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werden die unglaublichstenSchießeisen" hervorgesucht und mit allerhand irregulären Projektilen geladen. Bei einem solchen Hochzeitsbeschießen ist dieser Tage in dem Städtchen Vestra Karaby ein tief beklagenswerther Un­glücksfall vorgekommen, der an dem Tage einer Doppel­hochzeit unsagbares Herzeleid über die betheiligten Fa­milien brächte. Die beiden Töchter eines Gutsbesitzers hatten sich mit einem königlichen Geometer bezw. einem Höheren Forstbeamten verlobt. An ihrem Hochzeitstage durfte die Schießhuldigung natürlich nicht fehlen. Als die beiden glückstrahlenden Paare nach der Trauung das Pfarrhaus verließen, um die bereitstehenden Wagen zu besteigen, gab unter der harrenden und gaffenden Menge ein angetrunkener Schmiedegeselle zwei Flintenschüsse ab, deren einer die voranschreitende Gattin des Forstmeisters im Genick traf und auf der Stelle tödtete, während der zweite, eine Schrotladung, der vorspringenden Schwester ins Gesicht drang, so daß diese mit einem Aufschrei ihrem eben angetrauten Gatten in die Arme sank. Die Schüsse folgten so schnell aufeinander, daß der Unhold gar nicht merkte, welchen Erfolg seine Knallerei gehabt hatte. Willig ließ er sich von der Gendarmerie fesseln und absüh^en, die Mühe hatte, ihn vor dem Lynchgericht zu schützen.

Eine Jrrenheilanstalt im nordamerikani- schen Staate Mich ig an hat allen ihren kräftigen Jn- sassen Zweiräder geliefert, und nach Einführung des Stahlroffes soll sich bei zahlreichen Irren eine be- merkenswerthe Besserung gezeigt haben, so daß man die Absicht hat, verschiedene Formen geistiger Störung jetzt nur nochper Rad" zu heilen natürlich nur in Amerika.

-Wie unbekannt noch manche Gebietstheile der Vereinigten Staaten sind, geht aus einer Entdeckung hervor, die, demH. C." zufolge, vor kurzer Zeit von einer Ersorschungsexpedition in einem der unzugänglichsten Theile Montanas gemacht wurde. Hier befindet sich ein Land, das an Großartigkeit und eigenartiger Schönheit den hervorragendsten Naturmerkwürdigkeiten Nordamerikas gleichkommen soll, von nahezu undurch­dringlichen Wäldern umgeben, nördlich vom McDonald- See und unweit der Grenzlinie zwischen den Grafschaften Flathead und Teton, unter den schneegekrönten Gipfeln jener abgelegenen Regionen. Bis jetzt war die Gegend nur Indianern und einigen weißen Fallenstellern und Metallsuchern bekannt. Die Forschungsexpedition, die unter großen Mühseligkeiten dorthin vordrang, war durch die Erzählungen eines halbblütigen Spähers veranlaßt worden, in das weltferne Gelände einzudringen. Meilen­

weit mußten sie sich durch dichte Waldungen und fest verschlungenes Unterholz förmlich durchhauen, und sie entdeckten nichts Auffallendes als zahllose Spuren von Nothwild und Bären. Zwei Tage dauerten die Mühen ununterbrochen fort, bis man an eine Stätte von seltener Schönheit gelangte. Man fand ein Thalbecken, das die Gestalt eines Hufeisens hatte und auf allen Seiten von Felswänden umgeben war, die fast senkrecht bis zur Höhe von dreitausend und viertausend Fuß aufstiegen. Auf dem Boden dieses Beckens erglänzte ein saphirblauer klarer See von anderthalb Meilen Länge und einer halben Meile Breite. In diesen See ergossen sich zwei Ströme, die in Wasserfällen über Felsen und Klippen sprangen, zuweilen silbernen Schnüren vergleichbar an den Wänden hängend und dann wieder einige Hundert Fuß tiefer in regenbogenfarbene Schaumwolken zerstäubend.

In C ulmsee brannte am Freitag früh das Haus eines Schuhmachers nieder; wie es heißt, sollen dabei drei Personen, zwei Schuhmachergesellen und ein Lehrling, verbrannt feilt

Der englische Staatssekretär Balfour hat in diesen Tagen in Seffield eine Rede gehalten, worin er aussührte, England könne von dem Ver­halten Deutschlands bezüglich seiner In­dustrie vieles lernen. Die Deutschen hielten es der Mühe werth, im Interesse der einzelnen Industriezweige Geld aufzuwenden, während die wissenschaftlichen Forsch­ungen vornehmlich auf die Industrie verwendet würden in einer Ausdehnung, die in England durchaus unbekannt sei. Redner rühmte die technischen Institute Deutschlands sehr und hob die Thatsache hervor, daß wissenschaftliche Sachverständige in den größten industriellen Unternehm­ungen angestellt seien. Balfour betonte die Nothwendig­keit einer wissenschaftlichen Erziehung nachdrücklich. Die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Industrie würden in England nicht hinlänglich begriffen.

(M oder n.)Ihre Nichte, meine Gnädigste, ist ja nun auch heirathsfähig!"Ja, sie wird demnächst ansangen, sich zu verloben!"

(Im Aus ste l lu n g s - Rest aura nt.)Kellnerin, nehmen Sie das Glas Bier zurück! Für 30 Pfennig' kann man mehr verlangen als oben Gischt und unten n i s ch t!"

(Gedankensplitter.) Wie mancher hat auf der Rennbahn des Lebens nur deswegen den Sieges- preis errungen, weil er das Steckenpferd eines Mächtigen zu reiten verstand! Sauber ist mehr als geputzt.

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Verfälschte schwarze Seide.

kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort (namentlich glimmen dieSchußfäden" weiter, wenn sehr mit Farbstoff erschwert) und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Die Seiden- Fabriken GL Henneberg, (k. u. k. Host.) Zürich versenden gern Muster von ihren ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefern einzelne Roben und ganze Stücke Porto- und steuerfrei ins Haus.

Standesamtsbezirk Friedewald.

Monate September und Oktober 1896. Eheschließungen.

Am 10. Oktober. Bergmann Wilhelm Johannes Fischcr zu Werne, mit Anna Maria DeiS zu Lautenhausen.

Geburtsanzeigen.

Am 7. September. Sophie Elisabeth, T. des Gutsbesitzers Wil­helm Seybert zu Lautenhausen. 11. Konrad Friedrich, S. des Arbeiters Heinrich Jfsland zu Friedewald. 18. Anna Margarethe, T. des ZiegelmeisterS Heinrich Barth zu Friedewald. 22. Anna Katharina, T. des Schreiners George Deiseroth zu Lautenhausen. 28. Barbara Anna, T. deS Arbeiters Anton Erbe zu Friedewald. 30. Ernst George, S. des Schuhmachers Heinrich Faulstich zu Friede- Wald. Karl Peter Wilhelm, S. des Ziegelmeisters Heinrich Roppel zu Friedewald. 4. Oktober. Maria, T. des Arbeiters Heinrich Ruigler I. zu Friedewald. 13. Nikolaus, S. des Maurers Christian Brandt zu Friedewald. 24. Katharina Elisabeth, T. deS Maurers Konrad BudeSheim zu Friedewald. 26. Wilhelm, S. des Schorn- steinfegrrS Johannes Raacke zu Friedewald.

S t e r b e f ä l l c.

Am 5. Oktober. Wittwe Elisabeth Wend geb. Fernau zu Friede­wald, 70 Jahre 2 Monate alt.

Weizen 14 Mk. 75 Pfg. bis 15 Mk. 70 Pfg. (Durch­schnittspreis 15 Mk. 25 Pfg.) Roggen 11 Mk. 75 Pfg. bis 12 Mk. 50 Pfg. (Durchschnittspreis 12 Mk. 13 Pfg) Hafer 11 Mk. 60 Pfg. bis 12 Mk. 55 Pfg. (Durch­schnittspreis 12 Mk. 48 Pfg).

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