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ersselher SreiÄt
Gratisbeilagen: „Illustrirtes Sonntagsblatt^^ n. „Jünstrirte landwirthschaftliche Beilage".
Nr. 22. Lmttftt Kil 20. Fetrilir 1888.
Amtliches.
Hersfeld, den 19. Februar 1896.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche noch mit Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 7. Februar 1893 I. I. Nr. 834 (Kreisblatt Nr. 18), die chemische Untersuchung von NahrungS- und Genußmitteln betreffend, im Rückstände sind, werden m i t F r i st b iS zum 28. Februar 1896 hieran erinnert, bei Meidung von 3 Wart Strafe.
I. 834/93. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 19. Februar 1896
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche noch mit Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 27. November 1876 Nr. 11906 (Kreisblatt Nr. 96), die zur Erfüllung ihrer Militairpflicht heranzuziehenden Personen betreffend, im Rückstände sind, werden m i t Frist bis zum 28. Februar 1896 hieran erinnert, bei Meldung von 3 Mark Strafe. 11906/76. Der Königliche Landrath
Freiherr v o n Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 18. Februar 1896.
Die 2te Schulstelle in Asbach, mit welcher ein com- petenzmäßiges Einkommen von 844 Mark 59 Pfg. neben freier Wohnung und 90 Mark FeuerungSvergutung verbunden ist, wird infolge Pensionirung des bisherigen Inhabers vom 1. April d. Js. ab vakant.
Bewerber um dieselbe wollen ihre mit den erforderlichen Sitten- und Befähigungs-Zeügnissen versehenen MeldungSgesuche innerhalb zwei Wochen au den Königlichen Lokalschulinspektor Herrn Pfarrer Hebel in Kerspenhausen oder den Unterzeichneten einreichen.
Der Königliche Schulvorstand von Asbach:
I. 875. Freiherr von Schleinitz,
Königlicher Landrath, Geheimer Regierungs-Rath.
Hersfeld, den 18. Februar 1896.
Die erste Schulstelle in Sorga, deren Inhaber um seine Pensionirung nachgesucht hat, wird vom 1. April d. Js ab zur Erledigung kommen.
Bewerber um dieselbe wollen ihre mit den erforder-
Geopfert
Novelle von P. O l l i v e r i o.
(Schluß.)
„Noch einmal fragte ich Sie, Margarethe, könnten Sie mich nicht lieben? Muß ich mich opfern und soll ich nicht glücklich sein?"
„Sie werden in dem Opfer ein größeres Glück finden, als ich Ihnen zu geben im Stande wäre," entgegnete ich unerschütterlich, worauf er die Thür vollends öffnete und mich gehen ließ.
Wohin? Der qualvollsten Herzenspein, dem wildesten Schmerz entgegen, der meinen Entschluß in seinen Grund- vesten erschütterte — doch ich blieb Siegerin.
„Mein Gott, stehe Du ihm bei," betete ich aus der Tiefe meines gebrochenen Herzens, „und auch ihr! Möge sie in seinen Augen gewinnen, und er sie milder beurtheilen lernen!" Und während ich so da saß und von Neuem den Kampf gegen sein und mein Glück begann, war ich noch immer im Stande, den Glauben aufrecht zu halten, daß kein anderer Weg möglich, kein anderer ehrenhaft sei. Hätte er das Leben genießen ja nur ertragen können mit dem Bewußtsein, sie in Armuth und Kummer gebracht zu haben? Und hätte ich glücklich sein können im Besitz einer Liebe, die um einen solchen Preis erkauft war.
Nach einer Weile kam Charlotte zu mir.
»Er ist fort," sagte sie, „und hat Käthe bitten lassen, ihm morgen eine Unterredung mit ihr zu bewilligen. Ich denke, er wird ihr die Wahrheit sagen — wenn
lichen Sitten- und Befähigungs-Zeugniffen versehenen Meldungsgesuche innerhalb zwei Wochen bei dem Königlichen Lokalschulinspektor Herrn Pfarrer Hosbach dahier oder dem Unterzeichneten einreichen.
Der Königliche Schulvorstand von Sorga:
I. 670. Freiherr von Schleinitz,
Königlicher Landrath, Geheimer Regierungs-Rath.
Fulda, den 15. Februar 1896.
Wegen der in verschiedenen Gemeinden des Großh. Hess. Kreises Lauterbach ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche ist der für den 20. d. Mts hierselbst angesetzte Viehmarkt aufgehoben worden, wovon ich ergebenst Nachricht gebe.
Der Königl. Landrath Steffens. An das Königl. Landrathsamt zu Hersfeld. J.-Nr. 1.1702.
* *
Hersfeld, den 18. Februar 1896.
Wird veröffentlicht,
I. 856. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer Regierungs-Rath.
Bekanntmachung.
Jeder Landbriefträger führt auf seinen Bestellgängen ein Annahmebuch, in ibtl^cu er die angenommenen Sendungen mit Werthangabe, die Einschreibsendungen, die Postanweisungen und gewöhnlichen Packete, sowie die Nachnahmesendungen und die für Zeitungen vorausbezahlten Beträge einzutragen hat. Wünscht der Absender die Eintragung selbst zu bewirken, so ist diesem das Annahmebuch vorzulegen. Auch kann der Absender die Vorlegung des Buches verlangen, um von der seine Sendung betreffenden Eintragung des Landbriesträgers Kenntniß zu nehmen.
Caffel, am 13. Februar 1896.
Der Kaiserliche Ober-Postdirektor. Frank.
Uichlamiliches.
Aus dem Reichstag.
Berlin, 17. Februar. Der Reichstag letzte heute die Berathung des Etats der Heeresverwaltung fort. Vor Eintritt in die Tagesordnung erth-ilte der Präsident Frhr. v. Buol dem sozialdemokra« tischen Abg Stadthagen w'gen beleidigender Wendungen, die er in seiner Rede in der vorigen Sitzung gegen den Kriegsminister ge-
auch nicht die ganze," fügte sie hinzu, da ich unwillkürlich zusammen fuhr, „doch genug, um seiner Redlichkeit zu genügen und sie vor Irrthum zu bewahren. Vielleicht weist sie ihn unter solchen Verhältnissen zurück."
Ich lächelte traurig und entgegnete kopfschüttelnd: „Sie liebt ihn."
Am folgenden Tage sah ich ihn von meinem Fenster aus in das Haus treten. Er sah auf, und betroffen prallte ich zurück, als unsere Blicke sich begegneten. Er indessen wechselte weder die Farbe noch verriethen seine Züge die geringste Erregung. Er sah aus, als ob er den Kampf ausgefochten und den Sieg davongetragen hätte. Für mein liebendes, scharfblickendes Auge war er wohl ein wenig blaffer und matter, aber doch ruhig gefaßt und entschlossen.
Eine Stunde später trat Käthe, die ich den ganzen Morgen über noch nicht gesehen hatte, in mein Zimmer. Auch ich hatte mich für mein Märtyrerthum vorbereiten müssen.
„Nun, Käthe, ist alles in Ordnung?" fragte ich eifrig.
Ihr Gesicht war bleich vor Aufregung, ihre Augen aber blickten sanft und thränenfeucht.
„Er sagt, er liebe mich nicht," antwortete sie. „Was hätte ich darauf erwidern sollen, Margarethe?"
„Daß Du versuchen wollest es ihn zu lehren," lautete meine Antwort.
Sie nahm meine Hand und küßte sie.
„Liebe — süße Margarethe — ich konnte ihn nicht gehen lassen; es war genau das, was ich ihm zu verstehen gab."
I braucht hatte, nachträglich den Ordnungsruf. Bei dem Titel .Militär- geistlichkeit' erklärt der G.nerallieutenant v. Spitz auf Anfragen des Abg. LingenS (Ctr.), bezüglich einer neuen Kirchenordnung lägen die Schwierigkeiten ebenso bei der katholischen wie bei der evangelischen Kirche. Zur Kirche geführt würden die Soldaten alle vier Wochen; außerdem werde an jedem Sonn- und Feiertage jedem Soldaten der Kirchenbesuch freigestellt. Abg. Galler (südd. Volkrp.j weist auf die Etatsüberschreitungen bei dem Titel „Dienstprämien für Unteroffiziere' in den letzten Jahren hin und fragt, ob nicht die Heeresverwaltung nunmehr das Etatsbedürfniß zu übersehen vermöge. Major Wachs erwidert, daß die Etatsüberschreitung in diesem Jahre wesentlich geringer siin dürfte. Abg. Frhr. v. G ü l t l i n g e n sReichSp.) führt aus, daß die Finanzlage es wohl gestatte, der vorjährigen Resolution bezüglich der Verabreichung von warmer Abendkost an die Mannschaften zu entsprechen; er beantrage daher, die Regierung zu ersuchen, zu jenem Zwecke in den Etat die erforderlichen Mittel einzustellen. Eventuell würde er die Einführung einer Wehrsteuer zur Deckung der Kosten befürworten. Generalmajor v. Gemmingen betont, daß die Heeresverwaltung sehr dankbar sein würde, wenn ihr der Reichstag bei ihren Bestrebung^, die Kost der Mannschaften thunlichst zu verbessern, durch Gewährung der Mittel zu Hilfe käme. Bisher sei eS leider nicht möglich gewesen, den Mannschaften warme Abendkost zu geben, weil dazu die Mittel fehlten. Abg. Richter (frf. VolkSp.) bemerkt, die Sache selbst sei ihm sympatbisch; bei angemessenen Er- sparungen könnten die Mittel hierzu beschafft werden; eine neue Wehrsteuer würde er aber zu diesem Zweck nicht bewilligen. Abg. Gröber sCtr.) ist dafür, daß in den nächsten Etat die erforderlichen Mittel zu dem erwähnten Zweck eingestellt würden. Abg. v. F r e g e (kons.) schließt sich diesem Wunsche an und regt die eventuelle Einführung einer Junggesellensteuer an. Abg. Frhr. v. Gültlingen zieht seinen Antrag zurück zu Gun" .n «irre» *on dem Abg. C eeber (Ctr.) fing*- brachten Anträge», für Versuche bezüglich der Verabfolgung warmer Abendkost eine Summe in den nächsten Etat einzustellen. Bei dem Kapitel „BlkleidungSwesen" kommt Abg. Bebe l (sozd.) darauf zu sprech-n, saß sich unter den Lederfabrikanten ein Ring gebildet habe, eS empfehle sich daher zu dem alten Einkaufssystem zurückzukehren. Generalmajor v. Gemmingen hebt hervor, daß eine Uebertheut- rung durch die Gerbe'Vereinigung nicht stattgefunden habe. Der Geedervereinigung gehörten nicht weniger als 285 Firmen an, man könne also nickt von einem Monopol sprechen. Abg. Richter (frf. VolkSp.) bemerkt, daß ihm aus Interessentenkreisen die Bildung eine» LedersabrikantenringeS bestätigt worden sei. Abg. Hammacher (natlib.) hält das jetzige System für ganz zweckmäßig. Zu dem Titel „Vorspann- und Transportkosten" beantragt Abg. v. Podbielsky (kons.) eine Reso'ution, welcke eine den jetzigen Verhältnissen entsprechendere Vergütung für Vorspanndienste befürwortet. Die Resolution wird angenommen. Der Rest des OrdinariumS wird ohne Debatte erledigt.
Aus dem Abgeordnetenhaus.
Berlin, 17. Februar. Im Abgeordnetenhause war heute der Sitz des Präsidenten v. Köller, welcher feinen 73. Geburtstag beging, mit einer Blumenspende geschmückt. DaS Haus erledigte in zweiter Lesung den Etat der Bauverwaltung. Abg. G o t h e i n (frf. Ver.) erkennt die Vorzüge der eingeleiteten Reorganisation der Binnen- schifffah'tSgebühren an und verlangt eine Uebersicht darüber, was die
Vor Ablauf der festgesetzten sechs Monate waren sie verheirathet, und ich denke, Käthe hatte ihn bis dahin schon ihre Lection gelehrt, wenigstens glaubte sie es. Sie machte eine lange Hochzeitsreise, verlebten eine frohe Zeit in Paris und einen Winter in Rom, und als sie endlich an die Heimreise dachten, schrieb mir Käthe:
„Du würdest meinen Vormund in meinem Mann kaum wiedererkennen; er ist' nicht mehr der gestrenge Richter über meine kleine Schwächen und Launen, sondern zeigt eine großmüthige, liebevolle Nachsicht gegen all meine Fehler, selbst gegen die unwürdige Eifersucht, die mich zuweilen quälte, es aber nie wieder thun soll.
„Gestern Abend, als wir so recht traulich bei einander saßen, sagte ich zu ihm:
„Arthur, ich möchte Dich etwas fragen, ich wage es nur nicht."
„So fasse Muth, meine Käthe, Du darfst Alles wagen."
„Diese Worte trieben mir die helle Nöthe in das Gesicht und beinahe Thränen in die Augen. Ich glaubte, er dächte dabei an mein unweibliches Entgegenkommen am Tage nach der Testamentseröffnung. Er sah mich verwundert über meine Erregung an und sagte mit jener unendlichen Güte, die mir in den traurigen Tagen, als meine Liebe und mein Sehnen so unerwidert blieb, das Herz fast brach:
„Käthe, Du siehst in meinen Worten doch keinen Vorwurf? Was ich sagen wollte, war einfach: daß es keines besondern Wagnisses bedarf, frei und offen zu Denen zu reden, die uns lieben."