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Hersseliier mM.

Gratisbeilagen:Illnftrirter Sonntag-blatt" n.)llnftrirte landwirthschaftliche Veilage^^.

Nr. 109. Iienftaz Den 15. Teilteuiber 1888.

Amtliches.

Cassel, den 20. August 1896.

Als Zusatz zu § 1 meiner Verordnung vom 17. Dezember 1895 betreffend die tierärztliche Untersuchung der aus den Nachbargebieten mit der Eisenbahn in den Regierungsbezirk eingeführten Wiederkäuer und Schweine ordne ich auf Grund der §§ 19 und 20 des Neichsvieh- ( , 23. Juni 1880 seuchengesetzes vom und des § 1 des

m , 12. März 1881 Preußischen AussuhrungSgesetzes vom 0 ^zunl lov4 für den Umfang des Regierungsbezirkes an:

Die Benachrichtigung des zustäudigen Veterinärbe­amten hat mindestens 12 Stunden vor Ankunft der Viehsendung telegraphisch oder schriftlich zu erfolgen, andernfalls kann der Empfänger keinen Anspruch auf die Untersuchung des Viehs alsbald nach dessen An­kunft machen.

War die Viehsendung zur gemeldeten Stunde nicht eingetroffen, und war der Veterinärbeamte durch Ver­schulden der Empfänger genöthigt 2 Mal den Weg zum Bahnhof zu machen, so trägt die Gebühren für den zweiten Weg der Empfänger der Thiere.

Abdruck übersende ich zur Kenntnißnahme mit dem Ersuchen, die Anordnung schleunigst in dem Kreisblatt zur Kenntniß der Ortspolizeibehörden und Interessenten zu bringen.

Die Ortspolizeibehörden haben für ortsübliche Be­kanntmachung derselben Sorge zu tragen.

Der Regierungs-Präsident. H a u s s o n v i l l e. An die sämmtlichen Herren Landräthe des Bezirks und den Herrn Polizei-Präsidenten hierselbst. A. III. 8356.

* * *

Hersseld, den 12. September 1896.

Die vorstehend abgedruckte Anordnung bringe ich mit Bezug auf das Ausschreiben vom 7. Januar d. J. I. Nr. 84, Kreisblatt Nr. 6, zur Kenntniß der Herren OrtS- vorstände, welche für die ortsübliche Bekanntmachung in den Gemeinden Sorge zu tragen haben.

I. 5052. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 12. September 1896.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche noch mit Erledigung der Verfügung vom 14. August 1891, J I. Nr. 8179 (Kreisblatt Nr. 99), die Einreichung einer Nachweisung über gewerbliche Anlagen betreffend, im Rückstände sind, werden mit Frist bis zum 25. d. »t«. hieran erinnert.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Die^erbstkonferenz des Kreis-Schulinspektions-BezirkeS Hersfeld I wird am 2i> September, Morgens um 10 Uhr, im Saale des $°te( zum Stern in Heröfeld gehalten, wozu die Herren ^okalschulinspektoren und die Herren Lehrer eingeladen werden.

Friedewald, den 14. September 1896.

Der Kreisschulinspektor Bötte.

Politische Nachrichten.

Inland.

Ueber den Aufenthalt Sr. Majestät des K a i | e r e 1,11 Manövergelände bei Görlitz, sowie über die Ab- nach Klitschdorf liegen folgende Meldungen vor: ^ro^bent der Angriff der Westarmee in vollem Gange war, leb der Kampf unentschieden, da das Vordringen bei dem Aufgelösten Boden und dem andauernden Wegenwetter auf e'öen Seiten äußerst schwierig war. Se. Majestät der

Kaiser ließ den Kampf alsbald abbrechen und reifte aus dem Manövergelände direkt zur Jagd bei dem Grafen Solms über Siegersdorf, an der Bahnstrecke Kohlfurth- Bunzlau, nach Klitschdorf ab. In Siegersdorf traf Se. Majestät, von lebhaften Hurrahs begrüßt, Nachmittag gegen 2'/^ Uhr ein. Graf Solms war zum Empfange erschienen. Se. Majestät der Kaiser bestieg sofort den bereitstehenden Jagdwagen undbegab sich über Tommendorf zur Jagd nach dem Klitschdorfer Revier. Die Krieger­vereine, Schulen und die Arbeiter der Siegersdorfer Werke bildeten vom Bahnhöfe an Spalier. Sonntag früh gedenkt Se. Majestät im Neuen Palais zu Pots­dam wieder einzutreffen. Die Fürstlichkeiten und der Generalstab verließen Görlitz gestern Nachmittag 4 Uhr.

Ueber einen Vorfall, der sich auf dem L ö b a u e r Bahnhof nach Ankunft S r. Majestät d e S K a i s e r S ereignete, berichtetW. T. 23.":

Als der kaiserliche Hofzug auf dem Löbauer Bahn­höfe hielt und Se. Majestät der Kaiser sich bereits von König Albert verabschiedet und den Zug bestiegen hatte, fuhr der Dresdner Schnellzug um 11 Uhr 55 Minuten in die zweite Maschine des kaiserlichen Hofzuges; es wurde jedoch Niemand verletzt. Der kaiserliche Hofzug, welcher zurückgezogen und in ein anderes Gleis überge­führt werden umßte, erlitt eine Verspätung von 40 Minuten.

Se. Majestät der Kaiser ist Sonntag um 8 Uhr Vormittags auf der Wildparkstation wieder eingetroffen. Zum Empfang war Ihre Majestät die Kaiserin er­schienen. Die Majestäten begrüßten sich herzlich und fuhren in offenem, zweispännigem Wagen nach dem Neuen Palais.

In einem Theile der Presse wird noch immer eine Diskussion über den wahren Wortlaut des Trink- spruchs unterhalten, den Se. Majestät der Kaiser von Rußland bei dem Festmahle in Breslau ausgebracht hatte, obgleich eine zuerst von un­verantwortlicher Seite hinauslelegraphirte falsche Lesart durch den alsbald bekannt gegebenen wirklichen Text berichtigt worden war. Demgegenüber können wir, schreibt dieN. A. Z", nochmals konstatiren, 'daß, wie alle im Saale anwesenden und der französischen Sprache kundigen Personen bestätigen können, die Worte Seiner Majestät des Kaisers Nikolaus, der laut und im ganzen Saale vernehmlich sprach, so lauteten, wie sie der offizielle Text wiedergegeben hat. Es wäre daher gut, jene Be­trachtungen als durchaus müßig einzustellen.

DieN. A. Z." schreibt: Die aus einer hiesigen Korrespondenz in die Blätter übergegangenen Mitthei­lungen über den Zeitpunkt der Einberufung des Landtags und über einzelne Regierungsvorlagen für denselben sind als verfrüht zu betrachten, da Näheres in beiden Beziehungen noch nicht bestimmt ist.

Außer dem Großherzog von Baden begeht in diesem Monat noch ein zweiter deutscher Bundesfürst seinen 70. Ge­burtstag, Herzog Ernst von Sachsen- Alten- burg, der am 16. September 1826 geboren ist. Von größern Festlichkeiten sieht das Land auf Wunsch des hohen Herrn ab, es wird aber dennoch diesen freudigen Anlaß benutzen, um dem Fürsten, der seit 43 Jahren zum größten Segen des Herzogthums die Regierung führt, seine Anhänglichkeit und Verehrung zu bekunden. In wettern Kreisen wird man sich den Glückwünschen für Herzog Ernst, der stets eine deutsch-patriotische Ge­sinnung bethätigt hat, gern anschließen.

Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe gedenkt Berlin in den nächsten Tagen wieder zu verlassen, um in Aussee Gemsen zu jagen.

Die H a n d w e r k e r k o n f e r e n z hat sich mit dem Abschnitt der Vorlage über die LehrlingSverhältnisse im großen und ganzen einverstanden erklärt. Bei Berathung des Abschnitts über die Handwerksausschüsse schlügt die Kommission vor, die BezeichnungHandwerksausschüsse" durch Jnnungsausschüsse" zu ersetzen und demgemäß einen Theil dieses Abschnitts zu verändern oder zu streichen. Der nächste Handwerkertag wird in Leipzig abgehalten werden.

In einer in Kiel abgehaltenen Versammlung der deutschen Gesellschaft für öffentliche Gesundheits­pflege hielt Professor Fränkel-Halle einen Vortrag über die Bekämpfung der Diphtheritis und be­zeichnete als Hauptübertrager den Menschen, als Haupt­ursache der Infektion die Disposition. Er forderte schleunigste Ueberführung aller Diphtheriekranken in das Krankenhaus und die Errichtung von Beobachtungs­stationen für alle Diphtherieverdächtige. Betreffs des Serums erklärte der Redner, die Heilkraft sei zweifellos.

In Berlin ist, wie bereits gemeldet, der Direktor der Norddeutschen Handelsgesellschaft, Oskar Schuster, verhaftet worden. Schuster hat die von ihm gegründeten und geleiteten Institute: die Berliner Jmmobilien-Aktienbank, die Deutsche Spar- und Depo­sitenbank, den Kaiser Wilhelm-Dauverein, die Charlotten­burger Terraingesellschaft, die Rixdorfer Terraingesell­schaft, die Berliner Brauhausgesellschaft und andere Gründungen dazu benutzt, um deren Vermögen an sich zu bringen, sodaß sie zum Theil zahlungsunfähig sind.

Die Entlassung der Reservisten bei den Truppentheilen der Marine beginnt am 16. September. Die See-Bataillone entlassen zuerst ihre ausgedienten Mannschaften.

' -»usland.

Die Königin von England wird eine Massenpetition der englischen Frauen von allen Theilen des britischen Reiches zur Unterdrückung des Handels in Opium und Spirituosen entgegennehmen. Die Petition trägt 7 Millionen Unterschriften. Die Königin hat während ihrer langen Regierung manche große Pe­tition in Empfang genommen, ein solches Riesengesuch ist ihr aber noch nicht vorgekommen.

Der Prozeß gegen die des Mordes an Stam - b u l o w , den frühern bulgarischen Ministerpräsidenten, Angeschuldigten soll im Oktober in Sofia verhandelt werden. Die Anklage ist gerichtet gegen Bone Geor- giew als direkten Mörder und gegen Raum Tüfektschiew und Mirtscho Atzow als Mitschuldige. Atzow ist der Kutscher des Wagens, der die Mörder StambulowS nach der That weggeführt hat. Gegen die direkten Mörder Halju (Michael) Stawrew und Athanas Zwetkow, die flüchtig geworden sind, ist das Verfahren eingestellt worden.

Nach einer amtlichen Depesche aus Manila sind 13 Hauptführer der in der Provinz Cavite entdeckten Ver­schwörung erschossen worden. Amtliche Depeschen aus Cuba berichten von mehreren Zusammenstößen, die gestern mit den Aufständischen stattfanden. Letztere sollen in diesen Gefechten 46 Todte und zahlreiche Verwundete gehabt haben.

Die Lage in Spanien wird immer kritischer. Zu dem Kriege auf Kuba, dem Aufstande auf den Phi­lippinen, der revolutionären Bewegung der Republikaner im Innern des Landes kommt jetzt noch die Drohung der Carlisten, einen neuen Bürgerkrieg heraufbeschwören zu wollen. Man glaubt indessen, daß der Papst, die hohe Geistlichkeit und der österreichische Hof ihren Ein­fluß bei Don Carlos geltend machen werden, um ihn und seine Anhänger dazu zu bewegen, sich wenigstens unter den jetzigen kritischen Umständen ruhig zu ver­halten.

Die ZeitungAsty" meldet, daß eine neue Bande zu Wasser nach Macedonien abgegangen und bei Kassan- dra gelandet sei. Bei Rodies sei dieselbe auf eine türkische Truppenabtheilung gestoßen. In dem sich hier­auf entspinnenden Kampfe seien mehrere türkische Sol­daten und zwei Insurgenten gelobtet worden. Die Massenverhaftungen und Abschiebungen dauern fort; alle Arrestlokale, die Polizeigebäude, sowie mehrere Kasernen sind mit Verhafteten überfüllt. Das armenische Komito machte vorgestern den Botschaftern die Mit­theilung, daß es, falls die nächtlichen Razzias und Ver- nichtungsinaßregeln gegen die Armenier fortdauern, auf's Neue deutliche Lebenszeichen geben werde. Es sind Vor­sichtsmaßregeln getroffen worden.

Räch einer Drahtmeldung aus H a v a n a sind 300