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Gratisbeilagen: „Zllustrirtes Sonntagsblatt^^ u. „)lluftrirte lanbwirthschaftliche Beilage".
$r. 18.KOz 11 Fedruar 1888.
Amtliches.
Nachweisung über die im Monat Januar 1896 ausgestellten Jagdscheine.
Beginn der Gültigkeit
Ausländer
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Name
Stand
W o h n o.r t
Kreis
Jahres-
Tages-
Jahres-
Tages-
SS
»- n
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Betrag der
Abgabe
Un- entgelt-
Bemerkungen.
Tag
Jagd-
Jagd-
K ^
lich
Monat
scheine
scheine
8$
Mark
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7-
8. ;
9.
10.
11.
12.
13.
14.
133
2/1
Kalbfleisch, Jakob
Ackermann
Hilperhausen
Hersfeld
1
15
134
//
Kehr, Julius
Kaufmann
Hersseld
//
1
15
135
„
Höhne, Carl
Zahlmeister
//
1
•
15
136
M
Lipphardt
Königlicher Förster
Holzheim
W
| *
1
137
//
Hirschhorn, Walter
stud. med.
Mannheim
1
•
15
138
3/1
Licht, Heinrich
Gastwirth
Schenklengsfeld
Hersfeld
1
•
15
139
6/1
Claus, Heinrich
Hofsekretair
Philippsthal
//
1
140
7/1
Becker, Ludwig
Apotheker
Hersfeld
1
15
141
9/1
Schäfer, Philipp
Landwirth
Mengshausen
1
15
142
11/1
Steckel, Johs.
Kohlhausen
„
1
15
143
18/1
Hildebrandt, Tobias
Reilos
1
15
144
20/1
von Jaeckel, Ernst
Premier-Lieutenant
Hersfeld
1
15
1
Wird veröffentlicht. Hersfeld, am 8. Februar 1896.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz,
Geheimer RegierungS-Rath.
Bekanntmachung.
Die Interessenten der L u d o l p h'schen Familienstif- tung werden auf die diesseits in dem Amtsblatte der Königlichen Regierung zu Caffel heute erlassene Bekanntmachung, betreffend Anmeldung der Ansprüche an den Zinsengenuß der Stiftung hierdurch aufmerksam gemacht. Rotenburg a/F., den 20. Januar 1896.
Der Königliche Landrath.
I. V. Schroeder, Kreissekretair.
Die Kurse zur Ausbildung der Baumwärter im pomo- logischen Institut zu Caffel beginnen in diesem Jahre:
Montag den 16. März und empfehlen wir deren Besuch allen Interessenten nachdrücklichst.
Nähere Auskunft, Abgabe von Statuten und Anmeldung bei dem Leiter der Kurse, Obstbautechniker und Jnstitutsgärtner Karl Huber - Caffel.
Das Direktorium. I. V.: gez. Ger land.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche dahier erloschen ist, so wird die angeordnete Orts- und Gemarkungssperre für Obergeis und Erzebach aufgehoben.
Obergeis, den 8. Februar 1896.
Der Bürgermeister S ch in i t t.
UichtamMches.
Aus dem Abgeordnetenhaus.
Berlin, 7. Februar. In seiner heutigen Sitzung genehmigte das Abgeordnetenhaus das Extraordinarium des landwirthfchaftlichcn Etats, den Etat der GefchäftSverwaltung und den Etat der Domänen- verwaltung, bei letzterem sprach Minister Frhr. v. Hammerstein seine Meinung dahin aus, daß man noch einige Jahre ein Sinken der Domänenpachtungen haben werde, dann werde ein Stillstand mit normalen Pachtsätzen cintretcn. Veranlaßt von Abg. von Kardorff (freikons.) erklärte Frhr. v. Hammerstein, daß der Reichskanzler in Sachen der Währungskonferenz-Angelegenheit in allernächster Zeit im Reichstage eine Erklärung abgeben werde.
Berlin, 8. Februar. DaS Abgeordnetenhaus setzte heute die
zweite Lesung des Etats fort. Beim Etat der Forstverwaltung regt Abg. Horn (natlib.) im Interesse der Holzindustrie kürzere UmtriebS- zeiten an. Oberlandforstmeister Donner erwidert, eine solche allgemeine Herabsetzung sei nicht möglich und im allgemeinen Jntereffe un- thunlich, zudem werde jenem Bedürfniß der Holzindustrie von den Privarforsten entsprochen. Weiter tritt Abg. Horn (natlib.) für die Civilforstassefforen ein. Oberlandforstmeister D o n n e r führt au«, daß dieselben den Feldjägern gegenüber durchaus nicht zurückgesitzt würden, auch sei die Regierung bestrebt, das Loo« der Eivilaffcfforen nach Möglichkeit zu heben. Den Wünschen der Abgg. H o f m a n n (natlib.), Horn (natlib.) und L a m p r e ch t (kons.) auf Besserstellung der Forstbeamten entgegnet Geh. Oberfinanzrath L e h n e r t, daß die Ver- bältnisse derselben denen der andern Beamten entsprächen. Die Abgg. Mooren (Ctr.) und G e r l i ch (freikons) treten für vermehrte Aufforstungen und für eine Reform des Forstschutzgefetze« ein. Landwirth- schaftsminifier Frhr. v. Hammerstein erwidert, daß in erster Hinsicht All-S geschehe, was ausführbar sei, nur böten sich im Westen dafür größere Schwierigkeiten dar, als im Osten. — Beim Etat der CentralgenoffenschastSkaffe erklären sich die Abgg. G r a w (Ctr.) und v. Brockhausen (kons.) mit den Erfolgen der Kasse zufrieden; dank ihrem Entgegenkommen seien auf dem Lande zahlreiche Genossenschaften gegründet, und eine Erhöhung des Grundkapital» der Kasse sei dringend erwünscht. Abg. v. E y n e r n (natlib.) findet, daß die schnelle Entwickelung der Kasse bedenklich sei, da fich nach so kurzer
(Nachdruck verboten.)
Geopfert.
Novelle von P. O l l i v e r i o.
(Fortsetzung.)
Darauf schrieb er in sein Taschenbuch die letzte Adresse, die ich von meinem Vater besaß, und drückte mir gerade in dem Moment die Hand, als die Pensionsvorsteherin eintrat, um ihren Gast zu begrüßen. Während ich an ihr vorübereilte, hörte ich, wie Wernhagen zu ihr sagte: „Ich habe mich mit dem kleinen Fräulein ange- freund und denke, ihre Sorgen werden sich alle zur Befriedigung lösen lassen."
Was weiter geschah, weiß ich nicht, doch wenige Tage darauf machte mir Charlotte Wernhagen ihren Besuch. Sie sagte mir, meine Pensionsrechnungen seien bezahlt und es sei ihre Absicht, die Kosten meiner weiteren Ausbildung zu tragen, bis ich reif genug sei, als Gouvernante oder Gesellschafterin in die Welt zu treten. Ich wußte namentlich, daß ihr Bruder es war, dem ich für Alles das zu danken hatte, aber ich wagte nicht, mich darüber zu äußern — seine Handlungsweise war so außerordentlich edel und zartfühlend. Charlotte theilte mir gleichzeitig mit, daß alle Bemühungen, meinen Vater aufzufinden, vergeblich gewesen seien. Ich sah und hörte nie wieder etwas von ihm. Doktor Wernhagen, dessen Güte gerade in dieser Angelegenheit über alles Lob erhaben war, widmete sich ihr mit der größten Hingebung und Geduld, er verfolgte jede nur denkbare Spur — kam aber nicht zum Ziel. Er hält an dem Glauben fest, daß mein Vater mit zu den Opfern eines furcht
baren Eisenbahnunglücks gehörte, das gerade in jener Zeit stattfand, als die Beantwortung unserer Briefe aufhörte, und ich weiß, daß mein Vater zu jener Zeit auf Reisen war."
Hier machte ich eine Pause und hing meinen Gedanken nach. Erst Käthes Stimme entriß mich denselben.
„Wie oft sahst Du Wernhagen, als Du noch in der Pension warst?" fragte sie.
„Höchstens sechs Mal. Bis zu meinem einundzwanzigsten Jahr blieb ich als Lehrerin dort; dann verschaffte mir Charlotte eine Gouvernantenstelle, in der ich drei Jahre blieb und dann, Käthe, kam ich zu Dir."
„Und während der letzten Jahre war er in England," bemerkte sie sinnend.
„Ich glaube," antwortete ich, „wenigstens sah ich ihn nicht."
„Und das ist Alles, Margarethe — wirklich Alles — Du verhehltest mir nichts?"
„Nichts," versetzte ich lächelnd. „Ich habe Wern- hagen seitdem nur in Deiner Gegenwart gesehen."
Das Blut stieg ihr heiß in die Wangen.
„Du bist sehr nachsichtig, Margarethe; Du verhöhnst mich nicht mit meinem Jntereffe an der Sache — meinem sehr leicht zu durchschauenden Jntereffe." Und ihren Ton zum Flüstern herabstimmend, fuhr sie fort: „Margarethe, ist Hoffnung für mich? Oder glaubst Du, daß er Dich liebt?"
„Mich?" rief ich mit traurigem Lächeln. „Käthe," Du treibst Deinen Scherz mit mir, wenn Du sagst, ich könnte Deine Rivalin sein. Ich habe Dein Geheimniß
längst errathen, und halte es für unmöglich, daß Wernhagen anders könnte als Dich lieben, wenn Du es so haben willst. Wie aber soll er ahnen, welcher Beweggrund Dich dazu treibt, seinen Wünschen und Ansichten beständig zuwider zu handeln?"
Sie hob das gerötete und erregte Gesicht.
„Was aber soll ich thun?" fragte sie mit ihrer gewöhnlichen Lebhaftigkeit. „Soll ich ihm sagen, daß ich vor Liebe zu ihm vergehe? Ach, Margarethe, ich habe ein Gefühl, als stände ich dicht vor der Entwickelung meines Schicksals. In sechs Wochen bin ich breiund- zwanzig Jahre und meines Vaters Testament wird eröffnet. Es enthält eine geheime Anordnung, die Allem eine neue Wendung geben wird."
„Und Du hast keine Ahnung, worin diese besteht?"
„Nicht die geringste," entgegnete sie, „und doch glaube ich zuweilen, es sei vielleicht, daß ich eine bestimmte Person heirathen soll, und wenn ich es nicht thue, mir ein Theil meines Vermögens verloren geht. Aber ich heirathe keinen Mann der Welt, es sei denn den einen!"
Sie setzte sich auf das Kiffen zu meinen Füßen und nahm meine Hand zwischen die ihre.
„Ich habe Wernhagen schon geliebt, als ich noch ein Kuld war und er meinen Vater in seiner letzten Krankheit so häufig besuchte," fuhr sie fort. „Mein Vater, ein strenger, eigenthümlicher Mann, hatte eine beinahe leidenschaftliche Zuneigung für ihn gefaßt. Ich glaube, er war ihm für einen in früheren Zeiten geleisteten Drensi verpflichtet. Er hielt ihn oft stundenlang au seinem Krankenlager fest, wo er außer dem Arzt und