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Sir. 145.

KOS Den 8. Lezember

1896.

Amtliches.

Caffel, den 27. November 1896.

Ueber die laufenden Einnahmen der diesseitigen Versicherungs-Anstalt haben wir durch zahlreiche Dar­lehensbewilligungen bereits bis Januar 1898 Verfügung getroffen.

Der Gesammtvorstand hat daher in der Sitzung vom 19. d. MtS. beschlossen, für das Jahr 1 8 9 7 neue Zahlungsverpflichtungen mit Ausnahme solcher sozial­politischer Natur nicht mehr zu übernehmen.

Etwaige Darlehensgesuche für das Jahr 1898 sind unter Vorlage der zur Prüfung der VermögenS- verhältnisse erforderlichen Unterlagen, wie Gemeinde- rechnungen rc. im Herbste 1897 an uns zu richten. An Privatpersonen werden Darlehen nicht gewährt.

Im Anschluffe an unser Rundschreiben vom 2. Okto­ber 1895 V. A. I. Nr. 2676 ersuchen wir, vor­stehende Mittheilung zur Kenntniß der unterstellten Ge­meinde- rc. Behörden zu bringen.

Der Vorstand der JnvaliditätS- und AltersversicherungS- Anstalt Hessen-Nassau.

Freiherr von Niedesel, LandeS-Direktor.

An die Herren Königl. Landräthe der Provinz Heffen- Naffau und die Herren Fürstlichen Kreisamtmänner des Fürstenthums Waldeck. V. A. I. Nr. 3082.

* *

Hersfeld, den 3. Dezember 1896.

Wird mit Bezug auf das Ausschreiben vom 5. Ok­tober 1895, J. I. 5834, Kreisblatt Nr. 118, veröffentlicht.

I. 6513. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 3. Dezember 1896.

Der Vizebürgermeister Heinrich Walper von Ober­geis ist heute als zweiter Stellvertreter des Standes­beamten zu Obergeis verpflichtet worden.

A. 2998. Der Königliche Landrath

Freiherr v o n S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs-Rath.

Die unter dem Rindvieh des Gutsbesitzers E. von Helmholt zu Dickershaufen ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen, was mit dem Bemerken ver­

Alls Dem Leben Für bis Leben.

Von A. v. L i l i e n c r o n.

(Fortsetzung.)

Der Rittmeister empfahl sich flüchtig und eilte auf den Flur, denn von dort meinte er eben eine Stimme gehört zu haben, deren Klang ihm noch immer in den Ohren tönte, doch hier war niemand, nur der wohl gelungene Kuchen stand noch immer vergessen auf dem Seitentischchen.

Er mußte lächeln über diese Entdeckung, sie hatten alle beide in der freudigen Ueberraschung des Wieder­sehens alles andere darüber vergessen. Auch erinnerte er sich jetzt daran, daß wohl eingehüllt in seiner Mantel­tasche ein Veilchensträußchen steckte, das er der jungen Dame hatte überreichen wollen. Nun zog er es heraus und legte die kleinen Blumen auf den achtlos beiseite geschobenen Kuchen. Ob May es wohl ahnen würde, von wem die duftige Gabe stammte?

Sie mußte es nur zu gut, als sie sich leise in den Flur schlich, nachdem sein sporenklirrender Tritt auf der Treppe verhallt war. Der Kuchen sollte nicht den Ver- rälher spielen, sie trug ihn geschwind in die Küche, mit den Veilchen aber flüchtete sie in ihre Stube, preßte die Lippen darauf und allerlei wunderlich liebliche Gedanken zogen durch ihren Sinn.

Woher kam es nur, daß sie sich heute so anders gegenüber gestanden als sonst? Wohl hatte sie schon hin und wieder in Hollfelde ein so eigenthümlich sprechender Blick seiner Augen verwirrt, aber dann hatten seine Züge in demselben Moment wieder die eherne Ruhe ange­

öffentlicht wird, daß die durch meine Verfügung vom 19. v. M. (Kreisblatt Nr. 135) angeordnete Sperre für die Gemeinden Berndshausen, Welferode, Mörs- hausen, Dickershaufen, Sipperhausen, Mosheim, Hom- bergshausen, Roxhausen, Falkenberg, sowie Gutsbezirk Falkenberg hierdurch aufgehoben wird. Der Kreis Homberg ist maul- und klauenfeuchenfrei.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher haben dieses in ortsüblicher Weise bekannt machen zu laffen.

Homberg, den 2. Dezember 1896.

Der Königliche Landrath von Gehren.

Abschrift zur Kenntnißnahme. An Königliches Land- rathsanit zu Hersfeld. I. Nr. 8571.

Der Königliche Landrath von Gehren.

*

Wird veröffentlicht.

Hersfeld, den 3. Dezember 1896.

I. 6504. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Ziegenhain, den 2. Dezember 1896.

Unter dem Rindviehbestand des Ackermanns Heinrich Beyer und des Rittergutspächfers Wilke zu Großropper- hausen ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und daher für diese Gemeinde und deren Feldmark Gemar­kungssperre angeordnet worden.

Der Königliche Landrath. I. V.: B r u n n e r. An den Herrn Landrath in Hersfeld. J. I; Nr. 10677.

* * *

Hersfeld, den 3. Dezember 1896.

Wird veröffentlicht.

I. 6505. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Hersfeld, den 3. Dezember 1896.

Als Standesbeamter für den StandeSamtSbezirk Ransbach wurde heute der Bügermeister Heinrich Bran- dau II. verpflichtet.

A. 2993. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

nommen, die wie ein verhüllender Panzer jeden Blick in sein Inneres verwehrte.

Harzenberg hatte ihr zwar heute vertraut, daß er ihren Aufenthalt in der Pension durch ihren Onkel er­fahren habe, aber ihr nichts Näheres über seinen Besuch in Hollfelde erzählt, und doch lag da der Schlüssel zu seinem heutigen Verhalten.

Er hatte den Haushern an jenem Tage allein zu Hause angetroffen, der ihm in behaglichster Stimmung erzählte, daß Eberhard entgültig seinen Winterausenthalt in Berlin aufgegeben habe und ganz in Hollfelde bleiben würde, um ihn völlig von seiner Arbeit zu entlasten.

Als da dem Rittmeister eine verwunderte Bemerkung darüber entschlüpfte, daß der junge Freiherr nicht dem Magnete folge, der ihn jetzt wohl mehr noch als die Kunst nach Berlin ziehen müßte, da hatte der alte Herr bedächtig das Haupt gewiegt und gemeint:Wir hatten uns alle mehr oder weniger daran gewöhnt, May und Eberhard als zusammen gehörig zu betrachten, aber jetzt scheint es mir, daß sie beide zum Nachdenken darüber gekommen sind und die Sache vielleicht mit anderen Augen ansehen, ich zweifle stark daran, ob je etwas da­raus wird.

Eberhard weicht meinen Fragen geschickt aus, und die Kleine hatte gar zu große Eile von hier fort zu gehen, um Hausfrau zu lernen, wie sie sich ausorückte. Nun, sie sind ja beide jetzt in dem Alter, um sich klar über einen bindenden Schritt zu werden, und mögen thun oder lassen, was ihnen ihr Herz diktiert."

Was Harzenbergs Herz .ihm nach dieser Eröffnung diktierte, darüber war er sich sehr bald klar, und niemand

Nichtamtliches.

Enthüllungen.

Im Prozeß Leckert Lützow, der gegenwärtig vor einem Berliner Gerichtshöfe verhandelt wird, handelt es sich darum, gerichtlich eine Aufklärung darüber herbeizuführen, wo die Jntriguanten zu suchen sind, die seit Jahren durch Zeitungsartikel in die leitenden Kreise Feindschaft und Mißtrauen hineinzutragen bemüht waren. Insbesondere wurde der Staatssekretär Freiherr Marschall von Bieber- ftein beim Kaiser anzuschwärzen gesucht, als ob er der Urheber der Intriguen sei. Die Verhandlungen sind zwar nicht abgeschloffen, trotzdem kann man sich des Ein­drucks nicht verschließen, daß es sich hier um ein poli­tisches Ereigniß ersten Ranges handelt, zumal da auch auf die Ursachen der Entlastung der Minister v. Köller und Bronsart v. Schellendorff Licht gefallen ist.

Freiherr v. Marschall ging mit rücksichtsloser Ent­schiedenheit vor, um das Jntiiguengewebe zu zerreißen. Er stellte fest, daß alle Preßgerüchte über die doppelte Lesart des Zarentrinkspruchs in Breslau eitel Schwindel waren und daß das Auswärtige Amt mit den Angeklagten Leckert und Lützow durchaus nicht in Beziehungen ge­standen habe, wie diese vorgeben. Auch der Reichskanzler wurde in dieser Angelegenheit als Zeuge vernommen. Eine wichtige Rolle spielt in dem Prozeß die Frage, wer den viel erwähnten Artikel derMünchener Neuesten Nachrichten" über die Militärstrafprozeßordnung verfaßt hat. Dieser Artikel konnte nur durch eine Indiskretion der leitenden Kreise in die Oeffentlichkeit gelangt sein. In einem Blatte wurde Herr v. Köller der Indiskretion beschuldigt. Ein ebenso großes Aufsehen erregte ein Ar­titel derKölnischen Zeitung" über das Schicksal der Militärvorlage, weil er große Bekanntschaft mit geheimen Dingen enthielt und anknüpfend an die Pensionierung des Generals v. Spitz Angriffe gegen den General v. Hahnke richtete. Im Ministerium des Innern waren über den Verfasser des Artikels Erhebungen an­gestellt worden, und es wurde als angeblicher Verfasser der Korrespondent von Huhn ermittelt und als solcher auch an höchster Stelle gemeldet. Da Herr v. Huhn auch im Auswärtigen Amte verkehrte, so stellte Freiherr v. Marschall fest, daß Herr v. Huhn nicht der Verfasser ist,

konnte es ihm verargen, daß er es plötzlich dringend ge­boten fand, feine Mutter zu bitten, wegen ihres Augen­leidens sich für einige Zeit in die Behandlung eines Berliner Arztes zu begeben.

Die alte Dame nahm bereitwillig des Sohnes Vor­schläge an.Du wirst in der Pension, die ich für dich ausgesucht habe, May Wandrup aus Hollfelde finden, von der ich dir so manches erzählte, das lieblichste Ge­schöpf, das deinem Sohne je begegnet ist."

Das war das einzige Wort gewesen, das er feiner Mutter, diesen Punkt betreffend, geschrieben, aber sie hatte Um verstanden, und in freudig banger Erwartung war sie nach Berlin gekommen. Bekannte, mit denen sie zu­sammen die Reise zurück gelegt, hatten sie in ihr neues Quartier gebracht, und als sie jetzt ausruhend im Lehn- stuhl am Fenster saß, da pochte es leise an die Thür.

Auf ihrherein" trat schüchtern eine zierliche Mädchen- gestalt im blonden Lockenhaar über die Schwelle und fragte mit weicher, einschmeichelnder Stimme, darf ich stören, und wollen Sie es mit mir versuchen, ob ich Ihnen nicht etwas helfen kann?"

Da streckten sich ihr beide Hände der alten Dame entgegen;das kann niemand anders sein, als die kleine Maienblüthe,' lächelte sie,so hat mein Sohn Sie mir betrieben, und so lebt Ihr jugendsrischeS Bild schon in meinem Herzen!" ' w

Auf dem milden Antlitz der Sprecherin lag so viel ""? ^.te' b°b das anschmiegende Gemüth des Mädchens un Fluge gewonnen war. Sie hatte die ^age gezahlt bis zu der Ankunft der Mutter des geliebten Mannes.