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in der Türkei, nämlich in Ursa, Biredjik und anderen Orten. Nach den bisherigen Ermittelungen be­trägt die Zahl der Opfer 3000,

Die Feindseligkeiten vor Zeitun sind noch nicht völlig eingestellt; die Operationen der türki­schen Truppen zur Einschließung des Platzes werden in der Hoffnung fortgesetzt, mit Hülfe der erwarteten Ver­stärkungen noch vor dem Dazwischentreten der Vertreter der fremden Konsuln die Bezwingung durchzuführen.

C e c i l R h o d e s , der Premierminister der Kap­kolonie hat, laut amtlicher Meldung seine Entlassung eingereicht, Sir Herkules Robinson, der Generalgouver- neuer der Kolonie, hat sie angenommen. Charakteristisch ist das Verhalten der f r a n z ö s i s ch e n Presse. Als in Paris der Einfall der englischen Freibeuterschar in den Transvaal-Freistaat und Kaiser Wilhelms Botschaft an den Präsidenten Krüger bekannt wurden, war die erste Bewegung der französischen Preffe uneingeschränkter Beifall für das Vorgehen des Kaisers. Nach 24 Stunden hat sich jedoch die Stimmung einigermaßen geändert. Der Chauvinismus kommt wieder zu seinem Rechte.

Der ganze Distrikt nordöstlich von Tam-sui auf F o r m o s a befindet sich seit dem 28. Dezember im Aufstande. 10 000 Rebellen griffen Thai-pe am 1. Januar an, wurden aber an demselben Tage zerstreut. Weitere Erhebungen werden erwartet.

Nach einer in London eingegangenen Drahtmeldung aus Havanna haben die kubanischen Aufstän­dischen begonnen, die Stadt einzuschließen; es scheine, wird hinzugefügt, daß die spanischen Truppen noch sehr weit entfernt östlich von Havanna stehen. Maximo Gomez hat sich demnach als ein den Marschall Campos überlegener Stratege erwiesen.

Aus Pmiilz uni) RaDargebiet.

Hersfeld, den 8. Januar 1896.

* DerStaats-Anzeiger" veröffentlichte dieser Tage eine Nachweisung der in den Jahren 1896 und 1897 behufs anderweiter Verpachtung zur öffent­lichen Ausbietung kommenden Domänen- Vorwerke. Die Königlichen Regierungen sind ange­wiesen, Pachtlustigen auf portofreies Ansuchen die gedruckten allgemeinen und die besonderen Verpachtungs­bedingungen, sowie die Licitationsregeln für jede Domäne gegen Erstattung der Schreib- und Druckkosten mitzu- theilen. Unter den ausgebotenen Vorwerken befindet sich aus dem diesseitigen Regierungsbezirk das zu WilhelmS- thal (im Kreise HofgeiSmar). Dasselbe hat 57 ha Flächeninhalt (5 ha Wiesen und 48 ha Acker), der Grundsteuer-Reinertrag beträgt 1287 M., der jetzige Pachtzins incl. Zinsen der MeliorationScapitalien 3421 Mark, das nachgewiesene Vermögen bei der jetzigen P"iÄüÜg 18000 M., die künftige Pachtung läuft von Johannis 18971915. Das Vorwerk liegt 15 km von Cassel und 4 km von Mönchehof, Station der Eisenbahn BebraCasselSchwerte. Berechtigung zum Betrieb einer Gast- und Schankwirthschast.

* Der Landesausschuß zu Cassel wird seine regelmäßigen Sitzungen im laufenden Jahre am 10. Februar, 13. April, 15. Juni, 21. September und 19. November abhalten. Die Bestimmung des Tages für die Dezember-Sitzung ist vorbehalten worden.

* Der Evangelische Ober-Kirchenrath hat die Kon­sistorien beauftragt, binnen sechs Wochen eine Uebersicht über die im Etatsjahre 1895/96 erhobenen kirchlichen Umlagen einzureichen. Die Konsistorien haben daher die Pfarrer und Gemeindekirchenräthe veranlaßt, eine Nachweisung der in den einzelnen Kirchengemeinden er­hobenen kirchlichen Umlagen unter Berücksichtigung des Umstandes, ob die Umlagen nach Maßgabe der direkten Staatssteuern oder der örtlichen Kommunalsteuern er­hoben werden, den Superintendenten aufzustellen und einzureichen.

* Die LandeS-Kreditkasse zu Caffel giebt in den nächsten Tagen 3'/4 prozentige Obligationen zum Course von 1001 /2 aus.

*(Postpacketverkehr mit derSüdafri- konischen Republik.) Von jetzt ab können Post- packete ohne Werthangabe im Gewicht bis 3 kg nach der Südafrikanischen Republik auf dem Wege über Ham­burg Delagoa Bai mittels der Dampfer der Deutschen Ostafrika-Linie nach Maßgabe der Bestimmungen der VereinS-Postpacket-Uebereinkunft versandt werden. Die Postpackete müssen frankirt werden. Die Taxe beträgt einheitlich 4 Mk. 35 Pf. für jedes Packet. Ueber die Versendungsbedingungen ertheilen die Postanstalten auf Verlangen Auskunft.

* Hersfeld, 8. Januar. Der heutigen Nummer liegt für die geehrten Abonnenten ein Wand- und Notiz- Kalender für das Jahr 1896 bei.

t Heringen (Werra), 7. Januar. Gestern Abend gegen 10 Uhr brach auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise auf der Hofraithe des Landwirths O. V. Küchen­meister dahier Feuer aus, infolge dessen ein ge­wölbter Viehstall, eine Doppelscheuer mit Futterkammer, eine Göpelhalle mit Futtergelaß, eine Futterkanimer und ein Pferdestall nebst Fruchtbodenkammer dem Element zum Opfer fielen. Der Mobiliarschaden beträgt ca. 5000 Mark.

Caffel, 8. Januar. Ein zehnjähriges Kind wurde gestern in der Frühe am Garde du Korpsplatz schlafend in einer Ecke liegend von dem dort dienstthuenden Schutz­mann angetroffen. Dasselbe war am 28. Dezember seinen hier wohnenden Eltern aus Furcht vor Strafe entflohen und hatte sich seitdem herumgetrieben und sich so zu

verbergen gewußt, daß man erst jetzt seiner habhaft werden konnte. Dem armen Kinde waren Füße und Hände erfroren, es wurde durch die Polizeibehörde den Eltern wieder zugeführt.

Cassel, 8. Januar. In der Carlsaue ist gestern mit dem Fällen der abständigen Bäume begonnen worden. Bei demselben mußte u. A. auch eine mächtige über 130 Fuß lange in der Nähe des Bowlengreen stehende Tanne abgehauen werden, bei welcher sich 110 Jahres­ringe zeigten. (T.)

Rotenburg, 7. Januar. Zur Vornahme der Wahl eines Bürgermeisters für unsere Stadt fand gestern unter dem Vorsitz des Ausschußvorstehers Herrn G. Müller eine gemeinsame Sitzung des Stadtraths und des großen Bürgerausschusses statt. Es wurden 25 Stimmen abge­geben. Davon erhielten Herr Kaufmann L. Wetzell hierselbst 15 Stimmen, Herr Hauptmann a. D. Bach in Friedenau b. Berlin 10 Stimmen; ersterer ist danach gewählt und hat die Wahl angenommen. (Kr.)

Marburg, 7. Januar. Der Soldat N o e r r aus Hadamshausen vom hiesigen Jägerbataillon stürzte in die Lahn und ertrank. Es ist unaufgeklärt, ob ein Selbstmord oder ein Unglücksfall vorliegt.

Marburg, 4. Januar. Ein Viehhändler eigener Art hat in letzter Zeit die hiesige Gegend bereist. In zahlreichen Dörfern kaufte er große Mengen Vieh an, wofür er die höchsten Preise bewilligte. Die Bauern waren überglücklich ob des seltenen Geschäfts und luden den splendiden Händler zu dem landesüblichenWein­kauf" ein, mit dem derartige Geschäfte gefeiert zu werden pflegen. Die Weinkäufe fielen angesichts der hohen Preise besonders splendid aus, und der Händler ließ sich die Kost gut munden. Leider stellte sich bald heraus, daß man von einem Schwindler dupirt war, den es nach den Weinkäufen aber nicht nach des Nächsten Vieh ge­lüstete. Die Bauern warten noch heute auf die Ab­holung und Bezahlung der so vortheilhaft verkauften Thiere.

Melsungeu, 7. Januar. In verflossener Nacht */.,3 Uhr entstand hier Großfeuer in dem in der Nähe des Bahnhofs gelegenen Gebäude der Speditions­firma H e e r d t. Das Wohnhaus und die Stallungen wurden völlig niedergelegt. 70 Schafe sind verbrannt. Die Feuerwehr arbeitete angestrengt, doch konnte dieselbe nur schwer operiren, da sie allein von der Frontseite das Haus, welches dicht eingeschlossen liegt, angreifen konnte. Das Feuer war gegen Morgen noch nicht gelöscht. (C. T.)

Efchwege, 4. Januar. Seit einigen Tagen findet beim hiesigen Untersteueramt die Verwiegung und Ver­steuerung des im vorigen Sommer geernteten Tabaks statt. Aus diesem Grunde ist das Beamtenpersonal um mehrere Hilfskräfte vermehrt worden. Der Tabak der letzten Ernte ist sowohl quantitativ, als auch qualitativ ein guter. Leider sind aber die Preise gegen das Vor­jahr erheblich geringer. Die Käufer, fast ausschließlich hiesige Fabrikanten und Händler, geben für den Centner Spitzblatt 21 Mk. und für den Centner Rundblatt 20 Mark. Im vorigen Jahre dagegen wurde der Centner mit 25 und 26 Mk. bezahlt.

Bad Homburg, 3. Januar. Der Oekonomie- verwalter des Knabenpensionats in Friedrichsdorf, Reinicke, verunglückte auf schreckliche Weise. Zwei Pferde des Breaks, mit dem er fuhr, scheuten und gingen durch. Er wollte abspringen, fiel jedoch so unglücklich auf das Straßenpflaster, daß ihm die Schädeldecke zertrümmert wurde. Bald darauf trat der Tod ein.

Hilders (Rhön), 7. Jan. Der Flurhüter Philipp Reinhard zu Wickers wurde beim Holzfällen von einem umstürzenden Baum derart unglücklich getroffen, daß nach einer Stunde der Tod eintrat.

Münden, 5. Januar. Bezüglich des Selbstmordes des Holzhändlers H. ist zu ergänzen, daß die That in einem wiederholten Falle von Geistesstörung geschehen ist.

Aus Naüau, 1. Januar. Ein schrecklicher Un­glücksfall hat eine Familie in Montabaur in die größte Trauer versetzt. Am Dienstag Abend hatte die Haus­frau einen Kessel mit heißem Kaffee auf den Tisch ge­setzt. Ihre zwei Knaben im Alter von 4 bezw. 2 Jahren kamen über den Kessel her, stürzten ihn um und wurden Beide fürchterlich verbrüht. Von ihren Qualen wurden beide Kinder durch den Tod erlöst.

Hannover, 6. Januar. Ein Gatten- m o r d ist hier gestern in dem Hause Oberstraße 24 ver­übt. In der dritten Etage wohnte das seit 3 */2 Jahren verheirathete kinderlose Ehepaar N 0 r d in e y e r; der Mann war Kutscher und Koppelknecht bei auswärtigen Pferdehändlern, die Frau arbeitete zeitweise als Schnei­derin in Privathäusern. Gestern Morgen so berichtet derHann. C." gegen 8 Uhr hörten Mitbewohner des Hauses Hilferufe der Frau; hierauf war es wieder still in der Wohnung; um 9 Uhr ging der Mann aus dem Hause. Da er im Laufe des Tages nicht wieder in die Wohnung zurückkehrte, die Frau sich aber auch nicht sehen ließ, schöpften die Hausbewohner Verdacht und benachrichtigten am Abend den Kriminalkommissär Homrighausen von ihren Wahrnehmungen. Dieser ließ die Wohnung durch einen Schlosser öffnen; er fand die Leiche der Frau im Bette mit verzerrten blutüber­strömten Zügen und mehreren Wunden im Kopf, ein Strick war um den Hals geschlungen. Ohne Verzug gab sich der Kriminalkommissär auf die Suche nach dem

des Mordes verdächtigen Ehemann. Er fand denselben etwa eine Stunde später in einer Wirthschaft und der­selbe gestand bei seiner Festnehmrurg die That ein. Als Ursache dazu gab er Eifersucht an.

Weimar, 5. Jan. Der Drahtzieher Goldbach aus Freiberg i. S. wurde hier wegen Bettelns in Haft genommen. Bei dem mit ihm angestellten Verhör be­hauptete er, der Mörder der Postschaffnersfrau Wendt in Berlin zu sein, die am 19. Juli 1890 im Thier­garten zu Berlin als Leiche aufgefunden wurde. Ob das Geständniß auf Wahrheit beruht, wird die Untersuchung ergeben; wahrscheinlich ist es nicht. Zwei Berliner Kriminalbeamte holten den angeblichen Mörder nach Berlin.

Leipzig, 7. Januar. Der Begründer der Universal-Bibliothek", Philipp R e c l a m, ist dem Leipz. Tgbl." zufolge, gestern gestorben.

F r a n k f u r t a. M., 3. Januar. Ein Neujahrs- gratulations-Kuriosum passirte einem hiesigen Bürger. Er machte bei Kouvertirung der Glückwunschkarten die Entdeckung, daß bei seinem überaus zahlreichen Bekannten­kreise die vorhandenen Karten nicht ausreichten. Es war die höchste Zeit zur Versendung der Briefe, wenn sie ihren Zweck als Neujahrsgratulationen erfüllen sollten, und da er seine Freunde durch einen Mangel an Auf­merksamkeit nicht vor den Kopf stoßen wollte, so war guter Rath theuer. Da kam ihm der rettende Gedanke, die im Vorjahre eingelaufenen Glückwunschkarten dem guten Zweck zu opfern. Wie gedacht, so gethan. Doch wer beschreibt seine Ueberraschung, als er am anderen Morgen eine große Anzahl Glückwünsche zu der Geburt eines neuen Sprößlings erhielt, wo doch länger als Jahresfrist der Storch keine Einkehr bei ihm gehalten hatte. Schließlich klärte sich die Sache dahin auf, daß er in Eile statt der früher eingelaufenen Gratulations­karten die von einem früheren Familienereigniß her- i rührenden Geburtsanzeigen ergriffen und unbesehen couvertirt hatte.

Berlin, 7. Dezember. Zu dem Kassen- raub in Spandau wird gemeldet, daß am Sonntag Abend die gestohlenen 54 000 Mk. Werthpapiere Depositenscheine aufgefunden wurden; die Verbrecher hatten sie als unverwendbar fortgeworfen. Die Papiere lagen in der Nähe der Geschützgießerei unweit der Stelle, wo die erbrochene Kassette Tags zuvor aufgefunden worden war.

In Deutschendorf hat sich ein betrübender Unglücksfall zugetragen. Eine Privat-Krankenpflegerin wollte, derE. Z." zufolge, einem Arbeiter und seiner Ehefrau Rhabarbertinktur verabfolgen und gab den Leuten statt dessen Opiumtinktur ein. Der Mann ist in Folge dessen gestorben, die Frau lebt zwar noch, es ist aber wenig Hoffnung vorhanden, sie am Leben zu erhalten.

Elberfeld, 6. Januar. Der vierzigjährige Maurer Josef Duda tödtete heute Morgen seine achtzehnjährige Tochter durch Beilhiebe und verletzte seine eingreifende Frau lebensgefährlich. Der Mörder ist flüchtig.

Hirschberg, 6. Januar. Der russische Kaiser­pavillon, ein Restaurant oberhalb Petersdorf und wegen seiner historischen Vergangenheit ein Anziehungspunkt der Touristenwelt, ist heute Abend total niedergebrannt. In diesem Holzgebäude, welches für die Weltausstellung 1873 in Wien errichtet war, fand die Begegnung der diese Ausstellung besuchenden Monarchen statt.

Aus Malmö wird gemeldet, daß die Zucker­fabrik in dem benachbarten Orte Arlöf in der Nacht zum Montag abgebrannt ist. Beträchtliche Mengen Zucker wurden durch das Feuer vernichtet; der Gesammtschaden wird auf zwei Millionen Kronen geschätzt. Der Brand war in der Raffinerie zum Ausbruch gekommen.

Von der russischen Grenze berichtet die K. H. Z.": Infolge der anhaltend strengen Kälte sind die Wölfe in größeren Rudeln aus dem Innern be­reits bis in die Grenzbezirke gekommen und haben in den letzten Wochen stellenweise beträchtlichen Schaden angerichtet, indem sie Nachts in schlecht verwahrte Ställe brachen und mehrfach Schafe und Schweine fortgeschleppt und verzehrt haben. In den Forsten um Minsk sind ihnen sogar Menschen zum Opfer gefallen. Zwei Hand­werksburschen wurden von ihnen angefallen. Während der eine sich schleunigst auf einen Baum retten konnte, I wurde der andere ins Dickicht geschleppt, vollständig zer- : rissen und verzehrt. Auch in den Georgenburger Forsten wurden in den letzten Tagen verschiedentlich Menschen angefallen, doch gelang die Verscheuchung der Wölfe. Bei einer daselbst unternommenen Treibjagd wurden vier große Wölfe erlegt, während drei entkamen. Seitens des Gouverneurs sind in allen von Wölfen heimgesuchten Bezirken für die nächsten Tage große Treibjagden an­geordnet, um der gefährlichen Räuber Herr zu werden.

London, 6. Januar. Das Reutersche Büreau meldet aus Durbau (Natal) unter dem 31. Dezember:

i Der am 30. Dezember Abends von Johannesburg ! abgegangene, mit Passagieren vollbesetzte Postzug stürzte bei einer scharfen Biegung zwischen Dannhausen und Glencoe auf der Nat a l - Ei s e n b a h n um. Mehrere Wagen wurden völlig zerstört. 1 3 T 0 d t e- wurden geborgen, 1 0 blieben unter den Trümmern; 2 3 Personen sind schwer verletzt. Neueren Meldungen zufolge wurden 3 2 Personengetödtet, darunter 17 einer Familie angehörige Personen. 5 0 Personen wurden verletzt, viele bavoit gefährlich.