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Johann Looft-Wilster in Stördorf wurde vom Blitz ent- ^iiidet es konnte nur wenig gerettet werden; in Heiligen- stedtenerkamp ist der Besitz des Malers Göltsch in Asche

Die seltene Ehre, von einem akademisch gebildeten Hausknecht empfangen zu werden, genossen in der letzten Woche die in S t r e l i tz , einer Station der Berliner Nordbahn, ankommenden Fremden. Das kam so: Das erste Gasthaus des schmucken Ortes suchte schon seit Tagen einen Ersatz für sein wieder einmal plötzlich ver­schwundenes Faktotum. Aber vergebens; denn in Strelitz sind die Hausknechte eben so selten wie die Stadt hat eine lebhaft besuchte Bauschule die Techniker häufig. Endlich fand sich denn auch aus deren Reihen ein mutiger Curtius, der entschlossen war, sich in den Abgrund zu stürzen, um die klaffende Lücke zu füllen. Sein Studium ließ eine kleine Nebenbeschäftigung immer­hin zu, und außerdem handelte es sich um 50 Mark, die Kameraden auf denTechniker als Hausknecht" sofort gewettet hatten. Der große Tag kam; in aller Herr­gottsfrühe war Herr H. auf seinem Posten, scheuerte Tische und Stühle, putzte Stiefel und Schuhe, spülte Flaschen und Gläser, holte Milch und Semmel und dienerte vor Rath und Amtsrichter, als bekäme er für jeden Bückling ein klingendes Trinkgeld. Mittlerweile schlug es acht; nun kam der Empfang der Gäste. In blauer Drillichjacke, die blaue Mütze mit dem Blechschild Mecklenburger Hof" auf dem Haupt, so schob der Akademiker" seinen Karren auf den Bahnhof und stellte sich mitten zwischen demBlauen Hecht" undRothen Ochsen" in Reih und Glied auf, begierig nach einem noblen Reisenden" ausspähend. Er soll denn auch wirklich mehr, als sonst imMecklenburger Hof" üblich, gekapert haben, und die Reisenden waren insgesammt durchaus mit seinen Leistungen zufrieden, vor allem mit der Unterhaltung desgebildeten Hausknechts", die er ihnen unterwegs zu theil werden lieh. Abends aber hängte der Hausknecht Mütze und Jackett an den Nagel, schlüpfte wieder in die beschnürte Pekesche und verjubelte die sauer wie noch nie verdienten 50 Mark mit feinen akademischen Freunden.

Nach dem aus 31 Gemeinden und Gutsbezirken vorliegenden Material über die Hochwasserschäden im Kreise H i r s ch b e r g sind den Fluthen 4 Menschen und 166 Thiere zum Opfer gefallen; 19 Wohnhäuser und 42 andere Gebäude wurden zerstört; erheblich be­schädigt sind 72 Wohnhäuser und 75 andere Gebäude. An Brücken sind 124 zerstört, 53 beschädigt; von Stegen sind zerstört 11 278 Meter und erheblich beschädigt 35 857 Meter. An Acker, Wiesen und Gartenland sind fortge­schwemmt 287 Hektar; gänzlich versandet sind 910 Hektar.

Eine Dame, die mit dem Berlin-Breslauer Zuge nach K o h l f u r t gekommen war und in den Görlitzer Zug umsteigen wollte, ließ im ersten Zuge in der Eile ihren Hut liegen. Auf der anderen Seite des Perrons angelangt, stieg sie anstatt in den Görlitzer, in den nach Berlin gehenden Schnellzug ein. Von dem betreffenden Schaffner auf ihren Irrthum aufmerksam gemacht, stieg sie schnell aus ließ jedoch ihren Umhang liegen. Glücklich in dem richtigen Zuge angelangt, bemerkte sie ihren doppelten Verlust und eilte, die verlorenen Gegen­stände zu holen, nachdem sie ihr übriges Handgepäck im

Görlitzer Zuge untergebracht hatte. In demselben Augen­blicke ging der Berliner Schnellzug und mit ihm der Umhang nach Berlin ab, und als sie auf der andern Perronseite wieder erschien, sah sie auch den Breslauer Zug mit dem Hute weiter dampfen. Ehe sie aber, noch rathlos, was zu thun sei, zu dem Görlitzer Zuge zurück, kehren konnte, setze sich auch dieser, ihr Handgepäck mit sich fortführend, in Bewegung.

Neuartige Visitenkarten hat sich vor einiger Zeit Für st Bismarck anfertigen lassen, um seinen zahlreichen Verehrern die gelegentlich eines Be­suches in Friedrichsruh von ihm ein Autogramm erbitten, eine wahrhaft echte Freude zu bereiten. Die Visitenkarten sind aus Eichenholz, das dem Sachsenwalde entstammt, angefertigt, künstlerisch gearbeitet und haben ein hübsches Aussehen. Dem Bittsteller überreicht Fürst Bismarck persönlich eine solche Karte, die er zuvor aber mit dem Vermerk:Zur Erinnerung an den . . . 1897 v. Bis­marck" versehen hat.

Wie derPomm. Neichsp." aus G r e i f s w a l d geschrieben wird, vollendete dort Frl. Friederike v. Nor- m a n n ihr 100. Lebensjahr. Die Hundertjährige ist körperlich und geistig noch recht zufriedenstellend rüstig, hat aber seit etwa 20 Jahren ihre Wohnung nicht mehr verlaffen.

Bei dem im Bau befindlichen Stadthause zu Rosenberg in Ungarn stürzte am Montag die Kuppel ein. Soweit bis jetzt festgestellt- sind vier Arbeiter g e t ö d t e t und drei schwer verwundet. Vier­zehn liegen noch unter den Trümmern.

Ein lustiges Stücklein wird in derBaselland­schafter Zeitung" erzählt, das den Vorzug hat, wahr zu sein. Es ist dem Erzähler selbst passirt. Unlängst besuchte er den Gottesdienst. Sein Nachbar, der während der Predigt einnickte, begann bald, die Worte des Pfarrers mit behaglichem Schnarchen zu begleiten, .und schnarchte noch fort, als der Pfarrer längst fertig und der Gottes­dienst beendet war. Mit den Worten:'s isch us" weckte nun der Erzähler den Schlafenden, der, sich die Augen reibend und langsam den Arm ausstreckend, schlaftrunken die verblüffende Antwort gab:So schängg no mol i." Er hatte wahrscheinlich in Traumgedanken den ver­gangenen Samstagabend in den Sonntagmorgen hinein verlängert.

(Geographie: 1a.) Das Pariser Versandt­haus Au bon Marche hat an eine in Sonneberg in Thüringen bestehende Firma ein Anerbieten gesandt, das war adressiertSonneberg in Sachsen, Rhein- p r o v i n z"..

In der Stadt Mstisslawl bei Mohilew ent­stand bei heftigem Winde am Mittwoch eine Feuers- brunst, welche gegen 200 Häuser, eine Synagoge und sechs jüdische Gebetsschulen einäscherte. Eine Unter­stützung für die durch das Feuer Geschädigten wird in die Wege geleitet.

In Fanzosa bei Belluno in Oberitalien befindet sich ein hülfreiches M u t t e r g o t t e s b i l d , zudem auch aus dem benachbarten Tirol viel gewallfahrtet wird. An einer der Wallfahrerschaaren fiel es nun, wie Tiroler Blätter mittheilen, den italienischen Grenzzollwächtern auf, daß gar so viele Säuglinge mitkamen, die von den Müttern sorgfältig auf den Armen gewiegt wurden.

Die Zollwächter näherten sich, und da zeigte es sich, daß die Säuglinge eigentlich Zuckerhüte waren, die man sorgfältig mit Tüchern umhüllt hatte.

Von den Goldfeldern im Nordosten des amerikanischen Kontinents laufen fortwährend Meldungen ein, die vom Goldfieber zeugen. Die Dampfschiffsgesell­schaften des Stillen Ozeans treffen nach New-Aorker Ankündigungen schon Vorbereitungen für den Massen­andrang im nächsten Frühjahr. Vom 1. März an wird jeden Tag ein Schiff von Seattle nach Alaska abgehen. Alle von Klondyke nach den Vereinigten Staaten zurück­gekehrten Bergleute bezeugen einstimmig, daß überall im Distrikt Klondyke Gold zu finden ist, und daß jeder fleißige, schwer arbeitende Mann sich dort ein kleines Vermögen erwerben kann. Aber auch darin stimmen sie überein, daß nur erfahrene Bergleute Aussicht dazu be­sitzen. Ein unerfahrener Bergmann ist auch in Klondyke noch nie zu etwas gekommen. Der von Alaska in Tacoma eingetroffene DampferQueen" meldet, daß die kanadische berittene Polizei des nordwestlichen Terri­toriums an der britischen Grenze Alle zurücktreibt, welche in den Iukon-Distrikt wollen und nicht genügend mit Lebensmitteln versehen sind. Der Kapitain derQueen" warnt Jeden, noch in diesem Jahre in die Goldgegenden ziehen zu wollen. Diejenigen, welche jetzt in Skaguay und Dyea sind, können schon nicht weiter. Hunderte von Leuten lagern am Weißen Paß. In San Francisco, Portland und Seattle können dagegen die Bootbauer nicht genug Boote fertig stellen.

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Standesamtsbezirk Schenklengsseld.

Monat Juli 1897.

Geburtsanzeigen.

Am 4. Anna Christin», T. des LandbriefträgerS Heinrich Wenzel zu Schenklengsseld. 9. Katharina, T. des Schuhmachers Johannes Weber zu Landershausen. 10. Maria Elisabeth, T. des Schneiders Simon Klee zu Oberlengsfeld. 30. Heinrich, S. des Bergmanns Georg Kröpf zu Dünkelrode.

Sterbefälle.

Am 3. Anna Elisabeth, Ehefrau des Schäfer« Andreas Göbel zu Wüstfeld, 73 Jahre alt. 8. Gella, Wittwe der verstorbenen Handelsmanns Herz Weinberg zu Schenklengsseld, 81 Jahrezalt. 11. Katharina, T. des Schuhmachers. Johannes Weber zu Landershausen, 2 Tage alt. 28. Heinrich, S. des Bergmann« Konrad Brandau zu Malkome«, 1 Monat alt.

Kirchliche Nachrichten.

Kvangekischer Hottesdieust.

Sonntag den 15. August.

Vormittags: Herr Pfarrer H o s b a ch .

Nachmittags: Herr Pfarrer Feyerabend.

Gottesdienst in der Baptisten-Kapelle.

Sonntag den 15. August. Morgens 9 Uhr: Predigt von H. Braun. Mittags >/,1 Uhr: Kinder-GotteSdienst. Nachmittag« 3 Uhr: Bibelstunde. Abends 8 Uhr: Predigt von H. Braun. Mitt­woch Abends >/,9 Uhr: Betstunde.

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