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K. 111. AcOg hn 21. September 1897,

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Hersselder Kreisblatt

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Zllustrirtes Soimtagsblatt"» Mustrirte landwirthschaftl. Beilage".

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T^^ Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- falls durch Extrablätter verbreiten.

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die Gxpeditisn

Amtlicher Theil.

Gefunden: eine Peitsche. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Schenklengsfeld.

Nichtamtlicher ©IjeiL

Der türkisch-griechische Friede.

Hoffentlich könnendie Friedensverhandlungen in Konstantinopel" als ständige Rubrik in den Blättern nun

Die verrätherische Tasche.

Episode au« dem australischen Minerleben.

(Schluß.)

-6>nNu warf sich der Polizist auf den besiegten Gauner un° hielt ihn fest, während einige andere unterdessen band ^m Siationshause herbeigeeilte Wachleute denselben

»Hallo, Sir," lachte der lange Polizist, den Ge- °undenen spöttisch betrachtend,haben wir Euch endlich ? leich als ich Euer Spitzbubengesicht sah, siel mir das ^'gnalement Ben Hamilton's, bis vor Kurzem Inhaber unes verschwundenen BranntweinzelteS auf dem Wege on Bowley's Station nach Deptford drüben im Bathurst- ^°U"ly, muthmaßlichen Mörders des auf diesem Wege "lchlageneu Goldgräbers Bill Cockley, ein. Ich be- «Wete Euch näher - kein Zweifel, Ihr mußtet der suchte sein und meine Vermuthung ward bestätigt, s ich im Wagen die von Euch geraubte Opossumfell- ^aiche mit ihrem Kennzeichen dem runden haarlosen

mit dem Messingstift, sah, die Ihr dem Todten ge- ^vt hattet und die in Eurem Signalement genau be= 'weben ist. Diese Tasche hat Euch verrathen, Hamilton,

Ihr seit der Mörder Bill Cockley's!"

geht zum Teufel!" lautete jedoch die wenig s. ?"Swürdige einzige Antwort Hamilton's auf die Auf- blung des Polizeimannes worauf der Verbrecher ohne

bald verschwinden. Nachdem sich die Botschafter der Großmächte kürzlich über den Text der Friedensprä­liminarien geeignet hatten, wurde am 18. September der Vertrag unterzeichnet. Griechenland hatte aus be­kannten Gründen kaum mit drein zu reden und muß froh sein, daß die Mächte die von ihm erbetene Friedens­vermittelung übernommen und die Türkei zu dem Verzicht auf die eroberte Provinz Thessalien bewogen haben. Die Hauptschwierigkeit der Friedensverhandlungen bestand zuletzt in der Frage der Einsetzung einer Finanzkontrolle über bestimmte Einkünfte des griechischen Königreichs, die zur Bezahlung der Kriegskosten und zur Befriedig­ung der alten Gläubiger Griechenlands zu verwenden sind. In Griechenland hat man sich aus Leibeskräften gegen eine internationale Finanzkontrolle gewehrt und mit der Erschütterung der Stellung des Königs Georg, ja der ganzen Dynastie gedroht, die es nicht vertragen könne, wenn die Königswürde zur Rolle eines Khedives herabgedrückt werde. Schließlich sollen aber die Griechen froh sein, wenn Ordnung in ihren Finanzen geschafft und dem böswilligen Schuldenmachen zur Befriedigung unruhiger Annexionsgelüste ein Riegel vorgeschoben wird.

Der größte Theil der Großmächte war aufangs ge­neigt, nur für die Kriegskosten-Entschädigung eine Bürg­schaft zu schaffen, nicht aber auch die Lechte der alten Gläubiger durch die Finanzkontrolle zu sichern. Dadurch wären die griechischen Anleihepapiere fast vollständig entwerthet worden. Deutschland erhob jedoch hiergegen Einspruch im Interesse der zahlreichen Leute, die sich bei uns, verlockt durch die guten Zinsversprechungen, auf den Erwerb griechischer Papiere eingelassen und bisher zusammen mit den französischen und englischen Gläubigern vergeblich gegen die griechische Prellerei protestiert hatten. Es gelang alsbald, die russische Diplo­matie von der Berechtigung des von der deutschen Re­gierung mit Festigkeit eingenommenen und vertretenen Standpunktes zu überzeugen, wogegen der englische Pre­mierminister Lord Salisbury günstigere Bedingungen für Griechenland, eine möglichst schnelle Räumung Thessaliens durch die Türken mit Beschränkung der Finanzkontrolle auf die Kriegskosten-Entschädigung durch- zusetzen suchte.

Wenn schließlich England nachgegeben hat, so liegt darin für uns kein Grund, triumphierend von einer Schlappe der englischen Politik zu sprechen; vielmehr möchten wir uns darauf beschränken, mit Genugthuung anzuerkennen, daß die guten Gründe der deutschen Re­gierung obgesiegt haben. Einzelne deutsche Blätter sind leicht geneigt, wegen der mancherlei Beschwerden, die wir gegen das Verhalten Englands haben, allerdings

weitere Umstände in die Gefängnißzelle der Polizeistation von Singleton geschafft wurde. Der dortige Commissar durchsuchte die Opossumfelltasche und fand in ihr noch etwa achtunddreißig Unzen von dem Golde deslangen Bill" vor; als nun der aus den Minen von Deptford telegraphisch herbeibeorderte Goodley bei der Konfrontation mit Ben Hamilton denselben sofort mit aller Bestimmt­heit als den Mann bezeichnete, in dessen Zelt er und sein unglücklicher Kamerad gezecht hatten, da war die Kette der erdrückenden Beweise gegen Hamilton geschlossen. Knurrend und brummend gab derselbe nun auch zu, daß er die Mordthat amlangen Bill" wirklich begangen habe, und unternahm es hierbei weiter gar nicht, sich irgendwo zu vertheidigen, so daß infolgedessen das ge­richtliche Verfahren gegen ihn ungemein glatt und rasch verlief. Die Jury für den Minendistrict von Bowleys Station, in deren Zuständigkeitsbereich die Ermordung Bill Cockleys begangen morden war, sprach den Ange­klagten einstimmig schuldig, woran sich die Fällung des Todesurtheils seitens des Gerichtshofes und alsbald auch dessen Ausführung anschloß, schon zwei Stunden nach ergangenem Urtheil baumelte Ben Hamilton an dem im- provifirten Galgen. Goodley aber erhielt den zehnten Theil des bei Hamilton noch Vorgefundenen Goldes Bill Cockley's, als Belohnung dafür, daß er durch die Mit­theilung von dem desonderen Kennzeichen der Opossumfell- tasche die Ergreifung des Mörders hatte erleichtern helfen.

eine feindselige, schadenfrohe Stimmung gegen das Insel- reich hervorzukehren. Je entschiedener wir von Fall zu Fall gegen Beeinträchtigung unserer Interessen durch englische Rücksichtslosigkeiten aufzutreten haben, um so mehr müssen wir uns hüten, in eine allgemeine Aergerpolitik zu ver­fallen, mit der praktisch wenig zu gewinnen ist. Deshalb darf es uns auch mit Befriedigung erfüllen, daß das englische Kabinet in dieser Frage schließlich dem deutschen Standpunkte gerecht geworden ist.

Politische Nachrichten.

Berlin, 21, September.

Inland.

DieNorddeutsche Allg. Ztg." schreibt: Dem ritter­lichen Volk der Ungarn erfüllt sich morgen ein lange gehegter Wunsch: an der Seite ihres allverehrten edlen Königs werden sie in die herrlich aufblühende Haupt­stadt ihres schönes Landes den Deutschen Kaiser ein­ziehen sehen. Mögen sie gleich uns eine günstige Vor­bedeutung darin erkennen, daß der erste fremdländische Monarch, den sie auf der Königsburg in Ofen feierlich begrüßen, das Oberhaupt des Reiches ist, welches einer ihrer bedeutendsten Staatsmänner mit den unter dem weisen Szepter Franz Josefs vereinigten Völkern zu treuer Bundesgenossenschaft hat zusammenschließen helfen. Ohne einer Erklärung durch besondere politische Anlässe zu bedürfen, reiht sich der Besuch, den Kaiser Wilhelm seinem erlauchten Freunde abstattet, in natürlicher und nothwendiger Weise den Begegnungen an, die zwischen den Oberhäuptern der Kaiserhäuser Hohenzollern und Habsburg regelmäßig wiederkehren. In dem Gesammt- bild der einer glücklichen Stetigkeit entgegenreifenden europäischen Politik kommt jeder dieser Zusammenkünfte die hohe Bedeutsamkeit zu, welche der Machtstellung der durch ihre Herrscher vertretenen großen Reiche entspricht, und hochwillkommen sind unserem Kaiserlichen Herrn die Tage, wo er in innigem Verkehr mit seinem hohen Ver­bündeten neben der Bekundung einer zum Herzensbe­dürfniß gewordenen Freundschaft zugleich für den unver­änderten Fortbestand eines segensreichen Vertragsver­hältnisses von Neuem persönlich Bürgschaft leisten kann. Ueber den Charakter und die friedlichen Ziele unseres von den tapferen Magyaren hoch in Ehren gehaltenen Bündnisses mit der österreichisch ungarischen Monarchie und dem neu geeinigten Italien braucht heute kein Wort mehr verloren zu werden. Eine lange Reihe von Friedensjahren bezeugt die wohlthätige Kraft des Drei­bundes, dessen festes Zusammenhalten mit dafür sorgt,

Nachdruck verboten.

Treu bis in den Tod.

Novelle von Z. PiorkowSka.

I.

Es ist bitterkalt -draußen. Nur ein schwacher Strahl der sinkenden Sonne streift das junge Mädchen, das in einem der düsteren, hohen Häuser, deren die alte Stadt Boulogne so viele hat, am Fenster lehnt, als suche es sich an der kalten Wintersonne, welche die dicken blonden Flechten in glänzendes Gold wandelt, ein wenig zu erwärmen.

Sie strickt emsig an einer grobwollenen Socke. Die schlanken Finger sind blauroth vor Kälte. Das Zimmer ist ungeheizt, und nur mit dem Allernöthigsten autzge- stattet, entbehrt es jeglicher ^Behaglichkeit.

Das junge Mädchen am Fenster mag ungefähr zwanzig Jahre zählen. Sie trägt ein grauwollenes Kleid, welches eine schlanke Gestalt eng umschließt. Das junge Gesicht zeigt ein edles Oval, Farben wie Milch und Blut, pur= purrothen Lippen und ein paar eigenthümlich graue Augen, die, wenn sie die langen, dunklen Wimpern hebt, in wunderbarer Schönheit erglänzen.

Schritte nahen, die Thür wird geöffnet. Eine Ma­trone von schwerfälliger Gestalt und lebhaft blitzenden Augen steckt den Kopf herein.

Mademoiselle!"