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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

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Die JnsertionSzebühren betragen für den Raum einer Spaltkeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

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t$W Kreisülatt.

Gratrsbettagen:Illuftrirtes Sonntagsblatt" u.)ll«ftrirte lan-wirthschaftliche Beilage".

Rr. K. Iienstaz öeii 23, Mrz 1W.

MöMlemeilts-Liis^Ug.

Mit dem f. April beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich Z Mal erscheinende Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen

Austrittes Sonntagsblatt"» Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage".

DasKreisblatt" bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über (Er» eignisse in der Politik, Berichte aus dem Areise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten In­halts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereig­nisse des täglichen Lebens zur Aenntniß der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.

3ggg|r Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- falls durch Extrablätter verbreiten.

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die Expedition.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung.

Die diesjährigen Frühjahrs-KontrolversammlunM im Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:

I. Zu Obergeis.

Dienstag den 6. April 1897,

Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Allmershausen mit Hof Hühlgans, Ana, Biedcbach, Gittersdorf, Goßmanns- rode, Obergeis, Reckerode und Untergeis.

2. Zu Hersfeld 1.

Mittwoch den 7. April 1897,

Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus der Stadt Hersfeld.

Herrgottswege.

Bauernroman von A. v. Hahn. (Fortsetzung.)

Mit Ursula, deren Augen glückstrahlend an seinem Ant­litz gehangen hatten, ging plötzlich etwas vor. Wie von einem heftigen Schreck ergriffen sah sie AloiS an und fragte stotternd:Bist du der Fremde, der unserer Marie das Herzl gab?"

Freilich bin ich der, Base," sagte AloiS fröhlich, und ich mein', keinem liebern Wesen, hätt' ich'« geben können, als ihr. Meinst du nicht auch, Base?"

Wie kommst du zu dem Herzl?" fragte Ursula darauf mit versagender Stimme. Sie wußte nicht, wie sie das große Leid, das nun an ihrem Herzen fraß, vor dem glücklichen Auge des Alois verbergen sollte.

Kennst du das Herzl, Base, weil du so dringend danach fragst?" entgegnete er.Vom Vater stammt's. Mein ehrwürdiger Freund übergab mir's neulich, als ich nach langer Abwesenheit bei ihm einkehrte. Der Vater hat's ihm wenige Tage vor seinem Ende zugeschickt, in einem Brief eingeschlossen, den er mir geben sollte, wenn ich ein reifer Mann geworden sei. In dein Brief stand, ich sollt's ansehen als ein heiliges Vermächtnis denn gar viel Herzeleid knüpfe sich daran und große Schuld. Die Schuld meine er, sei jetzt abgetragen, und er lege

3. Zu Hersfeld II.

Donnerstag den 8. April 1897,

Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Kathus, Guts­bezirk Oberrode, Petersberg, Gutsbezirk Wilhelmshof, Sorga, Gutsbezirk Bingartes, Meisebach, Friedlos, Kalkobes, Reilos, Mecklar, Meckbach, Gutsbezirk Eichhof, Heenes, Rohrbach, Tann und Hermannshof.

Kontrolplatz für Hersfeld I. und II.: Turnplatz am Hain.

4. Zu Unterbaun

Donnerstag den 8. April 1897, Nachmittags 3 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilper- hansen, Holzheinr, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Rvten- see, Sieglos, Unterhaun und Wippershain.

5. Zu Niederaula Freitag den 9. April 1897,

Vormittags 10 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Allendorf, As­bach, Beiershausen, Frielingen, Gersdorf, Gershansen, Hat- tenbach, Heddersdorf, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim Kleba, Kruspis, Mengshausen, Niederaula, Niederjossa, Reimboldshausen, Solms, Stärklos, Willingshain und Gutsbezirk Engelbach mit dem-Hof Sternberg.

6. Zu Schenklengsfeld Sonnabend den 10, April 1897,

Vormittags 9 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Conrode, Dün- kelrode, Hillartshausen, Malkomes, Motzfeld, Oberlengsfeld, Ransbach, Hilmes, Lampertsfeld, Landershausen, Schenk­lengsfeld, Schenksolz, Unterweisenborn, Wehrshausen und Wüstfeld.

7. Zu Heimboldshausen Sonnabend den 10, April 1897,

Nachmittags 2 Uhr, für die Mannschaften aus den Gemeinden Ausbach, Bengen- dorf, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heimboldshausen, Herfa, Heringen, Kleinensee, Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Röhrigshof mit Nippe, Philippsthal, Widdershausen, Wöl- fershausen und Unterneurode.

Zur strengen Nachachtung für die beteiligten Mann­schaften fügt das Bezirkskommando folgende Bemerkungen hinzu:

1. Zu den Frühjahrskontrolversammlungen haben sich alle Mannschaften, welche der Reserve und Marine-Reserve, Landwehr und Seewehr ersten Aufgebots, der Ersatzreserve und Marine-Ersatzreserve angehören, sämmtliche zur Dis­position der Ersatzbehörden, sowie zur Disposition der Truppenteile und Marinetheile beurlaubten Mannschaften

es mit seinem ganzen Vatersegen, den der liebe Herr­gott in seiner Hand gelassen, in meine Hände, und ich sollt' es derjenigen geben, die mir am liebsten sei auf der Welt. Ich habe zuerst geglaubt, mein Herz könnt' nichts Liebere« haben auf dieser Welt, als die Anne­marie. Da aber hab' ich die Maria, meine Schwester, gesehen und hab' gemeint, wenn mir die wirkliche Maria, die Herrgottsmutter, erscheinen thät', Gott verzeih' mir, wenn ich eine Sünde sprech', es könnte mir nicht heiliger zu Muthe sein, und ich fühlte zugleich, daß mein ferneres Leben nur von ihr so viel Glück einsaugen könnt', als ich nöthig hätte zum Bestehen. Darum gab ich ihr das Herzl, Base, nicht wahr, ich hab' damit kein Unrecht gethan an der Annemarie, denn ich sühl'S jetzt, daß es doch hingegangen ist, was da drinnen einst so unsterblich schien. Du sollst nun auch alles erfahren, Base, alle«, was der Vater gefehlt und gelitten hat, und daß ich'« jetzt als Sühne ansehen darf, was ihm geschehen für eine traurige Schuld, die er auf sich ge­häuft. Was ich aber als Sohn zu vergelten schuldig wäre und was ich als Mensch gelitten durch den ungerechten Verdacht, das will ich ausgelöscht sehen durch das Glück, das mir der liebe Herrgott mit der Maria in den Weg führte. Hintreten will ich vor die Schuldigen und mir die Maria als Sühne herausfordern für ihre That. Sie werden mir das Mädchen nicht vorenthalten,

zu gestellen. Nur diejenigen Wehrmänner und Seewehr- männer, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. Septbr. 1885 eingetreten sind und deshalb bei den diesjährigen Herbstkontrolversammlungen zur Landwehr zweiten Aufge­bots übertreten, sind von der Frühjahrskontrolversammlnng dieses Jahres entbunden.

2. Die Einberufung zu den Kontrolversammlungen findet lediglich durch diese öffentliche Aufforderung und durch Ausrufen in sämmtlichen Ortschaften statt.

Die Nichtbefolgung der Berufung zu den Kontrolver­sammlungen hat Arrest zur Folge.

3. Die Mannschafteir aus einzelnen hier nicht genann­ten Höfen und Mühlen rc. gehören zu den Ortschaften zu deren Gemeinde sie zählen.

4. Die Mannschaften haben den Militairpaß und das Führungsattest mit zur Stelle zu bringen.

5. Gesuche um Befreiung von der Kontrolversammlung sind rechtzeitig bei dem Hauptmeldeamt des Königlichen Bezirkskommandos in Hersfeld anzubringen und können nur durch das Bezirks-Kommando genehmigt werden.

Wer vor der Kontrolversammlung keinen Bescheid er­hält, hat sich dennoch zu stellen.

6. Etwaige Plötzliche Krankheit, oder sonstige Ver­hinderungsfälle, müssen entweder durch ärztliche Atteste oder durch Atteste der Orts- oder Polizeibehörde, welche späte­stens auf dem Kontrolplatz abzugeben sind, bescheinigt toerben.

In allen ärztlichen Attesten ist die Krankheit anzu geben. Atteste, welche nur die Bemerkung enthalten, daß ein Mann am Erscheinen zur Kontrolversammlung gehindert ist, ohne Angabe des Grundes, sind ungültig und werden nicht an- genommen.

7. Es wird noch ausdrücklich bemerkt, daß diejenigen Mannschaften, welche zur Fahrt nach dem Kontrolversamm- lungsort die Eisenbahn benutzen, keinerlei Anspruch auf Verabfolgung einer Militairfahrkarte seitens der betreffenden Eisenbahnstation haben.

8. Alle Mannschaften gehören während des ganzen Tages, 511 welchen: sie zur Kontrolversammlung einberufen sind, zum aktiven Heere und sind demnach dein Militair- Straf-Gesetzbuch unterworfen.

Hersfeld, den 1. März 1897.

Königliches Bezirkskommando. * *

*

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des hiesi­gen Kreises werden hierdurch angewiesen, die vorstehende Bekanntmachung in ihren Gemeindebezirken alsbald wieder­holt zur öffentlichen Kenntniß 511 bringen und namentlich den betreffenden Mannschaften noch besonders mitzutheilen.

Der Gendarm, zu dessen Bezirk der Kontrolort gehört,

wenn ich ihnen sage, für dieses Opfer will ich von irdi­scher Vergeltung absehen. Denn ich muß sie haben, die Maria, ich fühl'S, daß ich so des Vaters Schatten am besten versöhne. Ich will sie mit mir in mein Leben, mein gutes, schönes Leben voll Arbeit und Menschen­liebe hinausnehmen. Maria soll mir die Sonne in diesem Leben sein!"

Alois hatte das hastig und stoßweise hervorgebracht, und er sah wohl, daß ihn Ursula nur halb verstand. Da er ihr'« in seiner Aufregung mit den eigenen Worten nicht würde klar machen können, zog er des Vaters Brief aus der Tasche und ließ die Ursula darin lesen.

Die ganze Schuld des Müllers, die er an Vroni be­gangen hatte, war darin niedergelegt und die Bitte dem Sohn ans Herz gelegt, an den Kindern der Vroni zu sühnen, was er gefehlt habe. Dann bat er Alois, ihm zu verzeihen, daß er ihm durch fein Dazwischentreten sein Lebensglück zerstört. In seinem Bekenntniß läge ja zu­gleich der Grund, warum er die Heirath mit der Anne­marie mit allen Mitteln bekämpft hätte. Auch von dem Herzl stand was drin, und wie es unrechtmäßig in feinen Besitz gekommen.

Als Ursula den Brief zu Ende gelesen hatte, ließ sie ihn in den Schoß sinken, sah starr vor sich hin und sagte kopfnickend, mit einem schweren Seufzer:Er war ein großer Sünder!"