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HerWer Kreisblatt.

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t K.

IomerstU den 11. Rovember

189?.

1 Amtlicher Theil.

Berlin, den 13. Oktober 1897.

Aus Beschluß des Bundesraths soll am 1. Dezember

* M Js. eine allgemeine Viehzählung beschränkteren Um- IDsangs im deutschen Reiche stattfinden.

1 Voraussichtlich wird Seitens der Ortsbehörden viel- Ufich an Volksschullehrer auf dem Lande das Ersuchen I mgerichtet werden, sich bei der Ausführung des Zählge- Dschäfts in der einen oder anderen Weise zu betheiligen. KSoroeit die Lehrer dabei ihre Mitwirkung eintreten lassen Mollen, genehmige ich, daß der denselben obliegende Un- Ktmichl an dem gedachten Tage ausfällt.

Hiernach wolle die Königliche Regierung das Erfor- Dderliche anordnen.

M Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten.

In Vertretung qez.: von Weyrauch.

M. III. Nr. 2622, U. III. C.

Wu sämmtliche Königliche Regierungen.

*

*

Gaffel* den 27. Oktober 1897.

Abschriftlich mit dem Auftrage, alsbald die erforder­liche Anweisung zu treffen, daß den Volksschullehrern des dortigen Kreises die Mitwirkung an dem Zählgeschäft auch in dem Falle gestattet wird, wenn hierdurch eine Aussetzung des Unterrichts am Zähltage nothwendig wer­den sollte.

12924. Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.

F l i e d n e r.

An die Herren Landräthe des Regierungsbezirks.

Hersfeld, den

Vorstehendes theile ich den toreii des Kreises zur gefälligen Lehrer mit.

L 5773.

*

5. November 1897. Herren Ortsschulinspek- Bescheidung der Herren

Königliche Landrath

Der

Freiherr von S ch l e i n i tz , __________________Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 4. November 1897. I

Es wird hierdurch veröffentlicht, daß der Kreisaus- ^u6 des hiesigen Kreises in seiner heutigen Sitzung, »s>"äß § 18 des Gesetzes vom 12. März 1881, betreffend

Abwehr und Unterdrückung der Viehseuchen, aus den sachverständigen Eingesessenen des Kreises für das Jahr

i

Müllers £eni

Erzählung von Emanuel Hirsch.

(Fortsetzung.)

Dem starken Manne that dieser Schmerz in der Seele i- Er nahm sie wie ein Kind auf seine Arme und S i ihr nicht in die Mühle, sondern in seine eigene Ahnung. Zum zweiten Male also lag sie hier, dem Mn Tode entrissen. Merkwürdigerweise war der Meserdecker jetzt der Nachgiebigere und zu allem bereit, "bst auf die Gefahr hin, mit dem Müller in Streit -zu "!^n. Er schien einen Plan gefaßt zu haben, den er H allen Seiten hin erwägen mochte, denn er ging in " Stube auf und ab und murmelte vor sich hin:Hm, 11 llinge, das ginge!" Leni, von der furchtbaren Auf- "°ch und nach erholt, weinte vor sich hin, und ihr ?""" Hansens suchte sie zu trösten Es gelang aber schlecht, denn Leni machte immer wieder dreselbe ».^uende Bewegung mit dem Haupte und antwortete ^st demselben trostlosen Blicke.

t "lotzlich blieb der Alte vor dem Mädchen stehen und J?; »So wird's gehen! Hör' mich an! Wenn etwas vn?^dU soll, muß es gleich geschehen! Du bist mud matt, 's ist wahr. Wenn ich dir aber helfen soll, "ubt-in Opfer bringen!"

>e hab den Kopf und nickte.

Kart* ll-rings, Dirndl! Tu mußt noch heute einen von fünf bis sechs Stunden machen!"

^ zeigte sich bereit.

1898 folgende als Schiedsmänner zu den Schätzungs­kommissionen heranzuziehende Personen gewählt hat:

1. Oekonom Peter Heil zu Hersfeld.

2. Friedrich Friedrich zu Hersfeld.

3. Gutsbesitzer Richard Braun zu Oberrode.

4. Domainenpächter Königlicher Oberamtmann Freyse zu Bingartes.

5. Domainenpächter Königlicher Oberamtmann Sunt- heim zu Eichhof.

6. Gutsbesitzer Schwarz zu Unterhaun.

7. Franz Roll zu Meisebach.

8. Landwirth Johannes Claus zu Mecklar.

9. Bürgermeister Glebe zu Kohlhausen.

10. Oekonom Philipp Schäfer zu Mengshausen.

11. Meister zu Beiersgraben.

12. Johannes Jakob Schenk zu Kerspenhausen.

13. Bürgermeister Nutzn zu Asbach.

14. Landwirth George Waitz zu Harnrode.

15. Gutsbesitzer Führer jun. zu Lautenhausen.

16. Hoßbach zu Hof Weisenborn.

17. . Gliemeroth zu Wölfershausen.

18. Gastmirth Ruch zu Widdershausen.

19. Landwirth Burghard Rüger zu Unterweisenborn.

20. Oekonom Adolph Reinhard zu Unterweisenborn.

21. Ackermann Heinrich Bur.hardt 1. zu Ransbach.

22. Schmied Scheer zu Schenklengsfeld.

23. Ackermann Rudolph zu Ausbach.

24. Bürgermeister Bätz zu Kalkobes.

25. Müller Aulepp zu Philippsthal.

26. Ludwig Mohr zu Conrode.

27. Friedrich Boß zu Kirchheim.

28. Bürgermeister Brandenstein zu Heimboldshausen.

Aus der Zahl dieser Personen hat die Ortspolizei­behörde die Schiedsmänner für jeden einzelnen Schätzungs­fall zu ernennen. Die Schätzung erfolgt durch die aus dem beamteten Thierarzte und zwei Schiedsmännern ge­bildete Kommission, und sind die Schiedsmänner von der Ortspolizeibehörde eidlich zu verpflichten. Dasselbe gilt, wenn an Stelle des beamteten Thierarztes ein nicht be­amteter Thierarzt zugezogen wird, für diesen, sofern der­selbe nicht im Allgemeinen als Sachverständiger be­eidigt ist.

Die den Schiedsmännern als Ersatz für Reisekosten und Auslagen zu gewährende Vergütung wird im Ver­waltungswege festgesetzt und aus der Staatskasse bestritten.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben die vorstehend genannten Personen alsbald von der auf sie

Er fuhr fort:Es ist Nacht, es gießt, was vom Himmel runter mag; aber 's ist grad recht so. Durchs Dorf tappen wir uns im Finstern durch. Für den ivejtern Weg haben mir eine Blendlaterne, die wir leicht verstecken. Jetzt ist's sieben. Um halb acht kannst fertig sein. Die Mutter giebt dir ihre großen Marktstiefel, dazu ziehst das alte Sonntagsgewand von der Muhm an das im Kasten hängt. Um eins, halber zwei herum sind wir längstens in Dreihausen. Um drei fährt die Post durch Dreihausen. Mit der fahren wir bis Scheideck. Um neun Uhr früh sind wir in Scheideck. Do können wir, wenn wir den Aichwald überqueren, morgen gegen Abend in St. Antony im Walde sein!"

Die Frau nickte zufrieden.Der Einfall ist gut. Vor der Hand ist sie dort bei der Kleinmichlin gut auf­gehoben ' und wenn alle Stricke reißen, kann sie nach St. Johann am Berg gehen. Dort sucht sie sicher kein Men?ch!"

Und dann werde ich mit dem Müller ein ernst Wort reden Sieht er, daß sein Kind lieber Elend erduldet oder den Tod sucht, als daß sie den Grafen nimmt, wird er am Ende doch nachgeben. Und wenn ich ihm das Versprechen geben muß, daß HanneS auf dich unter jeder Bedingung verzichtet!"

Auf Leni hatte die Hoffnung, ein Asyl zu finden, das sie wenigstens auf eine Zeit laug vor dem Ver­derben rettete, so günstig eingewirkt, daß sie Muth faßte ... dem sehr beschwerlichen Wege, der ihr unsägliche Schwierigkeit bereitete und sie zu Tode erschöpfte. Es

gefallenen Wahl in Kenntniß zu setzen und denselben zugleich zu eröffnen, daß sie verpflichtet seien, auf amt­liche Requisition erforderlichen Falles an allen Orten des Kreises Abschätzungen vorzunehmen.

I. A. Nr. 3101. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, ____________Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 6. November 1897.

Zur Vornahme der Vorarbeiten für die Staatssteuer­veranlagung 1898/9 haben die Herren Orts- (Guts-) Vorstände das Formular bereits erhalten. Diese haben dafür Sorge zu tragen, daß die für letzteres zu entrich­tenden Geldbeträge bis spätestens zum 1 5. d. M t s. in dem Steuerbüreau des hiesigen Landrathsamtes eingezahlt werden.

Zur Ausführung der Vorarbeiten verweise ich auf meine Verfügung vom 31. Oktober 1896 I. III. Nr. 2380, Kreisblatt Nr. 131/96.

Die Personenstandsausnahme findet am 1 2. N o v e m - der c r. statt. Hinsichtlich der Anrechnung des Ein­kommens der Haushaltungsangehörigen verdienen die Vorschriften im Artikel 6 der Ausführungsanweisung zum Einkommensteuergesetz besondere Beachtung. Stets sind besonders zu veranlagen Kinder, die Ein­kommen aus Gewerbebetrieb, aus Arbeit otzer anderer Gewinn bringender Ttzäligreir u u y e rA; aU b der Wirthschaft oder des Gewerbes desHaushaltungs- vorstandes haben, und solche Personen, die vom Steuerpflichtigen mit Gehalt und Lohn zu Dienst­leistungen angenommen sind.

Zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung hinsichtlich derjenigen Haushaltungsoorstände, die sich alljährlich des A r b e i t s v e r d i e n st e s halber einige Monate in W e st f a l e n u. s. w. aufhalten, ist, nach Feststellung des derzeitigen Aufenthaltsortes des Pflich­tigen durch Nachfrage bei den Angehörigen, entsprechender Vermerk in Spalte 2 (unter dem Namen) der S t e u e r - list e zu machen. Z. B.: am 12/11 in Bochum, Haus Nr. 18 Bahnhofsstraße. Die betheiligte Veranlagungs­kommission wird dann von hier aus benachrichtigt, daß die Veranlagung im diesseitigen Kreise erfolgt.

Die Zahlen der Spalten 4 bis 12a der Gemeinde-, und 3 bis 5 der Staatssteuerliste sind seitenweise zu addiren und diese Summen am Schlüsse der Liste vor­schriftsmäßig zusammenzustellen.

Die Herren Orts- (Guts-) Vorstände haben die Vor­arbeiten bis spätestens zum 25. November cr. abzuschlie- regnete stark, und die Laterne erhellte nur nottzdürftig ihren Pfad.

Im Mühlhause aber herrschte am selben Abend eine beispiellose Verwirrung. Frau Malzhuber auf das statt­lichste geschmückt, ging, ihre Nichte zu rufen,. die der Tante ihr eigenes Zimmer abgetreten und sich mit einem Kämmerlein unter dem Dache begnügt hatte, nur um allein sein zu können. Aber das Zimmerchen war leer. Frau Malzhuber suchte Leni in andern Räumlichkeiten des Hauses; da aber nirgends eine Antwort erfolgte, wurde die dicke Dame ängstlich. Die verständigte ihren

Bruder die Angst theilte sich allen andern mit. Man schickte nach Großdorf, endlich wem der Gedanke kam, wußte man in bet ersten Verwirrung gar nicht suchte man sie außerhalb des Hauses. Es war eine entsetzliche Entdeckung, die man machte. Ein großes Stück ihres Kleides hing abgerissen im dichten Gebüsch, und dieses Gebüsch umsäumte den Teich. Was war natürlicher, als daß Leni sich durch das Strauchwerk hindurchgezwängt und ins Wasser gestürzt hatte. Hierbei war ein Stück vom Kleide abgerissen und hängen ge­blieben. Dem Müller brachen die Knie, als er dessen ansichtig wurde. Do hatte er sein Kind zum zweiten Male und diesmal unwiederbringlich verloren. Gellend schrie er in die Nacht hinaus:Mein Kind! Gebt mir mein Kind!"

Man ließ den Teich ab das Wasser lief die ganze Nacht hindurch; man durchwühlte den Schlämm, der sehr hoch lag, man durchsuchte den Bach, sowohl den