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Gratisbeilagen:Illuftrirter Sonntagsblatt" u.)llnftrirte landwirthschaftliche Beilage".

AeHaz Den 12. Oktober

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F I mit den Gratisbeilagen ä IMustrirtes Sonntagsblatt" »n» z|3Wrirte landwirthschastl. Beilage" XI sür das vierte Quartal 1897 werden noch von allen

Wllaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von d »der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil

Berlin, den 11. August 1897. ö K Der Herr Minister der auswärtigen Angelegenheiten M Dhat auf die durch unseren Erlaß vom 5. August 1881 » | < b. J. II 7857 I, M. d. g. A M. 4062 II ange> W ordnete Anzeige von der Aufnahme und dem Abgänge »der den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika ange- & »hörigen Kranken in Irrenanstalten verzichtet. Euer Ex- 3 Mellenz ersuchen wir hiernach ganz ergebenst, die Polizei- F Behörden und die Direktionen der öffentlichen x »Anstalten für Geisteskranke in dortiger Provinz gefälligst

»dahin anzuweisen, daß die An- und Abmeldungen solcher ^»Kranker, welche Angehörige der Vereinigten Staaten von I »Nordamerika sind, künftig an Euer Excellenz statt an den n »Herrn Minister der auswärtigen Angelegenheiten zu rich-

F I Es wird sich hierbei empfehlen, daß die Aufnahme- & »Meldungen bei Ew. Excellenz bis mindestens zum Ein- 1 I Mge der Anzeige des Abganges der betreffenden Kranken ^ »ufbewahrt werden.

3 I Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- | Angelegenheiten.

W Im Auftrage gez. Löwenberg.

F I Der Minister des Innern

& In Vertretung gez. Braunbehrens.

J | * b. g. A. M. Nr. 6975 I. Min. d. Innern II Nr. 11567.

*

* Cassel, den 23. August 1897. Abschrift übersende ich mit dem Ersuchen, die Poli-

f I Müllers £eni

3 K Erzählung von Einanucl Hirsch.

& I » I

J U . mühling! Sorgar im Gebirge hatte der Winter die F y Zufluchtsstätte verloren. Der Schnee zerschmolz, A | "ur in den verstecktesten Winkeln hielt er sich noch, F J5 verzehrenden Sonnenblicks gewärtig. Und aus allen & Ii lanzten sie herab, die silbernen Wasserfäden, und 3 M Büchlein, zu Bächen, zu Flüssen, zu wilden I romen. Wie echte, wilde Gassenjungen, die sich ihrer " le'Mt erfreuen, spielen sie Fangball mit Felsblöcken und ^Mämmen, die sie lustig im Kreise drehen und als I i Verbrecher benützen gegen Damm und Schleuse. In I m aber, zwischen den Felswänden einigen sie sich I ^chen Eintritt zu erhalten in Haus und Stall. u erue Thür ihnen denselben wehrt, eine blanke Glas- I Schutzwall spielen wollte, da drückten sie mit der - i! iM Wucht ihres Anstürme« dagegen,, und dann strömten in die Gemächer, in die Ställe, zu Menschen » Weh, und lehrten sie schwimmen wider Willen.

I k.. schauten die Wellen von innen zu den Wogen I 5*«»« und sagten:Wir sind ein Binnensee, und ihr I ji, '"rite Meer." Und so zogen die Wasser fort, und | ersten Anprall standen die Mühlen entgegen mit ' eni?> Wehren und Dämmen. Die sollten'« denn auch

^ ^n, daß sonst in zahmern Tagen das Wasser Sklave

zeibehörden anzuweisen, die An- und Abmeldungen solcher Kranker, welche Angehörige der Vereinigten Staaten von Nordamerika sind, künftig nicht mehr an den Herrn Mi­nister der auswärtigen Angelegenheiten sondern an mich zu richten.

Wegen Anweisung der Verwaltung der communal- ständischen Irrenanstalten habe ich mich mit dem Herrn Landesdirektor direkt in's Benehmen gesetzt.

Der Ober-Prästdent I. V.: gez. P o t e n.

An den Herrn Regierungs-Präsidenten hier. Nr. 5318.

*

*

Cassel, den 29. September 1897.

Abschrift zur Kenntnißnahme und entsprechenden An­weisung der Polizeibehörden.

In Vertretung von Bremer.

An den Herrn Polizei-Präsidenten hier und die sämmt­lichen Herrn Landräthe des Bezirks. A. II. 8689.

*

Hersfeld, den 9. Oktober 1897.

Wird den Ortspolizeibehörden zur Nachachtung mit

getheilt.

I. 5208.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 7. Oktober 1897^

Die Polizeibehörden des Kröises mache ich hierdurch auf die Bekanntmachung des Herrn Regierungs-Präsiden- ten vom 17. September d. Js. A. II. Nr. 9166, Amts­blatt Seite 223, die Abänderung der Instruktion wegen des Waffengebrauchs der Communal- und Privat-Forst- und Jagdbeamten aufmerksam.

Letzteren ist von der Bekanntmachung in geeigneter Weise Kenntniß zu geben.

J. I. Nr. 5053. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 6. Oktober 1897.

Die Herren Ortsvorstände haben dafür zu sorgen, daß zur Jetztzeit alle versandeten Fluthgräben, namentlich im Anschluß an Straßen und Wegekanäle, sowie Flach- kandeln durch die hierzu Verpflichteten geräumt werden, damit im Winter eine Schneewasserüberschwemmung und Aufeisung der Straßen- und Wegekörper vermieden wird.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

des Müllers sein und bessert großes Rad drehen mußte tagaus, tagein. Der Sklave aber ward nun zum Herrn, zu einem furchtbaren Herrn, der sich selbst die Freiheit geschafft hatte. Die heulenden, zischenden, gurgelnden Wellen, die sonst so goldene Funken vom Rade stieben lassen, wenn die Sonne scheint, jetzt rütteln und wühlen sie an dem Damme, der ihre Brust beengt, und nun heidi! haben sie ihn zerrissen, und jubelnd springen sie hinab in die Stuben und jagen die Schläfer aus den Betten.

Der Schwarzholzbach aber ist einer der schlimmsten. Er hat es noch jedes Jahr versucht, die Mühle am Thal- eingangs zu überrumpeln, aber noch nie gelang es ihm. Denn Georg Beere, der Schwarzholzmüller, ist ein gar umsichtiger Mann, der sein Haus vor den tückischen Wassern wohl verschanzt hat.

Stets hatte er ihrer Macht gespottet und sie gefesselt durch Wehre und Schleusen, durch Damm und Graben. Nun aber hatten sie ihn doch überrascht trotz seiner Vor­sicht, trotz seiner Bauten. Nachts waren die Wasser ge­kommen, schnell und unverhofft, daß er kaum Zeit hatte, aus dem Bette zu springen und die Treppe hinanzueilen in das obere Stockwerk. Aber auch hierher folgen sie ihm nach, sogar auf den Bodenraum; sie klettern ihm fast bis aufs Dach nach. Oder hätten sie etwa Mitleid mit dem jungen Mädchen, das sich angstvoll an den Vater klammert, während dessen Augen die Nacht durch-

Nichtamtlicher Theil.

Nil cheschlMer Angriff.

Die letzten Kaisermanöver, die sogar in der französischen Presse und in andern ausländischen Blättern außeror­dentlich günstig beurtheilt worden sind, haben in diesen Tagen in der bayerischen Kammer lebhafte Angriffe er­fahren. Einige Abgeordnete warfen in einer Inter­pellation der Heeresverwaltung vor, die Truppen über­anstrengt zu haben, so daß Selbstmorde, eine größere Anzahl von Todes- und Unglücksfällen sowie zahlreiche Erkrankungen die Folge gewesen wären. Weiter wurde die Frage aufgeworfen, ob es berechtigt war, daß der deutsche Kaiser zur Friedenszeit über bayerische Truppen den Oberbefehl führte u. s. w. Es handelte sich offen­bar um einen Vorstoß des Partikularismus gegen Kaiser und Reich; es sollte die öffentliche Meinung in Bayern gegen Preußen eingenommen werden. Darum befleißigten sich die Redner, den Anschein zu erwecken, daß über die Rechte der Bayern hinweggegangen wäre.

Der von der Sozialdemokratie unterstützte Angriff ist indessen mißlungen Der Äriegam' ^, Freiherr von Asch, stellte, na$U«t er sein Bedauern ausgesprochen hatte, daß die Person des Kaisers in die Debatte ge­zogen war, fest,daß alles, was vor und während der Manöver geschehen ist, mit voller Zustimmung Bayerns geschah und daß irgend ein Druck von Berlin nicht stattgefunden hat!" Die Manöver haben sich vollständig in dem Rahmen der frühern Truppen-Uebungen gehalten. Die Anstrengungen überstiegen nicht das Maß, welches im Hinblick auf den Kriegsfall gefordert werden muß. Größere Marschleistungen waren nur dem II. Armeekorps auferlegt, bei den übrigen Truppen bestanden die Marsch­leistungen nur in wenig Kilometern. Die Anforderungen an die Truppen wurden glänzend erfüllt.

Der allgemeine Gesundheitszustand der Truppen während der ganzen Dauer der Manöver muß nach den vorliegenden Berichten als ein sehr guter bezeichnet werden. Der gesammte Krankenzugang in der Armee war geringer als in derselben Zeit des Vorjahres. Un­glücksfälle und ernstliche Verletzungen wurden im ganzen siebzehn gemeldet, wovon vier mit den Uebungen in keinem Zusammenhänge stehen, es verbleiben somit zehn Fälle. Von sämmtlichen Verletzten ist niemand gestorben. An Hitzschlag erkrankten von den 60214 Mann 11, aber auch von diesen ist keiner gestorben. Selbstmorde kamen im Manöver zwei vor, außer diesen ein Selbstmordver-

spähen, ob nicht Rettung naht, und des.Mädchens Mund mit Heller Stimme um Hilfe ruft. Und dem Hellen Klänge mischen sich die tiefen Töne aus des Müllers Brust, das Schmettern der hohen Stimme der jungen Knechte und der überlaute, gellende Angstruf der Mägde, und Hilfe! Hilfe!" schallt es aus etwa zwanzig Kehlen. Und von Großdorf drüben wimmert das Glöcklein, und über den weiten Wassern heult der Wind, und aus den Wolken strömt unaufhaltsam der Regen. Und das Dach wird schlüpfrig, und das Haus bebt unter dem Anprall des wüthenden Elementes.

Ja, es ist eine bitterböse Nacht, und mancher, der sonst nicht gewußt hat, was Beten heißt, flüstert heiße Gebete zum Himmel empor, und manches Herz, das sonst so mulmig in der Brust schlägt, hämmert heute wild und angstbeklommen, daß der Nachbar schier den lauten Schlag vernehmen muß. Aus allen Dörfern nah und fern tönt die Sturmglocke, dröhnt das Horn, schmettern die Signale der Feuerwehr. Kähne sind losgemacht, und durch die Nacht hindurch sieht man Lichter tanzen, bald hoch oben auf dem Wogenwall, bald tief unten im Weüenthal, daß man meinen möchte, die gähnende Tiefe habe sie verschlungen.

Wohl sehen sie vom Mühlendache aus die zahlreichen Pünktchen glänzen, beleuchtete Kähne sind'«, die Ret­tung bringen sollen, dennoch schnüren Angst und Ver. zweiflung die Herzen fast zu. Man darf sich nicht viel