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Gratisbsilagen:Allustrirtes Konntagsblatt" n. ,,3Unfirtrie landwirthsehaftliche Verlage".

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1896.

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Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersselder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" und Jllnstrirte landwirthschaftl. Beilage"

DasKreisblatt" bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mittheilungen über Er­eignisse in der Politik, Berichte aus dem Kreise und der Provinz. Reichhaltige Nachrichten vermischten In­halts bringen alle sonstigen mittheilenswerthen Ereig­nisse des täglichen Sehens zur Kenntnis? der Leser. Daneben werden sorgfältig ausgewählte Erzählungen einen weiteren Theil des Lesestoffes bilden.

.WMF Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigen- falls durch Extrablätter verbreiten.

Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kreisblatt" beträgt t Mark 40 pfg.

finden durch das ^Kreisblatt^ zweckentsprechende Verbrei­tung und kostet die sünfgespaltene Garmondzeile oder deren Raum sO pfg.

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die Expedition.

Amtliches.

Hersfeld, den 23. Dezember 1896.

Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestände des Bahnwärters Lotz und des Landwirths Eichler zu Oberhaun amtlich konstatiert ist, wird für diese Gemeinde Orts- .und GemarkungSsperre angeordnet. I. I. Nr. 6855. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer RegierungS-Rath.

Auf Grund des § 2 des Gesetzes über die Schon­zeiten des Wildes vom 26. Februar 1870 und des

(Nachdruck verboten.)

Die Ueberrafd?ung.

Eine Auktionsgeschichte. <

(Schluß.)

Der Agent schaute in die Höhe, zog den Hut und erwiderte:

Gar nicht, Herr Doktor, der Tapezierer Klebmann hat mich um zwanzig Mark überboten, nachdem ich Ihrer Anweisung gemäß mein äußerstes Gebot in Höhe von siebenhundert Mark auf Nr. 216 abgegeben hatte"

Der Assessor legte vor Verwunderung die Cigarre bei Seite und sagt:

Was reden Sie denn da für konfuses Zeug, Brem- melberger! Ich habe Sie gefragt, wie hoch Ihnen die marmorne Gruppe, die Sie für mich erwerben sollten und die ja auch richtig hier in meinem Schlafzimmer steht, gekommen ist, Sie aber sprechen von einem Tape­zierer Klebmann, der Sie übertrumpft habe. Zum Donnerwetter noch einmal, wie soll ich denn das ver­stehen?"

Was," rief nun Bremmelberger seinerseits erstaunt aus,das marmorne Ding befindet sich wirklich in Ihrer Wohnung i, wie wäre das nachher zugegangen? Ich kann nur soviel versichern, daß der Tapezierer Klebmann den Indianer erstanden hat, zu welchem Zwecke aber, das ist mir und allen andern Leuten, dieKlebmann kennen, ein Räthsel Auf welche Weise jedoch die Gruppe in Ihre Wohnung gekommen sein mag, das ist mir frei­

§ 107 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 wird hierdurch festgesetzt, daß der Schluß der Jagd auf Hasen, Auer-, Birk- und Fasanen-Hennen, Haselwild und Wachteln mit Ablauf des 17. Januar k. I. eintritt.

Caffel, am 18. Dezember 1896.

Der Bezirksausschuß in Cassel.

Nichtamtliches.

Deutschland und das Ausland an der Jahreswende.

Dunkle Wolken hatten im Jahre 1896 den politi­schen Horizont umzogen. Aus dem europäischen Wetter­winkel zuckten grelle Blitze, die orientalische Krisis unter dem Einfluß der armenischen und der kretischen Frage drohten einen Weltbrand zu entzünden. Aber immer wieder brach sich eine feste und allseitige Friedenszuver­sicht Bahn, und der Verlauf der Dinge hat bewiesen, daß diese Zuversicht vollauf berechtigt war. Das ist in erster Linie dem Dreibünde, in zweiter Linie Rußland zu danken.

Im Dreibund ist eine Friedensmacht geschaffen, wie sie günstiger kaum gedacht werden kann. Der Dreibund vereinigt das ganze mittlere Europa zu einem Willen, lediglich zu dem Zwecke, jeden einseitigen Angriff mit gemeinsamer Wucht niederzuschlagen und dadurch un­möglich zu machen. Dabei ist er fern von jedem An­griffsziel und dadurch von jeder angreifenden Politik, stark und gefürchtet durch eine gewaltige, im steten Fort­schreiten begriffene Heeresmacht. Er ist endlich festge­kittet einerseits durch das herzliche Freundschaftsverhält­niß der verbündeten Herrscher, anderseits durch die Gemeinsamkeit der wichtigsten Interessen der drei mäch­tigen Reiche und ihrer Völker. Dennoch läßt er den einzelnen Staaten unter ihnen genügenden Spielraum, um die eigenen Interessen thätig da zu fördern, wo sie außerhalb der Interessensphäre der beiden andern Staaten liegen. So ist der Dreibund im Laufe der 17 Jahre, während deren er besteht, eine der wirksamsten und er­folgreichsten Bürgschaften, für die Erhaltung des euro­päischen Friedens und damit für die gedeihliche Entwick­lung aller wirtschaftlichen und sozialen Kräfte geworden. Einen kräftigen Stützpunkt hat diese Bürgschaft in der vielfach ausgesprochenen Friedensliebe des deutschen Kaisers gewonnen.

lich vollends räthselhaft, das beste wäre nachher eben, Sie bemühten sich selbst zu Klebmann, er wohnt Rosen- gasse 17, parterre. Sie entschuldigen aber wohl gütigst, Herr Doktor, wenn ich jetzt meinen Weg fortsetze, meine Zeit ist gerade heute außerordentlich in Anspruch ge­nommen. Ihr Diener, Herr Doktor!"

Der Agent schwenkte den Hut gegen den Assessor und war bald um die nächste Straßenecke verschwunden, mährend Fritz Möllner unwirsch und mit dem Kopf schüttelnd das Fenster schloß. Schleunigst citirte er nun mit der Klingel seine Wirthin herbei, welche auch als­bald mit dem Frühstück eintrat. Auf die Frage des Assessors, wer denn die Marmorstatuette gebracht habe, erhielt er indessen von Frau Gleiduer nur die dürftige Auskunft, ein ihr unbekannter Mann habe ihr das kleine Kunstwerk mit der Bitte übergeben, dasselbe in der Wohnung des Herrn Doktors an einem geeigneten Platze aufzustellen, worauf der Mann ohne eine nähere Erklär­ung wieder gegangen sei.

Jetzt beschloß der Assessor dem Rathe Bremmelberger's zu folgen. Hastig verzehrte er das Frühstück, nahm Stock und Hut und suchte den Tapezierer unter der von Bremmelberger angegebenen Adresse auf. Nach ein paar Kreuz- und Querfragen brächte nun Fritz Möllner zu seinem größten Erstaunen aus Klebmann heraus, daß letzterer im Auftrage der Frau Steuerrath Vollbrecht die Marmorstatuette auf der Auktion erstanden und sie hierauf im ferneren Auftrage der Frau Rath nach der Wohnung ihres künftigen Eidams gebracht hatte. Eine

Neben dem Dreibund hat sich auch Zar Nikolaus als ein mächtiger Beschützer des Friedens erwiesen. Nicht nur während seiner Reise nach den befreundeten Ländern und in Trinksprüchen hat er seine Friedens­liebe betont, was wichtiger ist, er hat auch durch die That gezeigt, daß er bestrebt ist, alles fernzuhalten, was den Frieden zu stören geeignet sein könnte. Wenn in Frankreich die Wogen des Chauvinismus höher zu schlagen begannen, wie es namentlich in den Tagen von Paris und Cherburg der Fall war, hat er es nicht unterlassen, die erregten Gemüther zu besänftigen und die Franzosen darüber aufzuklären, daß Rußland keines­wegs gewillt ist, den Revancheplänen Vorschub zu leisten. Auch bei Behandlung der orientalischen Frage ist die Friedensliebe des Zaren deutlich zu Tage getreten. Kaum war das eigentliche Ziel Englands offenkundig geworden, die Mächte des Festlandes in einen Krieg hineinzutreiben, um dann im Trüben zu fischen, so half Rußland mit, die englischen Absichten zu vereiteln. Deutschland hat im Dreibünde nicht minder dazu bei­getragen, daß einerseits die berechtigten Bestrebungen, vollen Frieden und ruhige Ordnung in der Türkei wiederherzustellen, nach Möglichkeit ihre Verwirklichung fanden, daß aber für alle darüber hinauslaufenden Wünsche und Forderungen denjenigen die volle Ver­antwortlichkeit zufiel, die sie zu erheben für gut befunden hatten.

Wie rücksichtslos die Engländer vorgehen, zeigt ihre afrikanische Politik. An allen Orten und Enden sind sie an der Arbeit, den kolonialen Bestrebungen Deutsch­lands Hindernisse zu bereiten. Auch die Franzosen, die Italiener, die Spanier und die Portugiesen wissen ein Lied davon zu singen. Vor allen haben sich Cecil Rhodes, Jameson und Genossen einen wenig rühmlichen Namen erworben. Der völkerrechtswidrige Einbruch einer eng­lischen Freibeuterschaar in Transvaal riefen in der ganzen Welt eine Empörung wach und veranlaßte unsern Kaiser, den Präsidenten Krüger zu beglückwünschen, weil er den Angriff ohne fremde Hilfe abschlug. Eine aus­reichende Sühne hat jener Frevelmuth nicht gefunden. Für uns hat er aber die Folge gehabt, daß unser Ver­hältniß zu England eine Zeit lang getrübt war. Die Schuld lag aber lediglich an England. Die öffentliche Meinung jenseits des Kanals machte ihrem Mißmuth über das Fehlschlagen des Zuges und das thatkräftige Eingreifen der deutschen Regierung zum Schutze unserer eigenen Interessen dadurch Luft, daß sie eine Art Deutschen

Ahnung von der wahren Sachlage stieg im Assessor auf und spornstreichs sprach er bei der Steuerräthin vor. Kaum hatte Fritz Möllner seine zukünftige Schwieger- mama und seine Braut begrüßt, als er sofort auf die Sache, die ihn heute hergeführt, zu sprechen kam. Auf den Gesichtern beider Damen malte sich unverkennbar eine gewisse Verlegenheit ab, bis sich Julie auf einen Wink ihrer Mutter ein Herz faßte, und halb zu ihrem Bräutigam gewendet, äußerte:

Du erinnerst Dich, lieber Fritz, jedenfalls, daß bei unserer gemeinsamen Besichtigung der Benshausen'schen Sammlungen eine Statuette, einen berittenen Indianer im Kampf mit einem Büffel darstellend, unser beider­seitiges Interesse erregte. Nun war ich" das junge Mädchen senkte mit einem Anfluge von Verschämtheit ein wenig das reizende Köpfchen,wie ich Dir jetzt doch gestehen muß, mit der von Mama gebilligten geheimen Absicht zur Besichtigung der Sammlungen mitgegangen, mir einen Gegenstand aus denselben herauszusuchen durch dessen Geschenk ich Dir vielleicht eine Ueberrasch- ung bereiten könnte".

3ulie wurde in ihren weiteren Ausführungen durch ern herzliches Lachen ihres Verlobten unterbrochen, der dann, noch immer lachend, auSrief:

Ah, ab, das geschieht mir eigentlich ganz recht, jetzt begreife ia) Herrn Bremmelberger erst richtig. Doch ich brtte um Verzeihung," fuhr der Assessor fort, als er die erstaunten Blicke bemerkte, welche die beiden Damen auf rhn hefteten,ich werde sofort auch meinerseits den