mit dem Ueber - mg zur intensiven Wirtschaft leider anders geworden. Diese kennt nur den Arbeiter, und hat den Schäfer erniedrigt, der auf die Stufe der Fütterer herabgesunken ist. Mit dem Schäferleben von früher hat es ein Ende.
Aus dem ehemaligen Schäferstande aber sind tüchtige Menschen hervorgegangen. Ich kenne Leute, denen man die Beerbe abnahm, weil sie infolge ihrer Tüchtigkeit für die heutige Wirtschaftsart als Feld- und Hofverwalter bester zu gebrauchen waren. Sie überragen ihre landwirtschaftlichen Amtsvorgänger durch praktische Brauchbarkeit. Sie waren gewistenhaft, zuverlässig und verehrten ihren Dienstherrn. Vom Schasknecht hinauf bis in solche Vertrauensstellung haben sich diese Leute gearbeitet, ohne eigentlich darum bemüht gewesen zu sein. Der Dienstherr hatte sie anerkannt und von einer Stufe in die andere erhoben, weil er wußte, was er an ihnen hatte. Noch andere Fälle sind mir bekannt, wo die Schäfer sogar Pachtungen übernahmen, hie sie mit Erfolg bewirtschafteten. Der Besitzer, der ihnen die Pachtungen gab, wußte, daß sein Eigentum in guten Händen war. Ihre Nachkommen besitzen heute Güterkomplexe, und mit Genugthuung weisen sie auf den Begründer ihres Vermögens hin, der ein Schäfer war.
Man sollte auf keinen Fall die Sozialdemokratie auf dem Lande anfkommen lasten. Deshalb gilt es, den Ständen mehr Beachtung zu schenken, welche von altersher treue Dienste geleistet haben. Kuh- und Schweinefütterer können ganz brauchbare Menschen sein, aber ihr Beruf läßt sie nicht weiter streben, als die Tiere satt zu machen. Sie legen den Kühen und Schweinen das Futter vor, das ihnen vom Gutsherrn angewiesen wird. Anders ist es mit dem Schäferberuf, denn sanfte, ruhige Menschen giebt es recht wenig. Gleichwohl giebt es noch ernste, junge Männer, die sich dem Schäferstande widmen; sie finden zwar in dem heutigen Berufe nicht mehr die Befriedigung als früher, weil sie mehr als Arbeitsmann gebraucht werden, denn als Schafhirte.
Es kann über Schäfer nur da geurteilt werden, wo man Schafheerden hält und weidet. Abfällige Urteile hört man vielfach von Landwirten, die niemals weder ein Schaf noch einen Schäfer gehalten haben. Sie schildern den Schäfer als einen Tagedieb, der sich durch Faulheit auszeichnet, ohne dabei zu bedenken, daß sie sich selbst ein Armutszeugnis ausstellen. Zu ihrer Rechtfertigung fügen sie hinzu, daß die Schafzucht ein überwundener Standpunkt sei.
Jetzt fällt die Sorge um das Vieh allein dem Wirtschaftsdirigenten zu. Früher besorgte der Schäfer die ganzen Heuarbeiten, auch das verantwortungsvolle Einlagern auf dem Boden des Schafstalles. Auch in der Getreideernte hatte er Verpflichtungen. Seine Obliegenheiten drehten sich wesentlich darum, Futter und Ernte trocken einzubringen. Jetzt soll der Schäfer für die Gesundheit der Schafe haften, wo man ihm oft verdorbenes Futter, schimmliges Heu rc. auf den Stall fährt. Die jüngere Generation der Landwirte unterschätzt vielfach den Wert der Heuarbeit. Das Vieh wird jetzt zwar nach chemischen Futteranlysen gefüttert, aber wie viel geht jährlich dabei zu Grunde!
Zur Hebung der Landwirtschaft, insbesondere der Schafzucht, ist ein brauchbarer, seßhafter Schäferstand notwendig. Viel Futter könnte erspart werden, wenn die Wuchstreiberei der jungen unreifen Tiere aufhörte; sie kostet Geld, bringt aber nicht einmal die Auslagen ein. Der Schäfer kennt durch tägliche Beobachtung seine Schafe bester als irgend Jemand und weiß das Futter nach der Individualität zu reichen. Er würde das richtige Maß bester treffen, als man durch Analysen vermag, welche das Individuum Unberücksichtigt lasten.
Schäfer, Fütterer und Knecht sind drei verschiedene Dinge, die auch bei intensiver Wirtschaft sich nicht im Arbeitsmann vereinigen lasten. Man wird gut thun, den Schäferposten wieder nach früherem Muster zu gestalten.
Wohl und Wehe der Landwirtschaft hängen nicht zum wenigsten von brauchbaren Arbeitern ab. In der Textilindustrie besteht die Einrichtung, die besten Arbeiter durch Geldgeschenke und öffentliche Belobigung seitens des Zentrab vereins der Fabrikanten auszuzeichnen. Der Fabrikant schlägt als Vereinsmitglied geeignete Personen vor, die vom Zentralausschuß öffentlich ausgezeichnet werden. Nicht die Größe des Geschenks ist es, sondern die öffentliche Anerkennung, welche zur Treue und Tüchtigkeit anspornt. Dean wird derartige Einrichtungen auch treffen müssen, um in der Landwirtschaft einen zuverlässigen, brauchbaren Arbeiterstand zu schaffen. Dem Merinozüchterverein möchte ich empfehlen, solche öffentliche Auszeichnungen auch an bewährte Schäfer zu erteilen.
Der Fluhkrebs.
Da der Flußkrebs ein sehr beliebter Leckerbiffen ist, der von Jahr zu Jahr seltener wird, und er nur sehr langsam wächst, lag der Gedanke nahe, auch in der Krebszucht ähnlich wie bei den Fischen künstliche Befruchtung anzuwenden. Allein alle Versuche in dieser Hinsicht schlugen fehl, und auch heute noch ist Befruchtung und Bebrütung der Eier auf künstlichem Wege nicht möglich. Um aber doch die Krebszucht nach Möglichkeit zu fördern, hat einer unserer größten Krebszüchter, Reinh. Glauer, welcher ein sehr bedeutendes Krebs-Exportgeschäft in Beuthen (O.-S.) besitzt, eine Broschüre verfaßt, in welcher er seine Erfahrungen
über den Krebs, besten Lebensweise, Zucht und Zubereitung mitteilt. Das kleine Werkchen enthält viel Interessantes, weshalb ich Interessenten dasselbe empfehle. Allen, die eine rationelle Krebszucht anlegen wollen, giebt Glauer den Rat, keine kleinen, ein- und zweijährigen Krebse ein- zusetzen, weil dieselben einerseits erst im fünften bis sechsten Lebensjahre fortflanzungsfähig würden, anderseits größtenteils durch den Wasserwechsel zugrunde gehen, vielmehr die geringen Kosten nicht zu scheuen und nur große befruchtete Zuchtmuttertiere als Einsatz zu verwenden, und zwar zwei Drittel Weibchen und ein Drittel Männchen.
Th. Karler, Berlin.
Wie werden Iirkusxferde dressiert?
Wenn wir ein gut dreffiertes Pferd sehen, so bewundern wir wohl seine Fähigkeit, aber bedenken nicht, welche Reihe von Qualen dem edlen Tiere bereitet wurden, bis es die uns entzückende Fähigkeit erlangte. Der Hunger nimmt hier den ersten Platz ein. Bisweilen, und zwar in langen Intervallen, wird ein wenig Nahrung gegeben. Das Pferd weiß nicht, daß der, welcher ihm das wenige Futter reicht, auch derselbe ist, der es ihm ganz entzieht; weiß aber, daß er es ist, der ihm den Schmerz des Hungers lindert. Wird zuzeiten etwas gewählte Nahrung gereicht, so steigert dies das Ansehen des Herrn, den Dank und die Freundschaft des Pferdes. Durch Zucker, welcher bei paffender Gelegenheit als von Pferden besonders geliebter Leckerbiffen gewährt und wieder entzogen wird, wird das Pferd dahin gebracht, Dinge zu verrichten, die das allge meine Staunen erregen.
Hilft Hunger nicht, so tritt statt deffen oder nebenher als kräftiges Mittel der Unterjochung die Entziehung des Schlafes. Dieses erzwungene Wachen wird durch einen bis zum Uebermaße getriebenen Hunger oder durch einen betäubenden und beunruhigenden Lärm, Trommeln und Blasen auf Blech-Instrumenten unterhalten. Durch solche abscheuliche Mittel werden die dringendsten Bedürfnisse erregt; aber der Dresseur erreicht dann seine Macht nicht etwa durch Befriedigung der Bedürfniffe selbst, fondern dadurch, daß er sich auf verständliche Weise als denjenigen zu erkennen giebt, der die Bedürfniffe des Tieres erleichtert und befriedigt. Wenn gewähltes Futter gereicht und das Pferd für Liebkosungen, die es ungemein liebt, empfänglich gemacht ist, dann wird es in kurzer Zeit für die Güte dessen, der es dreffiert, sehr dankbar, und an Stelle der Störigkeit tritt der gute Wille. Die Dressur ist dann bald vollendet. __________
Tier-Freundschaften.
Wenn man die Natur, die Lebewesen im Kampf ums Dasein beobachtet, so treten dem aufmerksamen Beobachter unausgesetzt charakteristische Eigenschaften, Gewohnheiten u. s. w. bei allen Tiergattungen entgegen. Der Kampf ums Dasein hat auf der einen Seite List, Raub- und Mord-Lust, auf der anderen Seite Furcht und Vorsicht gezeitigt. So ist's im ungebundenen Naturzustände. Ganz anders gestalten sich diese Verhältnisse unter den Tieren indeffen unter der Obhut des Menschen. Herrscht z. B. auch zwischen Hund und Katze im allgemeinen bittere Feindschaft, so findet man doch sehr häufig, daß diese Feinde, wenn sie zu einem Hauswefen gehören, in trautester Freundschaft leben, ja für einander oft eine zärtliche Fürsorge an den Tag legen. Aber auch zwischen Tieren, die nicht zu den frei umhergehenden Haustieren gehören, bilden sich in einzelnen Fällen fürsorgende Freundschaftsbündnisse.
Zwei Fälle, die das reizend illustrieren, will ich hier ausführlich mitteilen. Ein gemütvoller Familien-Vater und Naturfreund hatte neben vielen anderen einen Kanarienvogel. Eines Tages stellte sich im Hause ein halb ausgewachsener schöner grauer Kater ein. Es fand sich kein Eigentümer und da die Kinder das Tierchen gern behalten wollten, so wurde er in Gnaden ausgenommen, gewöhnte sich bald an Oertlichkeit und Hausgenosten und betrug sich in jeder Weise klug und verständig. Da eines Tages schleicht „Jungkater" nach dem Bauer des Kanarienvogels richtet sich auf und umfaßt das Vogelhaus. In dem Moment kommt der Hausvater dazu, nimmt einen Stock und droht dem kanarienlüsternen Kater sehr ernsthaft. Es muß demselben sofort klar geworden sein, daß das Vogelbauer „Schonung" bedeutet. Niemals mehr machte der Kater einen Versuch, sich dem Kanarienvogel zu nahen, auch dann nicht, wenn derselbe im Zimmer frei umherflog.
Da eines Tages, der Kater war bereits ein mächtiges ausgewachsenes Tier, betritt der Naturfreund das Wohnzimmer und sieht zu seinem Schrecken, daß der Kater den Kanarienvogel, der im Zimmer umhergeflogen war, im Fang (Maul) hat. Nach einem Stock greifend, sieht der Beschützer, daß auf dem Fensterkopf eine fremde, große Katze sitzt. Er verscheucht dieselbe und mit dem Verschwinden der fremden Katze, öffnet der Hauskater seinen Fang und der unverletzte Kanarienvogel fliegt aus demselben heraus. Der Kater legte sich sofort ruhig auf sein Ruhekissen, nachdem er sich einmal schnurrend an dem Bein seines Ernährers gerieben hatte. Ist das nicht ein überzeugender Beweis von Verständnis, von bewachender, sorgender Freundschaft? Er fing den Vogel, um ihn vor der fremden Katze zu schützen und verletzte ihn nicht!
Nach einiger Zeit wurde ein Nachkomme dieses Katers im Hause aufgenommen; derselbe bedrohte eines schönen Tages in jugendlichem Katzenübermut das Vogelbauer. Da kam würdig der „Alte" an und ohrfeigte seinen
Sprößling derart, daß dieser derartige Streiche ein für alle mal aufgab. —
Derselbe Naturfreund fand eines Tages bei einem Spaziergange an einem Grabenrande ein allein befindliches eben ausgeschlüpftes Rebhühnchen, nahm es auf, barg es warm und hatte die Freude, es unter seiner sorgenden Hand zu einem prächtigen Rebhuhn entwickeln zu sehen. Natürlich war das Tier ganz zahm, lief mit den anderen Haustieren herum, flog ab und zu ins Feld, kam immer wieder und hielt sich mit Vorliebe in dem Wohnzimmer der Familie auf. Es war der Liebling aller, ließ sich streicheln u. s. w. Mit einem Affenpinscher des Hauses hatte das Rebhuhn innige Freundschaft geschloffen. Sowie sich derselbe zum Schlafen legte, war das Rebhuhn bei ihm und setzte sich möglichst bequem in die lebende „Schlummerrolle."
Eines Tages erhielt der Hausherr Besuch seitens eines Bekannten. Nach der Begrüßung in der Wohnstube und nachdem der Gast Platz genommen, entfernte sich der Hausherr, um seine Frau zu benachrichtigen. Gleich nach der Entfernung desselben war das Rebhuhn vertraulich zum Gast gelaufen. Das freute natürlich den Fremden und er versuchte das Huhn zu streicheln, was sich dasselbe auch ruhig gefallen ließ, nicht aber der Affenpinscher. Derselbe, der sonst nie biß, noch keinen Menfchen angegriffen hatte, fuhr sofort dem Gast in die Kleider und hielt ihn fest.
In dieser Gefangenschaft fand der Hausherr seinen Gast, war erstaunt über die forgende Freundschaft des Hundes für das Rebhuhn, aber im Besonderen darüber, daß der sonst so gutmütige, nicht einmal wachsame Hund, sich zu solcher Energie aufgerafft hatte.
Hund und Rebhuhn lebten noch lange in trauter Freundschaft in Haus und Hof, bis endlich das letztere nach einem Flug ins Feld nicht mehr zurückkehrte. Ob zarte Familienbande, ob Mensch, ob Raubtier sein Zurückkehren verhinderte, wer kann es wissen. W. v. J.
Gebackene Rebhühner mit Salat u.Lompst. Junge, fleischige Rebhühner werden gerupft und gesäubert, halbiert, in zerlassene Butter getaucht, in geriebener Semmel umgewendet, dann in geschlagenem Ei und nochmals in geriebener Semmel umgedreht, worauf man sie in siedend heißem Schmalz rasch ausbäckt, auf einer Schüssel aufhäuft und oben darauf mit einem Stäußchen gebackener Petersilie verziert, oder mit Salat, Compot oder Gemüse zu Tische giebt.
Axfel-Souffle. Eine Mandel Borsdorfer Aepfel werden gebraten, durch ein Sieb gestrichen und mit 130 Gramm Zucker, acht Eidottern, einem Kaffeelöffel voll Zimmt und etwas gestoßenem Cardamom verrührt; der Schnee der acht Eter wird rasch darunter gezogen, die Mäste in eine mit Butter bestrichene Souffle-Schüssel oder Form gethan, fünfzehn bis zwanzig Minuten gebacken und sofort zu Tische gegeben.
p^aumentmtfe. Gewaschene, entsteinte Pflaumen werden mit dem nötigen Zucker, etwas Master und einer Hand voll abgezogener, geriebener, füßer Mandeln weichgedünstet, durch ein Sieb geschlagen und mit Kraftmehl angeebnet.
Federvieh zu schlachten Um Federvieh so zu schlachten, daß das Blut im Körper des Tieres bleibt und das Fleisch eine schöne rote Farbe behält, stoße man ein sehr scharfes Instrument schwischen den Hinterkopf und den ersten Halswirbel: diese Operation dauert nur eine Sekunde.
Vkrkenblätter, die im Herbste gesammelt werden, liefern eine gute Füllung zu Matratzen. Sie sind leicht und weich und die Matratze bleibt mehrere Jahre elastisch.
Lainxendocht kann man sich billig aus langen, dicken Binsen herstellen, die man preßt und dann als Docht in Küchenlampen rc. einzieht.
Briefkasten
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H. R. in W. Die Färbung des Wolfsspitzes ist einfarbig, wolfsgraa, d. i. gelbgrau oder aschgrau, mit schwärzlichem Aiiflug der einzelnen Haarspitzen; an der Schnauze und der Umgebung der Augen, an den Läufen, dem Bauch und der Ruthe heller graugelb und weißlich gefärbt und zwar in ähnlicher Ausdehnung, wie die bekannten Abzeichen unserer Dachshunde, jedoch weit unbestimmter und farbloser. Nase und Nägel müssen schwarz, die Augen dunkelbraun gefärbt erscheinen. Die volle Mähne entwickelt sich erst nach einem Jahre, wenn der Ansatz dazu bereits vorhanden ist.
F. W. in G. Eine geringe Gabe von Kochsalz als Zusatz zum Weichfutter ist dem Geflügel sehr bekömmlich, aber schon 5—20 gr töten ein starkes Huhn nach der Angabe von Pros. Zürn in kurzen Zeit. Viel gefährlicher aber als reines Kochsalz wirkt Herings- oder Pökellake, welche noch außerdem durch ihren Gehalt an faulender Substanzen Vergiftungen hervorrufen. Die weitverbreitete Ansicht, daß Kochsalz keinen Schaden stiften könne, führt zu außerordentlich häufigen Kochsalzvergistungen bei unseren Haustieren. Namentlich Schweine, denen man ins Futter alle möglichen Abfälle zu geben pflegt, haben darunter zu leiden, da schon V» Pfund Kochsalz ein Schwein tötet.
P. S. in O. Die Länge der Ohren bei einem Widderkaninchen ergiebt sich von einer Ohrspitze zur andern über den Schädel weg gemessen. Unter 60 cm langem Behang versteht man somit die volle Spannweite beider Ohren, nicht ein einzelnes Ohr von der Wurzel bis zur Spitze gemessen.