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Landesausjchusses zu dem Gesetzentwurf für Elsaß-Loth­ringen, betreffend die Erhebung von Abgaben behufs Deckung der Ausgaben der Handelskammern, und zu dem Gesetzentwurf wegen Feststellung des Landeshaushalts- etats von Elsaß-Lothringen für 1897/98, sowie dem Aus- schußantrage, betreffend Abänderung der Bestimmungen für die Exportbrauereien in Bremen, die Zustimmung ertheilt.

Ausland.

Die türkische Besatzung des südlich von Canea ge­legenen kleinen Forts oder Blockhauses M a l a x a leidet an Wassermangel. Es werden deshalb fortgesetzte Ver­suche gemacht, das Fort mit Lebensmitteln zu versehen. Den kretischen Aufständischen ist seitens der Admirale gedroht, daß sie bei einem Angriff auf Malaxa eine Beschießung seitens der Schiffe zu gewärtigen hätten. Den Aufständischen, welche einen Angriff auf das an der Nordwestküste gelegene K i s s a m o vorbereiten, ging von Seiten des GeschwaderchesS eine ähnliche Warnung zu, wie den Kretern bei Malaxa.

Auf Kreta haben sich inzwiscken Abgesandte der fremden Admirale in die verschiedenen Distrikte begeben, um den Aufständischen Aufklärungen in Betreff der Autonomie zu geben. Ueberall erklärten die Kreter, daß sie dieses Regime ablehnen und nur die Vereinigung mit Griechenland annehmen würden. Die Mächte ihrer­seits bleiben bei ihrem Beschluß, den Kretern Autonomie unter türkischer Suzerainetät zu geben.

Nach einer Meldung d e sS t a n d a r d" aus Konstantinopel vom gestrigen Tage habe der Vali von Erzerum am letzten Sonnabend an die türkische Regie­rung telegraphiert, daß zwei Divisionen der russischen Armee in der Provinz Kars die türkische Grenze besetzt hätten. Von dem russischen Generalkonsul sei die Er­klärung abgegeben worden, daß die Truppen den Auf­trag hätten, die russische Grenze gegen die Einschleppung der Pest zu schützen. Der Vali habe in seiner Depesche hinzugefügt, er erachte diese Erklärung für ungenügend und erbitte den Befehl zu Gegenmaßregeln.

Aus gutunterrichteter Quelle erfährt ein Berliner Blatt, daß in den B e zi e h u n g en z w i s chen Trans­vaal und England eine derartige Verschlechterung eingetreten sei, daß die Entsendung von 15 000 Mann. englischer Truppen nach der Capkolonie beschlossen worden sei. Die englische ZeitungCentral News" meldet, es werde demnächst der Befehl ertheilt zur Mobilisierung der britischen Flotte. Der dafür anberaumte Tag sei im Juni.

Aus Provinz unD AnOargebikt.

* (Personal-Veränderungen.) Ueber- tragen: dem Ober - Postdirektions - Sekretair F r i e - drichs in Cassel die^Kassirerstelle bei dem Postamte 6 in Düsseldorf; dem Ober - Postdirektions - Sekretair Goudefroy in Cassel die Kassirerstelle bei dem Post­amte in Colberg.

* Zur Herbeiführung eines übereinstimmenden Ver­fahrens hat der Minister der Unterrichts- rc. Angelegen­heiten unter dem 23. Januar bestimmt, daß die Ver­eidigung von Kandidaten des höheren SchulamteS fortan allgemein nach erlangter An- stellungssähigkeit bei der thatsächlichen Uebernahme eines Amtes, in der Regel also bei der ersten kommissarischen Beschäftigung an einer höheren Lehranstalt, zu erfolgen hat. Zuständig für die Vollziehung der Vereidigung ist der Direktor, bei dessen Anstalt der Kandidat nach er­langter Anstellungsfähigkeit zuerst in der bezeichneten Ars beschäftigt wird. Die Vereidigung ist in der für die unmittelbaren Staatsdiener vorgeschriebenen Form vorzunehmen. Für Kandidaten, welche etwa bereits ver­eidigt sind, bewendet es bei der bereits erfolgten Ver­eidigung.

* Der Finanzminister und der Minister der geist­lichen rc. Angelegenheiten haben auf den Bericht einer königlichen Regierung wegen Uebertragung von Nebenämtern an Staatsbeamte entschieden, daß dem Anträge auf Genehmigung der Uebertragung des Nebenamtes als Rendant eines Vereines an einen Regierungs-Hauptkassenbuchhalter nicht entsprochen wer­den könne. Nebenämter sollen an Staatsbeamte in der Regel nur dann übertragen werden, wenn ein staat­liches Interesse dafür vorliegt. Dies trifft in vor­liegendem Falle nicht zu, und bei der Gefchäftslast der Regierungs-Hauptkassen ist es geboten, deren Beamte von fremdartigen Geschäften thunlichst fern zu halten. Das fragliche Nebenamt kann füglich, wie früher so auch

ferner, von einem Privatmanne verwaltet werden. Ueberdies erscheint es grundsätzlich nicht zulässig, Kassen- beamten nebenamtlich Kassengeschäfte zu übertragen, die sich der Kontrole des Vorgesetzten im Hauptamts ent­ziehen.

* Der Getreidemarkt. (Berichtswoche vom 19. bis 26. März.) Auf dem gesammten Getreidemarkte der ganzen Welt hat sich in letzter Woche wiederum ein Preisrückgang vollzogen, da die Kauflust in Folge des günstigen Saatenstandes eine geringe war. Doch artete die Geschäftsunlust nirgends in einen Preissturz aus und die Preisermäßigungen waren keine bedeutenden, zumal für feine Waare immer noch leidliche Preise er­zielt wurden. Mittlere und geringere Getreidesorten mußten sich allerdings wesentlich niedrigere Preise ge­fallen lassen. In Berlin, Hamburg, Stettin und Leip­zig wurde gekauft: Weizen, je nach Güte, die Tonne für 140 bis 186 Mk., Roggen für 115 bis 132 Mark, Gerste 108 bis 126 Mk. (Futterwaare) und Braugerste 132 bis 174 Mk., Hafer 122 bis 148 Mk., Mais 86 bis 92 Mark.

-e- Hersfeld, 28. März. Der heutige Sonn­tag L ä t a r e ist der vierte Sonntag der Fastenzeit. Ueber den Ursprung seines Namens sind die Meinungen getheilt; die einen leiten ihn von dem Anfänge des lateinischen Textes von Jesaias 54, 1, die andern von Jesaias 66, 10 her. An manchen Orten wird er Brot­sonntag genannt, da an ihm die Speisung der Fünf­tausend zur Verlesung kommt, an andern Rosensonntag (Dominica rosarumj, da am heutigen Tage der Papst eine Rose weiht, die er einem Fürsten als Geschenk überreicht. In Polen führt er auch den Namen Todten- sonntag auf Grund einer Sage, nach welcher einst der heutige Sonntag im genannten Lande dem Heidenthum das Sterbestündtein gebracht hat. Im östlichen Deutsch­land erhielten sich lange sinnige Spiele, die allegorische Darstellungen des Kampfes zwischen Lenz und Winter waren. Schon Sebastian Franck schilderte ein solches Frühlingsspiel in der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, indem er schrieb:Zu Mittfasten ist der Rosensonntag. An diesem Tage hat man an etlichen Orten ein Spiel, daß die Buben an langen Ruthen Bretzeln in der Stadt herumtragen, und zween angethane Mann, einer in Sinngrün oder Epheu: verheißt der Sommer, und einer mit Moos bedeckt, der heißt der Winter. Diese streiten mit einander; doch siegt der Sommer ob und erschlägt den Winter. Darnach geht man zum Weine." Auch Gerichtssitzungen führte man auf; die streitenden Parteien waren Sommer und Winter, von denen der letztere natürlich immer unterlag. In der Nähe Naumburgs, bei Leißlingen, trug man den Winter in Gestalt einer Puppe hinaus auf fremdes Gebiet oder warf ihn ins Wasser. Jubelnd kehrte man zurück in die heimischen Gefilde und sang dabei:

Den Tod haben wir Hinausgetrieben;

Den Sommer bringen wir wieder!

Des Sommers und des Maien, Des wollen wir uns freuen.

Sommerland, Sommerland, Der Tod hat sich von dir gewandt; Er ist auf die Flur verbannt!"

-1- Friedewald, 24. März. Die Hundert­jahrfeier ist hier auch in angemessener Weise be­gangen worden. Sehr viele Einwohner hatten sich zu dem Feste Fahnen angeschafft und es waren auch vier mächtige Fahnen aus dem Kirchthurm ausgesteckt. Der Gottesdienst am 21. März, in dem auch der Kirchenchor mitwirkte, war sehr zahlreich besucht. Zu der Schul­feier hatten sich am folgenden Morgen Eltern der Kinder und Freunde der Schule eingesunven. Die Kinder trugen Gedichte vor, in denen Hauptzüge aus dem Leben unseres alten Kaisers, sowie aus der Entwickelung unseres Volkes dargestellt waren. Ein Lehrer sprach dazu den erläutern­den und verbindenden Text. Am Abend hatte der Männer-Verein des Kirchenchores eine Feier im hübsch dekorirten Saale des Herrn Meurer veranstaltet. Die Gemeindebehörden, das Presbyterium, sowie einige andere Herren, im Ganzen über 40 Personen, betheiligten sich an der Feier. Die Kinder der ersten und zweiten Klasse trugen in ansprechender Weise Gedichte vor und auch einige dreistimmige Gesänge; auch die Leistungen des Kirchenchores waren recht brav. Die erste Rede über den alten Kaiser endigte mit einem Hoch auf den jetzigen Herrscher, die zweite Rede galt Moltke und die dritte B i s m a r ck , als dem Baumeister des deutschen Reiches. Dazwischen wurden gemeinsam patriotische Lieder ge­

sungen und so vergingen den Theilnehmern die Feststunden in angenehmster Weise. Die Illumination der Gebäude war eine durchaus gelungene, namentlich war der Schloßplatz mit einer Fluth von Lichtern und von Menschen bedeckt, die das ungewohnte Schauspiel einer feeenhaften Beleuchtung wieder aus den Betten und auf die Beine gebracht hatte. Doch alles Ding hat ein Ende. So sind denn auch die Fahnen eingezogen, die Lichter abgebrannt und die Wogen der Freude verrauscht. Gutem Vernehmen nach soll indessen zum 1. April, Ge­burtstag BiSmarcks, eine Nachfeier in Gestalt von einigen abzubrennenden Feuerwerkskörpern stattfinden. Wie wir in letzter Stunde noch vernehmen, so ist auch auf den benachbarten Dörfern eine entsprechende Feier gehalten worden und verdanken dies dieselben der Initiative des Herrn Wachtmeister H. hier, der im Vereine mit den Bürgermeistern die nöthigen Anordnungen zu treffen wußte.

§ Philippsthal, 25. März. Heute Morgen gegen 4 Uhr entstand in dem Wohnhause der Ehefrau des Theodor Schlotz Hauer dahier auf bis jetzt noch un­aufgeklärte Weise ein Stubenbrand. Das Feuer griff schnell um sich und verbreitete sich auch in der anstoßen­den Kammer. Der entstandene Schaden ist ein be­deutender. Es verbrannten Thüren, Fenster u. dergl. im Werthe von mehreren hundert Mark und Möbel im Werthe von ca. 2000 Mark.

+ Kleinensee, 24. März. Heute Nacht gegen 2 Uhr brach auf der Hofraithe des Joh. Wollen Haupt dahier in einem Stalle Feuer aus. Der schnell herbei- geeilten Feuerwehr gelang es jedoch, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Das Feuer ist dadurch entstanden, daß die Ehefrau Wollenhaupt, als sie den Stall betrat, mit einer brennenden Laterne stürzte.

Cassel, 25. März. Vor der Prüfungs-Commission für Einjährig-Freiwillige dahier auf dem Stadtbau wur­den am 20. ds. die Prüfungen beendet. Im Ganzen haben von 46 Prüflingen nur 19 das Zeugniß der Be­fähigung für den einjährig-freiwilligen Militairdienst erhalten. Am 1. und 2. April, unterziehen sich noch 18 Künstler und Kunsthandwerker der Prüfung.

Von der Lahn, 21. März. Vorgestern Abend hat ein Wirbelsturm in der oberen Lahngegend gehaust und großen Schaden angerichtet. In Kirberg bei Lim- burg hat der Sturm den Kirchthurm umgeweht. Zum Glück ist kein Verlust von Menschenleben zu beklagen.

Marburg, 24. März. Das HotelKaiserhof" hier- selbst ist gestern für 131 000 Mark in den Besitz eines Herrn Rösser aus Dagobertshausen übergegangen

Berlin, 24. März. Nach polizeilichen Er­mittelungen ist die Hundertjahrfeier in Berlin ohne jeden ernstlichen Unfall verlaufen. __________________

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Kirchliche Nachrichten. Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag den 28. März 1897.

Vormittags: Herr Pfarrer Martin. Nachmittags: Herr Pfarrer Feyerabend.

Mittwoch, den 31. März Abends 8 Uhr: Gottesdienst in der Hospitalskapelle.

Katholischer Gottesdienst. Sonntag, den 28. März 1897.

Vormittags 8/.z Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags 3 Uhr: Andacht.

Gottesdienst an Werktagen 7'/4 Uhr Morgens. Gottesdienst in der Baptisten-Kapelle.

Sonntag, den 28. März, Morgens '/,10 Uhr: Predigt von M. Gute. Mittags 1 Uhr: Kinder,Gottesdienst. Nachmittag« 3 Uhr: Bibelstunde. Abends 8 Uhr: Predigt von M. Gute. Mittwoch Abend i/29 Uhr: Betstunde.

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Die Herren Mitglieder werden zur ordentllichen

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auf Montag den S. Agril d. Zs Abends 8 Uhr, in das Lokal des Herrn Rechners Börner dahier ergebenst ein­geladen.

Tagesordnung.

1. Rechnungsablage pro 1896.

2. Vertheilung des Reingewinns.

3. Sonstiges.

Hersfeld, den 26. März 1897.

Der Vereins-Vsrsteher: W. Sexauer.

I ^^iejenigen, welche Förde- rungen für Liese rungen rc. aus dem Etalsjahre 1. April 1896/97 an das König­liche Gymnasium zu machen haben, werden hierdurch aufge­fordert, ihre Htechnunaen bis spätestens den 7. April bei Meidung der Nichtberücksichtigung dem Unterzeichneten einzureichen.

Hersfeld, den 26. März 1897.

Der Königliche Gymnasialdirektor Dr. Duden,

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