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Gratisbeilagen „)llnftrirtes Sonntagsblatt" n. „Illnstrirte lanbwirthschaftliche Beilage".
«r. 122. Süimtrh Den 15. LktoKr 1896.
Amtliches.
Hersfeld, den 13. Oktober 1896.
Nachdem das Mitglied des Hauses der Abgeordneten für den 6. Wahlbezirk (Kreise Hersfeld und Rotenburg a/F.) Landwirth S e y s a r t h in Rotenburg sein Mandat niedergelegt hat, ist vom Herrn Minister des Innern durch Erlaß vom 21. v. Mts. die alsbaldige Herbeiführung einer Ersatz-Wahl in dem bezeichneten Wahlbezirke angeordnet Würben.
Demgemäß sind zunächst Wahlmänner-Ersatzwahlen für inmittelst abgegangene Wahlmänner vorzunehmen, und zwar in folgenden Urwahlbezirken:
Nr. 1. Niederaula
für den Amtsrichter Fuchs (Abth. I);
Nr. 3. Philippsthal, mit Röhrigshof-Nippe
für den Landwirth Anglist Anlepp (Abth. III) •
Nr. 4, Friedewald
für den Rentmeister Weste (Abth. I);
Nr. 5. Heringen mit Leimbach und Bengcndorf
für den Landwirth Conrad Hebig (Abth.IIl), dessen Wahl für ungültig erklärt war;
Nr. 6. Unterbaun, mit Oberhaun, Rotensee, Eitra, Sieglos und Gutsbezirk Bingartes
für den Landwirth Heinnch Eichler (Abtb. II);
Nr. 7. Asbach, mit Kohlhausen, Beiershausen, Gutsbezirk Eichhof unb Forsthalls Falkenbach (fisc. Oberförsterei Niederaula)
für den verst. Bürgenneister Gömbel (Abth. II);
Nr. 8. Obergeis, mit Aua
für den Landwirth Ferd. Roll (Abth. I);
Nr. 12. Sorga, mit Petersberg, Kathus und den Guts- bezirken Wilhelmshof und Oberrode, sowie den Forsthäusern, Sorga und Wüstfeld (fisc. Ober- försterei Wippershain);
für den Lehrer Römer (Abth. II);
Nr. 15. Hattenbach, mit Niederjossa unb Kleba für den Lehrer Knörr (Abth. I).
N. 18. Hilmes, mit Unterweisenborn, Dünkelrode, Malkomes, Schenksolz, Lanipertsfeld und Motzseld für den Landwirth Gge. Heußner (Abth. II).
Die betreffenden Herren Bürgermeister unb Gutsvorsteher werden unter Hinweis auf die im Kreisblatt Nr. 68 vom Jahre 1879 abgedruckte Verordnung vom 30. Mai
t Nachdruck verboten.»
Aus dem Lebe» — Ur bis Lebe».
Bon A. v. L i l i e ii c r o n.
(Fortsetzung.)
Das ging mir denn doch über den Spaß, ich packte meine Sachen, nahm die Kleine mit und fuhr mit der nächsten Post ab, es deinen Eltern allein überlassend, wie sie sich entscheiden würden.
Nun, das Antwortschreiben deines Vaters soll an Kürze und Klarheit richts zu wünschen übrig gelassen haben, wie mir deine Mutter schrieb. Es enthielt die Erklärung, daß in erster Linie es die Eltern wären, die über die Erziehung ihrer Kinder zu entscheiden hätten, und da sie bei deinen Anlagen das Kadettenkorps für ungeeignet hielten, so würden sie von dem einmal ein- «eschlagenen Wege nicht abgehen, sondern dafür Sorge tragen, daß du auf andere Art die für dich nöthigen Kenntnisse erlangtest. Ich denke, dir werden biefe Mimischen Tage 'noch in lebhafter Erinnerung geblieben fein."
Der Neffe hatte sich schon längst aus seiner bequemen Stellung im Schaukelstuhl erhoben und durchmaß mit Steichmäßigem Schritt das Zimmer. Jetzt blieb er stehen.
»Ich sage dir, Onkel," rief er erregt, „das Hangen Bangen jener Tage lebt unverwischt in meinem Gedächtnis, ebenso wie der Jubel, als ich von der Ent- A"dung meiner Eltern hörte. Jetzt liegen die Sachen Erch und doch ein gut Theil anders.
*« ich mein Abiturientenexamen bestanden hatte,
1849 sowie auf das dazu neu erlassene Reglement vom 18. September 1893 (abgedruckt im Amtsblatt Nr. 41) hierdurch beauftragt, die U r w ä h l e r l i st e n, 51t welchen das nöthige Formularpapier Ihnen zugehen wird, sofort aufzustellen.
Hierbei wird auf folgende fünfte besonders aufmerksam gemacht:
In die Urwählerliste sind auszunehmen alle selbstständigen Preußen, welche das 24. Lebensjahr vollendet und nicht den Vollbesitz der bürgerlichen Rechte in Folge rechtskräftigen richterlicheil Erkenntnisses verloren haben, nicht aus öffentlichen Mitteln Armen-Unterstützung erhalten und in der Gemeinde seit sechs Monaten ihren Wohnsitz haben, sowie die Militairbeainten. Die zum aktiven Heere gehörigen Militairpersonen mit Einschluß der zum Dienst ein- berufenen Personen des • Beurlaubtenstandes wählen nicht mit. (Vergl. §§ 8 unb 9 der Verordnung.)
Bei jedem einzelnen Namen ist der Jahres-Betrag der direkten Staatssteuern (Einkommenftener, Ergänzungssteuer und Gewerbesteuer für den Gewerbebetrieb im Umherziehen) sowie (an Stelle der direkten Gemeindesteuern) der vom Staate veranlagten Grund-, Gebünde- und Gewerbesteuer, einschließlich der Betriebssteuer, anzugeben, den der Urwähler in der Gemeinde oder in dem aus mehreren Gemeinden zusammengesetzten Urwahlbezirke zu entrichten .JhaL W-e r die meisten Steue r n zu zahlen hat, w i r d z u e r st in d i e U r >v ä h l e r l i st e eingetragen, bann folgt derjenige, welcher nächst jenem b i e höchsten Steuern entrichtet, unb s 0 fort bis zu d enj enig e n, welche die g eri n g ste oder gar keine Steuer zu z a h le u haben.
Dazu wird noch bemerkt, daß gemäß § 1 Absatz 2 des Gesetzes vom 29. Juni 1893 (Gesetz - Sammlung S. 103) für jede nicht zlir Staatseinkommensteuer veraillagte Person an Stelle dieser Steuer ein Betrag von 3 Mark zum Ansatz zu bringe» ist.
Dies hat auch in dem Falle 311 geschehen, daß für einen solchen Urwähler eine andere, von ihm zn entrichtende direkte Staatssteuer auzurechneu ist. Bei Gleichbesteuerten giebt die alphabetische Ordnung der Familien-Namen den Ausschlag bezüglich der Reihenfolge. Auf jeder Seite b e z s e. a m Schlüsse jeder U r w ä h l e r l i st e müssen sämmtliche Steil erbet rage unb zwar in all l e n Spalten, genau z u s a in in e n gezählt sein.
Alsbald nach Fertigstellung der Urwählerlisten sind
mochte der alte Herr auf den Gedanken kommen, daß ich noch nicht ganz aufzugeben sei, und er schlug einen neuen Weg ein, um mich für seine Pläne zu gewinnen.
Du weißt, daß meine Eltern in einfachen Verhält- nissen leben, weil ,fie auf das Vermögen der Mutter angewiesen sind, da der Großvater, trotz seines Reichthums, dem Sohne, der ihm nicht zu Willen war, fast jede Zulage entzieht und ihn aller Wahrscheinlichkeit nach auch dermaleinst auf das Pflichttheil setzen wird, während er das alte Familiengut irgend einer wohlthätigen Stiftung vermacht.
Jetzt, wo es für mich galt, mein Freiwilligenjahr abzudienen, kam wieder einer der seltenen Briefe des Großvaters zu Hause an. Darin hieß es: „Bringt den Jungen nach Berlin zur Kavallerie, er mag sich das Regiment aussuchen, er muß aber wenigstens dort vier Jahre Offiziersdienste thun. Die Zulage werde ich bestreiten, sie soll nicht knapp bemessen werden, denn der Junge soll sich dabei die Welt ansehen. Er hat sich aber vor dem Eintritt in das Regiment bei mir in Hohenwalden zu melden, ebenso, wenn er später gesonnen sein sollte, den Dienst zu quittieren."
Auf diesen Brief folgten keine Sturmestage, sondern ein bereitwilliges Eingehen von allen Seiten, Dankschreiben u. s. w., denn die Möglichkeit, in Berlin noch so manches von der edlen Kunst zu sehen und zu profitieren, überwog jedes andere Bedenken."
„Du warst in Hohenwalden," unterbrach ihn der Onkel lebhaft. „Junge, und das erzählst du erst jetzt! Das ist ja der erste Schritt zu einer Versöhnung! Nun,
dieselben drei Tage lang öffentlich auszulegen. Daß und in welch ein Lokale dies geschieht, ist beim Beginn der Auslegung in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.*)
Die Urwählerlisten sind sodann mit der vollzogenen Bescheinigung über die erfolgte Offenlegung und desbe- zügliche ortsübliche Bekanntmachung, nebst den etwa gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Listen angebrachten Einwendungen schleunigst anher einzureichen, dergestalt, daß sämmtliche Listen rc. spätestens am 22. Oktober d. I. in meinen Händen sich befinden. Bei Nichteinhaltung dieses Termins würde ich die fehlenden Listen sofort durch Warteboten abholen lassen müssen.
I. 5497. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
*) Die betreffende Bekanntmachung würde in folgender Form zu erlassen sein.
ES wird hierdurch bekannt gemacht, daß die Liste der in hiesiger Gemeinde vorhandenen Urwähler vom ... bis .... bei dem OrtSvorstande zu Jedermann« Einsicht öffentlich ausgelegt wird, und daß Einwendungen gegen deren Richtigkeit oder Vollständigkeit binnen 3 Tagen bei dem OrtSvorstande schriftlich angebracht oder mündlich zu Protokoll gegeben werden können.
.......den . . . ten..... 1896.
Der Ortivorstand.
H.'rsfeld, den 9. Oktober 1896.
Die Nummerliste der verloosten und zum 1. Januar 1897 gekündigten Schuldverschreibungen der 3'/§pro- zentigen Staatsschuldscheine von 1842 liegt im Ge- schäftslokale des Königlichen Landrathsamtes, sowie der Königlichen Kreiskaffe dahier zur Einsicht der Jnteressen- ten offen.
Zugleich wird hierbei auf die diese Nummerliste betreffende Bekanntmachung der Königlichen Hauptverwaltung der Staatsschulden vom 4. September 1896, abgedruckt im Regierungs-Amtsblatte für 1896 Seite 225, und auf die Einlösung der bereits früher gekündigten Staatsschuldscheine von 1842, der Schuldverschreibungen der Staatsanleihen von 1850,1852, 1853, 1862, 1868 A. und der Staatsprämienanleihe von 1855, der Kur- und Neumärkischen Schuldverschreibungen und einer Stammaktie der Münster-Hammer-Eisenbahn besonders aufmerksam gemacht.
J. I. Nr. 5593. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
losgeschoffen, beichte einmal, wie es dir da erging?"
„Davon ist wenig zu berichten," tönte es verdroffen zurück, „ich war kaum eine Stunde dort und konnte nicht Herr werden über die Bitterkeit, die mich packte, als ich die lange Lindenallee durchfuhr und das schloß- artige Haus betrat, dessen Schwelle ich noch nie hatte überschreiten dürfen, obgleich es seit über hundert Jahren in dem Besitz der Freiherrlichen Familie von Sternberg ist und ich ihr letzter männlicher Sprosse bin. Als ein Fremdling in der Heimat meiner Väter betrat ich die gewölbte Halle. Ich wußte, daß der hochgewachsene Mann mit dem silberweißen Haar und der ungebeugten Haltung, der mich scharf musterte, mein Großvater war. Ich kannte die Gedanken, die hinter den zusammengezogenen Brauen ihr düsteres Wesen trieben, sie schalten mich einen Abtrünnigen, weil das Künstlerblut, das in meinen Adern rollt, sich nicht in hausbackene Verhältnisse hinein zwingen läßt, sondern sich feine eigenen Bahnen suchen will. Pegasus im Joch ist mir immer ein verhaßtes Bild gewesen, und ebenso wollte ich mich nicht auf die Dauer in den Soldatenrock zwängen oder in den Pflug spannen lassen.
Der alte Herr mochte auch ohne Worte ähnliches auf dem Grunde meiner Seele gelesen haben, - denn er blieb in seiner kühlen Haltung und erklärte mit großer Knappheit, daß ich in diesen Jahren auf eine namhafte Summe aus seiner Kasse rechnen könne, um es begreifen ju lernen, daß die Stellung im Leben, die er für mich ausgesucht habe, nicht zu verachten sei. Er verlange, daß ich während einer Reihe von Jahren beim Regi-