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$r. 139. Dienstag Üti 24. Noomber 1896.

Gestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" '»" Jllüstrirte landwirthschaftl. Beilage" für den Monat Dezember werden von allen l{aiferli;ben Postanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Casiel, den 5. November 1896.

Bekanntmachung.

Durch einen Erweiterungsbau ist die Königliche Frauenklinik zu Marburg in den Stand gesetzt worden, eine erheblich größere Zahl Kranker als früher aufzu- nehmen.

Die Aufnahmebedingungen der Frauenklinik find sehr günstige. Unbemittelten Unterleibskranken und schwan­geren Frauen des Bezirks wird freie Aufnahme (ärztliche Behandlung und Verköstigung) geboten. Auch kann bei sehr bedürftigen Kranken das Reisegeld nach Marburg von Seiten der Direktion der Anstalt wieder erstattet werden, wozu es genügt, wenn durch die Herren Bürger­meister, die Herren Aerzte oder auch von der Hebamme des Orts die Bedürftigkeit bestätigt wird. Armenatlest ist nicht nothwendig.

Der Negieiungs-Präsident.

Wiikl. Geh. Ober-Reg.-Rath. H a u s s o n v i l l e.

A. II. Nr. 9538. ___________

Hersfeld, den 20. November 1896.

Diejenigen Herren OrtSvorstände, welche noch mit Erledigung der Verfügung vom 7. September 1896, Nr. 2082 (Kreisblatt Nr. 107), die in dem landwirth- schaftlichen Betriebe im Laufe dieses Jahres vorgekom­menen Veiänderungen betreffend, im Rückstände sind, werden mit Frist bis zum 30. d. Mts. hieran er­innert.

Der Sektiansvarstand. ______________ Freiherr von Schleinitz.

Heisfeld, den 20. November 1896.

Diejenigen Herren OrtSvorstände, welche noch mit Erledigung der Verfügungen:

1. vom 23. März 1880, Nr. 3135 (Kreisblatt Nr. 24), die Aufräumung der Fluthgräben betreffend, 2. vom 19. Oktober 1896, I. I. Nr. 5696 (Kreisblatt Nr. 125), die Zählung des Viehbestandes betreffend, 3. vom 28. September 1877, Nr. 9538 (Kreisblatt

Nr. 78, die Wasser- und Privatuferbauten betreffend, noch im Rückstände sind, werden m i t F r i st bis zum 30. d. MtS. bei Meldung von 3 Mark Strafe hieran erinnert.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 20. November 1896.

Die Herren Ortsvorstände zu Allendorf, Biedebach, Friedewald, Hallendach, Meckbach, Niederjossa, Oberhaun und Tann sind noch mit Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 1. Oktober 1880, Nr. 11 469 (KreiS- blatt Nr. 79), den Erlös für verkauftes Gemeindeobst betreffend, im Rückstände und werden mit F r i st bis z u m 28. d. Mts. bei Meldung von 3 M a r k Strafe hieran erinnert.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.__ Hersfeld, deHb. November 1896.

Die Herren OrtSvorstände zu Allendorf, AllmerS-

hausen, Biedebach, Eichhof, Gethsemane, Kruspis, Lauten- Hausen, MalkomeS, Meckbach, Meisebach, Motzfeld, Ober- geis, Oberrode, Petersberg, RöhrigShof, Rohrbach, Tann und Wehrshausen sind noch mit Erledigung meiner Ver­fügung vom 20. Oktober 1896, I. I. Nr. 5713, den Bedarf an Quittungskarten-Formularen für das Jahr 1897 betreffend, im Rückstände und werden mit Frist bis zum 25. d. MtS. hieran erinnert.

ad. I. I. Nr. 5713. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 20. November 1896.

Nach Mittheilung des Königlichen Landrathsamtes zu Hünfeld herrscht im dasigen Kreise in drei Gemeinden die Maul- und Kauenseuche und zwar: 1. Rhina bei Katzenstein und Pfifferling, 2. Erdmannrode bei Salo- mon Katz, 3. Hünfeld bei Aron FlörSheim und Joseph Siebert.

I. I. Nr. 6260. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 20. November 1896.

Nach Mittheilung des Königlichen Landrathsamtes zu Homberg ist unter dem Schweinebestande 1. des Wag­ners Johs. Rosenkranz #n Walleustein, 2. des Knechts Conrad Röse zu Völkershain die Rothlaufseuche ausge­brochen.

J. I. 6261. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Jn der als Extrabeilage zu Nr. 14 des Amtsblatts vom 25. März d. Js. veröffentlichten Bekanntmachung des Herrn Finanzministers vom 13. Februar b. I., be­treffend die Ausführung des Stempelsteuergesetzes vom 31. Juli 1895, befindet sich auf Seite 19 in der 19. unb 20. Zeile von oben ein sinnentstellender Druckfehler, indem es daselbst stattVeranlagung"Verlängerung" heißt.

Gaffel, den 31. Oktober 1896.

Der Regierungs-Präsident.

Wirkl. Geh. Ober-Reg.-Rath. H a u f s o n v i l l e.

Gefunden: eine Pfeife. Meldung des EigemhümerS bei dem Ortsvoistand zu LengerS.

Nichtamtlich es.

Die Thronrede,

mit welcher der Ministerpräsident Fürst zu Hohenlohe am Freitag den preußischen Landtag eröffnete, beginnt mit dem höchst erfreulichen Eingeständniß, daß sich die StaatSfinanzen fortwährend gebessert und günstiger ge­staltet haben, als beim Beginn der letzteil Tagung an­genommen wurde, daß ferner das Jahr 1895/96 einen erheblichen Ueberschuß aufweist und das Jahr 1897/98 ohne Fehlbetrag abschließen wird. Wenn nun auch auf eine längere Fortdauer dieser günstigen Verhältnisse, welche wie die Thronrede hervorhebt durch die reichlichen Ueberschüsse der Betriebsverwaltungen und die größeren Ueberweisungen seitens des Reiches herbeige- fühtt sind, nicht in vollem Umfange mit Sicherheit ge­rechnet werden kann, so wird doch die Möglichkeit aner­kannt, auf verschiedenen Gebieten der Staatsverwaltung die dauernden Ausgaben zu erhöhen. Es ist demgemäß die im Jahre 1890 unterbrochene Gehaltsaufbesserung wieder ausgenommen und für die mittleren und einen Theil der höheren Staatsbeamten, sowie für die Lehrer an den höheren Schulen und die Professoren an den Universitäten durchgeführt werden.

Mit großer Befriedigung wird überall die Ankündig­ung ausgenommen werden, daß für alle Beamtenklassen bie Witwen- und Waisengelder, die den gesteigerten An­sprüchen der Gegenwart nicht mehr genügen, erhöht werden sollen. Auch daß ein neuer Gesetzentwurf über

die Regelung der Volksschullehrergehälter den Landtag beschäftigen wird, dürfte mit Genugthuung begrüßt werden. Der Entwurf, welcher jetzt dem Abgeordneten­hause zugegangen ist, schließt sich im wesentlichen an den vorjährigen an. Letzterer ist bekanntlich an dem Wider­stände der großen Städte gescheitert; diesen ist nunmehr für den Ausfall, der sie treffen wird, ein dauernder Zu­schuß aus der Staatskasse in Aussicht gestellt. Hoffent­lich werden die großen Städte durch dieses weitere Ent­

gegenkommen der Staatsregierung veranlaßt werden, ihren Widerstand aufzugeben, damit die den Volksschul- lehrern gemachte Zusage einer Regelung und Steiger­ung ihrer Besoldungssätze endlich vom Landtage einge­löst wird.

Nächst diesen Vorlagen treten die finanz-politischen Pläne in den Vordergrund. Die Thronrede kündigt die Konvertierung unserer 4prozenligen Staatsschuld an, ferner eine Vorlage zur Tilgung der Staatsschulden und zur Bildung eines Ausgleichfonds. Auch diese Vorlagen sind bereits dem Abgeordnetenhause übergeben worden. Wenn die Thronrede sagt, daß die Konvertierungmit jeder zulässigen Rücksichtnahme auf die Interessen der Staatsgläubiger durchzuführen bestimmt ist," so ist dieses Versprechen vollauf erfüllt morden durch die Bestimmung, daß die zur konvertierenden Konsols den Gläubigern vor dem 1. April 1905 nicht gekündigt werden dürfen und daß bis dahin eine' weitere Konvertierung ausge­schlossen ist. Wie die Konvertierung, so dient auch die gesetzliche Festlegung der jährlichen Schuldentilgungsquote von */.2 Prozent und die Bildung eines Ausgleichsfonds in der Höhe von,80 Millionen Mark zur Deckung etwaiger Fehlbeträge dazu, den Staatshaushalt zu festigen. In das Gebiet der Eisenbahnverwaltung hinüber greift die Vorlage über den Erwerb der hessischen Ludwigsbahn. Außerdem wird noch der Ausbau neuer Eisenbahnlinien angekündigt.

Die Zusage, daß für landwirthschaftliche Zwecke wiederum erhöhte Mittel in den Staatshaushalt einge­stellt worden sind, wird in den Kreisen der Landwirthe dankbar anerkannt werden, um so inehr, als die Thron­rede betont, daß die Regierung der Hebung und Förder­ung der Landwirthschaft ihre besondere Fürsorge zuwendet.

Außerdem wird sich der Landtag noch mit der Be­rathung einer Städte- und Landgemeindeordnung für Hessen-Nassau zu beschäftigen haben. Ferner kündigt die .Thronrede noch einen Gesetzentwurf über die Er­richtung von Handelskammern an und stellt eine Vorlage über die Abänderung der in Preußen geltenden Vor­schriften über das Vereinswesen in Aussicht.

Dem Landtage steht somit eine Fülle von Arbeiten bevor. Aus diesem Grunde ist er früher zusammen be­rufen, als sonst. Hoffen wir, daß der in der Thronrede ausgesprochene Wunsch in Erfüllung gehe: daß die Ar- , beit der gesetzgebenden Körperschaften auch in dieser i Tagung mit Gottes Hülfe dem Vaterlande zu Segen I gereichen wird.

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, 21. November.

Se. Majestät der Kaiser ist gestern Abend in bestem Wohlsein im Neuen Palais wieder eingetroffen Die Strecke desselben auf der Jagd in Piesdorf betrug über 300 Stück Wild, darunter mehr als 250 Hasen Heute Vormittag empfing der Kaiser den Chef des Ge­neralstabes, Graf von Schlieffen, zum Vortrage und arbertete daran anschließend längere Zeit mit dem stellvertretenden Chef des Militärkabinets, Obersten von

Am königlichen Hofe wurde heute der Geburtö - a g Ihrer Majestät der K a i f e r i n F r i e d r i ch qe- Zu der aus diesem Anlaß heute Abend im Neuen N stattgefundenen Theatervorstellung seitens der Mitglieder desBerliner Theaters" waren etwa 230 Entladungen ergangen, u. A. auch an sämmtliche Mit- g leder der hiesigen großbritannischeil Botschaft.