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Arme verwandte auf Besuch (Seite 5.) Wer in der Wolle sitzt, hat leicht Kleider machen," aberaus dürrem Laub webt sich fein Gewand",

Zu denjenigen, die dem legiern Sprich­wort sich anschließen, gehören auch die schnurrig aufgeputzten Mänslein auf unserm Bild, welche ihrem Onkel, der in Fülle und Wohlleben seine Tage verbringt, einen Besuch abstatten. 9lb= gehungert und abgemagert sehen Nichten und Neffeir den fetten Onkel inmitten eines mächtigen Schweizerkäses, wie er hochmütig auf seine Sippe herab- schaut.' Ob der Protzonkel Halbpart machen wird, deutet der Zeichuer dieses köstlichen Bildes, C. Brornberger, leider

nicht an.

Sammele Körner. _______ ----=---- ----------

Das kriegerische Surra haben zivar die deutschen Heere voir den Russen übernommen, aber das Wort ist keines- wegs russischer Abkuuft. Ein maß­gebender Sachkenner, Gustav Freytag, leitet (in einer in Freytags Gesamtwerte nicht aufgenommenen Note) den Ur­sprung unb die Entwickelung des deut­schen Feldgeschreis wie folgt ab:Der alle Kriegsruf der Germanen in der Völkerwanderung warHara", er scheint im Osten im Kampf mit den Hunnen, Slaven, Avaren zuWara" geworben zu sein. Nach den Krenzzügen klang

mehreren

in den deutschen Reiterheeren unter andern RufenHarra jo" undWurra ivci". AusHara" sind die JagdrufeHali",Hala", undHalv" entstanden. In den Laudskncchts- haufen lautete der KriegsrufHara her", was nicht nur heran bedeuten soll. Im 30 jährigen Kriege wurde in den deutschen Fähnlein der Ruf Hoscha" gebräuchlich, der vielleicht vom Norden ins Land gekommen war. In dein geworbenen Söldnerheer des 18. Jahrhunderts muß dieser Ruf seltener geworben sein. Als im Beginn unsres Jahrhunderts dasHurah" aus dem russischen

Heer ins Preußische überging, da nahmen die Deutschen nur ihren alten Schlachtruf wieder auf, den die Russen, wie ihren eignen Namen und manches andre, in der Borzeit von den Sermanen überkommen hatten."

Der Gott des Reichtums in Lhiua Einer der meist verehrten chinesischen Götter ist der Gott des Reichtums. Er wird dargestellt als ein streng ausseheuder alter Mann, in der rechten Hand einen großen Schuh von Goldleder haltend, in der linken einen starken Stock von Eisen. Seine Verehrung er soll als armer Haud- trerker auf Erden gewandelt sein, der durch Fleiß und Umsicht zu großem Reichtum gelangte beginnt mit der Tschu-Dynastie um das Jahr 1000 v. Chr. G., genauer seit der Regierung des vierten Kaisers dieser Dynastie, Tschau-Wang. Jedes gefährliche Mißgeschick, jedes Mißlingen einer Spekulation wird einem Versehen bei dem am vierteil Tage des ersten Monats gefeierten Feste dieses Gottes zugeschrieben. Am Tage nach dein Feste werden die dem Gott zum Fest ge­schenkten Früchte, der Wein u. s. w. fortgenom­men und §n einem Gastmahl verwendet, git dem die Gutsbesitzer, Beamten, Kaufleute, diejenigen Verwalter, Unterbeamten und Kommis einladen, welche sich während des abgelaufenen Jahres in ihrer Stellung nichts zu schulden kommen ließen, und welche sie auch während des beginnenben Jahres in den innegehabten Stellen behalten »vollen.

wie treibt die Elektricität Straßen- wagen? Die Elektricität wird in den Dieirst der Straßenbahnen dadurch gestellt, daß die von einer Dynamomaschine hervorgebrachte elektrische

Spannung, die elektromotorische 'Kraft, auf den in dem Wagen befindlichen Elektromotor geleitet und die erzeugte elektrische Energie von diesem mittels Zahnräder übertragen wird.

Boshaft.Sie mal die kokette Dame da drüben die muß früher mal sehr juug gewesen sein."

Griginal-Vrrievürld.

(®efev vom li./vi 70.)

(Erklärung folgt in nächster Nummer.)

Modernes Seiratsgesuch.Fünf Schwestern suchen auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege behufs sofortiger Verheiratung die Bekanut- ichaft eines Rauch- oder Skatklubs. Auch Tou- ristenvereine und Schützkugilden finden etwaige Berücksichtigung."

Schach^KusgabL von Nud. L'Hcrmet, Magdeburg.

Schwarz.

8

7

6

5

4

3

Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt.

8 h

(6 + 4 10)

a b c d e

Weis».

(Auflösung folgt in nächster Nummer.)

was Ainder alles zusammen denken. Elli:Mama, tragen alle Engel immer weiße Kleider?" Mutter:Ja, mein Kind!" Elli: Ach, da muß der liebe Gott jeden Montag viel zu waschen haben!"

Mißverstanden. Tochter:Mama, auf dem Gute des Herrn von Golde muß doch eine ent­setzliche Unordnung herrschen." Mutter:Wie kommst Du denn darauf?" Tochter:Ja, er sagte gestern zu Papa, auf seinem Gute wäre eine große Schweinezucht!"

Zerstreutheit. Der seiner Zeit sehr beliebte Komponist Benda litt an einer außerordentlichen Zerstreutheit und war, wie es vielen Gelehrten, Dichtern und Komponisten geht, im höchsten Grade unpraktisch. Schon zu oft hatte er irgend ein Unglück dnrch eigenes Verschulden angerichtet, so daß er sich endlich daran gewohnte, nichts mehr ohne den Rat seiner grau zu beginnen. Diese starb nach einer kurzen Krankheit nnd der tief­betrübte Gatte setzte sich aus Klavier, um seinen Seelenschmerz durch die Zaubermacht der Töne zu lindern. Mitten in seinem Phan­tasieren kam ihm der Gedanke, daß es der Anstand erforderte, seinen Bekannten und Freunden ben Todesfall bald­möglichst melden zn lassen. Er stand deshalb vom Jnstrnment auf, bcgab sich nach dem Zimmer seiner Frau unb öffnete die Thür mit ben Worten: Was meinst Du, liebe grau, müssen wir nicht unsern . . . ." Da fiel sein Blick auf die starren Züge der in jenem Zimmer ruhenden Toten. Er hatte, wie gewöhnlich, erst um 9tat fragen wollen.

Friedrich Wilhelm IV. von Preu­ßen hatte einmal ein Theater besucht, loo gerade ein so langweiliges Stück gegeben wurde, daß der König es vor- zog, sich schon nach dem zweiten Akt zn entfernen. Als er mit seinem Ad- jutanten aus der Loge trat, fand er in dem Vorgemach derselben seinen Lakaien fest eingeschlafen. Der König wen­dete sich an seinen Begleiter mit den Worten:Der Kerl muß jedenfalls während des Stückes gehorcht haben!" Galant. Dienstmädchen (wel­

ches einen traten gekauft hat):Ach, Sie könnten mit noch diesen Knochen abschlagen!" Geselle:Das ist aber auch das Einzige, ivas ich Ihnen ab­schlagen kann, Mariechen!"

Gleichmäßig verteilt.Bei ' Ihnen wird gar kein Bier im Hause

gelitten?"Nein! Meine Frau und ich trin­ken, wenn wir durstig sind, nie etwas andres, als Wein und Wasser!"Das ist allerdiilgs sehr solid. In welchem Verhältnis trinken Sie das dann?"Ich trink' Wein und meine Frau Wasser!" .

In Zweifel. Piccolo (zum Oberkellner): Sie, Herr Jean, der Herr will e Knickebein, jetzt weiß i net, is dös a Knöchle oder a Ripple!"

U li d u

Dreisilbige Scharade.

Jetzige Schlachten sindach! die letzte gar sehr an der ersten, Schaffen der ersten gar zu viel leider zum Ganzen hinein.

b li S b

Uevstell-Rätsel.

Am moosumgrünlen Quell, an schattigkühlem Ort Sitzt leuzesduftberauscht das erste Wort, die Schöne I Und änderst Du das Wort aus jenem Baume dort Ein Vögelein, und fingt ganz allerliebste Tönetn' Den Namen nenne mir von jenem Mägdelein.

Der Namen giebt es viel und schwer ist drum das Raten; Doch fällt gewiß das Wort Dir bei dem Vogel ein, Denn diesen hörst Du oft auf Deinen Frühlingspfaden I Verändert ift's ein Gruß bei uns zu Lande nicht, In einem fernen Staat in einer fremden Sprache. Der Halbmond glänzet dort, und schöner Augen Licht, Ob die Besitzerin auch dicht den Schleier trage!

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Kvebswovt-Rätsel.

Du liebst es, möchtest es nie missen, Gereicht's auch manchem nicht zur Ehre, Kehr um das Wort: mit Hindernissen Ist dann beschwert die Fahrt im Meere.

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(Auflösungen folgen in nächster Nummer.)

Auflösungen aus voriger Nummer:

des litterarischen Versteck-Rätsels: Gotthold Ephraim Lcssing: des Wortspiel -Rätsels: Schiefer; der zweisilbigen Scharade; Land-See, Seeland.

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Gedruckt und herausgegeben von

Jhring & Fahrenholtz, Berlin 8. 42, Priuzenstr. 84

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