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Gratisbeilagen: ,,)Nustrirter Ksnntagsblatt" u.Zllnstrirte landwirthschaftliche Beilage".

U 144. SonnaBenlt Sei 5. Lezember 1896.

Erstes Blatt.

Amtliches.

Ziegenhain, den 30. November 1896.

Unter dem Rindviehbestand des Gutsbesitzers Grießel babier und des Landwirths Johann George Hoos zu Röllshausen ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und daher für Ziegenhain und Röllshausen sowie deren Feldgemarkungen Gemarkungssperre angeordnet.

Mit Rücksicht auf dj,e Weiterverbreitung der Seuche wird hiermit das durch meine Verfügung vom 14. d M. (amtliches Kreisblatt Nr. 93) sowie vom 20. d. Mls. (amtliches Kreisblatt Nr. 95) gemäß § 59a der BundeS- rathS-Jnstruktion zur Ausführung des Reichsviehseuchen- gesetzes abgegrenzte BeobachtungSgebiet auf die sämmt­lichen Gemeinden des Kreises Ziegenhain ausgedehnt. Die Ausführung von Wiederkäuern und Schweinen auS dem Kreis Ziegenhain wird hiermit' untersagt. Aus­nahmen sind nur zum Zwecke sofortiger Abschlachtung und unter den im § 59 7 der erwähnten BundeSrathS- Jnstruktion angeführten Bedingungen zulässig. Die

Berzeichnitz der, im Monat November 1896 ausgestellten Jagdscheine.

I.

2.

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8.

- %

Gültigkeits-

St

M Tat Uten.

Name

Stand

Wohnort

Kreis

bauet

Jahre | Tage

Bemerkungen.

182

2/11

Rüger, Arnold

Landwirth

Unlerweisen- born

Hersfeld

1

183

3/11

Weltzien

Hauptmann

Hersfeld

ff

1

184

ff

Weitz, Georg Adam

Landwirth

Harnrode

M

1

185

4/11

Braun, Georg, jun.

Tuchfabrikant

Hersseld

//

1

186

Geling, Heinrich

Kaufmann

ff

//

1

187

5/11

Miehe, Albert

Forstlehrling

Niederaula

//

1

188

6/11

Kegelmann, Johanne»

von Baumbach- fcher Unter- förster

Frielingen

1

189

Steinweg, Jean

Bierbrauereibe­sitzer

Hersfeld

w

1

190

7/11

Patry, Robert

Schloßgutsbe- sitzer

Hattenbach

1

191

9/11

Klingelhöfer

Kgl. Forstauf­seher

Bengendorf

1

192

13/11

Rosenthal, Johannes

Schneider

Ransbach

1

193

Gliemeroth, Georg, sen.

Gutsbesitzer

Wölfershausen

1

194

16/11

Schäfer, Adam

Schneider

Hilperhausen

1

195

17/11

Werner, Johannes

Waldausseher

Dankmarshau­sen

Verw. - Bez. Eisenach

1

196

23/11

Wagner, Johannes

Maurer

Unterneurode

Hersfeld

1

197j

24/11

Reinhard, Otto

Landwirth

Landershausen

//

1

198

199

200

25/11

26/11

Xylander

Wenzel, Wilhelm

Schuchard, Ludolf

Landesbau-In­spektor

Musikus Kaufmann

Hersfeld

Rotterterode Niederaula

W

1

I 1

201

27/11

Göbel, Justus von Baumbach

Maschinist

Wüstfeld

l

202

2/12

Reg.-Affeffor

Caffel

Caffel

1

AuSgtf. am 30/11. 96.

203

30/11

Kraus, Johanne»

Ziegelmeister

Kleinensee

Hersfeld

1

Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 3. Dezember 1896.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Nath.

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, 3. Dezember.

Se. Majestät der Kaiser ist am Mittwoch Nach­mittag 4*/., Uhr in Hannover eingetroffen. AUerhöchst- derselbe fuhr alsbald in offenem Zweispänner ins könig­liche Schloß und wurde auf dem Wege von der

Genehmigung zur Ausführung der Thiere ist in jedem einzelnen Falle durch Vermittelung des Ortsvorstandes bei mir nachzusuchen. Den etwaigen Anträgen ist eine Bescheinigung des Schlachtviehbeschauers dahin lautend beizufügen, daß die unmittelbar vorausgegangene Unter­suchung ergeben habe, daß das Thier von der Maul- und Klauenseuche nicht befallen sei. Auch muß die Be­scheinigung ein genaues Signalement des Thieres enthalten. Viehhändler bedürfen in allen Fällen eine Bescheinigung des Königlichen Kreisthierarztes. Die Herren Bürgermeister wollen diese Anordnung soweit es noch nicht geschehen, sofort in ortsüblicher Weise be­kannt machen lassen und strenge Kontrole ausüben.

In Abschrift dem Herrn Landrath in Hersfeld zur Kenntnißnahme.

Der Königliche Landrath. J. V.: B r u n n e r.

I. I. Nr. 10 603.

* * *

Hersfeld, den 2. Dezember 1896.

Wird veröffentlicht.

I. 6489. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz,

Geheimer RegierungL-Rath.

zahlreich angesammelten Menschenmenge mit lebhaften Zurufen bewillkommnet. Seine Majestät der Kaiser nahm heute Vormittag 11 Uhr bei herrlichem klaren Wetter eine Parade der gesammten Garnison auf dem Waterlooplatz ab. Es erfolgte zweimaliger Vorbeimarsch. Eine sehr zahlreiche Volksmenge, darunter viele Schüler der hiesigen Schulen, welche aus Anlaß der Anwesenheit Sr. Majestät heute und morgen geschloffen sind, wohnten dem militärischen Schauspiel bei. Während deö später

im Schlöffe stattgehabten Frühstücks konzertirte der Hannoversche Männergesangverein.

Dem Abgeordnetenhause ist ein von Angehörigen verschiedener Parteien unterstützter Antrag Langerhan» zugegangen, wonach die auf dem märkischen Provinzial- recht, insbesondere der Visitation«- und K o n s i st o - rial-Ordnung des Kurfürsten Johann Georg von 1573 und der Flecken-, Dorf- und Ackerordnung vom 16. Dezember 1702 beruhenden Verpflichtungen der bürgerlichen Gemeinden bezüglich der Bauten und Repa­raturen von Kirchen-, Pfarr- und Küstergebäuden auf­gehoben und aus die Kirchengemeinden übertragen werden sollen.

Zu den unerquicklichsten Erscheinungen bei den dies­jährigen Reichshaushalts-Debatten gehört wiederum das Verhalten der Sozialdemokratie. Man ist von dieser Seite her schon an große Leistungen der Selbsternie­drigung durch die Verleugnung aller vaterländischen Em­pfindungen gewöhnt. Nichtsdestoweniger berührt die sozialdemokratische Niedrigkeit immer wieder peinlich, die sich bei der Elatsberathung an die Helden- müthige Haltung der Besatzung be 6 Ilti S" beim Untergang des Schiffes heranwagte. Schon bei den anerkennenden Worten, die ein national- liberaler Redner diesen ^ot.rmuthigen Mannschaften widmete, machten sich die Sozialdemokraten durch Zwischenrufe bemerkbar; diese steigerten sich, als der Staatssekretär des Reichsmarineamtes, Admiral Holl- mann, auf Grund des Zeugnisses der Ueberlebenden be­stätigte, daß die Besatzung mit musterhafter Disziplin dem Tode ins Auge gesehen, mit einem Hoch auf den Kaiser noch beim sinkenden Schiff den Eidesschwur der Treue besiegelt und so vorbildlich für alle Kameraden, aber auch nachahmenswerth für alle Christen, ihr Leben zum Ruhme de» Kaisers und des Vaterlandes preis- gegeben habe. Als Admiral Hollmann äußerte: »Das kann nur ein wahrer Christ, was diese Leute gethan haben; denn wenn sie ihren Kaiser vor Augen haben, so haben sie auch ihren Gott vor Augen; sie haben da an ihre Obrigkeit gedacht, die ihnen von Gott gesetzt war" da brachen die Sozialdemokraten in ein wüstes Lachen aus, und Abgeordneter Schippe! verstieg sich so­gar zu dem Ausfall, die Worte der Admiralsblas- phemische Aeußerungen" zu nennen. In der sozialdemokratischen Preffe hat man den traurigen Muth gehabt, den Bericht über den todtesmuthigen Ausgang der Jltisbesatzung überhaupt in das Gebiet der Fabel zu verweisen. Gerade jetzt ist aber einer der Geretteten, der Matrose Habeck, in Bremen angekommen, und er bezeugt von neuem, daß der Kommandant der »Iltis", Kapitän-Lieutenant Braun, im letzten Augenblick that­sächlich ein dreifacher Hurrah auf den Kaiser auSbrachte, in das die Mannschaften einftimmten, obgleich schon einige über Bord gespült waren. Er bestätigte auch, daß OberfeuerwerkSmaat Rehr darauf das Flaggenlied angestimmt hatte, welches von den Mannschaften noch mitgesungen wurde, obwohl beim zweiten Vers das Huitertheil des Schiffe» auseinanderbarst und der Großmast im Fallen die Kommandobrücke mit sämmtlichen Offizieren in das Meer schleuderte. Solcher Heldenmuth ist für die vaterlandslose Sozial­demokratie allerdings ein unfaßbarer Begriff. Aber feine Größe wird auch nicht im mindesten beeinträchtigt durch den Geifer, den die Maulhelden dafür haben. Admiral Hollmann hat dem deutschen Volke au» der Seele gesprochen in den Worten:Was war das Große an der That jener Matrosen? Es war nicht anzunehmen, daß eine Kunde davon in die Welt drang; trotzdem setzten die Leute ihre Todesfurcht hintenan und dachten an den Kaiser!" In der That, an die Erhabenheit dieser Helden­schar reicht sozialdemokratische Niedrigkeit nicht heran. Das Andenken dieser Männer wird erhalten bleiben im deutschen Volke treu .durch die Jahrzehnte, denn sonst müßte man, um mit dem Admiral Hollmann zu sprechen, wirklich an der Menschheit verzweifeln."

$'e bereits angekündigte Verfügung der preußischen Munster für Kultus, des Innern, für Handel und Ge-