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erWer meisblatt.

Gratisbeilagen:Illustrirtes Sonntagsblatt^^ u.Zllnstrirte landwirthschaftliche Beilage".

Nr. 9.

Aeilstag Den 21. Januar

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Amtliches.

Bei der Verbreitung, welche die Maul-und Klauen­seuche in neuerer Zeit wiederum gefunden hat, wird darauf hingewiesen, daß diese Krankheit auch auf Men­schen übertragbar ist und daß sie bei diesen zu längerem schwerem Siechthum Veranlassung geben, bei Säuglingen sogar zum Tode führen kann.

Gewöhnlich ist die Uebertragung durch den Genuß roher oder ungenügend erhitzter Milch vermittelt worden; aber auch der Speichel und der Inhalt der Blasen an den Klauen erkrankter Thiere haben wiederholt bei Men­schen Erkrankungen herbeigeführt, sobald diese Stoffe mit den Schleimhäuten des Mundes und der Augen oder mit Wunden an den Händen u. f. w. in Berührung gekommen waren.

In Zeiten der Seuchengefahr ist also dringend an- zurathen, Milch vor dem Genusse bezw. Verabreichen mindestens */4 Stunde lang auf 90° C. zu erhitzen und eine gründliche Reinigung der Hände mit heißem Seifen- waffer alsbald vorzunehmen, wenn Veranlassung vorge­legen hatte, das Maul oder die Klauen kranker oder seucheverdächtiger Thiere zu untersuchen.

KrankheitSerscheinungen, welche bei Rindvieh auf Maul- und Klauenseuche schließen lassen Thiere der anderen Gattungen kommen als Vermittler der Krank­heit für Menschen nur selten in Frage sind folgende:

1) verminderte oder gänzlich aufgehobene Freßlust;

2) Ausfluß von Speichel in langen Fäden:

3) zeitweises Oeffnen des Maules, wobei ein eigen­artigerschmatzender" Ton hörbar ist;

4) Schmerz verrathende Bewegungen, bisweilen Schleudern mit dem einen oder anderen Hinterfüße Schlenkern.

Bei näherer Untersuchung des Maules und der Klauen:

5) Blasen von der Größe einer Linse bis zu der einer halben Pflaume am zahnlosen Oberkieferrande, harten Gaumen, an der inneren Fläche der Backen, der Zungen­spitze, den Zungenrändern oder auf der Zunge, im Klauenspalte bezw. dessen vorderen Winkel und am Ballen, zuweilen auch an den Lippen und auf dem Flotzmaule.

6) Sind die Blasen bereits geplatzt, und ist der in den ersten Tagen in Fetzen vorhandene hornige Ueberzug der Schleimhaut und der äußeren Körperdecke Epithal

(Nachdruck verboten.)

Heimlich vermählt.

Criminalroman von H e l l a L i m p u r g. (Fortsetzung.)

Aber Georg! Du kennst sie noch kaum und wir wissen nicht, aus welcher Familie sie stammt!"

Das gilt mir in diesem Falle ganz gleich, Mama, denn ich fühle hier drin im Herzen, daß ich sie liebe und höher als Namen und Familie steht mir doch die Liebe und mein eigenes Glück. Mütterchen, Du kannst doch nicht engherzig sein."

Nein, Georg, niemals," antwortete die Gräfin be­wegt,aber ich bitte mir unbedingt aus, daß wir sie erst näher kennen lernen müssen. Wenn wir sie dann noch für würdig achten, Deine Gemahlin zu werden, so bringe sie mir in Gottes Namen, daß ich sie als Tochter segne. Aber etwas Unmögliches darfst Du, Georg, von mir nicht verlangen."

O, Mütterchen, was hast Du für ein gutes, edles Herz," rief der Sohn in überwallendem Empfinden und preßte die Hand der alten Dame an seine Lippen.Ich hoffe auch ganz bestimmt, Dir keine unwürdige Schwieger­tochter zuzuführen, denn eine seltsame Ahnung sagt mir, daß dieses schöne junge Mädchen von hoher Abkunft ist. Hat sie doch selbst gesagt, daß ihr wahrer Name geheim gehalten wird. Nun, hinter dieses Geheimniß werde ich schon kommen."

bezw. Epidermis abgestoßen, so werden an deren Stelle mehr oder weniger runde aber scharf begrenzte hochrothe Flecke wahrgenommen, welche in der ersten Zeit bei der Berührung leicht bluten.

7) Endlich finden sich zuweilen auch am Euter, be­sonders an den Zitzen bis bohnengroße Blasen und deren Folgezustände; während die Milchergiebigkeit ver­ringert ist, und die Milch selbst eine schleimige Beschaf­fenheit, gelbe Farbe und einen schlechten Geschmack hat.

Cassel am 23. Dezember 1895.

Der Regierungs-Präsident. Wirkl. Geh. Ober-RegierungS-Rath. Haussonville.

Berlin, den 8 Juli 1882.

Warnung.

In Läden und Geschäften, welche alt Lottcrie-Komtor, Lotterie-Ein­nahme oder Lotterie-Kollekte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Kollekteur bezeichnen, werden Loose der Preu­ßischen Klassen-Lotterie und Antheilscheine auf solche Loose, oft unter Benennung als Antheilloose, für Preise angeboten, welche die im Lotterieplan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß in den AMHeilscheinen selbst die Vertäuter derselben hohe Gewinn-Abzüge für sich ausbedingen.

Die Antheilscheine begründin niemals Ansprüche an die Lotterie- Verwaltung auf Looseerneuerung und auf Giwinnzahlunz.

Vielfache gerichtliche Verurtheilungen von LooSantheilschcin - Ver­käufern 'haben herausgestellt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch verfahren, indem sie die Loose, auf welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen oder auf wirklich besessene Loose viel mehr Antherlschetne auS- geben, als der Umfang ihres LoosebesitzeS erlaubt, oder endlich indem sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden.

Zur Untersch idung der LooSantheilscheine von den ächten Loosen machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren UmschriftKoen. Pr. Gen. Lotterie-Direkt * und die gedruckte Unterschrift »Könizl. Preuß. General - Lotterie - Direktion" tragen.

Zur Unterscheidung zwischen den sich als »Lotterie-Einnehmer" be­nennenden und ihr Geschäft als .Lotterie-Einnahme" oder «Lotterie- Komtor" bezeichnenden Privat-Verkäufern von Lassen einerseits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren allein als .Königliche Lotterie- Einnahmen" oder .Königliche Lotterie Einnehmer" sich namhaft machen.

Königliche Gencral-Lotlerie-Direktion.

DammaS. Lilienthal.

Die Maul- und Klauenseuche in hiesigem Orte ist erloschen.

Kalkobes, den 20. Januar 1896.

Der Bürgermeister Bätz.

Die unter dem Rindvieh in hiesiger Gemeinde auS- gebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen.

Untergeis, den 20. Januar 1896.

Der Bürgermeister V a u p e l.

Elisabeth Waniloff wurde von einem alten Diener des Fürsten Orenski auf dem Bahnhof in Paris in

i Empfang genommen und nach der Villa der Familie I geleitet.

Weshalb wohnen die Herrschaften aber nicht in Rußland?" frug das junge Mädchen den Redestrom des Dieners unterwegs abschneidend.

Weil unser kleines Prinzchen Wladimir so kränklich ist," meinte der Alte,das Kind würde den Winter da oben gar nicht ertragen können."

Wie alt ist der kleine Prinz?"

Hm, ich denke sieben Jahre. Die anderen Kinder sind alle weggestorben und da wird nun dieser kleine Nachkömmling so besonders mühsam behütet."

In der fürstlichen Villa nahm eine zierliche Zofe die neue Erzieherin in Empfang, führte sie in ihr Zim- ! mer und bedeutete sie, daß Ihre Durchlaucht die Frau Fürstin sie heute Nachmittag empfangen wolle.

Machen sich Mademoiselle doch etwas zurecht nach der Reise," schloß die Zofe Wohlwollend.

Ein etwas naseweiser Blick derselben glitt dabei über die schlanke, einfache Mädchenerscheinung, die doch so unbeschreiblich vornehm auSsah. Elisabeth lächelte leise und sagte:Gewiß, ich werde Ihren Rath befolgen, denn Kleider machen überall Leute und zumal in Paris und in einem fürstlichen Hause."

In der sechsten Nachmittagsstunde wurde Elisabeth zu der Fürstin gerufen. Der Salon, mit echt französi­schem Geschmack und LuruS ausgestattet, war matt er­

Utchlamkliches.

Feier des J8. Januar.

Banket im königlichen Schlösse.

Das Banket am Sonnabend Abend um 7 Uhr im königlichen Schlosse perlief in glänzendster Weise. Für die 600 Gäste Ihrer Majestäten war im Weißen Saale in der Weißen Saal-Gallerie, im Reuen Königinnen- Zimmer, im Marine-Saal, im Elisabeth-Saal, in der Braunschweigischen Gallerie und im Ausbau der Bilder- gallerie gedeckt. Die Tafeln trugen die kostbaren Auf­sätze und das prachtvolle Silbergeräth unseres Hofes und waren mit einer Fülle wunderbarer Blumenarrange­ments aus weißen und rothen Kamelien, verschieden­farbigen Rosen, Amaryllis, Maiglöckchen und grünem Laubschmuck geziert. Prächtige Fruchtkörbe und Bon­bonnieren waren zwischen den Blumen aufgestellt. Nach­dem sich die gelcdenen Gäste gegen 6J/+ Uhr in den festlich erleuchteten Sälen versammelt hatten, trat präzise 7 Uhr der Hof unter dem üblichen Vortritt in den Weißen Saal ein. SeineMajestät der Kaiser führte Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich, Se. königl. Hah»' Prinz Albrecht von Preußen Ihre Majestät die Kaiserin. Nachdem Seine Majestät die Herren, welche Allerhöchstdemselben gegen­über placirt waren, durch Verneigen begrüßt hatte, nahm der Kaiser zwischen den beiden Kaiserinnen Platz, zur Rechten der Kaiserin und Königin und zur Linken der Kaiserin Friedrich. Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin zur Linken saßen zunächst Se königliche Hoheit Prinz Friedrich Leopold, dann die Oberhofmeisterin Fürstin v. Hatzfeldt, Se. königl. Hoheit Prinz Joachim Albrecht, die Hofdame Fräulein von Gersdorss und Se. königl. Hoheit der Erbprinz von Sachsen -Koburg und Gotha. Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich zur Rechten hatte Prinz Albrecht von Preußen Platz genommen, i Höchstdemselben folgten: die Oberhofmeisterin Gräfin v. Brockdorff, Se. königl. Hoheit Prinz Friedrich Heinrich von Preußen, die Hofdame Gräfin v. Keller, Se. königl. Hoheit der Erbgroßherzog von Sachsen, die Hofdame Gräfin v. Bassewitz, Se. Hoheit Landgraf von Hessen. Sr. Majestät dem Kaiser gegenüber saß der Reichskanzler ! Fürst zu Hohenlohe.

Seine Majestät der Kaiser trug die Uniform der I 1. Garderegiments z. F. mit dem Bande und der Kette

hellt. Die Fürstin lehnte, ein Buch zwischen den Fingern haltend, in einem Armstuhl, die Füße übereinanderge- schlagen; mit kaltem, prüfendem Blick schaute sie der Ankommenden entgegen, kaum mit dem flüchtigsten Kopf­nicken deren verbindlich liebenswürdigen Gruß erwidernd.

Unweit der Fürstin lehnte ein blasser, magerer kleiner Knabe am Kamin und blickte aufmerksam, beinah sehn­süchtig der neuen Erzieherin entgegen. Für ihn war eS ja eine wichtige Frage, ob dieselbe gut und lieb zu ihm sein und etwas Sonnenschein in sein trübes, junges Dasein bringen werde.

Die dritte im Gemach anwesende Person konnte Eli­sabeth gar nicht recht bemerken. Es war der Fürst, welcher die Hand aufs Herz gepreßt, mit fliegendem Athem und weit geöffneten Augen seitwärts stand. Ja, er kannte wohl den Namen Waniloff, er ahnte wer dies junge Mädchen sei und eine heiße, unbezwingliche Sehn­sucht trieb ihn demselben entgegen. Er lebte sehr un­glücklich mit seiner Gemahlin und nur zu oft, ja beinahe unaufhörlich rief eine Stimme in seiner Brust:Das in die Strafe für Dein Verbrechen an der armen Ka- thinka! Mit ihr wärst Du wohl glücklicher geworden, wenn Du der Stimme Deines Gewissens gefolgt wärst."

Als nun das Anerbieten Elisabeths kam, da hätte er am liebsten ungestüm zugeredet, hätte vor aller Welt be­kannt:g^as ist mein Kind, meine Tochter!" und an ihr gut zu machen gesucht, was er gesündigt. Aber er ver­hielt sich diplomatisch um Scandal zu vermeiden, und meinte nur, als seine Gemahlin ihn um Rath frug: