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Stelle, wo das Horn durchbrechen will, und welche allein mit der Säure zu bestreichen ist, genau erst im Alter von 810 Tagen festzustellen. Wird in diesem Alter die Operation vorgenommen, so vernichte sie das Hornwachstum vollständig. Es seien die Kälber nach Verlauf eines Jahres völlig hornlos geblieben, auch ruhiger und nicht so streit­süchtig, z. B. beim Einschütten des Futters, wie die ge­hörnten Nachbarn.

Trotz dieser an sich günstigen Erfolge hat Herr v. Heyer die Operation nicht generell eingeführt und zwar, wie er schreibt, aus folgendem Grunde:

Meinen Kühen, welche nach Nummern benannt sind, wird die betreffende Zahl ins Horn eingebrannt; wie sollten die einzelnen Tiere anders unter Ausschluß jeglichen Irrtums von einander unterschieden werden, zumal wenn zufällig während der Weidezeit ein neuer Hirt zur Heerde kommt, welcher die einzelnen Kühe nicht kennt. Die Ohren ent­halten die Nummern der Mutter, welche bei dem jungen Kalbe durch entsprechende Schnittzeichen eingekniffen wird. Der Versuch, eine Zahl in die innere Ohrmuschel hinein- zu tätowieren, hat sich als unpraktisch erwiesen. Würde mir eine für Jeden sichtbare und verständliche, jeden Irrtum für alle Zeit ausschließende Zeichnung der Kühe nachge­wiesen werden können, so würde ich mir hornloses Vieh halten.

In diesen Ausführungen wird allerdings ein Gebiet, die zweckmäßigste Zeichnung des Rindviehs," angeschnitten, welches wir demnächst besonders und ausführlicher besprechen wollen. Immerhin möchten wir doch gleich erwähnen, daß Herrn v. Heyer geraten worden ist, sein hornloses Rind­vieh ähnlich wie die Gestütspferde mit einem Nummern- brand auf einer der beiden Lenden versehen zu lasten.

Jedenfalls ist es nach unseren Erfahrungen am un- prakttschsten, teils hörnertragende Kühe, teils hornlose Tiere in einer Heerde zusammen zu haben. Die letzteren werden dann erst recht unter den Nachteilen zu leiden haben, die zu gewärtigen sind, wenn eine größere Heerde gehörnter

Rinder auf die Weide geht.

Dr. U.

GMMb&MiA/MMM^^

M AeMgelzucht.

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S

Ausfuhr von Geflügel und Eiern.

Nach einer Mitteilung des statistischen Jahrbuches für das deutsche Reich, 17. Jahrgang 1896, gestaltete sich die Geflügel- und Eier- Ein- und Ausfuhr im Gebiete des deutschen Zollvereins wie folgt:

Tonnen zu 1000 kg.

Jahr

Federvieh lebendes

Eier von Geflügel

Bettfedern, rohe

Ein­fuhr

Aus­fuhr

Ein­fuhr

Aus­fuhr

Ein­fuhr

Aus­fuhr

1895

25449

273

83565

772

7238

985

1894

23415

287

79609

720

5886

833

Unterschied gegen 1894:

1995 1+2034)14J+3956) +52|+1352| +152

Also im Jahre 1895 abermals eine sehr große Steigerung der Einfuhr und eine neue Mahnung zu aus­gedehnterem Bettieb der Geflügelzucht, besonders der landwirtschaftlichen. Es dürfte wohl noch von Interesse sein, zu erfahren, aus welchen Ländern wir Geflügel und Eier beziehen. Die Herkunft der Einfuhr im Jahre 1894 stellt sich wie folgt.

Tonnen zu 1000 kg.

Länder der Herkunft

Lebendes Geflügel

Totes Geflügel

Eier

Belgien ....

26

85

Bulgarien . . .

56

Dänemark....

46

Frankreich....

163

37

150

England ....

5

Italien ....

2649

12

4250

Niederlande . . .

373

1

1003

Oesterretch-Ungarn .

e

6210

177

43234

Rumänien . . .

964

Rußland ....

14008

10

29435

97

1

297

Serbien ....

5

50

Türkei ....

19

I Frische tust im Geflügelstalle.

Eine Ursache vieler Erkrankungen ist die Anhäufung I von Geflügel, besonders von Hühnern, in engen, dumpfen Ställen. Abgesehen von der stets für den Raum zu be- messenden Anzahl, kam auch durch !ne Konstruktwn des Stalles, besonders, was Boden und Decke desselben betrat, viel gegen die Gesundheitsschädlichkeit gethan werden. Der Boden liege nicht unmittelbar auf dem feuchtmErdreich, sondern über diesem, mindestens 510 om erhöht, sodaß die Erdfeuchtigkeit abgehalten, der KuirrttderftmenLuft und das Tr^enhatten der Bodenflache begünsttgt wrrd Als Material für den Boden wähle man Holz, da ; dieses alle Verunreinigung aufnrmmt und schwer «M F halten ist, sondern es empfehlen sich hierfür feingelochte

Thonplatten, welche Luft von unten nach oben in den Stallraum gelangen lassen. Die Thonplatten können porös sein, müssen dann aber öfter ausgewechselt und durch Aus­glühen wieder gereinigt werden, oder sie können glasiert sein, beziehungsweise aus Steingut bestehen, wo dann die Reinigung keine Schwierigkeiten macht. In der warmen Jahreszeit erhalten diese Bodenplatten wenig oder gar keine Bedeckung durch Ausstreuung von Sand oder Torf­mull; im Winter aber muß eine ziemlich dicke Schichte am besten von Torfmull, gegeben werden, weil dieser sehr warm hält und eine desinfizierende Wirkung äußert. Beim Auf­streuen soll man jedoch beachten, daß die Löcher der Platten möglichst wenig verstopft werden und zu diesem Zwecke soll man zu unterst grobe Ausstreuung geben und auf diese erst die feinere.

Aehnlich stellt man auch die Decke des Stallraumes her, nämlich aus größeren Ziegelplatten, die zur Abhaltung des Regens in einem gewissen Abstand ein Blechdach darüber erhallen, sodaß der so entstandene freie Zwischenraum direkt mit der Außenluft in Verbindung steht.

Auf diese Art müssen spezielle Geflügelhäuser hergestellt werden. Beim Einbau derselben in den Großviehstall muß man aber etwas abweichend verfahren. Hier ist es ange­zeigt, dem Geflügel zwar die Wärme des Viehstalles zu gönnen, es aber vor dessen schlechter Luft zu bewahren, was man am einfachsten dadurch erreicht, daß man den Geflügelstall aus starken, luftdicht abschließenden Blech­wänden herstellt und so in den Großviehstall einbaut, daß eine Seite des ersteren aus einer äußeren Wandfläche besteht, während Boden und Decke, wie oben geschildert, luftdurchlässig hergestellt werden, aber in einem Abstande von einigen Zentimetern einen von der Stallluft trennenden Blechüberzug besitzen.

Die Mauser der Hühner.

Es giebt wohl keinen Landwirt, der nicht des Tags ein paarmal durch feine Ställe ginge und sich überzeugte, ob dort alles zum Rechten steht, und der jedem Tiere seine besondere Aufmerksamkeit schenkt, von dem er merkt, daß es sich irgendwie unbehaglich oder kränklich fühlt. Warum wird aber diese notwendige Sorgsamkeit, die wir unseren größeren Nutztieren widmen, so oft vernachlässigt unserem Federvieh gegenüber? Frierend und zusammen­gekauert sitzen um jetzige Zeit die manchmal infolge der Mauser halbnackten Hühner in irgend einem sonnigen oder buschigen Plätzchen, oder sie suchen sich in der schützenden Wärme eines Stalles zu verkriechen. Kamm und Unter- kieserläppchen sind verblaßt, und die Bewegungen haben ihre Munterkeit und Lebhaftigkeit vollständig verloren. Wenn wir das sehen, müssen wir uns schon von selbst sagen, daß die Tiere an einem krankhaften Zustand leiden. Zwar an und für sich ist der Wechsel und die Erneuerung des Federkleides, wozu in der Regel. 68 Wochen in Anspruch genommen werden, ein natürlicher Vorgang, aber durch die geringe Pflege, welche sie dabei meist genießen, wird diese Zeit für die Hühner eine sehr qualvolle, und der Besitzer, der zur Erleich,terung dieses Zustandes nichts thut, verkennt seinen eigenen Nutzen, denn je schlechter sich die Tiere während dieser Zeit befinden, desto längere Zeit gebraucht der Körper zur Neubildung des Federkleides, und desto länger wird mit der Eierproduktion ausgesetzt. Wollen wir einen Nutzen von den Hühnern haben, so müssen wir fie gerade jetzt intensiv füttern, besonders mit fett- und eiweißhaltigen Futtermitteln. Fett erzeugt die Wärme, deren die Hühner jetzt bedürfen, besonders wenn sie bei naßkaltem, unfreundlichem Wetter mausern, und Eiweiß bildet Blut, Fleisch, Fett und Federn. Man füttere also jetzt reichlich Hafer, Gerste, Weizen, Maisschrot, Fleischabfälle. Besonders gut wird auch etwas phosphor- saurerKalk, als solcher oder in Form von fein zerstoßenen Knochen, sein; dieser trägt direkt zur Federbildung bei. Auch für hartes, kalk- und salpeterhaltiges Trinkwasser sorge man. Haben die Hühner die Zeit des Federwechsels überstanden, so werden die aufgenommenen Nährstoffe wieder zu nutzbringender Produktton verwandt, dann aber höre man mit der intenfroen Fütterung auf und füttere weniger reichlich, da ein zu nährstoffreiches Futter die Fleisch- und Fettproduktion auf Kosten der Eierproduktion begünstigt. Zuführung von Phosphorsäure und Kalk im Futter ist auch für diese von Vorteil. v. Sch.

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Mßfl- und GarLenöau

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«I.

Die Vermehrung der Iohannis und Stachel­beeren

geschieht am besten im Spätsommer und Herbst, wenn das Holz gut ausgereift ist, durch Stecklinge. Diese nimmt man von den Jahreszweigen, giebt ihnen eine Länge von 2530 Zentimeter und steckt sie reihenweise in schräger Stellung so auf ein warm gelegenes Beet mit lockerem und sandigem, aber doch fräftigem Boden, daß nur ein oder zwei Augen über die Erdoberfläche ragen. Mit Eintritt des Winters belegt man das ganze Beet zum Schutze gegen zu heftige Temperaturschwankungen mit trockenem, strohigem Dünger, den «an im Frühjahr wieder entfernt. Mit Eintritt des Frühjahrs werden weitaus die meisten Stecklinge austreiben und bis zum Herbst ein bis zwei kräftige Schöffe liefern. Rein- und

Lockerhalle« des Beetes darf nicht versäumt werden, flüssige Düngung im Mai und Juni thut gute Dienste. Bis zum Spätherbst nimmt man die Pflanze vorsichtig heraus und kann sie nun endgültig auf das dazu geeignete Land zum Zweck der besseren Bewurzelung verpflanzen. Solche gut bewurzelte zwei- bis dreijährige Pflanzen liefern bald hohe Erträge und sind den Ausläufern, wie sie in der Regel von den Mutterpflanzen abgetrennt werden, entschieden vorzuziehen.

Die Erdbeere der Zukunft.

Alleinherrscher (Royal Sovereign.)

Wir dürfen wohl annehmen, daß die hohe Bedeutung der Erdbeerkultur, sowohl als lohnende Spezialität zum Gelderwerb für den Gärtner und Beerenzüchter, als auch für den Privatmann als eine köstliche, die auf ihre Kultur

verwandte Mühe reichlich lohnende Frucht zur Genüge be­kannt ist. Als langjährige

Spezialisten in dieser Branche können wir nicht umhin, unserer Verwunderung Raum zu geben, wie selbst jetzt noch so viele, alte minder­wertige Sorten gebaut werden. Wir können dies nur auf Un­kenntnis besserer

Krdöeere,.Royal-Sovereign.

Sorten zurückführen und rufen einem Jeden zu:Probieren geht über Studieren." Nach unseren, mit einem Sortiment von 100 Sorten in umfangreichster, oft kostspieliger Weise angestellten Versuchen, ist unstreitig die beste Erdbeere Royal Sovereign, auf deutsch Alleinherrscher.

Durch diese das größte Aufsehen erregende Neuheit hat sich der im Vorjahre leider verstorbene Erdbeerzüchter Laxton ein bleibendes Denkmal gestiftet, es ist die beste von ihm eingeführte Sorte. Royal Sovereign vereint alle Eigenschaften in sich, die überhaupt verlangt werden können. Dieselbe übertrifft in Bezug auf ein leichtes, großartiges, reichliches Tragen, Größe der Früchte, ein festes, saftiges Fleisch mit dem lieblichsten, ausgezeichneten Aroma alle jetzt existierenden Erdbeeren und kann daher mit Recht auf den NamenAlleinherrscher" Anspruch machen. Die Früchte liegen wie blutrote Aepfel unter der Pflanze, voll Süßigkeit und Aroma; es sind Früchte von außerordentlicher Größe, konisch oder abgeflach', von scharlachroter Farbe, Fleisch weiß und sehr fest, vortrefflich von Geschmack. Infolge ihrer Frühreife ist die Pflanze als Treibsorte unerreicht. Bei einer Anpflanzung im Frühjahr erzielt man schon im nächsten Sommer reiche Früchte. Bei einer guten Pflege brachten wir es sogar soweit, daß jede Pflanze durchschnittlich ein Liter Beeren brächte. Die Pflanze trägt leicht und zwar in jeder Lage, wird sie aber auf gut gedüngtem Boden kultiviert, so ist ihre Fruchtbarkeit und Tragbarkeit eine unglaubliche. Wegen dieser letzteren Eigenschaft wird sie auch als Marktfrucht besonders empfohlen.

Auf Gmnd dieser vorzüglichen Eigenschaften erlauben wir uns, Jedermann diese von uns geschulteAlleinherrscher- Erdbeere" zur Anpflanzung bestens zu empfehlen. Jeder Erdbeerliebhaber sollte sich einige Beete anlegen. Jetzt ist der beste Zeitpunkt dazu gekommen.

Die Praktische Gartenbau-Gesellschaft in Bayern zu Frauendorf, Post Vilshofen, liefert die SorteAllein­herrscher" in gesunden, kräftigen tragbaren Pflanzen: 1 Stück 15 Pfg., 10 Stück 2 Mk., 100 Stück 15 Mk. Um die Anpflanzung dieser wertvollen Neuheit jedem Gartenfreund zu erleichtern, versenden wir gegen Einsendung von 1 Mk. (auch in Briefmarken) 5 Stück kräftige Pflanzen postfrei als Muster ohne Wert.

Ueber bie Anpflanzung von WaUnn^bännten.

Aus Süddeutschland vernimmt man immer häufiger und eindringlicher den Mahnmf, an die Anpflanzung von Wallnußbäumen zu denken, weil die vorhandenen Bestände mit Schrecken ihrem Ende entgegengehen, da das Holz derselben bei der massenhaften Fabrikation von Kriegs­material zur Herstellung von Gewehrschasten verwendet und immer begehrter würde. So schreibt auch die Illustrierte Deutsche Gärtnerzeitung Verlag von Georg D. W. Callwey in München in ihrer Nr. 4, daß die Händler bereits 300 bis 350 Mk. pro Stamm bezahlten, ein Gebot, dem nur wenige Eigner widerstehen könnten, und daß daher wohl bald mit den herrlichen, älteren Beständen geräumt sein dürste.

Hierdurch veranlaßt, möchte ich mir nun in Folgendem erlauben, eine Anleitung zu geben, wie auf die aller einfachste und billigste Art und Weise die ausgedehntesten Neuanpflanzungen ausgeführt werden können, zumal es in der Provinz Sachsen und den Thüringer Landen noch so viele brachliegende Territorien giebt, die dadurch höchst nutzbar gemacht werden könnten.

Bekanntlich werden die Wallnußbäume aus dem Kem gezogen, wie auch in jenem Artikel gesagt ist, konstant in

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