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bessern Anwalt hätte wählen können als Kran Waldegg.
Nachdem die Dame in Eile einige Wirt- schaftsgeschäfte besorgt hatte, forderte sie ihre Tochter auf, mit ihr in den Garten zu kommen. Sie meinte bei sich, in der freien Luft ließe es sich besser sprechen, auch war man hier sicher, daß keines der Dienstlente irgend ein Wort erhäschte, welches nicht für fremde Ohren
berechnet war.
Elfriede ging gesenkten HaupteS neben der Mutter einher; ihre schlanken Finger spielten mit einer frisch- aufgeblühten Aster, die sie soeben gepflückt.
„Hast Du mir etwas zu sagen?" fragte sie plötzlich stehen blei- bend; „Du siehst so seltsam aus, Mutter, sprich, ist es etwas Wichtiges?"
„O ja, sogar etwas sehr Wichtiges," sagte Frau Waldegg, „Raimund Paulus hat um Deine Hand angehalten, und ich habe ihm freudig meine Zustimmung erteilt."
„Ohne mich zu fragen?" rief Elfriede verletzt.
„Ich denke doch, ich hätte als Mutter ein Wort mit darein zu reden," versetzte Frau Waldegg scharf; „für Dich ist Raimnnd eine vorzügliche Partie und unsre Zukunft bleibt dann gesichert. Wenn Du ihn ansschlägst, können wir nicht länger auf dem Herrenhof bleiben."
„Wir werden deshalb nicht darben," sagte Elfriede, „aber dringe nicht in mich, Mutter, Raimunds Frau kann ich nicht werden."
Frau Waldegg fuhr zornig auf, sie fand es höchst thöricht von Elfriede, Raimunds Antrag auszuschlagen und sie sagte ihr das auch in herben, bittern Worten.
Elsriede hörte schweigend zu, endlich erwiderte sie: „Mutter, wenn Du den Herrenhof nicht lassen kannst, dann laß mich ziehen. Lieber sterben, als Naimunds Frau werden."
Dabei blieb es. Rüimund lächelte finster, als Frau Waldegg ihm den schlechten Erfolg ihrer Unterteilung mit Elfriede berichtete.
„Ich kann warten," sagte er, „sie wird sich
»och besinnen.
Aber Elfriedes Lage ini Hause wurde dem noch von Tag zu Tag peinlicher, obwohl
Raimund sich wenig um die Wirtschaft kam
nierte.
Seine Leidenschaft fürs Spiel, welche er
für eine kurze Zeit unterdrückt hatte, brach wieder mächtig hervor. Er spielte unglücklich und verlor große Summen. Der Herrenhof mußte belastet werden, und da Raimund in der Umgebung kein Geld auftreiben konnte, wendete er sich an Lambrecht, der ihm solches, wenn auch zu hohen Procenten verschaffte. In rasendem Lauf ging es abwärts, aber noch hielten die meisten den Besitzer vom Her
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MUMM«
Line liebe Weise.
Erst die Trennung läßt die Liebe voll erwachen und in der Sehnsucht empfinden, wie mächsig sie ist Mond und Sterne werden zu trauten Genossen; könnten die Getrennten doch im Geist in jenen Him- melslichtern sichvereinen Den Empfindungen Ausdruck zu verleihen, gelinat aber am wonnigsten dem von Must umkränzten D ch Auch die ein ame Braut auf unserm Bild findet tröst barm, indem sie leise mst den Tönen summt: „Allab-nd, bevor ich zur Ruhe geh', bück' ich hinaus M die Nacht, und wenn ich em belles St-rnlein dann seh, das leuchtend am Himmel noch wacht: dann denk ich an Deine blauen Aeuaelein, die licht wie die Sterne wohl sind, und ich rufe aus der Ferne dann: gute Nacht, Du mein herziges Kind!
renhof für reich, wenn man auch hie und da schon zu munkeln begann.
Der Winter war hereingebrochen, ein öder, trauriger Winter.
Raimnnd reiste oft nach der Residenz und setzte dort sein lustiges Leben fort; er war noch nicht auf seinen Antrag zurückgekommen, über Elfriede las in den glühenden Blicken, mit denen er sie betrachtete, daß er seine Absicht keineswegs aufgegeben habe.
Nach und nach war sie 31t dem Entschluß gekommen, mit Beginn des nächsten Frühjahrs den Herrenhof zu verlassen.
Vielleicht hatte sich bis dahin der Sinn ihrer Mutter geändert, wenn nicht, nun, dann mußte auch diese Trennung ertragen werden. Das Leben hier war ihr zur Hölle geworden, und sie fühlte, wollte sie nicht seelisch zu Grunde
gehen, so mußte dem
nun ein Ende gemacht werden.
Anfang Dezember begann Frau Waldegg zu kränkeln; eine Erkältung, die sie trotz Elfriedes Mahnung zu wenig beachtet hatte, warf sie aufs Kranken- lager.
Die sonst so ruhige, flinke Frau verfiel sichtlich, obgleich ihre Tochter es nicht an der sorgfältigsten Pflege fehlen ließ, und endlich machte der Arzt Elfriede darauf aufmerksam, daß sie sich an den Gedanken gewöhnen müsse, ihre Mutter zu verlieren. So sehr sich das Mädchen auch gegen diesen Gedanken sträubte,nach und nach kam ihr selbst die Einsicht, daß Frau Waldegg wohl kaum noch einige Monate zu leben habe.
Vergessen war alles, was zwischen ihr und der Mutter stand, sie dachte nur daran, daß sie sie verlieren sollte und sie suchte nach Kräften alles zu thun, um der Leidenden die letzten Tage zu versüßen.
Auch Raimund bewies der Stauten viel Aufmerksamkeit. Er ließ ihr aus der Residenz Bücher, Früchte, Blumen tommen und
that um und
alles mögliche, sie zu erheitern zu zerstreuen.
(Serif. folgt.)
Für Familie und Haus.
Frisch geschlachtetes Fleisch bleibt, wie bekannt, in der kälteren Jahreszeit beim kochen, dünsten oder braten hart und zähe. Um er nun schneller in den wünschenswerten Rohzustand zu versetzen, stellt man daS Fleisch am Tage vor dem beabsichtigten Gebrauch auf eine warme Stelle des Herdes oder in die noch laue Röhre des Bratofen». Ebenso können es
die Hausfrauen aus dem Lande mit Geflügel machen, wenn sich Das Federvieh wird am Abend
plötzlich Besuch anmeldet. !— „
vorher geschlachtet, ausgenommen und über Nacht an einen mäßig warmen Ort gestellt. Das Fleisch bekommt durch dieses Verfahren große Zartheit, wird sehr mürbe und braucht nur eine kurze Bratzeit, wodurch es auch saftiger bleibt.
Neuer schmerzstillender Zahnkitt. Die Zusammensetzung "'s Mittels, welches in Paris zu einem hohen Preise flotten
| dieses Mittels, welches in Paris zu einem hohen Preise flotten I Absatz findet, giebt Gaudet nach mehrfacher sorgfältiger Analyse, ! wie folgt, an: 2 Gramm bester Thränenmastix werden in I 7 Gramm Chloroform gelöst und dann 2 Gramm Perubalsam zugemischt. Nach 12—15 Stunden sir die Flüssigkeit in Fläsch-
chen abAufüden. Bei der Anwendung werden 2—8 Tropfen da- son auf einem kleinen Stückchen Watte in die Zahnhohluug ein« l<fü5d