16
Ailder-Kaal
Line elektrische Schwebebahn (Seite 18). Das rasche Wachsen der Großstädte und das damit verbundene Hinallsdrängen der Bevölkerung derselben nach den Vororten läßt den Wunsch nach
bequemen und schnellen Beförderungsmitteln immer mehr hervortreten. Die gewöhnlichen, mit der Straße gleichliegenden Bahnen, auch wenn sie elektrisch betrieben werden, können diesem Bedürfnis immerhin nur in beschränktem Maßstabe genügen, da ihre Benutzung nur bei kürzeren Streckers Vorteilhaft erscheint, bei längeren aber die Langsamkeit dieses Verkehrsmittels unangenehm empfunden wird. Eure Steigerung der jetzt üblichen Geschwindigkeit ist aber wegen der Gefahrerhöhung kaum erwünscht, wenn sie nicht mit der immer größeren Belastung der Straßen durch andres Fuhrwerk gar unmöglich wird. Es ist daher in einigen Städten schon seit langem ein Netz von Personenbabnen entstanden, teils unter, teils über den Straßen. Erstere Anordnung, in London in ausgedehntester Weise in Anwendung, ist immerhin recht teuer, auch nicht angenehm für die Fahrgäste und nur in seltenen Fällen mit Vorteil anwendbar. Letztere ist, wenn sie, wie in Berlin, unabhängig von den Straßen geführt wird, zwar für die Hauptverkehrslinien brauchbar, kann sich aber dem Bedürfnis nicht anschmiegen und ist ebensowenig billig. Werden dagegen die Hochbahnen gar wie in New-Aork in ben Straßenzügen selbst entlang geführt, so sind sie, obgleich gerade auf diese Anordnung das Bedürfnis hinführt, doch bei den bisherigen Konstruktionen in hohem Grade häßlich und unbequem für die Fuß
gänger sowohl wie für die Anwohner. Auch die Einführung des elektrischen anstatt des Dampfbetriebes auf diesen gewöhnlichen durch die Straßen geführten Hochbahnen wird trotz der Vermeidung der Rauchbelästigung sicher wenig Einfluß auf ihre Entwickelung äußern. Die neueste Erfindung auf diesem Gebiet
nun die elektrische Schwebebahn, Bild sie zeigt.
ist wie
Sammel-Körner.
Line vergleichende Tabelle des Nahrungswertes verschiedener Fleisch- und Fischsorten hat Pros. Atwater vom „Agricultural College" in Con- necticut auf Grund chemischer Analysen aufgestellt, die in sofern überrascht, als sie manchen bisher verbreiteten Annahmen widerspricht. Als Basis nimmt der Professor mittleres, weder fettes noch mageres Rindfleisch an und setzt dessen Nahrhaftigkeit auf 100 fest; es ergeben sich dann fettes Schweinefleisch mit 116, geräuchertes Rindfleisch mit 146, geräucherter Schinken mit 157, gewöhnliches Rindfleisch mit 91,3, Hammelfleisch mit 86,8, Butter mit 124,17, Käse von abgerahmter Milch mit 159, Hühnereier mit 72,2. Von frischen Fischen steht am höchsten der Lachs mit 107,9, spanische Mackrele wird zu 105,9, Kabeljau zu 106, eingemachter Lachs zu 107 und gesalzene Mackrele zu 111,1 veran
schlagt. Austern, die von vielen für sehr nahr- Haft gehalten werden, stellen sich nur auf 21,8, Hummern auf 50,3. Sehr wichtig ist, daß nach dieser Tabelle das Billigste meist auch das Nahrhafteste ist. Die auffallend nährende Eigenschaft der geräucherten und getrockneten Präparate rührt
von der Ausdünstung der Feuchtigkeit und der Verdichtung des Zellengewebcs her.
Auf dem Sekundarbahnhsf. Reisender (zum Bureau des Stationsvorsteher hinein): „Grüß' Gott, Herr Vorsteher, der Zug aus Bimmelhausen wird eine halbe Stunde Verspätung haben, ich hab' nämlich unterwegs den Herrn Zugführer gesprochen."
Aus dem Gerichtssaal. Richter: „Sie haben einen schweren Einbruch verübt! Wissen Sie denn nicht, welche Strafe darauf steht?" Angeklagter: „Nee! Bitte, sehen Se mal nach!"
unser
Aasernenhofblttte. Unteroffizier: Müller, sehen Sie man ja nich 'mal in den Zoolo- g'schen Farten, sonst sieht Ihnen da das olle Rhiliozeros un fordert Ihnen als unjeratenes Stieb der Familie.
Rixxenstoff. Mutter (zum schüchternen Besuch, aus dem die Töchter nicht wissen, was sie machen sollen): „Nur nicht schüchtern, Herr Fleckerl, nur nicht schüchtern, thun S' nur g'rad', als ob S' auf der Brautschau wären — dann thauen die Mädels gleich auf!"
Die Abstammung »es Negers. Kösui Menelik, der in letzter Zeit viel genannte Heu. scher von Schoa, erzählte eines Tages seinen Hofe in folgender Weise den Ursprung der Zur Zeit der Erschaffung Adams wollte au» Satan seinerseits mit ein paar Handvoll Erd, einen Menschen erschaffen, und es gelang i(w recht gut; was er berührte, wurde schwarz, und auch sein Mensch nahm natürlich diese Farbe an. Bei diesem Anblick dachte Meister Satan daraus ihn zu waschen, unb warf ihn in den Jordan: aber die Gewässer dieses Flusses zogen sich f^ gleich zurück, und nur die Handfläche»
und die Fußsohlen konnten ein wenig i benetzt werden, was ihre hellere Färbung erklärt. Ergrimmt über diesen Mißerfolg, versetzte nun der Teufel feinem Geschöpf einen fürchterlichen Faustschlag auf die Nase, wodurch diese platt wurde. Der Unglüctliche bat um Gnade, und da der Teufel sein Unrecht einsah, fuhr er ihm in höllischer Liebkosung mit der Hand über die Haare; aber da die Hand zu helf war, brächte sie sogleich die Wirkung N eines glühenden Eisens hervor und kräu-1 feite dieselben. Daher der Unterschied zwischen den Söhnen Japhets und Sems und denen Hains. Der König Mene- lik setzte hinzu, daß nach drei oder vier Geschlechtern der liebe Herrgott ein Negerkind sehr lieb gewonnen, und da er den Leib nicht anbi
ier§ machen konnte, wandelte er das Herz um und machte es ehrlich, treu und zu guten Handlungen geneigt. Dieses Kind gründete später das Königreich Schoa, unb König Menelik ist sein Nachkomme.
Sonderbarer Geschmack. George i Schoye war einer der geistreichsten und ! angesehensten Männer zu Anfang bet | Regierung Georg des Dritten, dessen I Wortspiele und Witze eine Macht galten, und der ein Freund von Bulle und von Fox war, kannte keinen höhern | Genuß als den, einer Hinr.ichtung bei- ■ zuwohnen. Er hielt sich überall Leute, ■ die ihm Kunde davon geben mußten, wenn 8 an einem Orte ein solches Ereignis statt- ■ fand und er säumte dann nicht, sich mit der ■ Extrapost dahin zu begeben. Er reifte | ausdrücklich nach Paris, um den Königs-1 Mörder Damiens vierteilen zu sehen und ■ kehrte unmittelbar nach dessen Hinrich-1 tung nach England zurück.
Krebswort - Buchstaben - Rätsel.
Nimm einer Frucht,
Stets sehr gesucht,
Roh meist, von allen am liebsten genommen:
Ein Stück am Schluß
Mancher Genuß
Ist, liest man's rückwärts,
Daraus oft gekommen.
Viersilbige Scharade.
Die Hälfte eines Tiers, das schnurrt, Futzlos, was jedem Komponist,
Dem Musiker Bedingung ist.
Kopflos, was durch die Lüste surrt, Zerstört, verbrennt in kurzer Frist, Nennt einen Raum, wie Nacht und Tod
Nie einen schreckensvollern bot.
Silbenrätsel.
Die nachstehenden Silben:
be, deich, dö, er, king, li, mitz, na, I nan, ni, ra, rup, sei, si
sind zu sieben Wörtern zu vereinigen, diese bezcich- 8 nen: 1) Wagenteil, 2) Vogel, 3) Oper, 4) süße ■ Flüssigkeit, 5) mecklenburgische Stadt, 6) Prophet, ■ 7) Stadt und darnach benannter Stoff. S« ■ geordnet, ergeben die Anfangs- und Endbuch- ■ staben von oben nach unten gelesen die Namen ■ der beiden größten Städte eines Landes.
(Auflösungen folgen in nächster Nummer.)
Auflösungen aus voriger Nummer:
der zweisilbigen Scharade: Grabscheit) dct M Krebswort-Buchstaben-Rätsels: Tresor: de- M Buchstaben-Rälsels: Kauf, Lauf, Hauff: dcs 6 Silben-Rätsels: Hunnen grab, Irene, Lenin, | Sudeten, Erato, Hilse, Benno.
Nachdruck aus dem Inhalt d. Bl. verboten Gesetz vom ll./VI. 70,
Verantwvrtlicher Redacteur W. Herrmann, Vertin-Steglitz. Gedruckt und herausgegeben von
Jhring & Fahrenholß, Berlin S. 42, Prinzenstr. 86.