abhängt. Ohne sich durch schmerzliche Erfahrungen des Undanks und der Verkennung feiner wohlgemeinten Absichten beirren oder verbittern zu lassen, ist er andauernd bemüht, die socialen Nothstände und Schäden zu heilen und auf die Verbesserung der wirthschaftlichen Lage in landesväterlicher Fürsorge Bedacht zu nehmen. Neben der Ausbildung unserer Wehrkraft, welche zum Schutze der Unabhängigkeit des Vaterlandes auf der Höhe der Leistungsfähigkeit zu erhalten der Kaiser sich zur Pflicht gemacht hat, haben Gesetzgebung und Verwaltung in deutschen Landen die Wohlfahrt auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens und der wirthschaftlichen Thätigkeit zu pflegen sich angelegen sein lassen.
So haben wir nach allen Seiten hin wahrlich Anlaß und Ursache genug, an dem heutigen Tage nicht blos der festen monarchischen Einrichtungen uns zu freuen, auf deren Grundlage Preußens Größe und Macht und die Stärke des deutschen Reiches beruht, sondern auch der persönlichen Thatkraft, mit welcher Kaiser Wilhelm auf dieser Grundlage für des Reiches und des Volkes Ehre und Wohlfahrt, sowohl nach innen, als auch nach außen, einzustehen bemüht ist. Wie ernst immer die Zeit ist, wie drückend immer die Sorge, die auf weiten Kreisen des Volkes lastet, alles das darf uns in der Freude dieses Tages nicht stören und der Treue keinen Eintrag thun, mit der wir uns heute um den Thron unsers Monarchen scharen und zu dem Gelübde uns vereinigen: „Bei ihm und mit ihm auSzuhalten in guten und in bösen Tagen," sowie in dem einmüthi- gen Wunsche: „Gott segne, schütze und erhalte den Kaiser und sein Haus!"
Aus dem Reichstag.
Berlin, 24. Januar. Der Reichstag trat heute in die Berathung des Etats des ReickSamtS des Innern ein. Vor Beginn der Verhandlung ertheilte der Präsident Frhr. v. B u o l dem Abg. von Kardorff (Rächsp.) wegen der Aeußerung, welche dieser gestern gegen den Abg. Barth gethan hatte, nachträglich den Ordnungsruf. Bei dem Titel „Staatssekretär" bemerkt Abg.Gamp (ReickSP.), daß die Normal-UnfallverhütungSvorschriften für die landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften oft mit den Anforderungen der Praxis in Widerspruch träten, und fragt, ob in dieser Hinsicht nicht Abhilfe geschaffen werden könne. StaatSminister v. B ö t t i ch c r erwidert, daß die betreffenden Bestimmungen nicht Vorschriften des ReichSver- sicherungSamteS seien, sondern sie sollten nur als Muster dienen Der Erlaß von Vorschriften stehe vielmehr den Berufsgenossenschaften zu, und diese könnten sie nach den Bedürfnissen ihres Bezirks einrichten. Im Uebrigen habe das ReichSverstcherungSamt die Muster äußerst vorsichtig unter Zuziehung von Sachverständigen abgefaßt. Die Abgg. v. Staudy (fonf.) und Frhr. v. Manteuffel (kons.) stimmen mit dem Abg. Gamp überein. Abg. Hitze (Ctr.) betont, es scheine ihm, daß die Vorredner von hier aus einen Druck auf die Berufs- genoffenfchaften auSüben wollten. Abg. LingenS (Ctr?, spricht seine Freude über die Entwickelung der Fabrikinspektion auS. Abg Wurm (sozd.) befürwortet die Trennung der Fabrikinspektion von der Kessel- revision und die Einführung weiblicher Fabrikinspektoren und bringt eine Reihe von Beschwerdenvor. StaatSminister v. B ö t t i ch e r führt auS, daß die Ausgestaltung des GewerbeaufsichtSdienstLS, nicht Reichs-, sondern Landessache sei; waS die Einführung von weiblichen Fabrikinspektoren betreffe, so sei diese Frage sehr bestritten; der preußische HandelS- minister, zu dessen Restart die Angelegenheit gehöre, sei gegen eine solche Neuerung. Die vorgebraebten Beschwerden hätten nur den Zweck, unter den Arbeitern Unzufriedenheit zu erregen. Abg. I S - kraut (dtschsoz. Resp.) hebt ebenfalls hervor, daß die Beschwerden des Abg. Wurm nur zu AgitationSzwecken gemacht worden seien.
Aus dem Abgeordnetenhaus.
Berlin, 24. Januar. Da» Abgeordnetenhaus erledigte heute in erster Lesung die allgemeine Rechnung des Staatshaushalts und die Rechnung über die Fonds des ehemaligen Staatsschatzes für 1892/93, sowie die Uebersicht über Staatseinnahmen und Ausgaben für 1894/95 durch Ueberweisung an die Rechnungskommission. Es folgt die erste Berathung der Verordnung vom 30. Oktober 1895, durch welche die Förderung eines veränderten Bebauungsplans des am 10. Juli 1895 durch Brand zerstörten Fleckens Brotterode bewirkt werden soll. Nach der dem Nothstandsgesetz beigegebenen Denkschrist ist der schleunige Wiederaufbau des Ortes auS sittlichen und gesundheitlichen, industriellen und gewerblichen Gründen dringend geboten; der neue Bebauungsplan erfordert ausgedehnte Umlegungen der Grundstücke, und zu seiner schleunigen Durchführung soll eine besondere Behörde eingesetzt werden.
Graf Georg fuhr empor in wilder Empörung und | ballte die Faust: „Wer ist denn Herr hier im Hause," schrie er zornig, „Ada oder Du? Ich reise sofort hinter meiner Braut her, um ihre Ehre wieder herzustellen."
„Und ich komme mit Dir," fügte die Gräfin erregt hinzu, „dem armen Mädchen kann man vor der Welt nicht genug thun, um ihren Namen wieder herzustellen."
„Allerdings, bester Orenßki, darfst Du Dich nicht wundern, wenn hinfort kein Verkehr mehr zwischen uns besteht. Ich kann nicht dulden, daß meine Braut von Deiner Frau beschimpft wird."
„Georg," sagte der Fürst gepreßt und bot dem finsteren jungen Manne die Hand, „trage mir diese Weiberintrigue nicht nach; ich kann nichts dafür und was in meinen Kräften steht, soll geschehen, um Elisabeth Wa- niloff vor aller Welt zu rehabilitieren."
„Du kennst ihre Abkunft?"
Der bleiche Fürst zuckte zusammen. „Ja," stöhnte er qualvoll, „aber verlange nur jetzt nicht mehr zu wissen. Ein anderes Mal sollst Du alles hören."
Ohne ihn auch nur noch eines Blickes zu würdigen, verließen Mutter und Sohn das Gemach und die Villa. Die Fürstin beobachtete diese Scene von einem Fenster aus und rieb sich befriedigt die Hände, dabei murmelnd: „Ah, Srie mußten unverrichteter Sache wieder abziehen! Nur Geduld, die schöne Russin soll doch niemals Gräfin Adlerstern werden, so lange ich hier im Hause bin."
In großer Eile betrieben Graf Adlerstein und seine Mutter die Vorbereitungen zur Reise; genau als sie in den Wagen steigen wollten, der sie zur Bahn brächte, ward ihnen ein Telegramm gebracht. Es war das Iwan Waniloffs. Der Graf konnte einen Ausruf des Entzückens nicht unterdrücken; in fliegender Eile setzte er
Im Interesse schleuniger Hülfe wurde, da beide Häuser des Landtags nicht versammelt waren, die vorliegende Verordnung im Sinne des Art. 63 der BerfassungSurkunde getroffen. Abg v. Christen (srei- kons.) tritt dafür ein, bei dem notorischen Nothstand der Gemeinde die Kosten der Umlegung durch StaatShilfe aufzubringen, und schlägt vor, die Vorlage einer besonderen Kommission von 14 Mitgliedern zu über- weisen. Justizminister Schönste dt legt dar, daß das Vorgehen der Regierung verfassungsmäßig zulässig sei, und daß es der Einberufung deS Landtags daher nicht beburft habe. Der Vorschlag, eine Staatshilfe zu gewähren, könne in der Kommission erörtert weiden, habe aber mit der Vorlage nichts zu thun. Abg. Krause (natlib.) erkennt die Darlegung deS JustizministerS für den vorliegenden Fall als richtig an, betont aber, daß bei wichtigen, das allgemeine Interesse berührenden NothstandSvorlagen der Landtag unumgänglich einberufen werden müsse Abg. Busch (kons.) führt au», seine Partei sei der Meinung, daß hier StaatShilfe eintreten müsse; die Gemeinde könne die ihr im § 3 der Vorlage auserlegten Baarabfindungen nicht tragen. Abg. Arendt (freikons.) pflichtet dem bei und will den § 3 abge- ändert haben. Der I u st i z m i n t st e r widerspricht dieser Forderung; StaatShilfe müsse in einem besonderen Anträge gefordert werden; die Vorlage könne nur unverändert angenommen oder abgelehnt werden. Abg. Jerusalem (Ctr.) stimmt bem Justizminister zu; ein nochmaliges Verlangen deS Abg. Arendt (freikons.) auf Abänderung des 8 3 wird vom Finanzminister Miguel mit dem Hinweis darauf zurückgewiesen, daß Unterstützungen dieser Art bedenkliche Konsequenzen in der ganzen Monarchie hervorrufen würden; überall würden Ortschaften StaatShilfe verlangen, um nach geschehenen Brandfällen sich schöner und besser ausbauen zu können. Die Vorlage wird alsdann einer Kommission von 14 Mitgliedern überwiesen.
Politische Nachrichten.
Inland.
Berlin, 26. Januar.
Gestern Vormittag nahmen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin das Frühstück bei Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich ein. Zurückgekehrt nach dem königlichen Schlöffe, hörte Se. Majestät die Vorträge des Chefs des Geheimen Civilkabinets, Wirklichen Geh. Raths Dr. v. Lucanus, des Chefs des Generalstabes, Generaladjutanten, Generals der Kavallerie Grafen von Schlieffen und des Chefs des Militärkabinets, Generaladjutanten, Generals der Infanterie v. Hahnke.
Heute Abend um 7 Uhr empfing Se. Majestät der Kaiser den russischen Botschafter Baron von Osten- Sacken und nahm von demselben ein Handschreiben des Kaisers von Rußland mit den Glückwünschen zum Geburtsfest und als Geburtstagsgeschenk des Kaisers von Rußland ein Oelbild entgegen, darstellend den Kieler Hafen bei der Eröffnungsfeier des Kaiser Wilhelmskanals im Augenblicke, als die Kaiser-Jacht Hohenzollern das russische Admiralsschiff Kaiser Alexander II. passirt.
Zu KaiserS-Geburtstag schreibt das „Mili- tär-Wochbl.": „Mitten in die erhebende Feier der großen Tage des französischen Feldzuges, der Wiederaufrichlung des geeinten Deutschen Reiches tönen diesmal die Choräle, donnern die Kanonen, klingen die Jubelrufe zu unseres Kaisers Geburtstag. Jedes deutsche Kriegerherz hat höher geschlagen, als unser Allerhöchster Kriegsherr den Ansporn zur Nacheiferung der Heldenthaten von 1870/71 gab, als er unsere Fahnen mit dem Bande der Kriegsdenkmünze und mit dem grünen Laub der deutschen Eiche schmückte, als er auf dem Schlachtfelde von Wörth das Denkmal seines Feldherrn-VaterS enthüllte und am Tage von Gravelotte-St. Privat den Grundstein zum Nationaldenkmal für den großen Kaiser legte. „Was machte die große Kraft unserer Armee aus?" rief der Allerhöchste Kriegsherr im Andenken an den ersten Kaiser am 18. August der 1. Garde-Jnfanteriebrigade zu. „Es war die unbedingte Hingabe an Einen Willen, den ihres obersten Kriegsherrn. Unerschütterlich sollen daher für uns die drei Tugenden bestehen, welche der Verewigte selbst als die drei Hauptsäulen seiner Armee bezeichnete: die Tapferkeit, das Ehrgefühl und der unbedingte Gehorsam. Lassen Sie uns diese drei Eigenschaften mit unermüdlicher Arbeit aufrecht erhalten und kräftigen, dann wird unsere Armee
eine Antwort auf: „Ich komme mit meiner Mutter, Elisabeth zu holen. Adlerstein."
Und dann jagten sie dahin im rasenden Blitzzug, der aber für ihre Ungeduld noch immmer zu langsam fuhr. Felder, Städte, Wälder und Wiesen flogen vorbei und traumverloren starrte der junge Graf hinaus in die Landschaft. „Ich komme, mein Lieb, sei ruhig; ich lasse Dich nicht mehr aus meinen Armen." So hüte er aus- rufen mögen. Und endlich hatten sie die Wohnung des einstigen Popen erreicht; soeben war Elisabeth heimgekehrt vom Begräbniß des Alten und saß in trübe Gedanken versunken an seinem bisherigen Schreibtisch. Auf der Platte lag ein fünffach gesiegelter Brief mit dem Gerichtssiegel. „Mein Nachlaß an Elisabeth" stand darauf.
* * *
Noch hatte Elisabeth das Schreiben nicht geöffnet. Eine tiefe Muthlosigkeit lastete auf ihr, denn sie wußte nicht, was sie nun mit sich und dem Leben beginnen sollte. Aus Paris hatte sie nichts gehört, denn wegen Mangel einer genauen Adresse, war das Telegramm des Grafen nicht in ihre Hände gelangt, somit mußte sie zu dem Schluß kommen, daß der geliebte Mann sie und seine Neigung zu ihr vergessen habe. Während sie so da saß mit geschlossenen Augen, öffnete sich leise die Thür und eine hohe Männergestalt trat über die Schwelle; das tief in sich versunkene Mädchen merkte nichts davon, erst als eine nur zu bekannte Stimme an ihr Ohr schlug, zuckte sie zusammen: „Elisabeth, mein Liebling, da bin ich, um Dich zu holen und nimmermehr wieder zu lassen."
„Georg," schrie sie da pötzlich auf, so jubelhell und jauchzend, daß die im Hintergründe zusehende alte Wirth- schafterin sich über die seuchtgewordenen Augen strich;
Das bleiben, wozu sie Kaiser Wilhelm der Große geschaffen hat." Ja, das gelobt die Armee zu halten! Denn unser Kaiser geht uns darin voran!"
Die I u st i z k o m m i s s i o n des Reichstags hat bei der Berathung der Strafprozeßnovelle mit 9 gegen 8 Stimmen einen Antrag abgelehnt, wonach die Wiederaufnahme eines Verfahrens auch dann stattfinden soll, wenn bei dem Urtheil ein Richter mitgewirkt hat, von dem später offenkundig wird, daß er von Geisteskrankheit befallen ist und der schon zur Zeit der Urtheilsfällung an dieser Krankheit gelitten hat.
In der Budgetkommission des Reichstags hat der Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff erklärt, daß er ebenso wie der Reichskanzler entschlossen sei, den Volksschullehrern, die ein Seminar absolvirt haben, die volle Berechtigung als Einjährig-Freiwillige zu gewähren. Wer die Kosten nicht selbst tragen könne, werde auf Staatskosten gelöhnt und untergebracht werden. Die Meldung eines Blattes über eine neue Artillerievorlage erklärte der Kriegsminister für unrichtig.
Der Widerspruch Württembergs gegen die Zucker- st e u e r v o r l a g e soll der „Post" zufolge bei der Berathung in der Bundesraths-Kommission überwunden und die Vorlage mit Empfehlung der Kommission, sie anzunehmen, an das Plenum zurückgegangen sein. Die Vorlage dürfte etwa in vierzehn Tagen dem Reichstage zugehen.
Fürst Bismarck befindet sich, wie ein früherer süddeutscher Reichstagsabgeordneter, der dieser Tage bei dem Fürsten zu Besuch geweilt hat, erzählt, ganz außerordentlich wohl und frisch. Der Abgeordnete unterhielt sich mit dem Fürsten fünf Stunden lang über politische und andere Fragen, und der Fürst legte dabei dieselbe staunenswerthe Rüstigkeit und Beweglichkeit an den Tag, die der Abgeordnete in früheren Jahren so oft in Berlin an dem Altreichskanzler zu bewundern Gelegenheit hatte. Dem Fürsten ist übrigens neulich wieder eine hohe Auszeichnung durch den Kaiser zu theil geworden. Der Altreichskanzler, der schon lange den Orden Friedrichs des Großen, das achtzackige blaue Kreuz für militärische Verdienste besitzt, ist nämlich jetzt zum stimmfähigen Ritter des Ordens pour le merite auch für Wissenschaften ernannt worden. Dieselbe Auszeichnung ist außer dem Fürsten Bismarck noch vier berühmten Gelehrten zu theil geworden.
In einer Privatklagesache des Freiherrn von Stumm gegen den Pastor K ö tz s ch k e in Sauger- Hausen wurde der Privatbeklagte wegen Beleidigung zu WO M. Geldstrafe bez. 10 Tagen Gefängniß verurtheilt.
Das Appell gcrichtiu Trani in Italien hat ein Urtheil erlassen, wonach der frühere Chefredakteur der Kreuzzeitung, Freiherr v. H a m m e r st e i n , an Deutschland auszuliefern sei. Die Auslieferungsbefehle sind demnach bald zu erwarten.
Ausland.
Von der italienischen Armee in Abeflynien liegen folgende Drahtmeldungen vor: Die „Agenzia Ste- fani" meldet aus Adahagamus: Kundschafter, welche aus dem Lager der Schoaner kamen, theilten mit, sie hätten gesehen, daß Oberstlieutenant Galliano mit seinem Bataillon, mit Waffen, Munition, Gepäck und Verwundeten aus Makalle abgezogen sei. Die Kundschafter fügten hinzu, Ras Makounen und Lieutenant Felter würden der Kolonne folgen. Diese Nachricht wird auch durch Mittheilungen aus anderen Quellen bestätigt. Lieutenant Felter schrieb an den General Baratieri unter dem 23. d. einen Brief folgenden Inhalts: Wir mar- schiren heute mit der Kolonne des Oberstlieutenants Galliano und mit einem Briefe des Negus Menelik ab. Ich bitte Sie, immer in Bereitschaft in Meghelta bleiben zu wollten.
Wie aus Rom berichtet wird, erweckte die Erlösung
und dann lag sie in seinen Armen, lehnte das Köpfchen an seine Brust und ließ sich voller Entzücken von ihm küssen und mit allerlei liebevollen, thörichten Kosenamen überschütten. So wars doch wieder hell geworden um sie her und das zuckende Herz halte den besten Ruheort gefunden, den es auf Erden gesucht.
„Meine theuere Elisabeth, meine liebe kleine Braut," murmelte Graf Adlerstein wieder und immer von Neuem und glückselig lächelnd schaute sie in seine Augen. „Ich dachte, Du würdest gar nicht kommen," hauchte sie verschämt, „ach und dann — dann hätte ich auch nicht mehr leben wollen —"
„Du siehst, mein Liebling," und zärtlich küßte er ihre weiße Stirn, „daß ich jetzt erst recht leben will und zwar mit Dir zusammen; nun aber komm zu meiner Mutter."
Auch die alte Dame herzte und küßte innig das Schwiegertöchterlein, dann jedoch zeigte Elisabeth auf das vom alten Onkel hinterlassene Schriftstück und meinte: „Jetzt wollen wir lesen, was der gute Onkel Iwan geschrieben hat." (Forts, folgt.)
— (Zweideutig.) (Aus einer Preisliste.) . . . Es erhielten solche Maschinen von mir: Herr Schulze in Berlin, Herr Müller in Hamburg, Herr Schmitt in Köln a. Rh. u. s. w. und ich bin sowohl, wie auch bei den drei angeführten Herren, zu weiterer Auskunft gern bereit.
— (Aus einem Roman.) „ ... So gestand er ihr denn ganz unumwunden, oaß seine Liebe einer andern gehöre. In dem Augenblicke aber prallte der Wagen an einen Eckstein, und Sidonie wurde in den Straßengraben geschleudert, wo sie mit gebrochenem Herzen liegen blieb."