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Gratisbeilagen:Illnftrrrtes Konntagsblatt" n.Illnftrirte landwirthschaftliche Beilage

$i* den 9. November

Amtlicher Theil.

A n s z n g aus dem Verzeichnisse über die durch das Königliche Landrathsamt in Hersfeld ausgestellten Jagdscheine. Monat Oktober 1897.

A. Jahres-Jagdscheine: den Schreiner George Lotz II. in Lengers.

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Bautechniker Wilhelm Hofmeister in Niederaula. Gymnasiasten Franz Aumann in Hersfeld. Maurermeister Heinrich Hölscher in Frielingen. Buchbinder Johannes Both in Kerspenhausen. Heinrich Gilfert in Meckbach.

Hauptmann a. D. L. von Baumbach in Kirchheim. Schuhmacher Johannes Schmidt in Reimboldshausen. Lehrer Adam Kolbe in Rohrbach.

Gutsbesitzer Baron von Uslar in Obergeis. Bürgermeister Ferdinand Ruhn in Niederaula. Bürgermeister Johannes Nüger in Unterweisenborn. Gastwirth Ludwig Eydt in Niederjossa.

Kaufmann Heinrich Gebhardt in Eschwege. Gutsbesitzer Burghardt Nüger in Unterweisenborn. Waldaufseher Christian Claus in Philippsthal. Lohmühlenbesitzer Bernhard Heinrich Rößing in Hersfeld. Schreiner Ernst Mannß in Breitenbach a/H.

Amtsrichter Max Bertram in Vacha.

Boniteur Rudolph Schumacher in Hersfeld. Rentier Friedrich Rollberg in Ohrdruf. Königlichen Gymnasial-Oberlehrer Dr. Sänger in Hersfeld. Königlichen Oberamtmann Freyse zu Bingartes.

Administrator Hilmar von Campe zu Wilhelmshof. Königlichen Gymnasial-Oberlehrer Wassermeier in Hersfeld. Königlichen Gymnasial-Oberlehrer Dehnhardt in Hersfeld.

B. Tages,Jagdscheine: Lieutenant von Rhöneck in Philippsthal. Postsekretär Fritz Gies in Hersfeld. C. Unentgeltliche Jagdscheine: Königlichen Förster Rohloff in Friedewald. Königlichen Forstmeister Lentz in Hersfeld. Stadtforstverwalter Reinhard Pfannkuchen in Hersfeld. Königlichen Förster Neumann in Gershausen.

* * *

Hersfeld am 6. November 1897.

Wird bestehender Vorschrift gemäß hierdurch veröffentlicht. . . ,

Der Königliche Landrath Freiherr von SchleiNitz, Geheimer Regrerungs-Rath.

Müllers £eni.

Erzählung von Emanuel Hirsch.

der

(Fortsetzung.)

Den beiden Männern konnte die Entwicklung ,ln9e gar nicht erwünschter kommen. So fingen sie ja, Scharff bemerkte, mit einem Schlage zwei Fliegen. Wenige Tage später fuhr ein Reisewagen vor das ^Izhubersche Haus, darin rollten zwei Frauenzimmer zwei Herren der Schwarzholzmühle zu.

®° erzählte der alte Weißdorn seinem Sohne, als »m üon ^^1. Sendung zurückkehrte. Der Direktor garnicht gezweifelt, daß es der Wechfelalex und Advokatenfranzl seien, die zu Mauerberg so grausam " die Pläne des armen Burschen griffen; auch die Photographie der beiden hatten HannsenS Beschreibung 11 Sachen. Der Direktor hatte sich nach Mauerberg 11 die Behörden gewendet, und von dort war die Ant- gekommen: Alexis, ehemals Graf Löwen, und Scharff, polizeilich gemeldet, leben in anständiger feUfcbaft und arbeiten angeblich für Journale und F-tkistische Blätter. Grund zu polizeilichem Ein- 'chrelten feiner.

Darauf hatte der Direktor Hannsen Folgendes gesagt: finb zweifelsohne die beiden Individuen; sie sind m ? k° tIu9 gewesen, sich mit ihrem wahren Namen L »elden, sodaß nicht einmal in polizeilicher Hinstcht und vorliegt, gegen sie aufzutreten. Wenn Löwen lunges, reiches Mädchen und Scharff eine noch

reichere, alte, verliebte Thörin heirathen will, so geht das nur die Betreffenden an!"

2lber," wandte Hannes ein,der eine wird Graf, der "andere Präsident genannt, und sie leben auf sehr großem Fuße. Ist das kein Beweis, daß sie Schwindler sind, und daß man sie unschädlich machen soll!"

Der Direktor erwiderte:Wenn man den beiden Titel giebt, die ihnen nicht gebühren, und sie leiden das, so ist auch damit ein Schwindel noch nicht erwiesen. Bringt mir nur ein Fädchen, und ich will ein Netz draus drehen! Aber so habe ich gar keine Handhabe und keine andere Waffe, als daß ich das Gericht in Mauer­berg ersuche, ein wachsames Auge auf die beiden zu ^^So war Hannes abermals mit seinem Plane, Löwen aus dem Sattel zu heben, durchgefallen, und seine Ver­zweiflung noch größer, als er die Abreise Lenis erfuhr. Es trieb ihn nach Großdorf zurück, um zu erfahren, ob sich das Schreckliche wirklich vollzogen habe. Aber auch da wartete seiner eine Ueberraschung. Leni hatte dem Grafen ein ziemlich freundliches Benehmen gezeigt. Daß sie es nur that, um Zeit zu gewinnen, wußte Hans nicht. Was sollte er von ihrer Willfährigkeit denken? In wenig Tagen sollte die Verlobung stattfinden. Er konnte sie nicht hindern. Mit dem Vater wollte er reden. Der sollte sich ins Zeug legen. Doch wie er das Vorhaben des Müllers vereiteln solle, war ihm selbst nicht klar. Nachdem er sich einen Tag nutzlos den Kopf zermartert hatte, mußte er in die Stadt zurück.

Der Müller aber wollte von einem Aufschub nichts

Hersfeld, den 6. November 1897.

Zur Vornahme der Vorarbeiten für die Staatssteuer­veranlagung 1898/9 haben die Herren Orts- (Guts-) Vorstände das Formular bereits erhalten. Diese haben dafür Sorge zu tragen, daß die für letzteres zu entrich­tenden Geldbeträge bis spätestens zum 1 5. d. M t s. in dem Steuerbüreau des hiesigen Landrathsamtes eingezahlt werden.

Zur Ausführung der Vorarbeiten verweise ich auf meine Verfügung vom 31. Oktober 1896 I. III, Nr. 2380, Kreisblatt Nr. 131/96.

Die Personenstandsaufnahme findet am 12. N o v e m - der c r. statt. Hinsichtlich der Anrechnung des Ein­kommens der Haushaltungsangehörigen verdienen die Vorschriften im Artikel 6 der Ausführungsanweisung zum Einkommensteuergesetz besondere Beachtung. Stets sind besonders zu veranlagen Kinder, die Ein­kommen aus Gewerbebetrieb, aus Arbeit oder anderer Gewinn bringender Thätigkeit außerhalb der Wirthschaft oder des Gewerbes desHaushaltungs- vorstandes haben, und solche Personen, die vom Steuerpflichtigen mit Gehalt und Lohn zu Dienst­leistungen angenommen sind.

Zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung hinsichtlich derjenigen H>' »shaltungsvarstände, die sich alljährlich des Arbeitsverdienstes halber einige Monate in Westfalen u. f. w. aufhalten, ist, nach Feststellung des derzeitigen Aufenthaltsortes des Pflich­tigen durch Nachfrage bei den Angehörigen, entsprechender Vermerk in Spalte 2 (unter dem Namen) der S t e u e r - liste zu machen. Z. B.: am 12/11 in Bochum, Haus Nr. 18 Bahnhofsstraße. Die betheiligte VeranlagungS- kommission wird dann von hier aus benachrichtigt, daß die Veranlagung im diesseitigen Kreise erfolgt.

Die Zahlen der Spalten 4 bis 12a der Gemeinde-, und 3 bis 5 der Staatssteuerliste sind seitenweise zu addiren und diese Summen am Schlüsse der Liste vor­schriftsmäßig zusammenzustellen.

Die Herren Orts- (Guts-) Vorstände haben die Vor­arbeiten bis spätestens zum 25. November er. abzuschlie- ßen und das gesammte Material sofort dem zuständigen Vorsitzenden der Voreinschätzungskommission vorzulegen. Dieser hat für zeitige Ladung der Mitglieder, deren Namen in Kürze im Kreisblatt bekannt gegeben werden, Sorge zu tragen und mir bis spätestens zum 2 7. N o - vember er. Tag und Stunde der Sitzung wissen. Die Verlobung sollte schon am dritten Tage nach der Ankunft der vier Gäste stattfinden. Um die Wachsamkeit des Vaters einzuschläfern, ging Leni an dem ersten Tage gar nicht aus. Es schien, als wollte sie sich ins Unvermeidliche fügen. Am Abend des Tages aber, da sie zur Braut des Grafen erklärt werden sollte, nahm sie den Augenblick wahr, ^als die Gäste in ihren Zimmern waren, um sich zum Feste anzukleiden, warf ein Tuch um und stürmte auf dem geradesten Fußpfade durch die sumpfige Wiese ins Dorf auf das Häuschen des Schieferdeckers zu.

Frau Weißdorn hatte eben ihr Lämpchen angszündet und prallte erschrocken zurück, als das Mädchen mit er­hitztem Gesicht, wehendem Haar und fliegendem Athem ins Zimmer stürzte und hastig einenguten Abend" her- vorstieß.

I, guten Abend," erwiderte die Schieferdeckerin und bot Leni einen Stuhl. Diese aber rang die Hände und stieß unter krampfhaftem Schluchzen die Worte hervor: Um des Himmels willen rettet mich, helft mir!"

Die Frau, die nicht wußte, wo das hinaus sollte, antwortete verlegen:Gern, recht gern, wenn ich nur müßt"

Aber plötzlich brach sie erschrocken ab, denn das Mäd­chen, vom heftigen Laufe erhitzt und von der Gemüths' erschütterung überwältigt, war auf einmal aschfahl ge­worden, nachdem kurz zuvor fliegende Nöthe das Gesicht bedeckt hatte; dann war es mit einem dumpfen Wehruf zusammengebrocheu.

,,Mädel, was hast du?" schrie die Weißdornin ent-