Professoren des Privatrechts an den deutschen Universitäten zur Besprechung der Umgestaltung des juristischen Unterrichts in Folge der Einführung des bürgerlichen Gesetzbuches findet zu Eisenach am 23. März statt. Ursprünglich war nur eine Besprechung der preußischen Nechtslehrer vorgesehen; jetzt laden die Juristenfacultäten von Berlin, München und Leipzig gemeinsam ein.
Brotterove, 10. März. Dem „B. T." wird telegraphiert: Der Schneider Peter in Brotterode, in dessen Haus der große Brand entstanden war, der, wie erinnerlich, das ganze Dorf in Asche legte, ist in Herges-Vogtei verhaftet und in das hiesige Landgerichtsgefängniß eingeliefert worden." Diese Nachricht ist nicht zutreffend. Am Freitag wurde allerdings der Schneider G. Peter verhaftet, aber in das Amtsgerichtsgefängniß in Schmalkalden abgesührt, und nicht, weil am 10. Juli 1895 der Brand in dessen Haus ausgebrochen ist, sondern wegen Wechsel-Angelegenheiten. Gestern wurde auch der Bruder des G. P., Adolf Peter, verhaftet, weil Verdacht wegen betrügerischen Bankerolts vorliegt.
Mengeringhausen, 10. März. In dem Forstbezirk unseres Nachbarortes Adorf wurde dieser Tage Jagd auf zwei berüchtigte Wilddiebe gemacht. Herr Oberförster Grebe glaubte denselben schon längere Zeit auf der Spur zu fein. Bei Gelegenheit eines abgehal- tenen Holzverkauf-Termins wurde das Terrain, in welchem man Schüffe hatte fallen hören, abgesucht. Einer der Forstleute entdeckte denn auch hinter einem Buschwerk zusammengekauert zwei Wilderer und in demselben Augenblick krachte ein Schuß, von dem der Suchende getroffen niedersank. Während die beiden Ausreißer verfolgt wurden, wurde einer derselben durch einen Schuß verwundet, schleppte sich aber weiter und wurde dann schließlich dingfest gemacht, was den anderen Complicen veranlaßt haben mag, sich bald darauf der Polizeibehörde in N-Marsberg freiwillig zu stellen.
Hanau, 12. März. Der 28 Jahre alte Rangierer Habermann aus Kleinsteinheim kam beim Rangieren in vergangener Nacht auf hiesigem Ostbahnhof zwischen die Puffer und wurde zermalmt. Der Tod trat sofort ein.
Fulda, 11. März. Der im hiesigen Gerichtsgefängnisse wegen Diebstahls inhaftierte Fuhrmann Franz Möller aus Mansbach, Kreis Hünfeld, ist vorgestern Nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr aus dem Gefängniß entsprungen und bis jetzt noch nicht aufgefunden worden.
Wohra, 7. März. Eine Unvorsichtigkeit, der man bei vielen Landwirthschaft Treibenden begegnet, besteht darin, daß auf den bis unter die Ziegel vollgestopften Heuböden das Heu immer an derselben Stelle weggezupft wird, in Folge beffen förmliche Höhlen und Wölbungen entstehen. Durch diesen Umstand verlor Anfangs dieser Woche das Dienstmädchen eines hiesigen Einwohners beinahe das Leben. Als dasselbe zur Zeit des Abendessens gegen seine sonstige Gewohnheit sich nicht einfand und alles Rufen unbeantwortet blieb, fing man an, nach ihm zu suchen. Der Dienstherr erstieg auch den Heuboden und bemerkte, daß eine große Menge Heu nach vorn herunter gestürzt war. Nichts Gutes ahnend, begann er
mit Hülfe einiger Nachbarn das Heu wegzuräumen und stieß nach einiger Zeit auf den Körper des leblosen Mädchens. Erst nach längeren Belebungsversuchen kehrte das Bewußtsein wieder. Wären die Leute sorglos gewesen, so wäre es unfehlbar unter der Masse erstickt.
Gießen, 11. März. Auf dem Eisensteinbergwerk „Luise" bei Nieder-Ohmen hat sich gestern ein schwerer Unglücksfall ereignet. Als die Bergarbeiter im Tagbau beschäftigt waren, löste sich plötzlich eine riesige Erdmasse, stürzte herab und verschüttete mehrere Arbeiter. Der Arbeiter Beck war sofort todt, der Arbeiter Bott sehr schwer verletzt, es wurden ihm beide Schultern ausgerissen, die Uebrigen wurden gerettet. Beck, ein braver fleißiger Mann hinterläßt eine Frau und 7 Kinder.
— Ueber den Einsturz der Schwabenthorbrücke in Freiburg wird des Näheren berichtet: In Folge rascher Schneeschmelze in Verbindung mit anhaltenden Regengüssen sind die Schwarzwaldthäler von der Kinzig bis zum Neumagen von reißendem Hochwasser durchwogt. In Freiburg schwemmte die mit mächtigen Baumstämmen und Balken und großen Steinmassen daher wüthende Dreisam bereits am 8. ds. Abends den eisernen Steg an der Fabrikstraße fort, überfluthete die Ufergelände bis an die erhöhten Stellen der Karthäuserstraße und richtete sodann ihre volle Wucht gegen die steinerne Schwabenthorbrücke, deren nördlicher Pfeiler mit dem Bogen dem Anpralls wich und nebst der Ufermauer zusammenstürzte. Zugleich riß die Fluth ein tiefes Loch in die Straße. Kurz vor dem Einsturz befanden sich noch die beiden höchsten Civilbeamten, Landeskommissar Siegel und Stadtdirektor Sonntag, Ober-Bürgermeister Winterer und die Vorstände des Tiefbauamts und des Wasserwerks auf der Brücke. Den letzteren Drei gelang es noch rechtzeitig, sich durch einen Sprung in Sicherheit zu bringen; die beiden Ersteren jedoch versanken in den tosenden Wellen. Außerdem wird ein Feuerwehrmann vermißt, und es sollen zwei weitere Menschenleben zu Grunde gegangen sein. An der Einsturzstelle entstand bald darnach durch die Unvorsichtigkeit Vorübergehender, die ihre Cigarren brennen ließen, eine heftige Gasexplosion, die indeß rasch bewältigt wurde. Kleinere Gasentzündungen wiederholten sich aus ähnlichen Anlässen im Laufe des Tages an verschiedenen Bruchstellen. Die Leiche des Geh. Regierungsraths Sonntag wurde Mittwoch Nacht bei Neuershausen aufgefunden.
— Frankfurt, 11. März. Gestern Abend wurde am Mainkai ein Buchdruckerlehrling von einem Commis Namens Klein hinterrücks durch einen Messerstich in den Kopf zu Boden gestreckt. Als er sich wieder aufraffte und zur Wehr setzte, wurde ihm von dem Angreifer der Mittelfinger der rechten Hand bis auf den Knochen durchgebissen. Der Verletzte fand Aufnahme in der Dr. Bockenheimer'schen Klinik. Der Thäter wurde alsbald in seiner Wohnung verhaftet.
— Longwy, 11. März. Ein Wasserreservoir in den Stahlhütten von Mont Saintmartin ist geborsten. Zwölf Arbeiter wurden verschüttet. Bis jetzt sind zwei todt, einer verwundet hervorgezogen worden.
— München, 10. März. Als Thäter des in der Nacht vom Sonntag an einem Einjährig - Freiwilligen des 1. Trainbataillons vor dem Löwenbräu-Keller verübten Todtschlags wurde ein 18jähriger Handelsmatrose aus Hamburg ermittelt. Derselbe ist ein geborener Bayer. Er hat die That eingestanden und entschuldigt sich mit Rausch und Nothwehr.
— (A b g e l e h n t) Mutter (zur Tochter): Findest Du den Herrn Professor nicht interessant? Er kann reden, wie ein Buch! Tochter: Ich mag aber kein Buch, das einen so garstigen Einband hat!
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Kirchliche Nachrichten. Evangelischer Gottesdienst. Sonntag den 15. März.
Vormittags: Herr Pfarrer Hosbach. Nachmittags: Herr Pfarrer Schafft. Nachmittags 1L14 Uhr Taubstummen-Gottesdienst in der Wohnung des Herr Pfarrer Schafft.
Donnerstag den 19. März, Abends 8 Uhr: Gottesdienst in der Hospitals-Kapelle Herr Superintendent Dr. V i a l.
Katholischer Gottesdienst.
Sonntag den 15. März.
Vormittags 8*/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 21 /9 Uhr: Andacht.
Freitag den 20. März.
Abends 8 Uhr: F a st e n a n d a ch t. Gottesdienst an Werktagen Morgens 71/4 Uhr.
Gottesdienst in der Baptisten-Capelle.
Sonntag den 15. März, Morgens'/,10 Uhr: Prediger Wilhelm Rätter. Gaffel. Mittags >^1 Uhr: Kinder-Gottesdiensi. Nachmittags 3 Uhr: Bibelstunde. Abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch, den 11. März, Abends '/a9 Uhr: Betstunde.
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„ Garten hinter der Krimmühle.
„ Wiese vor derselben.
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Montag den 33. d. Mls Nachmittags 4 Uhr, in meine Wohnung anberaumt und sind Kaufliebhaber geladen.
H ers feld, am 13. März 1896.
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