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«r. 20.

Sonnabend Sen 15. Februar

1896.

Erstes Blatt.

Amtliches.

Hersfeld, den 10. Februar 1896.

Die diesseitige Anordnung vom 18. Oktober 1895 I. 1. Nr. 6095 (Kreisblatt Nr. 123), wonach die Ge­meinden bezw. Gemarkungen an der Hersfeld-Homberger Straße, als: KalkobeS, Gittersdorf, Obergeis und Aua gegen das Durchtreiben von Wiederkäuern und Schweinen abgesperrt und die Ausführung dieser Thiere ohne be­sondere Genehmigung verboten ist, wird in Folge Er­löschens der Maul- und Klauenseuche hiermit wieder ausgehoben.

I. I. Nr. 739. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 11. Februar 1896.

Der Vorstand der Jnvaliditäts- und Altersversiche- rungS-Anstalt Hessen-Nasiau zu Casiel beabsichtigt für erkrankte Versicherte, sofern als Folge der Krankheit Erwerbsunfähigkeit zu besorgen ist, welche einen Anspruch auf reichsgesetzliche Invalidenrente be­gründet, auf Grund des § 12 des Juvaliditäts- und Altersversicherungs-Gesetzes vom 22. Juni 1889 das Heilverfahren auf Kosten der Versicherungsanstalt zu übernehmen, um damit den drohenden baldigen Eintritt der Invalidität möglichst zu verhüten.

Zu diesem Zwecke ist mit dem Frankfurter Verein für ReconvaleScenten-Anstalten ein Vertrag abgeschlossen worden, welcher die Versicherungsanstalt berechtigt, in die dem genannten Vereine gehörige Reconvalescenten- anstalt in Neuenhain, Kreis Obertaunus, und die Heil­anstalt für Lungenkranke in Nuppertshain, Kreis Ober­taunus, geeignete Neconvalescenten und Lungenkranke einzuweisen.

Während die Anstalt in Nuppertshain ausschließlich zur Aufnahme Lungenkranker im Anfangs­stadium der Krankheit bestimmt ist, dient die Anstalt zu Neuenhain zur Aufnahme von Recon- valescenten mit Ausschluß von Lungenkranken. In beiden Anstalten werden sowohl Männer wie Frauen ausgenommen.

Den Herren Ortsvorständen gebe ich hiervon Kenntniß mit dem Bemerken, daß Ihnen in den nächsten Tagen je zwei Formulare zu ärztlichen Attesten zwecks Meldung zur Ausnahme Versicherter in die frgl. Anstalten zum Gebrauche zugehen wird. Die Kosten für die Ausstellung der ärztlichen Atteste sind von den Patienten selbst zu tragen.

Weitere Formulare können jederzeit von dem Vor­stand der Versicherungs-Anstalt zu Casiel bezogen werden. I. 751. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 8. Februar 1896.

Der Schmied und Landwirth Heinrich Klee aus Rotterterode ist als Ortsschätzer für die dasige Gemeinde heute eidlich verpflichtet worden.

I. I. Nr. 626. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, __ Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 5. Februar 1896.

Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Königliche Gewerbe-Inspektor zu Fulda (Büreau im Schloß) bestimmte Sprechstunden für Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgesetzt hat und zwar auf jeden Sonntag Vormittags von 8 bis 9*/.2 Uhr und auf jeden Montag Nachmittags von 4 bis 8 Uhr. Gelegentlich der Dienst­reisen des Herrn Gewerbe-Inspektors wird den Arbeit­gebern und Arbeitnehmern außerdem auch in hiesiger Stadt Gelegenheit zu Besprechungen gegeben werden.

Zu diesem Zwecke wird vorher durch das Kreisblatt Tag, Stunde und Ort, wo diese Besprechungen stattfinden, bekannt gegeben.

J. I. Nr. 604. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 12. Februar 1896.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche noch mit Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 1. März 1881 Nr. 2605 (Kreisblatt Nr. 19), die in fremder Pflege befindlichen Kinder unter 6 Jahren betreffend, im Rückstände sind, werden mit F r i st bis zum 20. F e b r u a r 1896 hieran erinnert beiMei - dung von 3 Mark Strafe.

J. Nr. 2605/81. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 12. Februar 1896.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des Kreises, welche noch mit Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 30. Mai 1879 Nr. 6474 (Kreisblatt Nr. 44), das Ein­binden der Kreisblätter betreffend, im Rückstände sind, werden mit F r i st bis z » m 20. Februar 1896 hieran bei 3 Mark Strafe erinnert.

J. Nr. 6474/79. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 12. Februar 1896.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche mit Ein- reichung des ausgefüllten Erhebungsformulares für die Ermittelung des Ernteertrages im Jahre 1895 im Rück­stände sind, werden hieran mit Frist bis zum 18. d. Mts. bei Vermeidung von 3 Mark Strafe erinnert. I. 237. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Lauterbach, den 8. Februar 1896.

Wir theilen Ihnen ergebenst mit, daß wir wegen Ausbruch der Klauenseuche zu Schlitz für die Gemarkung Schlitz Gemarkungssperre verfügt haben.

Großherzl. Hessisches Kreisamt.

An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld.

* * *

Hersfeld, den 12. Februar 1896.

Wird veröffentlicht.

I. 781. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 13. Februar 1896.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche noch mit Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 4. Mai 1880 Nr. 4917 (Kreisblatt Nr. 36), die Führung des Ortsbürger- und Beisitzerverzeichniffes be­treffend, im Rückstands sind, werden mit Frist bis zum 2 0. Februar 1896 hieran erinnert, bei Meidung von 3 Mark Strafe.

Nr. 4917/80. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Der Herr Ober-Präsident hat durch Erlaß vom 31. v. Mts. genehmigt, daß zum Besten der Kinderrettungs- anstaltJohannesstift" in Metz eine einmalige Samm­lung freiwilliger Gaben bei den Einwohnern der Provinz Hessen-Nasiau im Laufe dieses Jahres durch polizeilich legitimirte Sammler veranstaltet werden darf. Casiel, am 5. Februar 1896.

Der Regierungs-Präsident.

Wirkl. Geh. Ober-Reg.-Rath. H a u s s o n v i l l e.

Gefunden: eine Peitsche. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Lautenhausen.

Nichtamtliches.

Die Ruhmestage des deutseh-franzsfischen Rrieges.

XXXIII.

B e l f o r t fällt.

16. Februar 1871.

Schon Anfang November 1870 war die Festung Bel­fort durch General v. Treskow mit seinem 11 Bataillone, 73/+ Eskadrons, 4 Batterieen zählenden Truppen-Corps auf der West- und Nordseite, wenn auch nur in weitem, losen Ringe eingeschlosien worden. Ein bastionierter Gürtel umgab die auf dem linken Ufer der Savoureuse liegende Stadt, über welcher sich auf hohem Felsen weithin beherrschend, das alte zur Citadelle ausgebaute Schloß erhob. Auch auf die Befestigung des Vorgelän- des war genügend Bedacht genommen, besonders auch der beiden im Süden gelegenen Höhen der Perches. So setzte die Festung schon an und für sich dem An­greifer einen starken Widerstand entgegen und zugleich befehligte die etwa 17000 Mann zählende Besatzung ein Offizier, der sich durch die Energie und Umsicht, mit welcher erMe Berti ji :~ »g b i Platzes leitete, einen ruhmvollen Namen erworben hat; dies war der tapfere Oberst Denfort. Er ließ fast täglich etwas gegen das Einschließungs-Corps unternehmen, keine Oertlichkeit, kein Abschnitt im Vorgelände wurde ohne Widerstand preisgegeben.

Da man deutscherseits doch bald einsah, daß man Belfort nur mit förmlicher Belagerung beikommen könne, wurde die Einleitung derselben vom großen Hauptquar­tier befohlen. Es dauerte aber einige Zeit, ehe eine genügende Anzahl schwerer Geschütze herbeigeschafft war. In der Nacht zum 3. Dezember gelang es dann, auf den Höhen westlich der Festung sieben Batterieen schuß­bereit herzustellen. Vergeblich erwies sich aber der Ver­such, durch eine Beschießung Belfort zur Uebergabe zu erzwingen, und es blieb nichts anderes übrig, als nun­mehr von Süden her gegen die Höhen der Perches mit dem förmlichen Angriff vorzugehen.

Gegen Ende des Jahres erhielt General v. Treskow eine wesentliche Verstärkung, aber inzwischen war die Lage des Werderschen Corps, wie wir uns aus früherer Darstellung erinnern, höchst gefahrvoll geworden; es er­schien daher zweifelhaft, ob unter solchen Umständen die Belagerung von Belfort würde fortgesetzt werden können. Jedoch General v. Treskow ließ sich nicht so leicht ein- schüchtern, er hielt an der Fortführung der Belagerung fest, und es gelang sogar dem Hauptmann v. Manstein, in der Nacht zum 8. Januar 1871 an der Spitze von sieben Landwehr - Compagnieen das stark besetzte und verschanzte, südlich Belfort gelegene Dorf Daujoutin mit ebenso viel Tapferkeit als Geschick durch Ueberfall zu nehmen.

Am 27. Januar wurde ein Sturm auf die beiden Forts auf den Perches-Höhen unternommen, der jedoch riebt völlig gelang und daher abgebrochen wurde, ja, ein Theil der Sturm-Kolonnen gerieth nach tapferer Gegen­wehr in Gefangenschaft. Dabei erwies sich Oberst Den­fort als ein höchst feinfühlender, edler Franzose, indem er unter anderm nicht eher ruhte, als bis zwischen einem der gefangenen preußischen Offiziere und seiner Gattin daheim die Verbindung hergestellt und sie dadurch über das Schicksal ihres Gemahls beruhigt war. Gewiß gern hat Kaiser Wilhelm diesem tapfern, edeln Manne, als ihm nun doch schließlich am 16. Februar nichts anderes übrig blieb, als die Waffen zu strecken, freien Abzug als Lohn seiner tapferen Vertheidigung der Festung Belfort gewährt.

Es war ein erhebender Anblick, als im Glanz der Sonne auf der Citadelle die deutsche Fahne wehte. Aber auch dieser für beide Theile so ehrenvolle Abschluß aller Feindseligkeiten war auch deutscherseits nicht ohne schwere Opfer erkauft, denn 88 Offiziere 2049 Mann hatte diese Belagerung gekostet.