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war besonders heftig und kannte seiner Wuth keine Grenzen. Dem zu Hause weilenden 14 jährigen Sohn befahl er, ein Beil herbeizuschaffen, welches derselbe als­dann auch aus der Schlafkammer herbeiholte. Die Frau war unterdessen in ihrer Todesangst durch das Küchenfenster auf das anstoßende Dach geflüchtet, kam jedoch auf Zureden ihres Sohnes wieder in die Stube zurück. E. hatte sich mitlerweile der Kleider feiner 7jäh< rigen Tochter bemächtigt und zerhackte dieselben, sodann wollte er auch von seiner Frau ein Kleidungsstück zer­hauen, wogegen dieselbe aber energisch einschritt. Hier­auf nahm E. das Beil mit beiden Händen und schlug mit dessen Rückseite seine Frau vor die Stirn. Die Kinder, sowie E. selbst, legten sich alsdann ins Bett, während die Frau allein wehklagend wachblieb. Der Mann konnte jedoch nicht zur Ruhe kommen, er stand wieder auf und versetzte seiner Frau einen zweiten i Schlag mit dem Beil und zwar diesmal mit der Schärfe ! desselben. Der Schädelknochen wurde durch diesen Hieb circa 5 cm an der Stirne durchgespalten. Bewußtlos stürzte die Frau in der Stube zusammen. Nach kurzer Zeit schien sich bei E. eine Spur von Reue einzustellen, denn er schaffte seine Frau zu Bett und machte aller­hand Versuche sie zum Bewußtsein zurückzubringen. Allein die Mühe war vergeblich. Um 12 Uhr stellten sich Krämpfe bei der Verwundeten ein und der verbreche­rische Ehemann holte Herrn Dr. Ruhmer. Herr Dr. Rubmer, welcher sofort erschien, legte der Frau einen Nothverband an und erstattete alsdann um */.,! Uhr Nachts bei der Polizei Anzeige von diesem verbrecherischem Vorgang. E. wurde noch zur selben Stunde verhasOt und der 14 jährige Sohn auf die Polizeiwache sistirt, wo Letzterer den oben geschilderten Verlauf dieser Affaire zu Protokoll gab. Die Frau E. wurde in das hiesige Landkrankenhaus verbracht, in welchem sie noch jetzt, ohne wieder zur Besinnung gekommen zu sein, im Sterben liegt.

Vermischtes.

Freiburg i. Sachsen, 15. März. Heute Nachmittag 23/4 Uhr fand in der Dynamitfabrik in Hilbersdorf bei Freiburg eine Explosion statt, bei welcher 5 Arbeiter gelobtet und einer schwer verletzt wurden. Die Explosion erfolgte in einer sogenannten Oelbude. Diese, ferner eine Gelatinebude, ein Vorrathsmagazin und andere Holzbauten wurden gänzlich zerstört. Die fünf Getödteten und der Verwundete sind sämmtlich ver- heirathet. Die Erschütterung wurde bis in die Nähe Dresdens wahrgenommen.

Folgende ergötzliche Geschichte erzählt dasMzr. Tagebl." aus dem Odenwald:Geld oder Leben!" Mit diesen Worten vertrat jüngst ein Indivi­duum in des Odenwald's tiefsten Gründen einem in nächtlicher Stunde von der Praxis hbimkehcenden Arzt aus F. den Weg. Der Bedrohte zog es vor, einen Theil seiner Lebenskraft vorerst in eine wuchtige Tracht Prügel auf den Körper des Wegelagerers umzusetzen. Der wackere Doktor forcht sich nit, geht seines Weges Schritt für Schritt und erreicht glücklich seine Behausung. Dort angekommen, meldet das Dienstpersonal, daß im Sprech- zimmer ein über heftige Schmerzen klagender Patient, der unschuldig in eine Schlägerei verwickelt worden sei, der ärztlichen Hilfe harre. O, welch' Erstaunen. Ohne aber über das Abenteuer ein Wort zu verliere», soll der Arzt an seinem Kombattanten, der ihm noch kurz vorher sogewaltig" gegenüberftanb, Samariterdienst versehen, ihn verbunden und nun in Behandlung haben.

Der sehr joviale Polizeisenator B. in R. erkundigte sich abends stets bei seinem Faktotum, dem GerichtSdiener: Na, Möller, ok wat passiert?"Ne, Herr Senator." Hebben's denn nich rost?" (Auf der Straße war früher das Rauchen verboten.)Ja, de Herr Justizrat."Na, mal sären (sagten) Se em denn?"Ick sär em in aller Bescheidenheit: Herr Justizrat, nehmen'S'l mi nich äwel, bat Roken is hier verbaden. Dunn sohrt he mi gefährlich an nn sär: Wer hett denn bat verbaden?, un as ick ein antwurdt: Unse Herr Polizeisenator, dünn rep he: De Kierl kann mi dreimal was hausten."Pfui, bat hett he wirklich seggt, Möller?"Ja, nehmen'S't nich äwel, äwer seggt hett he so." Dat 'S jo'n heilen graben Kierl, benit willn w' man l o p e n late n."

Von einer folgenschweren Explosion

an Bord des russischen PanzerschiffsSessoi Weli ki" wird aus Canea berichtet: Die Explosion erfolgte am Montag Nachmittag 2 Uhr zwischen Rethymo und der Suda-Bai bei einer Schießübung. Der letzte Schuß sollte abgegeben werden; das Geschoß wurde in das Ge­schütz des Panzerthurms eingesetzt; in demselben Augen­blick erfolgte die Explosion, und die Bedachung des Panzerthurms im Gewicht von 6000 Kilogramm flog in die Luft. Die eine Hälfte fiel ins Meer, die andere flog über die Laufbrücke hinweg auf die Kommandobrücke und zerschmetterte fünfzehn Mann. In dem Panzerthurm wurden weitere fünfzehn Mann durch das Bodenstück des Geschützes schwer verwundet. Unter den Getödteten be­finden sich neun Offiziere. Von dem KriegsschiffAdmiral Charner" war alsbald Hülfe zur Stelle; von allen Schiffen wurden Aerzte zur Pflege der Verwundeten abgesandt. Die Verunglückten sind bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Die Todten werden heute in Suda beerdigt werden.

Aus Linares in Spanien wird berichtet: Ein verheiratheter Tagelöhner, der vor kurzem einen Sohn in Kuba verlor, begleitete dieser Tage seinen zweiten militärpflichtigen Sohn in das Rekrutierungsgebäude; der junge Mann wurde für tauglich erklärt. Als der Vater dies vernahm, stürzte er sich vom Balkon des Stadthauses auf die Straße, um seinen Sohn als Sohn einer Wittwe vom Kriegsdienste zu befreien. Der opfer­willige Vater erreichte seinen Zweck, denn kurz darauf starb er.

In Saint Louis ist vorgesteru Abend ein der Firma Ely Walker u. Co. gehöriges siebenstöckiges Waarenhaus durch Feuer zerstört worden. Der Werth des abgebrannten Gebäudes wird auf 200 000, der Werth der verbrannten Waaren auf 1500 000 Dollars geschätzt. Bei den Löscharbeiten kamen mehrere Feuerwehrleute umS Leben.

Amerikanische Blätter melden, daß Mr. Eleve- land und seine Gattin übereingekommen sind, s i ch scheiden zu lassen. Seit einem Jahre lebten die beiden Gatten im Weißen Hause in vollständig getrennten Appartements. Mme. Cleveland führt Klage darüber, daß sie ihr Gatte geschlagen und über die Parquetten geschleift habe, und hat diese Klage in Gegenwart ihrer Mutter Und der Herren Lomoreut und Eggleton zu Papier gebracht. Während des abgelaufenen Jahres hat Mme. Cleveland auf das Entschiedenste abgelehnt, bei den offiziellen Empfängen im Weißen Hause zu erscheinen.

Gegenüber der landläufigen Ansicht, daß die Zahl der n o r d a m e c i k a u i s ch e n I n d i a n e r seit ihrer Berührung mit den Weißen arg zusammengeschmolzen sei, hat Major Powell, der Direktor des Bureau of Ethnology in Washington, auf Grund eingehender statistischer Untersuchungen darzuthun unternommen, daß die Judianerbevölkerung seit dem Auftreten der Weißen in Nordamerika sich nicht nur nicht vermindert, sondern im Gegentheil etwas vermehrt hat, wenigstens seit der Zeit, seit der statistische Nachweise vorliegen. Ueber den Stamm der Irokesen sind Zifferangaben seit 1660 vor­handen. Ihre Zahl wurde damals von den Missionaren auf 11 000 angegeben, heute ist sie auf 13 000 gestiegen. Zivilisirte Stämme haben sich in augenfälliger Weise und schneller als jemals die wilden Stämme vermehrt, so daß die Annahme, die Indianer vertrügen die Zivilisation nicht, hinfällig wird. Die wichtigsten der zivilisirten Stämme sind die Tscherokesen, deren Zahl sich 1782 auf 3000 und 1887 auf 25 000 Seelen belief, die Tschockta- Jndianer, die 1782 6000 und 1887 16 000 Personen zählten, und die Krik-JudiäUer, die 1782 in der Zahl von 3000 und 1887 in einer solchen von 14 000 Stammes­mitgliedern vertreten waren. Einigermaßen genaue An­gaben über die Gesammtzahl der Indianer in den Ver­einigten Staaten sind nur für die Zeit von 18601890 vorhanden. Sie betrug 259 000 im Jahre (860 und 250 000 im Jahre 1890, hat sich somit anscheinend stets auf gleicher Höhe erhalten. Die zrffermäßigen Angaben vor 1860 beruhen auf bloßen Schätzungen und sind daher höchst vager Natur. So wurde 1850 die Zahl der Kalifornia-Judianer auf 100000 geschätzt, während sie bei der Zählung noch nicht ganz 30000 erreichte. Nach Alledem liegt kein Grund zu der Annahme vor, daß in geschichtlicher Zeit jemals mehr Indianer als jetzt im Gebiete der Vereinigten Staaten lebten. Es ist vielmehr mit großer Sicherheit zu vermuthen, daß ihre Zahl in

| keinem Zeitpunkte der verfloffenen 200 Jahre größer als in der Gegenwart gewesen ist.

(Weltklu g.)Was einem aber der Geburts­tag einer Frau zu schaffen macht, das ist schon arg. Da lauf ich jetzt schon zwei Tage herum und kann nichts Passendes finden. . ."Sehen Sie, das mach ich viel einfacher, ich vergeß einfach den Tag, und das Uebrige giebt sich dann ganz von selbst!"

(Eiu scherzhafter Angeklagter.) Richter:Wie heißen Sie?" Strolch:Jottlieb Meier mitn weichen ei." Richter:Sie scheinen aber ein hartgesottener Sünder zu sein."

(Seltsa m.) Schüler (auf die Landkarte wei­send):Herr Professor, da kraucht eine Wanze über Holland!" Profeffor:Ueber Holland? Hm, hm, höchst merkwürdig, die Holländer sind doch sonst sehr reinlich!"

1797 22. März 1897.

Weise: Deutschland, Deutschland u. s. w.*)

Laßt die frohen Lieder schallen,

Aus des Herzens heißem Drang!

Laßt hinauf zum Himmel hallen,

Washeinst tief im Herzen klang.

Unserm edlen Heldenkaiser,

Der die Einheit uns errang,

Deutschlands Retter, Deutschlands Kaiser,

Deutschlands Vater klingt mein Sang.

Rettungslos begann zu sinken

Deutschlands Stern für immerdar;

Keine Hoffnung wollte winken,

Dunkler ward es Jahr für Jahr.

Da erschien zu Gottes Ehre

König Wilhelms Heldenschar;

Rauschend flog vom Fels zum Meere

Preußens sieggewohnter Aar.

Sieh, von seiner Flügel Wehen

Sinkt des Nebels dunkle Nacht.

Glänzend sah'n wir auferstehen

Unsers Reiches gold'ne Pracht.

Sieh, die Raben sind zerstoben,

Barbarossa ist erwacht!

Staunend schaut er glanzumwoben

Kaiser Wilhelms heil'ge Macht.

Was die Waffen uns errungen,

Hielt er fest mit starker Hand.

Deutschlands Stämme hielt umschlungen

Seiner Liebe festes Band.

Mit der reinsten Herzensgüte

Weihte er sich jedem Stand,

Rastlos war der Nimmermüde

Selbst noch an des Grabes Rand.

Was der Ahnherr neu geschaffen,

Hat der Enkel treu bewahrt.

Freudig steht das Volk in Waffen

Fest um seinen Thron geschart;

Und da sein getreues Walten

Kraft und Milde innig paart,

Wird von allen hoch gehalten

Teutsches Schaffen, deutsche Art.

Wilhelms Treue war die Sonne,

Die einst unsre Nacht erhellt.

Ihm zu danken, das ist Wonne,

Die den Busen mächtig schwellt.

Drum aus tiefstem Herzen hall' es

Von dem Jura bis zum Belt:

Deutschland, Deutschland über Alles,

Ueber Alles in der Welt!"

Mühlhausen, 22. Februar 1897. C. W. Faber.

*) Wir bringen dieses Festlied nach derStraßb. Post", weil wir manchem feßgebenben Vereine damit einen Gefallen zu erweisen glauben, daß wir ihm für die von ihm veranstaltete Feier ein vom Geiste tiefer Vaterlandsliebe durchwehtes, schwungvolles und leicht sangbares Lied bieten.

Die Redaktion.

Mzmkach-MmtmlsMlg. Königliche Oberförstern Wildeck. Am Douncrstag Den 25. März 1897, von Vormittags 10 Uhr ab,

sollen in der Justinen Gasimirthschaft zu Hönebach aus den Schutzbezirken Wilveck-Ost und -West und Ronshauseu, Distrikte Nr. 11, 12, 17, 19 Schlotzberg, Nr. 21, 22 Klinge, Nr. 29, 30, 31 Taubenberg, Nr. 42 Spies, Nr. 46, 47, 48 Eich- berg, Nr. 54 Sahlwand, Nr. 59 Kimmtlrod, Nr. 60, 61 Bilars, Nr. 67, 69 Sirauchsloch, Nr. 68 Langerück und Nr. 74 Roth: Eichen: 51 Abschn. mit 25 fm, 44 rm Nutzrollen.

Nucken: 5 Abschu. mit 5 km, 115 rm Ntttzscheit u. Rollen.

Birken: 24 rm Nutzrollen.

Aspen: 5 rm Desgleichen.

Kiefern: 350 Abschn. bis 22 m lang und 45 cm Durch­messer 300 fm und 4 rm Nutzrollen öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgeboten werden.

Die betreffenden Förster ertheilen über das zum Verkauf kommende Holz auf Ansuchen mündlich nähere Auskunft.

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Königliche Oberförsterei Wildecke Am Freitag den 26. März 1897, von Vormittags 10 Uhr ab,

sollen in der Adam'icben Gastwirthschast zu Weiterode aus den Schutzbezirke» Ronshauseu, Machtlos und Jba, Distrikte Nr. 97 Bärenhecke, Nr. 105 Kehlberg, Nr. 102 Wachholderdclle, Nr. 110 u. in Marbach, Nr. 118, 120, 122 Lingelbach, Nr 119 Naszland, Nr. 133 Mohrkurthsküppel, Nr. 140 Schmidtsbera, Nr. 146 Jbaerhecke:

Eichen:

........ Abschn. mit 50 fm, 30 rm Nutzrollen, Buchen: 19 Abschn mit 12 fm, 31 Stück Stangen II /III.

Kl., 125 rm Nutzscheit und Rollen,

Birken:

61

38

Kiefern: 73

rm Nutzrollen, Abschn mit 27 fm, 54 rm Nutzrollen

öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgeboten werde».

Die betreffenden Förster ertheilen über baS zum Verkauf