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erhellter Aeisblatt.
Gratisbeilagen: „Illnstrirtes Sonntagsblatt" n. „Illustrirte landwirthschaftliche Beilage".
Nr. a. L-Uerst-s Kil 2. April 1888.
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Amtliches.
Bekanntmachung.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Dr. L. Nickel zu Marburg, welcher seit dem Jahre 1892 als Bezirkskonservator der Kunstdenkmäler für den Regierungsbezirk Cassel fungirt und Seiten- des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal - Angelegenheiten in dieser Eigenschaft bestätigt worden ist, in der gedachten Stellung gleichzeitig den Königlichen Konservator der Kunstdenkmäler in Berlin für den Umfang des Regierungsbezirks Cassel vertritt, und daß daher Anzeigen, Anträge und Ansuchen aus dem Gebiete der Denkmalspflege in erster Linie an den genannten Bezirkskonservator zu richten sind.
Cassel, den 5. März 1896.
Nr. 1371. Der Ober-Präsident, gez. Magdeburg.
Cassel, den 19. März 1896.
Nach einer Mittheilung des Herrn Landes-Direktors in Reffen ist bei Gelegenheit der Berathung über das Reglement, betreffend die Gewährung von Beihülfen zu den Kosten der Natural - Verpflegungs - Stationen im Schooß des Landes-Ausschusses zur Sprache gebracht morden, daß nach ihrer Beobachtung stellenweise neben der Stationsverpflegung noch die Wanderbettelei ausgeübt werde. Der Landes-Ausschuß hat demzufolge angesichts der Verwendung von Mitteln des Bezirksverbandes für die Verpflegungsstationen es als dringend wünschenswerth erachtet, daß energischer als bisher gegen
(Nachdruck verboten.) Auf falschem Wege.
Von T. v. R o t s ch ü tz.
(Fortsetzung.)
Worin bestand das Geheimniß des fleißigen Mannes dort draußen mitten unter den Kreuzen und Grabsteinen, daß nichts ihn aus seiner gleichmäßigen Stimmung, seiner klaren Heiterkeit und Ruhe zu bringen vermochte? Er war arm — und sie reich; er mußte angestrengt arbeiten vom Morgen zum Abend —■ während sie in größter Freiheit und Unabhängigheit ihren Tag verbrachte; er war nie auf einer höhern Schule gewesen, verstand von vielen Sachen, die sie gelernt hatte, gar nichts — und doch war er zufrieden und glücklich, während sie mit sich selbst und ihrer Umgebung unzufrieden und sogar in letzter Zeit dem Vater oft gram gewesen war, daß er in seiner Liebe zu ihr sie auf Wege geführt hatte, die sie doch nicht glücklich machten.
Sie mußte das Geheimniß kennen lernen. Anton konnte ihr nichts abschlagen — und sobald sie nur die passende Gelegenheit finden würde, sollte er es ihr sagen.
V.
Schon am nächsten Sonntage bot sich ihr ein solcher Augenblick. Anton war am Nachmittage nach Grenzen- borf gegangen, aber Ursula wußte, daß er vor dem Abend zurückkommen würde, und kannte auch den Weg, der ihn heimführte. Dorthin begab sie sich und beschloß, ihn auf der Rasenbank, etwa- seitab von dem Fußsteg,
den Wanderbettel vorgegangen werde, und hat zu diesem Zwecke meine Mitwirkung in Anspruch genommen.
Demgemäß ersuche ich Ew. Hochwohlgeboren, die Ihnen unterstellten Organe mit entsprechender Anweisung zu versehen.
Der Regierungs-Präsident.
Wirkl. Geh. Ober-Reg.-Rath. Haussonville. An die sämmtlichen Herren Landräthe des Bezirks.
J. A. II. Nr. 2419.
* *
Hersfeld, den 28. März 1896.
Wird den Ortspolizeibehörden und der Königlichen Gendarmerie des Kreises mit der Veranlassung mitgetheilt, gegen die Wanderbettelei nach Möglichkeit einzuschreiten. 1. 1838. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Homberg, den 27. März 1896.
Königliches Landrathsamt benachrichtige ich ergebenst, daß unter dem Rindvieh der Wittwe Schneider zu Ober- hülsa die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist, und daß über die Gemarkungen Ober- und Niederhülsa die Gemarkungssperre verhängt ist.
Der com. Landrath. v. Gehren, Regierungs-Assessor. An Königl. Landrathsamt zu Hersfeld. — 2105.
* * *
Hersfeld, den 30. März 1896.
Wird veröffentlicht.
I. 1891. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer RegierungS-Rath.
Landes-Direktor der Provinz Hessen-Nassau. Landwirthschriftliche Berufsgenossenschaft.
Cassel, den 23. März 1896.
In letzterer Zeit ist es mehrfach vorgekommen, daß von den Gemeindebehörden uneinziehbare Beiträge nicht nur aus der letzten Beitragserhebung, sondern auch noch aus früheren Jahren zur Erstattung liquidirt werden. Da indessen die Genossenschaft Beiträge aus früherer Zeit in dem laufenden Rechnungsjahre nur für das diesem unmittelbar vorangehende Jahr nacherheben kann, so kann sich die Rückerstattung der von den Gemeindekassen vorgelegten Beträge auch nur auf die gleiche Zeit wie die Einziehung beschränken.
zu erwaten, die Anton in frühern Jahren für sie dort erbaut hatte und wo sie als Kind manche Stunde in seiner Gesellschaft zugebracht hatte. Es war ein warmer, köstlicher Frühjahrtztag, die ernsten Edeltannen und schwermüthigen Fichten umstanden den kleinen Platz, Helles Birkengrün und sprossende Buchen unterbrachen das Dunkel der Nadelhölzer.
Ursula erinnerte sich der vielen, fröhlichen Stunden, die sie mit dem Gefährten hier verlebt hatte, dem die Mutter sie immer anvertraute, und ihr Auge begann die Stämme der Bäume in ihrer Nähe zu mustern, um das alte, in einem derselben eingegrabene Zeichen wieder- zufinden, das sie oft mit ihm hier betrachtet hatte. Auf einem der höchsten Lärchenstämme, der sich an den Abhang lehnte, fand sie es wieder und stand lange im Anschauen davor versunken. Es war ein Herz, das vor langen Jahren in die Borke mußte eingeschnitten sein, denn schon war es von der Rinde fast überwachsen.
Ursula besann sich auf keine Zeit, wo sie hier gesessen hatte, ohne nicht das Herz dort gesehen zu haben, von ihrer frühsten Kindheit an. Sie wußte, daß Anton die Bedeutung desselben kannte, er hatte ihr sogar einmal auf ihre stürmischen Fragen als Kind eingeräumt, daß er es selbst dort eingeschnitten hätte. Aber weiter hatten all ihre Bitten nichts aus ihm herauszubringen vermocht.
„Heute muß er's mir sagen, — dies und das andre Geheimniß!" rief sie halblaut aus, ahnungslos, daß seit einigen Minuten schon der, den sie erwartete, auf dem weichen Moose sich genähert hatte und nun hinter ihr
Die Sektions-Vorstände ersuche ich ergebenst, gefälligst die Gemeindebehörden hiervon entsprechend zu benachrichtigen und gleichzeitig zu veranlassen, daß die Einziehung der Beiträge, welche die Gemeindekassen vorlegen, von den säumigen Zahlungspflichtigen möglichst rasch erledigt und die uneinziehbaren Beträge noch in demselben Jahr hier liquidirt werden. Später dahier liquidirte Beträge kann ich in Folge eines Monitums zur Genossenschafts »Hauptkassen-Rechnung nicht mehr erstatten.
Der Landes-Direktor der Provinz Hessen-Nassau:
i. A.
Dr. Schroeder.
An sämmtliche Sektions-Vorstände. Nr. 3237. B. G.
* * * Hersfeld, den 30. März 1896.
Wird den Herren Ortsvorständen des Kreises zur Nachachtung mitgetheilt.
a. 779. Der Sektionsvorstand:
Freiherr von Schleinitz.
Bekanntmachung.
Die VerwaltungSgeschäfte bezüglich
a. der St/t °/oigen Schuldverschreibungen der Saal- Eisenbahn vom 22. Juli 1886,
b. der 3'/i "/»igen Prioritäts-Obligationen der Werra- Eisenbahn^vom 1. Januar 1895 — an Stelle der I. und II. Emission getreten —,
c. der 4°/oigen Prioritäts-Obligationen der Werra- Eisenbahn vom 1. Juli 1890, IV. Emission — 2r Theil —,
gehen vom 1. April d. Js. ab von der Königlichen Eisenbahn-Direktion in Erfurt auf uns über.
Die Einlösung der fälligen Zinsscheine und verloosten Schuldverschreibungen dieser Anleihen erfolgt in Zukunft bei den bisher hierzu benutzten Stellen.
Berlin, den 16. März 1896.
Hauptverwaltung der Staatsschulden, gez. v. Hosfmann.
Zum Lharfveitag.
Giebt es etwas Gewaltigeres, Erschütternderes, als das Bild des am Kreuz für die Menschheit sterbenden Erlösers? Unter Gottes Willen sich beugend, „nicht mein Wille geschehe, sondern der deine," hat er sein
stand. Erst als Anton leise ihren Namen nannte, wurde sie seiner gewahr und bestürmte ihn mit Fragen: „Was hat das Herz für eine Bedeutung? Soll ich es heute nicht erfahren, Anton?" schmeichelte sie in der halb bittenden, halb befehlenden Weise ihrer frühern Kinderjahre. „Du hast bis jetzt immer geantwortet, ich würde die Geschichte desselben nicht verstehen — glaubst du auch jetzt noch, daß ich es nicht kann?"
Ueber das Gesicht des jungen Mannes flog einen Augenblick tiefe Bläffe. Es mußte ihn eine Erinnerung mächtig bewegen. Dann nahm er die Hand des Mädchens mit all der Vertraulichkeit alter Zeiten in die seine und zog sie neben sich auf die Rasenbank.
„Ich will dir erzählen, warum ich das Herz dort eingeschnitten habe. Vor vielen Jahren," begann er zögernd, „selbst auf die Gefahr hin, dadurch noch mehr in deinen Augen zu sinken, als es — fürchte ich — schon in der letzten Zeit geschehen ist, seitdem du mich mit andern vergleichst, die in deinen Augen weit über mir stehen!"
Ursula wollte ihn unterbrechen, aber Anton ließ sie nicht zu Worte kommen.
„Vertheidige dich nicht," sagte er mit wehmüthigem Lächeln, „ich mache dir keinen Vorwurf daraus. Dein Vater hat es gut mit dir gemeint, als er dich in Kreise führte, die weit außerhalb unsers stillen, einfachen Lebens hier in der Marmormühle liegen, — ob er aber dein Glück damit begründet hat, daß er so viele Wünsche in dir rege gemacht hat?" Der junge Mann blickte fragend zu seiner Gefährtin auf, und diese senkte den