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Gratisbeilagen: „Illnstrirtes Ssnntagsblatt^^ n. „Jllustrirte landwirthschaftliche Beilage".
Sr. IM.
8l>iimKii>> Den 12. StDkmitr
1896.
Amtliches.
Hersfeld, den 7. September 1896.
An Stelle des verstorbenen vorhinnigen Bürgermeisters Ehmek in Heimboldshausen ist der jetzige Bürgermeister Wilhelm Brandenstein als Ortsschätzer und der Ziegelmeister Daniel Lesch daselbst als Ortsschätzer-Stellvertreter bestellt worden.
J. I. Nr. 5028. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Hersfeld, den 8. September 1896.
Nach Mittheilung des Königlichen Landrathsamtes zu Homberg ist in der Gemeinde Allmuthshausen die Maul- und Klauenseuche auSgebrochen und das Durchtreiben von Wiederkäuern und Schweinen — eingespanntes Vieh einbegriffen — durch diese Gemeinde und die umliegenden Ortschaften verboten worden.
J. I. Nr. 5031. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Nath.
Politische Nachrichten.
Inland.
Se. Majestät der Kaiser hat an Se. Königl. Hoheit den Großherzog von Baden nachstehendes Telegramm gerichtet:
„An des Großherzogs von Baden Königl. Hoheit Karlsruhe.
Zu Deinem 70. Geburtstage, an welchem Dir von Deinem Volke und aus allen Theilen Deutschlands Beweise aufrichtiger Verehrung und Liebe dargebracht werden, drängt es auch Mich, Dir Meine aus vollem Herzen kommenden Glückwünsche zu senden. Indem Ich es freudigst anerkenue, wie hervorragend Deine Verdienste um die Begründung und Erhaltung der Machtstellung Unseres gemeinsamen Vaterlandes sind und wie Du er verstanden hast, die Bande der Freundschaft zwischen Uns, Unsern Häusern und Regierungen immer fester und inniger zu knüpfen, danke Ich dem Allmächtigen, daß er Dich bisher so gnädig bewahrt hat, und stehe zu ihm, daß er Dich, begleitet von der Liebe des deutschen Volkes und der Anerkennung der Bundesfürsten, zum Segen Deines Landes und des ganzen Reiches noch lange in rüstiger Kraft erhalte. Die Kaiserin schließt Sich Meinen Glück- und Segenswünschen von ganzem Herzen an und wird Mich bei Dir vertreten, da Mich die Pflicht hier festhält.
Görlitz, den 9. September.
(gez.) W i l h e l m."
Den 70. Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs von Baden begrüßt der „Reichs- und Staats-Anzeiger" mit folgenden Worten:
„Getragen von der Liebe der Unterthanen und der Dankbarkeit des ganzen deutschen Volkes, begeht heute Se. königl. Hoheit der Großherzog Friedrich von Baden seinen 70. Geburtstag. Aus den Blättern der verschiedensten politischen Richtungen tönt bent edlen Fürsten das einmüthige Lob seines vorbildlichen Lebens und Wirkens entgegen. Tiefer noch, als die Zeitgenossen, wird einst die Nachwelt begreifen und durch den Mund der Geschichte aussprechen, wieviel das neugeeinte Vaterland dem echt deutsch gesinnten Herrscher Badens schuldig ist, von besten Lippen an einem ewig denkwürdigen ^tuge unserer Geschichte zum ersten Mal nach langer Zeit wieder der Name eines deutschen Kaisers erklang. Auf der ehrfurchtgebietenden Gestalt, die heute über bie Schwelle des Greisenalters schreitet, ruht ein Abglanz der milden Weisheit unseres ersten Kaisers, welchem Großherzog Friedrich, neben dem unvergeßlichen Fürsten, der denselben Namen trug, ein zweiter Sohn gewesen
Möchte es ihm beschieden sein, bis zu den Grenzen menschlicher Lebensdauer seine treuen Augen über das
Wohl seines blühenden Landes und über die Geschicke des jungen Deutschen Reichs wachen zu lassen!"
Aus Görlitz wird unterm 10. Septbr. gemeldet: Die Fürstlichkeiten sind bereits 6'/^ Uhr früh nach dem Manövergelände aufgebrochen. Se. Majestät der Kaiser folgte bald darauf. Der König von Sachsen, welcher in Bautzen übernachtet hatte, traf heute früh 8 Uhr in dem Manövergelände ein, stieg in Kubschütz zu Pferde, beritt die Stellungen des rechten Flügels der Westarmee und traf in der Nähe von Bautzen mit Sr. Maj. dem Kaiser zusammen, AUerhöchstwelcher in Kubschütz den Sonderzug verlassen hatte und auf der Chaussee von Löbau nach Bautzen dem Könige entgegengelitten war. Im Allgemeinen fand heute die eigentliche Offensive nur gegen die rechten Flügel beider Gegner statt. Da es dem V. Armeekorps gelang, den Gegner in nordwestlicher Richtung zurückzudrängen, das XII. Armeekorps aber das VI. in südöstlicher Richtung zurückwarf, so wurden die Stellungen beider Armeen in nordwestlichsüdöstlicher Richtung verschoben. Um l'/^UHr erfolgte die Rückkehr der Fürstlichkeiten aus dem Manövergelände. Se. Majestät der Kaiser verblieb noch in demselben und kehrte gegen 3 Uhr mit den Osftzieren des großen Hauptquartiers aus dem Manövergelände, zurück. Während der Uebungen war schönes klares Wetter.
Zu den O r d e n s a u s z e i ch n u n g e n, welche der Kaiser von Rußland verliehen hat, ist noch zu erwähnen, daß der Generaladjutant des Kaisers und Chef des Militärkabinels, General v. Hahnke, den St. Andreasorden, der Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg den Alexander Newskiorden mit Brillanten und der Chef des Zivilkabinets, Wirkt. Geh. Rath von LukanuS, den Weißen Adlerorden erhalten haben.
Die feierliche Grundsteinlegung der Dankeskirche in Holten au, welche auf Wunsch des Kaisers zur Erinnerung an die glückliche Vollendung des Kaiser Wilhelm-KanalS errichtet wird, findet am 13. September statt.
Wie aus Berlin gemeldet wird, steht die Errichtung einer besonderen Disziplinarkammer für die Beamten der deutschen Kolonie dem Vernehmen nach unmittelbar bevor.
Mit Bezug auf die von der preußischen Regierung geplante Verbesserung der Beamtenbesoldungen werden verschiedentlich detaillirte Angaben über die Erhöhung der Gehaltssätze einzelner Beamtenkategorieen mitgetheilt. Den „Bert. Polit. Nachc." zufolge können diese Zahlen keineswegs Anspruch auf Genauigkeit machen, da die Verhandlungen zwischen den einzelnen Ressorts noch keineswegs zu einem Abschluß gelangt sind.
Ausland.
Das Depeschenbüreau „Herold" bringt aus Rom die Meldung, daß dem Vernehmen nach Kaiser Wilhelm als Trauzeuge für den Kronprinzen von Italien und der Zar als Trauzeuge für die Prinzessin Helene von Montenegro fungieren werden.
In Bern wird in der Zeit vom 15. bis 18. September d. J. ein großer Sittlichkeitskongreß, nämlich die internationale Konferenz der Föderation, tagen, welche die Abschaffung der staatlichen Regelung der Prostitution und die Unterdrückung des Mädchenhandels zum Gegenstand ihrer weitumfassenden Agitation macht.
Frankreich erschöpft sich ganz in den Festveran- ftaltungen für den Oktober, wo das Zarenpaar auch den französischen Boden betritt. Je näher dieses große Er- eigniß kommt, um so fieberhafter schlägt es in den Adern der Nation, — der ganzen Nation darf man dreist sagen, nachdem selbst die Pariser Sozialisten alle erforderlichen Mittel zu dem pomphaften Empfang eines unumschränkten Herrschers bewilligt haben. Ihre Begeisterung hat sich noch gesteigert, seitdem es bekannt geworden, daß der Nachfolger des Fürsten Lobanow, der bisherige Botschafter in Wien, Graf Kapnist, die Bahnen der russischen Politik beibehalten und elf Tage vor dem Zarenpaar in Paris eintreffen will.
Die Meldungen der Konsuln ans Kreta bezeichnen
die Beruhigung der Insel auf Grund der von der Pforte gemachten Zugeständnisse als gefichtert. Das Friedens- bedürfniß ist allgemein. Die Stimmung der Armenier ist noch immer geängstigt, da die Massenverhaftungen und die Drohungen der Muhamedaner fortdauern. Die Armenier halten sich vielfach versteckt, veranlassen aber hierdurch weitere Verhaftungen.
In Mezedonien und Altserbien macht sich eine auffällige Bewegung der Türken gegen die Christen bemerkbar. Die Militärkommandanten verlangen von Konstantinopel Truppenverstärkungen.
Amerikanischen Blättern zufolge ist der frühere brasilianische Minister des Auswärtigen, Carvalho, auf dem Bahnhöfe von Rio de Janeiro von einem Deputierten in Anwesenheit des Präsidenten Moraes erschossen worden. Drei Kugeln trafen die Brust Carvalhos.
Eine in Madrid eingetroffene Privatdepesche besagt, daß die Aufständischen auf Kuba das in unmittelbarer Nähe von Havana gelegene San Francisco angegriffen und die Gebäude in Brand gesetzt haben; die Aufständischen seien dann zurückgeschlagen worden.
Eine in Madrid eingegangene amtliche Depesche aus Manila meldet, daß die spanischen Truppen die Aufständischen in Magalang.^versprengten, in Pampanga die Ruhe wieder herstellten und nach einem Gefechte die Aufständischen aus Silang vertrieben, wobei die Letzteren 58 Todte und zahlreiche Verwundete, die Spanier 8 Todte und 22 Verwundete hatten. Neue Verstärkungen sind aus Mindanao in Manila eingetroffen.
Aus Provinz unü Aochbnrzebiet.
Hersfeld, den 11. September 1896.
* (Personal-Veränderungen.) Ernannt: Der Pfarrer Damm in Breitenbach a. H. zum Pfarrer in Hundelshausen, der Post-Assistent Haferlach in Bebra zum Ober-Post-Assistenten. — Versetzt: Der Kreisphysikus Dr. Reip von Zeven nach Schlüchtern. — Entlassen: Der Gerichts-Assessor Dr. MalkmuS aus dem Justizdienst infolge Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht in Hanau, der GerichtS-Assessor Horchler aus dem Justizdienst infolge seiner Ernennung zum Auditeur, der Ober-Postassistent Koch in Carlshafen auf Antrag, der Referendar Streibelein aus dem Justizdienst behufs UebertriltS zur Polizeiverwaltung, der Schutzmann Wierdemann bei der königl. Polizeidirektion in Cassel behufs UebertrittS in den königl. Eisenbahndienst. Verliehen: Dem Privat-Dozenten Stabsarzt Dr. Wernicke, zur Zeit in Marburg, das Prädikat Professor. — Pensioniert: Der königliche Forstmeister Rörig in Roßberg vom 1. Oktober d. I. ab, der Hegemeister Wehrhahn in Albshausen vom 1. Oktober d. J. ab, der Schutzmann Göbel bei der königl. Polizeiverwaltung in Fulda.
*Der Getreide markt. (Berichtswoche vom 4. bis 11. Sept.) Das wieder besser gewordene Wetter, welches ein leidliches Eineruten der letzten Getreidefrüchte möglich machte, sowie die matte Haltung des amerikanischen Marktes haben die Aufwärtsbewegung der Getreidepreise wieder jum Stillstand gebracht. Die Umsätze waren deshalb auf dem Getreidemarkte schwach und wurde in Berlin und Leipzig gekauft: Weizen, zu 20 Centnern je nach Güte, für 137 bis 155 Mark, Roggen für 112 bis 118 Mark, Gerste für 108 bis 180 Mark, Hafer für 120 bis 148 Mark und Mais für 83 bis 91 Mark.
* Wegen Vergehens gegen das Gesetz z u r Bekämpfung des u n l a u t e r n Wettbewerbes sind mehrere Geschäftsleute in Altona zur Anklage gebracht worden. Es soll sich dabei um sogenannte „Ausverkäufe" handeln. Ein wirklicher Ausverkauf findet statt, wenn ein Geschäftsbetrieb infolge von ,4,0b oder in der Absicht, sich zur Ruhe zu fetzen, beendigt werden soll. Auch ein partieller Ausverkauf kann stattfinden. Reste, mit denen geräumt werden soll, sönnen im Ausverkauf zum Verkauf gelangen. Hiergegen hat das Gesetz nichts einzuwenden. Dagegen soll.