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Hersselher Aeisblatt.
Gratrsbsiingen. „^Uuftrirtcs Sonnragsblatt" n. „)llustrirte lanSwirthschaftliche Veilagr".
Isiliierstiiz St» 31. Iezmber
1896.
Erstes Blatt.
Dmmck-KckSW.
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mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntagsblatt" »^ „Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage"
Das „Kreisblatt" bringt außer den amtlichen Bekanntmacbungen zuverlässige Mittheilungen über Ereignisse in der Politif, Berichte aus dem Kreise. und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten Inhalts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereignisse des täglichen Lebens zur Kenntniß der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.
IK'M" Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- falls durch Extrablätter verbreiten.
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die Expedition.
Amtliches.
Der Minister des Innern.
I. A. 10193.
Berlin, den 25. November 1896.
Durch Verordnung des Königlich Ungarischen Justizministeriums vom 27/29. Mai d. Js. sind die Ungarischen Bezirksgerichte angewiesen worden, von dem in Ungarn erfolgten Ableben Deutscher Reichsangehöriger fortab das Kaiserlich Deutsche General-Konsulat in Budapest in jedem einzelnen Falle unmittelbar zu verständigen.
Anfragen um Auskunft über das Ableben von Neichs- angehörigen in Ungarn werden daher in Zukunft zweck- mäßig an das Kaiserliche General-Konsulat in Budapest zu richten sein.
Casiel, den 8. Dezember 1896.
Abschrift mit dem Ersuchen, die Standesbeamten in den Landgemeinden Ihres Kreises hiervon in geeigneter Weise in Kenntniß zu setzen.
Der Regierungs-Präsident'. J. A.: Althaus. An die Herren Landräthe des Bezirks. A. I. 8888.
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Dersfeld, den 29. Dezember 1896.
Wird den Herren Standesbeamten des Kreises zur Nachachtung mitgetheilt.
A. 3278. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Hersfeld, den 28. Dezember 1896.
Nach Mittheilung des Königlichen Landrathsamtes zu Ziegenhain ist unter dem Nindviehbestande des Wirths Johann Heinrich Dörrbecker zu Nückershausen und des Mühlenbesitzers Georg Heinrich Auel zu Lenzemühle bei Kleinropperhausen die Maul- und Klauenseuche auSge
brochen und über diese Gemeinden und deren Feldmark Gemarkungssperre angeordnet worden.
J l.Nr.69l4u.69l5. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Hersfeld, den 28. Dezember 1896.
Nach Mittheilung der Grobherzoglichen Direktion des III. Verwaltungsbezirks zu Eisenach ist wegen weiterer Verbreitung der Maul- und Klauenseuche für Abteroda unterm 22. ds. Mts. die Feldmarksperre angeordnet worden.
I. I. Nr. 6916. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Hersfeld, den 28. Dezember 1896.
Der Bürgermeister Carl Neuber und der Vizebürgermeister Valentin Lenz zu Beiershausen sind heute als OrtSschätzer und der Landwirth Carl Jakob daselbst als stellvertretender Ortsschätzer der dasigen Gemeinde widerruflich bestellt und eidlich verpachtet worden.
I. I. Nr. 6929. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, __Gehei.er Negierungs-Rath.
Hersfeld, beu^S. Dezember 1896
Nach Mittheilung des Königlichen Landrathsamtes zu Ziegenhain ist unter dem Nindviehbestande des Schuhmachers Conrad V 0 g e l II. zu Frielendorf die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und daher für diese Gemeinde und deren Feldgemarkung Gemarkungs- sperre angeordnet worden.
J. I. Nr. 6937. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Hersfeld, den 28. Dezember 1896.
Nach einer Mittheilung des Landesbauamtes dahier lagert auf den Banketten der Landwege noch Erde vom Grabenaushub, welcher gerade zur Jetztzeit für Passanten gefahrvoll werden kann, wenn dieselben die Bankette zur Nachtzeit begehen.
Ebenso wird durch die Gemeinden bei Glatteis und bei Eisanhäufungen zur Verhütung von Gefahren für Fuhrwerke und Passanten Nichts gethan.
Die Herren Ortsvorstände erhalten die Weisung, für die a l s b a l d i g e Entfernung des Grabenaushubes und etwaiger Eisanhäufungen Sorge zu tragen; bei Glatteis ist innerhalb der Ortschaften mit Sand, Äschere, streuen zu laffen.
I. 6904. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungsrath.
Nichtamtliches.
Gesegnetes Neujahr.
Zwölf Glockenschläge in die dunkle Nacht hinaus, und ein altes Jahr war versunken, ein neues heraufgekommen und stand da. Ein ernster, bedeutungsvoller Augenblick! Wieder ein Jahr unseres Lebens liegt hinter uns. Eine lange Reihe von 365 Tagen ist abgestrichen von der uns gesetzten Frist. Je älter wir werden, desto tiefer empfinden wir das, desto schneller scheinen uns die Tage, Wochen und Monate dahin zu eilen. Aber der Gedanke an die Vergänglichkeit, unter deren Bann wir alle stehen und mit uns alles, was uns lieb und theuer ist, soll uns nicht niederdrücken, soll das Herz uns nicht schwach machen. Nein, starken Herzens wollen wir ihr in die hohlen Augen schauen, und wir werden finden, daß sie ihre Schrecken verliert, daß sie mit ihren scheinbar nimmersatten Händen uns wohl- thun und segnen wird. Ist es nicht so? Gerade dieser unaufhörliche Wechsel und Wandel um uns her, dieser Unbestand alles dessen, was unsre Augen sehen und unsre Hände greifen, der ruft in der Menschenseele ein
Sehnen, ein Verlangen wach nach etwas Bleibendem, Festem, Unentreißbarem. Das unentrinnbare Hinschwinden und Vergehen der einen Dinge macht die Unver- gänglichkeit der andern desto deutlicher offenbar. Ja, das Vergängliche muß, wo es recht steht um das Menschenherz, selber dazu dienen, das Unvergängliche zu schaffen. Es kommt nur darauf an, daß wir im alles dahinraffenden Strome der Zeit einen Halt finden für unsern Fuß, einen Felsen, auf dem wir fest und sicher stehen können, den ewigen Felsen der Treue Gottes. Dann werden die Wogen der Vergänglichkeit an uns vorüberrauschen und werden uns mehr bringen müssen, als sie uns nehmen dürfen.
Was wird das neue Jahr uns bringen? Es ist eine lange Reihe von 365 Tagen. Und wie viel an wechselndem Geschick birgt sich oft in dem knappen Raum eines einzigen Tages, ja einer einzigen Stunde. Nun, im allgemeinen ist es des Menschen Art, beim Anfang solch eines neuen Lebensabschnittes voll froher Hoffnung in die Zukunft zu sehen. Gar hoffnungsvoll klingen deshalb auch die Wünsche, die wir heute einander entgegenbringen. Aber wer kann es uns sagen, ob sie in Erfüllung gehen werden? Ach, ganz ähnliche Hoffnungen und Wünsche haben, wir für das vergangene Jahr gehegt und einunuei uus^ptodjen. Und wie viele darunter sind wie ein schöner Traum in die blaue Luft zerronnen. Ja, wie manch einer, dem wir damals die Hand gedrückt haben, liegt nun bereits mit all seinen Hoffnungen und Wünschen in der kühlen Erde. Was wird das neue Jahr uns bringen?
Wie die Biene aus allen Blumen, auch den giftigen, süßen Honig saugt, so kann der gute wie der böse Tag uns Gewinn bringen, uns Segen eintragen. Und dann wird er es thun, wenn wir hinter dem Schicksal Gott selbst erkennen, der in unverbrüchlicher Treue über uns waltet. Da liegt's. Nimm'alleS hin, was dir widerfährt, aus Gottes Haud, und es muß dir zum Besten gereichen. Laß von Gottes Hand dich hindurchführen durchs neue Jahr und es wird dir gesegnet sein. Sieh in allem, was das wechselvolle Leben mit sich bringt, Gottes Schickung und Fügung. Und du nimmst es mit ganz andern! Herzen auf. Der Glaube an Gott hebt dich innerlich empor, macht dich stark und zufrieden. Nimm die Dinge recht, nimm sie hin als von Gott gewollt, und du kommst über alle Schwierigkeiten. Darum Vertrauen zu dem alten Gott, der bis hieher uns gebracht hat!
Zum neuen Jahr den alten Vater, Deß starker Arm die Welten hält.
Er hat sein Volk seit grauen Tagen Auf Adlersflügeln treu getragen, Ihm sei die Zukunft heimgestellt.
Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin, 29. Dezember.
Heute Vormittag arbeitete S e. M a j e st ä t der Kaiser von 9 Uhr ab mit dem Chef des Militair- kabinets, Generaladjutanten, General der Infanterie v Hahnke. Abends um 6-/4 Uhr gedenken Ihre Kaiserlich e n Majestäten von der Wildparkstation nach Berlin zu fahren, die Vorstellung im königlichen Schauspielhause zu besuchen und im hiesigen königlichen Schlosse zu übernachten. Auf der Fahrt von Wildpark nach Berlin wird Se. Majestät den Vortrag des Staatsministers Fchrn. v. Hammerstein-Loxten entgegennehmen
Der Reichskanzler F ü r st zu H 0 h e n l 0 h e gedenkt am 31. Dezember aus Podiebrad in Böhmen wo er bet seinem ältesten Sohne die Weihnachtsfeiertage verlebt hat, nach Berlin zurückzukehren.
Der Staatssekretair im Auswärtigen Amte, F reihe rr M a r s ch a l l v. B i e b e r st ei n , der vor etwa 14 kargen erkrankte, hatte die StaatSgeschäste zu früh wieder übernommen. Infolge dessen ist in der Weih-