, Simmenthaler Kreuzung

gelbschäckig

gut

O

Nicht erschienen.

li/4 Jahre, Simmenthaler Kreuzung

gelbschäckig

Zur Zucht noch zu jung, istnoch -

Wie vor.

weißgelb

tauglich

maIS zur Körung vorzu­

l=/4 Jahre, Original-Simmenthaler

gelbschäckig

sehr gut

führen.

l3/4 Jahre, Simmenthaler Kreuzung

gelb mit Blässe

gut

1/, Jahre, Simmenthaler Kreuzung

roth mit Blässe

tauglich

l'/4 Jahre, Simmenthaler Kreuzung

gelbschäckig

l/2 Jahre, Simmenthaler Kreuzung

rothschäckig

gut

2 Jahre, Simmenthaler Kreuzung

»

untauglich

C. Körungsbezirk Friedewald.

6/11.

25/10.

li/4 Jahre, Simmenthaler Kreuzung

rothgelb mit Blässe

tauglich

Wie vor

rothschäckig

Wie vor

gelbschäckig

li/4 Jahre, Landrace

rothschäckig

1-/2 Jahre, Simmenthaler Kreuzung

n

//

Wle vor

*

//

li/ Jahre, Frankenrace

rothgelb

tauglich

D. Körungsbezirk Schenklengsfeld.

I3/ Jahre, Simmenthaler Kreuzung

rothschäckig

gut

li/4 Jahre, Simmerthaler

gelbschäckig

,/

Wie vor

untauglich

Wie vor

untauglich

Wie vor

gut

1'/« Jahre, Simmenthaler Kreuzung

ff

1-/2 Jahre, Simmenthaler

Rothblässe

untauglich

li/a Jahre, Simmenthaler Kreuzung

gelbschäckig

gut

Nicht vorgeführt.

Bei der nächsten Körung noch einmal vorzuführen.

Wie v or.

Müllers Leni.

Erzählung von Emanuel Hirsch.

(Fortsetzung.)

| , Unterdessen kletterte Hiesl aufwärts, um ein Nacht- "8er im Dorfe zu suchen und morgen seine Beute an I Mann zu bringen. Da Wildern seine Hauptbe- I Mügung war, so hielt er sich in diesem wald' und Weizen Theile des Landes, namentlich zur Jagdzeit, I auf. Gewöhnlich fand er bei der Kleinmichlin «ttfanb. Doch waren seit seinem letzten Hiersein lWre Monate verflossen, da er einer Rauferei wegen W einmal hattebrummen" müssen. Er wußte also I d°r neuen Hausgenossin noch nichts. So trat er I °'N, und die erste, die er in der großen Stube I war die Leni. I Os "°r schon ziemlich dunkel, und er konnte ihr Ge- I °as sie übrigens bei ihren Hantierungen, so gut es n verbarg, nicht wohl unterscheiden. Gleichwohl H gierte Leni vor der Entdeckung. Der Dreherhlesl hatte I vor einigen Jahren damals war sie noch ein es Kind und er noch nicht beim Militär bei einem I Oheime als Knecht gedient, während sie dort wochen- I ^ Besuche war. Sie hatte die auffallende r^igur vergessen. Jetzt war es mit ihrem Verstecke aus.

Hiesl verrieth sie ihrem Vater, und dann war nicht nur sie, sondern auch die Familie Hannsens, die um ihr Ver­schwinden gewußt und dasselbe gefördert hatte, strafbar und unglücklich. Das waren die Gedanken, die ihr durch den Kopf schwirrten. Heute konnte sie der Entdeckung noch entgehen, aber morgen? Was dann?

Da trat die Bäuerin mit brennendem Kienspan in

die Stube, und Leni verschwand.

Hm," meinte der Hiesl,habt Ihr da ein sonder­bares Ding. Red't nix und deut' nix, nickt stumm mit dem Kopf und senkt das G'sicht. Entweder ist sie so schlecht, daß sie sich vor'n Leuten fürcht', oder"

Er deutete sehr bezeichnend nach der Stirn.

Dasselbe nit ganz," antwortete die Bäuerin, ______ wenig irre wohl, sinniert den ganzen Tag, ist sonst aber gleichwohl nit dumm!"

' Die zierliche Gestalt des Mädchens fiel ihm auf, und er war neugierig zu erfahren, ob das Gesicht dem Wüchse entspräche. Was er so in der Halbdämmerung gesehen hatte, versprach nichts Uebles.

Er beschloß also spaßeshalber ihr am nächsten Morgen aufzulauern und sie mit Muße zu betrachten. Am andern Morgen also, in aller Frühe, versteckte er sich an der Stiege, die in die obere Kammer führte, und wo Frau.. _____, , , ...........,

Kleinmichl mit Leni in der einen und die Mägde in der und ging wohlgemuth seiner Wege.

ein

andern Kammer schliefen. Er ließ das Gesinde an sich vorübergehen. Jetzt kam die Hausfrau und hinter ihr, das Haupt leicht gebeugt, Leni. Obwohl es noch nicht ganz hell war, erkannte er sie doch sofort. »Der Tausend, die Schwarzholzmüllersche!" flüsterte er vor sich hin. Sie ist's! Wahrhaftig, sie ist's! Was aber nun thun?" Er ging mit sich zu Rathe. Sollte er das Mädchen zum Geständnisse bringen und sich dessen Stillschweigen er­kaufen ? Pah. was konnte die ihm auch geben, die als Magd bei der Kleinmichlin diente. Sollte er zum Müller gehen und ihm den Aufenthalt seiner Tochter verrathen ? Das wäre etwas! Der konnte schon einen anständigen Brocken zahlen! Oder sollte er ihren Bräutigam, den Grafen, verständigen? Der Gedanke schien ihm gar verlockend. Nicht, als ob er von dem vornehmen Herrn mehr Geld erwartete; aber die Rache, die er dadurch an Hannes nahm, war mehr werth. Entdeckte der Graf seine Braut und führte sie dem Müller zu, dann war der Schwarzholzmüller gezwungen, dem Schwiegersöhne zu seinem Rechte zu verhelfen, und der Hannes hatte das Nachsehen. Das mußte den Burschen schmerzen. Und so war es recht.

Hiesl benahm sich, um dem Mädchen jeden Argwohn zu benehmen, ziemlich fremd und gleichgiltig gegen Leni

Das Mädchen