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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg, excl. Postaufschlag.

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Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

erWer Aeisblatt.

Gratisbeilagen:Illustrirtes Sonntagsblatt" n.Zllnstrirte landwirthschastliche Beilage".

Sr. 81

Iomierstlis Den 16. Juli

1896.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt mit den Gratisbeilagen Jllnstrirtes Sonntagsblatt" »»d Jllustrirte landwirthschaftl. Beilage" für das 3. Quartal 1896 werden noch von allen kaiserlichen Postanstalten, tandbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Cassel, den 1. Juli 1896.

Die Königliche Regierungs-Hauptkasse ist angewiesen worden, den Standesämtern des diesseitigen Bezirks die seitens des Königlichen statistischen Bureau« festgestellten Kopialienentschädigungen für hie im Jahre 1895/96 aufgestellten und erngereichten Zählkarten über Geburten, Eheschließungen und Steibefülle gegen Quittung zu zahlen.

Ich ersuche, die Standesbeamten im dortigen Kreise hiervon mit dem Bemerken in Kenntniß zu setzen, daß wenn die Abhebung bei den betreffenden Kreis- zc. Forstkassen nicht binnen 4 Wochen erfolge, die Zustellung durch die Post portofrei stattfinden werde.

Der RegierungS-Präsident. J. V.: von Pawel. An die sämmtlichen Herren Landräthe und die Herren Oberbürgermeister hier und in Hanau. A. I. 4928.

* * *

Hersseld, am 13. Juli 1896.

Wird den Herren Standesbeamten des hiesigen Kreises zur Kenntnißnahme mitgetheilt.

A. 1733 Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Amtliche Bekanntmachung der Landwitthschaftskammer.

Wir beabsichtigen in der mit dem pomologischen Gar­ten zu Cassel verbundenen Obstverwerthungs-Station im Laufe dieses Sommers und Herbstes einen allgemein zugängigen Obst- und Gemüse-Verwerthungskursus unter

(Nachdruck verboten.)

schwere Kämpfe.

Roman von I. P I a.

(Fortsetzung.)

Christas Blicke waren fest auf ihres Gatten Züge geheftet; sie las jeden Wechsel, der in seinem Denken und Fühlen vorging, von dem strengen, ernsten Gesicht ab. So entging es ihr auch nicht, daß in seinem In­nern ein schneller Entschluß gereist war, und der Muth sank ihr, doch ihre Mutterliebe war zu mächtig; sie konnte sich nicht ruhig in eine Trennung von dem Kinde schicken.

Wilhelm," bat sie daher,Elfriede ist in ihrem ganzen Leben noch keinen Tag von mir getrennt ge­wesen; überlege es Dir noch einmal. Auch würde nur meine Reise gar nichts nützen, wenn sie nicht bei mir wäre."

Er gab keine Antwort und strich nur ungeduldig die Zeitung glatt. , . f

Und Elfriede würde sich so sehr nach nur bangen

Für sie wird so gut gesorgt werden, wie immer, entgegnete er kurz.

Aber sie wird mich dennoch vermissen, Wilhelm; ich weiß, mein kleiner Liebling ist zu sehr an mich ge­wöhnt."

Er schmieg abermals und würdigte die arme, junge Frau, die mit gefalteten Händen und Thränen in den blauen Augen vor ihm stand, keines Blickes.

Wilhelm,"'fuhr Christa in ihrer Verzweiflung fort,

der Leitung des Jnstituts-Gärtners des pomologischen Gartens Herrn Carl Huber zu veranstalten.

Der Kursus zerfällt in zwei Abschnitte von je einer Zeitdauer von 4 Tagen und umfaßt im

Abschnitt I. (wird abgehalten zur Zeit der Ernte von Stein- und Beerenobst) Unterweisungen in der Ernte des Beerenobstes, Herstellung von Beerenweinen, Säften, Gelee, Marmelade, Pasten 2CV Trocknen von Steinobst, sowie Gemüsen, Einmachen und Konserviren letzterer.

Abschnitt II. (wird abgehalten zur Zeit des Kernobstes) Unterweisungen in der Ernte, Aufbewahrung und dem Versandte von Obst; Herstellung von Obst­weinen, Marmeladen, Gelee, Säften, Konserven, Obst­essig. Trocknen von Aepfeln und Birnen, Gemüsen und grünen Gewürzen.

Der bezw. die Kurse, welche in Männer- und Fraueu- Kurse geschieden werden, verfolgen den Zweck, eine l bessere und ausgiebigere Verwendung unserer Obst- und Gartenerzeugnisse besonders im landwirthschaftlichen Haushalt einzuführen.

Der Unterricht wird sowohl theoretisch als auch an den aufgestellten Verwerlhungsapparaten praktisch aus- gesührt, so daß die Theilnehmer Gelegenheit haben, sich in den verschiedenen Verwerthungsarten praktisch ein- zuüben.

Das Honorar für die Theilnehmer an den Obstver­werthungskursen beträgt für die beiden Abschnitte zu­sammen 6 M., je 1 Abschnitt allein 4 M. und ist bei Beginn der Kurse zu entrichten. Unbemittelten kann auf Antrag die Honorar-Zahlung erlassen werden. Die Termine für die Kurse werden sowohl in den' Fach­schriften und öffentlichen Blättern sowie den vorher an­gemeldeten Personen schriftlich kundgegeben.

Anmeldungen und Anfragen dieferhalb sind zu richten an den Leiter der Kurse, Jnstituts-Gärtner Karl Huber in Cassel.

Die Termine der Kurse sind in diesem Jahre:

a) Sommerabschnitt. Für Herren: vom 14. bis einschließlich 17. Juli; für Damen: vom 21. bis bis einschließlich 24. Juli.

b) Herbstabschnitt Für Damen: vom 15. bis einschließlich 18. September; für Herren: vom 22. bis einschließlich 25. September.

Gefunden: eine Wagenkette und ein Umschlagtuch.

wenn Elfriede in Bucheneck bleibt, so bleibe ich auch." Ueberrascht sah er sie an und sagte:

Ich verstehe Dich nicht. Ich glaubte, Du hättest Dein kindisches Wesen längst bei Seite gelegt, doch wie ich sehe, war ich im Irrthum. Laß Dir hiermit ein» für allemal gesagt sein, daß sämmtliche Anordnungen definitiv getroffen sind und nichts mehr daran zu än­dern ist."

Also alles Bitten blieb erfolglos! Ohne ein Wort weiter zu verlieren, wandte sie ihm den Rücken und ver­ließ das Zimmer. So sehr sie auch dagegen ankämpfte, konnte sie ihren Gedanken doch nicht wehren, zu dem Manne hinzuschweifen, der die zärtliche Liebe, welche sie für ihr Kind hegte, stets mit Interesse betrachtet und dieselbe niemals für kindisch und unpassend erklärt hatte. Seit dem Abend, an dem Rainer sich so ungewöhnlich liebevoll gegen Elfriede gezeigt und Christas verändertes Aussehen so theilnehmend bemerkt, hatten ihr die Worte, die ihm das letztere, sowie des Barons plötzliche Abreise erklären sollten, oft auf den Lippen geschwebt; jetzt dankte sie dem Himmel, daß sie nicht gesprochen waren, und mit einer fast an Verzweiflung grenzenden Innig­keit klammerte sie sich während der wenigen Tage, die ihr noch bis zur Abreise blieben, an die kleine Elfriede.

* *

*

Es war Abend, ungefähr acht Tage, nachdem Christa Bucheneck verlassen. Wilhelm Rainer war eben von den Feldern zurückgekehrt und setzte sich an den Thee­tisch nieder. Er war ermüdet; der Tag war sehr heiß

Meldung der Eigenthümer bei dem Ortsvorstand zu Oberlengsfeld.

Nichtamtliches.

Die Siegesfeier in München.

16. una 17. Juli 1871.

Nachdem 1866 zwischen Preußen und^ Bayern Friede geschlossen war, schrieb König Ludwig II. an König Wilhelm die Worte:Nachdem der Friede geschlossen und eine feste und dauernde Freundschaft zwischen unsern Häusern und Staaten begründet ist, drängt es mich, dieser auch einen äußern symbolischen Auedruck zu geben, indem ich Euer Königlichen Majestät anbiete, die ehr­würdige Burg Ihrer Ahnen zu Nürnberg gemeinschaft­lich mit mir zu besitzen. Wenn von den Zinnen dieser gemeinschaftlichen Ahnenburg die Banner von Hohen- zollern und Wittelsbach vereinigt wehen, möge darin ein Symbol erkannt werden, daß Preußen und Bayern ein­trächtig über Deutschlands Zukunft wachen, welche die Vorsehung durch Euer Königliche Majestät in neue Bahnen gelenkt hat." Durch diese Worte hat der so tragisch geendete Fürst feiner deutschen Gesinnung ein schlichtes und schönes Denkmal gesetzt. Dieser hat er noch deutlicheren Ausdruck verliehen, als er 1870 unter dem Jubel seines Volkes als Preußens Verbündeter in den Krieg gegen Frankreich eintrat.

Und als der Augenblick gekommen war, wo Bayerns ruhmbedeckte Krieger in des Landes Hauptstadt im Tri­umph einzogen, da erhielt dieser Einzug noch eine be­sondere Bedeutung dadurch, daß an der Spitze der Truppen der Oberfeldherr einherritt, der sie gleich am Anfang des Feldzuges von Sieg zu Sieg geführt und dem sie so gern und begeistert gefolgt waren, der Kronprinz von Preußen, jetzt auch Kronprinz des neu entstandenen deutschen Reiches. Herrlich war die Ludwigstraße her- gerichter, durch welche die Truppen zogen.

Au dem alten Siegesthor begrüßte den Kronprinzen Münchens Bürgermeister mitdenbegeistertenWorten:Euer Kaiserliche Hoheit Habensich die Liebe der süddeutschen Sol­daten erobert, aber auch die Herzen der Bürger schlagen Ihnen warm und begeistert entgegen, und es soll fort­an kein Zwiespalt mehr sein zwischen Nord und Süd!" Mit weitern Worten des Dankes wurde dem Kronprinzen dann von einer Eh renjungfrau ein Lorbeerkranz über-

und drückend gewesen und seine Arbeit anstrengender als gewöhnlich.

Wo ist Elfriede?" frug er plötzlich, da er die Kleine an ihrem Platz bei Tisch vermißte.

Ich habe sie zu Bett geschickt," antwortete Clotilde, sie hat den ganzen Tag nichts weiter gethan, als nach ihrer Mutter geschrieen das undankbare Ding bis ich es endlich satt hatte und sie dafür strafte. Du wirst au dem Mädchen noch Deine Freude erleben," fuhr sie sarkastisch fort.Wenn nicht bald ein ernster Schritt gethan wird, wird sie genau so kindisch und leichtfertig und unnütz, wie ihre Mutter."

Er schwieg und spielte sinnend mit der Gabel.

Wilhelm," hub Clotilde nach einer Weile miede an, hast Du Dir die Sache wegen der Pension überlegt?"

Ich habe mit Christa davon gesprochen, aber sie verwarf die Idee."

Verwarf die Idee!" wiederholte Clotilde verächtlich. Natürlich, gegen Alles, was wirklich zum Besten des Kindes ist, hat sie doch etwas einzuwenden, und ich sollte meinen, es wäre an Dir, zu entscheiden, was für das Wohl Deiner Tochter förderlich ist."

Ich denke, ein paar Jahre kann ich sie noch ruhig dem Unterricht ihrer Mutter überlassen."

Clotilde riß die Augen weit auf und hob entsetzt die Hände.

Wilhelm, Du vergißt, daß die Erziehung eines Kindes in der Wiege beginnen soll; und daß Christa fähig ist eine Erziehung zu leiten, wirst Du mir nicht einreden wollen."