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ÜlX »lin In 2t. Nr, M

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NMP Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden wir dieselben nöthigenfalls durch Extrablätter verbreiten.

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Die Expedition.

Amtliches.

Hersfeld, den 20. März 1896.

Aus Anlaß mehrfach hier gestellter Fragen über die Verpflichtung der Gemeinden zur Entrich­tung vonKrankenkassenbeiträgen für die beim Wegebau beschäftigten Personen benachrichtige ich die Herren Ortsvorstände des Kreises, daß Straßen- und Wegebau-Arbeiter nach § 1 des 15. Juni 1883 .

Krankenversicherungs-GesetzeS vom April 1892 bem

(Nachdruck verboten.)

Aus falschen, WeKr

Von T. v. R o t s ch ü tz.

(Fortsetzung.)

Frau Weinholt erinnerte sich fast jedes Wortes, jeder Bewegung ihres Mannes an jenem Tage. Eben hatte er noch gerufen:Ich verlange keinen Reichthum ich will arbeiten für dich und das Kind ich bin zu­frieden mit meiner Armuth" und nun plötzlich war er ein reicher Mann geworden; wenigstens reich im Ver­hältniß zu dem, was sie bisher besessen hatte, und sie konnte nicht begreifen, wie er so mit einem Schlage sich in die veränderte Stellung hatte finden können.

Am andern Morgen stand er auch im Aeußern verändert, denn er war augenblicklich gegangen, um sich neue Kleider zu kaufen neben ihrem Bette, um Ab­schied zu nehmen. Er hatte nur wenige Worte für sie gehabt, aber desto mehr für das Kind.Hüte es, wie deinen Augapfel, Frau!" sagte er eindringlich,ich for­dere es von dir zurück, es ist so stark und gesund, daß es nicht sterben kann, wenn du es nicht irgendwie ver­nachlässigst. Ich hätte es schon schwer genug ertragen können, es wieder zu verlieren, wenn alles blieb, wie es war, aber nun ich ein gemachter Mann bin, nun ich mein Kind auf den Händen tragen und ihm das glück­lichste Leben bereiten kann, darf es mir nicht wieder genommen werden, hörst du wohl?" Dann war er ab- gereist. , , . , .

Die fleißigen Hände der Frau Weinholt sanken in

Versicherungszwange unterliegen, sofern nicht die Be­schäftigung durch die Natur ihres Gegenstandes oder im Voraus durch den Arbeitsvertrag auf den Zeitraum von weniger als einer Woche beschränkt ist.

Hiernach ist der Gemeinde-Wegewärter versicherungs- pflichtig. Die Versicherung bei der Tiefbau-Berufsge- nossenschaft hat hiermit Nichts zu thun, da dies eine Unfallversicherung ist, welche erst nach Ablauf der 13. Woche nach einem Unfall in Kraft tritt, die Kranken­versicherung aber für die ersten 13 Wochen ein­treten soll.

Wegebau-Arbeiten, welche im Frohn- dienste oder in Akkord geleistet werden, sind nicht versicherungspflichtig. Im letzteren Falle ist der Akkordant, wann er Arbeiter min­destens eine Woche lang beschäftigt, verpflichtet, diese zur Krankenversicherung anzumelden.

Hiernach sind die Arbeiten beim Gemeindewegebau nur krankenversicherungspflichtig, wenn die Gemeinde den Wegebau nicht auf dem Wege der Frohndienste oder des Akkordes, sondern in Regie, d. h. durch dazu an­genommene und gelohnte Arbeiter, welche mindestens eine Woche arbeiten, ausführen läßt.

I. A. ÜRr. 671/672. Der Königliche Landrath

Freiyerr von Schleinitz, __Geheimer Regierungs-Rath.

Wir theilen Ihnen ergebenst mit, daß auch in Schlitz die Maul- und Klauenseuche erloschen und hiernach der Kreis Lauterbach wieder frei von dieser Seuche ist. Lauterbach, den 17. März 1896.

Großherzogl. Heff. Kreisamt.

An Königlich Preußisches Landrathsamt zu Hersfeld.

* * *

Hersfeld, den 20. März 1896.

Wird veröffentlicht.

I. 1627. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtliches.

Der Deutsche Reichstag, der jüngste unter den Faktoren, welche in ihrer organi­schen Einheit die Verfassung des Deutschen Reiches dar-

ihren Schoß und blieben regungslos auf dem Haufen leerer Schoten ruhen, die sie darin angehäuft hatte. Ein scheuer Seitenblick hatte das Mädchen gestreift, das träu­merisch in den Garten hineinschaute, dann schloß sie die Augen, als wollte sie das Bild ausschließen, das sich vor ihrem Geist erhob, und ein leichter Schauer durch- bebte die zarte Gestalt.

Es kam erst wieder ein Schein von Farbe in ihr blasses Gesicht, als sie sich den Augenblick vergegenwär­tigte, wo ihr Mann zurückkam. Sechs Wochen waren vergangen! Nur auf ihr dringendes Bitten, er möge heimkehren, damit das Kind getauft werden könnte, traf er endlich wieder in dem ärmlichen, kleinen Häuschen an der Stadtmauer ein.

Sie hatte gerade gewaschen und stand mit aufge- schürztem Kleide in der Küche, die Hände voll Seifen­schaum. Da hörte sie die Stimme ihres Mannes durch die geöffnete Thür mit dem Kinde scherzen und plaudern, das eben in seinem Bettchen erwacht war.

Sie sah ihn sich über dasselbe beugen und es dann in seine Arme nehmen, sah ihn das Töchterchen herzen und küssen, wie er nie die blaffen, kränklichen Söhne geherzt hatte, und mußte sich an die Pfosten der Thür lehnen, um nicht umzusinken, so fühlte sie ihre Knie zittern. Von dem Augenblicke an war ihm das Kind alles gewesen und sie ihm nichts.

Aber sie ertrug es gern, denn auch sie hing mit großer Zärtlichkeit an der kleinen Ursula, die in blühen­der Gesundheit aufwuchs und den Eltern kaum je eine Sorge machte. Es wurden eiligst bessere Kleider ange-

stellen, feierte am Sonnabend das Erinnerungsfest an sein vor 25 Jahren am 21. März ersolgtes erstmaliges Zusammentreten. Viel Arbeit ist in diesem Zeitraum geleistet, viele harte Kämpfe sind durchgefochten worden. An Angriffen von außen her, an theilweise sehr herben Beurtheilungen der Thätigkeit unserer nationalen Ver­tretung hat es auch nicht gefehlt. Aber wer unbefangenen Blickes die politische Entwicklung unseres Volkes im ersten Vierteljahrhundert nach der Wiederherstellung einer einheitlichen nationalen Versaffung überschaut, der wird nicht umhin können, mit aufrichtiger Anerkennung des Antheils zu gedenken, der dem Reichstag an der kräftigen Wahrung und Förderung der materiellen und ideellen Interessen unseres Volkes zuzusprechen ist.

Was von der Tribüne des Reichstags aus gesprochen wird, ist bestimmt, dem gesammten deutschen Volke zu Ohren zu dringen. Der« Redner ist damit selbst wider Willen genöthigt, bei jeder Gelegenheit und im Hinblick auf jedes Interesse den Zusammenhang des Einzelnen mit dem großen Ganzen in Erinnerung zu bringen. Im Reichstage finden die Klagen und Beschwerden, die Wünsche und Bedürfnisse jedes Theiles und jeder Schicht unseres Volkes die Stätte, wo sie aufs freieste zum Aus­druck kommen und auf sorgsame Beachtung rechnen können. Die T^bütten uuL »«.»iniUNgLN bei Aeichrta^s bleiben immer die wichtigste Grundlage für die Ermittelung des Maßes staatlicher Berücksichtigung, auf welches die großen sozialen Interessengruppen je nach ihrem Werth und ihrer Bedeutung für dgL Ganze Anspruch haben.

Wenn In- und Ausland einig ist in dem Urtheil, daß das Gefühl der politischen Einheit und Zusammen­gehörigkeit bei den Deutschen im Laufe der letzten 25 Jahre sich stetig verstärkt und vertieft hat, so wird da­mit schon von selbst die Klage, daß den Sonderinteressen vom Reichstag ein zu großer Spielraum gewährt werde, auf das Maß ihrer Berechtigung zurückgeführt. An Tagen, wo es sich darum handelte, dem Ausland gegen­über von der Einmüthigkeit Kunde zu geben, mit der die Nation zu ihrem Kaiser steht, hat die nationale Ver­tretung an ihrem Theile das Ansehen und die Würde des Reiches mit Entschlossenheit zu wahren gewußt.

Wenn noch Wünsche übrig bleiben, daß überall und in allen Fällen die großen gemeinsame Gesichtspunkte und das Bewußtsein der Alles überherrschenden staat­lichen Pflicht mehr in den Vordergrund treten möchten, so ist den Wählern die Aufforderung nahegelegt, daß

schafft für alle, die Taufe so schnell wie möglich besorgt, und dann reiste die kleine Familie der neuen Heimath zu, um nie wieder in die Stadt zurück zu kehren, wo sie so viel Trauriges erlebt hatte.

Am Abend vor der Abreise erzählte Weinholt mit glücklichem Lächeln seiner Frau von dem Testament des Onkel Christoph:Da wir so selten von einander hörten, und das letzte, was ich dem Onkel hatte schreiben können, die Nachricht vom Tode des jüngsten Knaben gewesen war, hat er natürlich geglaubt, wir hätten nun keine Kinder mehr, und nicht gewußt, daß gerade in den Tagen, wo er starb, bei uns die Ursel zur Welt kam. Er hat also bestimmt, daß ich sein Erbe sein soll. Nach mir aber soll der Knabe, den er seinen Pflegesohn nennt, der Anton, die Marmormühle bekommen. Zum Glück hat er aber hinzugefügt:Hätte mein Neffe Kinder ge­habt, so würde ich natürlich an den Fremden nicht ge­dacht haben; da ich aber weiß, daß er selbst keine direkten Erben hat, macht es mir Freude, später einmal dem armen Waisenknaben zu vergelten, was er in meiner Krankheit an mir gethan hat!"

Seine Frau hatte bei dieser Mittheilung hoch auf- geborcht.Und so kommt der arme Junge um die ganze Erbschaft?" rief sie erschrocken.Wenn Ursula nicht wäre"

Wenn sie nicht wäre, läge die ganze Geschichte anders!" hatte ihr Mann mit der jetzt bei ihm schon zur Gewohnheit gewordenen Heftigkeit geantwortet.Da sie aber nun da ist, gottlob, und uns auch bleiben wird, wenn noch Gerechtigkeit unb Barmherzigkeit im Himme