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Herchlötr MiMtt.
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A. -^ Jumtrslag ütn 11 AliMst 1896.
Amtliches.
Hersfeld, den 10. August 1896.
ES wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Königliche Gewerbe-Inspektor zu Fulda (Bureau im Schloß) bestimmte Sprechstunden für Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgesetzt hat, und zwar auf jeden Sonntag Vormittags von 8 bis 91/-, Uhr, und auf jeden Montag Nachmittags von 4 bis 8 Uhr. Gelegentlich der Dienstreisen des Herrn Gewerbe-Inspektors wird den Arbeitgebern und Arbeitnehmern außerdem auch in hiesiger Stadt Gelegenheit zu Besprechungen gegeben werden.
Zu diesem Zwecke wird vorher durch das Kreisblatt Tag, Stunde und Ort, wo diese Besprechungen stalt- finden, bekannt gegeben.
I. I. Nr. 4508. Der Königliche Landrath.
_________________________ I. V.: Heeg.
Hersfeld, den 11. August 1896.
Die Herren Ortsvorstände werden zu ihrer eigenen Information sowie zur Bescheidung der Interessenten darauf aufmerksam gemacht, daß vom Bundesrath auf Grund des § 105a der Gewerbeordnung für die Molkereibetriebe besondere Ausnahmebestimmungen von dem Verbote der Sonntagsarbeit getroffen und durch Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 26. v. Mts. (Reichsgesetzblatt S. 177) veröffentlicht worden sind. Danach sollen in Molkereien — mit Ausnahme der Hartkäsereien — bei täglich einmaliger Milchlieferung der Betrieb an Sonn- urtb Festtagen während fünf Stunden bis 12 Uhr Mittags, und bei täglich zweimaliger Milchlieferung außerdem noch während einer Nachmittagsstunde gestattet sein; indessen muß den Arbeitern mindestens an jedem dritten Sonntag die zum Besuch des Gottesdienstes erforderliche Zeit freigegeben werden. Den Betrieben zur Herstellung fetter Hartkäse wird während der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober der Betrieb auch an Sonn- und Festtagen ohne Beschränkung auf bestimmte Stunden gestattet, sofern jeder Arbeiter entweder an jedem zweiten Sonntag von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends oder an jedem dritten Sonntag volle 30 Stunden von der Arbeit freigelassen wird.
Für die Zeit von Anfang November bis Ende Februar sind die Hartkäsereien auch fernerhin auf die Aus- nahmebestimmungen des § 105c angewiesen.
I. 4540. Der Königliche Landrath.
J. V.: Heeg.
(Nachdruck verboten.)
schwere Kämpfe.
Roman von J. P i a. (Fortsetzung.)
24.
»Giebt es wohl einen Menschen, der schwerer zu tragen hat als ich?" fragte sich Wilhelm Rainer wieder und immer wieder in den Tagen der quälendsten Zweifel und Aengsten.
Er ließ sich äußerlich wenig von den Dualen merken, bte sein Inneres durchwühlten; nur seine Züge waren noch ernster und strenger, seine Worte noch spärlicher als bisher. Niemand wußte, daß er die Nächte schlaflos und in fieberhafter Unruhe verbrachte; Niemand hörte das oft wiederholte Gebet, der Himmel möge ihm feine Christa rein und sündenfrei zurückgeben.
»Ich war blind," klagte er sich an, «ich war unfreundlich gegen sie und nicht liebevoll genug; aber habe lch sie wieder, so soll die Zukunft die Vergangenheit gut machen."
Doch Tage — Wochen vergingen, und von der Verlorenen kam keine Nachricht. In allen Blättern erschienen Aufrufe, sie blieben erfolglos; selbst die Polizei vermochte trotz ihrer geschickten Beamten keine Spur von Christa zu entdecken.
Kuno von Reifenstein hatte man vor einigen Mo- uaten in die Familiengruft zu Kirnburg beigesetzt; Max
Hersfeld, den 11. August 1896.
Nach Mittheilung des Landes-Bauamtes dahier sind die Gemeinden rc. Allmershausen, (Hof Hählgans), Eich- Hof, Bingartes, Lampertsfeld, Dünkelrode, Sorga, Eitra, Friedlos, Gittersdorf, Unterhaun, Tann, Oberhaun, Rohrbach, Hilmes, Conrode, Oberlengsfeld, Oberrode, Malkomes, Schenksolz und Hof Meisebach mit Ausführung von Landwegebauarbeiten für das laufende Jahr noch im Rückstände.
Die Herren Ortsvorstände dieser Gemeinden erhalten die Auflage, für die Ausführung der fraglichen Arbeiten bis zum 31. d. Mts. Sorge zu tragen bei Meidung der Verakkordirung derselben auf Kosten der säumigen Gemeinde.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
I. A. Nr. 1896 bis 1915.
UichtamtlichM
Am 8MMM »es Priiize« Heinrich,
geb. 14. August 1862.
Der Bruder unseres Kaisers, Prinz Heinrich von Preußen, vollendet am nächsten Freitage sein 34. Lebensjahr. Wie an allen Vorkommnissen innerhalb unseres Herrscherhauses, so nimmt das deutsche Volk auch an diesem Ereigniß den innigsten Antheil, und aus dem Herzen aller Vaterlandsfreunde steigen Segenswünsche für ihn und seine Angehörigen zum Himmel auf.
In derselben Weise erzogen wie unser Kaiser, hat Prinz Heinrich das Denken und Fühlen des Volkes aus eigener Anschauung kennen gelernt. Nicht auf einsamer Höhe, sondern mitten im Volke hat er sich seine Ansicht gebildet. Von Jugend auf war es sein auch von den Eltern gebilligter Wunsch gewesen, zur See zu gehen, und am 21. April 1877 wurde er von seinem Vater, dem damaligen Kronprinzen, in Kiel mit folgenden Worten in seinen ernsten Beruf eingeführt: „Ich über- gebe meinen Sohn der jungen, sich noch entwickelnden Marine mit dem Vertrauen, daß er zu ihrer Förderung beitragen und den Ruhm, den die Armee stets erworben, wenn die Forderung an ihn herantreten sollte, auch auf die Marine übertragen helfen wird!"
Von Anfang an hat Prinz Heinrich sich mit voller Hingabe seiner seemännischen Laufbahn gewidmet. Keine
von Hollmang und seine Mutter hatten das Herrenhaus auf Breitenborn bezogen, und die Bäume waren kahl, Schnee deckte die Wege bevor Wilhelm Rainer voll bitterer Verzweiflung die Hoffnung aufgab und seine Nachforschungen eistellte.
„Sie muß todt sein," sagte er sich. „Wenn sie noch am Leben wäre, würde ich sie gefunden oder wenigstens von ihr gehört haben."
Nach Elfriede fragte er nie. Wenn Clotilde das Kind zufällig erwähnte, gab er ihr keine Antwort; er schrak vielmehr davor zurück, als ob er einen heftigen Schlag erhalten hätte.
Auch Clotilde war der festen Ueberzeugung, Christa sei todt. „Ihr Brief war in boshaftem Zorn geschrieben," dachte sie, um uns zu ärgern und zu quälen. Wenn sie noch am Leben wäre, würde sie schon um des Kindes willen zurückgekommen sein.
Bucheneck war Rainer verhaßt geworden. Wo er ging und stand verfolgten ihn die traurigen Augen und die vorwurfsvolle Stimme; und der Gedanke, wenn es hätte fein können, wenn er nur gewollt, ließ ihm Tag und Nacht keine Ruhe. Sein einst so theures Vaterhaus wurde ihm unerträglich, und er beschloß, es zu verlassen.
Eines Tages — die Krokus und Schneeglöckchen begannen eben aus ihren Blättern hervorzulugen — setzte er seine Schwester durch die Mittheilung seines Entschlusses in das höchste Erstaunen.
Anstrengungen, Mühen und Entbehrungen sind ihm erspart geblieben. Wie seine Kameraden hat er seinen Dienst pflichttreu gethan und ist dann von Stufe zu Stufe den Weg zu seiner jetzigen Stellung als Kontre- Admiral emporgestiegen. In verschiedenen schwierigen Lagen hat er bewiesen, daß ihm Thatkraft und Ent- schloffenheit, Ueberlegung und Geistesgegenwart in hohem Grade innewohnen.
Auf seinen Reisen hat Prinz Heinrich vielfach Gelegenheit gehabt, andere Marinen zu sehen, Vergleiche anzustellen und ihre Vorzüge und Mängel zu erkennen, um sie später für Deutschland zu verwerthen. Auch hat die Berührung mit so vielen Nationen den Blick des Prinzen erweitert und seinen Geist geschärft. Mit vollem Vertrauen blickt darum die Marine zum Prinzen Heinrich auf, und wenn er dereinst dazu berufen werden wird, an ihrer Spitze zu stehen, dann wird er der rechte Mann am rechten Platze sein.
Die Reise des Zaren.
In die widerspruchsvollen Nachrichten, die in der letzten Zeit über die Reise des russischen Kaiserpaares umliefen, ist jetzt Klarheit gebracht worden. Kaiser Nikolaus hat sich nebst Gemahlin dem Kaiser nach BreL- lau zu den Manövern angesagt und seinen Besuch für die Zeit vom 5. bis 7. September angekündigt. Der Besuch des Zaren zu einem in Breslau stattfindenden militärischen Schauspiel ist schon deshalb erfreulich, weil Breslau ein alter historischer Boden für die preußischrussische Freundschaft ist. Denn dort war es, wo im März 1813 König Friedrich Wilhelm III. in Anwesenheit des Kaisers Alexander I. seinen bekannten Aufruf „An mein Volk" erließ. Auch in den letzten 50 Jahren ist Breslau wiederholt der Ort der Zusammenkunft preußischer und russischer Herrscher gewesen. So weilten dort am 7. Oktober 1853 Nikolaus I. und Friedrich Wilhelm IV. und am 23. Oktober 1859 Alexander II. und der Priuzregent, der nachmalige Kaiser Wilhelm I.
Der Besuch des Zaren ist, da er sich über das Niveau eines formellen Höflichkeitsaktes erhebt, ohne Frage ein Ereigniß von politischer Bedeutung. Wie weit dies zutrifft, kann man am besten durch eine Prüfung der internationalen Lage erkennen, deren springender Punkt neben dem Dreibund die Freundschaft ist, die dank der weisen Politik unsers Reichskanzlers Rußland und Deutschland immer fester mit einander verbunden hat. Die Stellung, die Fürst Hohenlohe in der orientalischen Frage gewählt und bisher glücklich durchgeführt hat,
„Sobald ich einen guten Pächter finde, verpachte ich Bucheneck und trete in ein Geschäft ein," sagte er. „Ich habe mit Herrn von Hollwang gesprochen, und er meinte, es werde nicht schwer fallen, die geeignete Person dafür zu finden."
„Bist Du toll geworden?" rief Clotilde entsetzt, nachdem sie ihren Bruder eine Weile angestarrt hatte; „das Haus, in dem Dein Vater, Dein Großvater und dessen Vorfahren gelebt haben, willst Du an Fremde verpachten?"
„So habe ich es beschlossen und so wird es geschehen," lautete die gelassene Antwort.
Mit Christas Verlust hatte sich der Einfluß, welchen Clotilde bis dahin auf ihren Bruder ausgeübt hatte, bedeutend vermindert, anstatt, wie sie sicher gehofft, noch zu wachsen. Auch jetzt mußte seine strenge, entschlossene Miene, wie der ruhige, bestimmte Ton, in dem er sprach, sie überzeugen, daß hier jeder Einwand nutzlos sein würde.
„Du verstehst doch nichts von Geschäften," wagte sie fast bescheiden einzuwenden.
„Das wird sich finden," antwortete Wilhelm.
„In was für ein Geschäft gedenkst Du einzutrelen?" frug Clotilde.
Rainer erwiderte: „Baron von Hollwang sagte mir, daß der Vater seiner Braut einen Theilhaber für sein Geschäft sucht, der die Verantwortlichkeit desselben gänzlich auf seine Schultern nimmt, und er meint, daß ich