Feldtauben gehört. Und 5. die Polnische Luchstaube, die eine sehr fleischige Taube ist und deshalb verdient, den Nutztauben zugerechnet zu werden.
Und endlich drittens ist bei der Täubenzucht ein Nutzen aus dem Dung der Tiere zu ziehen. Gleichwie derjenige der Hühner ist auch der Dung der Tauben für Gartenkulturen ungemein wertvoll, doch wird derselbe erst in neuerer Zeit allgemeiner gewürdigt; derselbe tritt mit dem Guano in Konkurrenz und findet besonders für Melonen-, Gurken- und Kürbisbau nützliche Verwendung. Der Franzose Espanet rechnet den Wert des Taubendüngers jährlich per Paar zu P|i Franks (---- 1 Mk 20 Pf.); der Chemiker Constantini auf ca. 16 Mk. per Zentner, und nach Drk B. hallen die Perser ungeheuere Schaaren von Tauben nur des Düngers halber, der für den Bau ihrer Lieblingsfrüchte, der Melonen, unentbehrlich sein soll. Auch in Egypten ist dies von Alters her der Fall gewesen.
An eventuell aus den Fedem der Tauben zu erzielender Nutzen wird zweifelsohne sehr bescheiden ausfallen, um weitere Beachtung zu verdienen, und schließen wir hiermit unsere Betrachtung.
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W W- und Gartenbau. M
Line weiße Marschall-Niel-Rosc.
Schon lange war es .her Wunsch aller Rosenzüchter, von der herrlichsten gelben Theerose, der Marechal Niel (die 1864 in Frankreich von Pradel gezüchtet wurde), auch eine weiße Spielart zu besitzen. Die letzte Nummer der „Rosenzeitung" bringt nun eine authentische farbige Abbildung eines wirklich echten Sports (Abart) einer Marechal Niel, der seine Entstehung den Kulturen von Franz Deegen jr. in Köstritz (Thüringen) verdankt. Die Blume zeigt die Farbe rahmweiß bis crZmeweiß; Form, Duft und Belaubung sollen völlig identisch sein mit solchen der alten goldgelben Niel. Sie eignet sich, wie Versuche zeigten, zum Treiben wie zur Freilandkultur.
Zwerabehne „Wunder von Wien."
Von den Gemüse-Neuheiten für dieses Jahr beansprucht die Buschbohne „Wunder von Wien" einen ersten Platz.
Sie ist gleich gut zum Treiben, wie zum Anbau im Freien und wurde durch Kreuzung der „Weißen holländischen Treibbohne" mit der von genannter Firma seinerzeit in den Handel gebrachten, sehr bewährten Zwergbohne „The- bestofall“ gewonnen.
Beide genannte Sorten werden von der neuen Bohne in Bezug auf Fruchtbarkeit, frühen Schotenansatz, sowie sonstige günstige Eigenschaften erheblich überflügelt. Die Zwergbohne „Wunder von Wien" bildet, gleichzeitig angebaut, um 10—12 Tage früher Schoten, als die schwarze Negerbohne oder die Buschbohne „Thebestofall.“ Ihr Wuchs ist gleichmäßig gedrungen, so daß sie die Höhe von 32 ein nicht überschreitet. Sie bildet dabei absolut keine Ranken und giebt sehr bedeutende Erträge, was
Awergbohne „Wunder von Wien,"
doppelte natürliche Größe.
gewiß nicht zu unterschätzen ist. Im verflossenen keineswegs günstigen Sommer war der Ernteertrag dieser Bohnen- forte der 70 fache. Die Schoten sind lang, saftig grün, sehr wohlschmeckend und zart; dabei fast ganz ohne Fäden und eignen sich sowohl zum Genuß in frisch gekochtem Zustande als auch zur Konservierung. Das Korn, mittelgroß, nierenförmig, sonst weiß, weißt eine ganz eigentümliche Zeichnung auf, die es mit keiner anderen, bisher existierenden Bohnengattung gemein hat, nämlich an der Stelle der Narbe einen oft ganz deutlich erkennbaren Adler von gelber Farbe. Die Bohnen sind infolge dieser ebenso bübschen als eigenartigen Zeichnung und der lichten Färbung
Krbse „Worbole," unstreitig die früheste, ertragreichste und wertvollste aller Früherbfen.
auch sehr gut im getrockneten Zustande zu verwenden. Wer auf besondere Frühreife, hohen Ertrag und Zartheit der Schoten Gewicht legt, dem kann ein Versuch mit dieser neuen Bohnensorte, die gewiß Beifall finden wird, nicht genug empfohlen werden.
Lrbse „Vorbote."
Die Leser unseres Blattes möchten wir auf eine Erbsensorte aufmerksam machen, die in den letzten Jahren allgemeine.Bewunderung erregte durch ihr schnelles Wachstum und die ungemeine Fruchtbarkeit. Dieselbe ist unter dem Namen „Vorbote" im Handel.
Kaum aus der Erde entsprossen, beginnt sie schon zu blühen und in unglaublich kurzer Zeit entwickeln sich die großen, dicken, sehr langen Schoten, die parweise büschelförmig herunterhängen. Sie erreicht eine Höhe von 60 cm und bringt eine ungeheure Menge Schoten, wie aus der nebenstehenden Abbildung ersichtlich ist. Zum Anbau bei Beginn des Frühlings dürfte sich diese Sorte vor allen andern am besten eignen. Die Erbse ist in der Schote smaragd-grün und sehr voll, daher zum Kochen die feinste, und über deren Geschmack sind alle Erbsen- kenner voll des Lobes! Alle Garten besitzer, welche Frühgemüse treiben, werden hocherfreut sein, diese Erbsen- königin zu besitzen; sie ist ein wahrer
Schatz und die rentabelste unter allen frühen Sorten. Jeder, der sie kauft, hat sich wohl versorgt. Der Preis von 1 Mk. pro Pfund, 25 Pfg. pro 100 Gramm ist zwar höher als bei anderen Erbsen, aber die Ausgabe macht sich bezahlt.
Die Vereins-Zentrale Frauendorf (Post Vilshofen in Nieder-Bayern) bietet Samen der Zwergbohne „Wunder von Wien" Ha kg zu 2 Mk., 100 Gramm zu 50 Pfg. an.
Ebenso ist die „Vorboten"-Erbse daselbst zu beziehen.
Die Leiden der armen Pferde haben vielerlei Ursache. Richt nur durch die Roheit und Grausamkeit unbarmherziger Menschen werden den Pferden große Grausamkeiten bereitet und mancherlei Krankheiten verursacht, sondern auch durch unvernünftige Beschirrung, am meisten durch Aufsatzzügel und Scheuklappen. Desgleichen haben die Pferde durch falsche Behandlung des Geschirres viel zu leiden. Im allgemeinen hat man die Gewohnheit, die Pferdegeschirre im Master zu waschen, was für dieselben sehr nachteilig ist, denn das Leder wird dadurch hat, trocknet aus und reibt die Pferde wund. Man kann diese Uebelstände leicht verhüten, wenn man eine Mischung von gleichen Teilen Leinöl und Seife über Feuer schmelzen läßt, und mit dieser Salbe die Geschirre auf der Seite, welche den Körper des Pferdes berührt, einschmiert. Wiederholt man dies öfters, so werden die Geschirre in gutem Stande erhalten und namentlich dem Einfluß der Feuchtigkeit widerstehen.
Armes Röszleink
Eingefallen, altersschwach und klein, Keucht es vorn am schweren Scheitholzwagen.
Wundgerieben zieht es ohne Klagen
Unser Brennholz über Stock und Stein.
Mag dein Lenker auch gefühllos sein
Und bisweilen ohne Not dich schlagen,
Endlich harrt im Hof, nach schweren Plagen,
Ausgespannt, ein Ständlern Ruhe dein.
„Armes Rößlein, komm, du dauerst mich.
Nage nicht am wilden Zaungehege!
Nimm dies Brot, ich gebe dir es gern."
Jetzt noch, und das freut mich inniglich,
Wenn es mir begegnet auf dem Wege,
Wiehert es mir bantbar zu von fern. Ed. Spach. P.
welches ist die richtige Zeit zum Holzfällen?
Der Holzhändler antwortet auf diese Frage: Der Dezember ist die richtige Schlagzeit für Bau- und Nutzholz. Es ist dies eine schon alte Annahme, die durch neuere Untersuchungen bestätigt wurde. Die ökonomische Gesellschaft in Westfalen hat aus vier Rottannen (Fichten) gleichen Alters, auf gleichem Boden gewachsen und von aleich gesundem Holze, die jedoch monatweise, in den Monaten Dezember, Januar, Februar, März, nach einander gefällt wurden; vier gleichgroße Balken zimmern lasten und in gleicher Weise belastet. Dabei stellte es sich heraus, daß die Kraft des im Januar gefällten Holzes um 12 Proz., die des im Februar gefällten um 20 Proz und die des im März zum Schlag gelangten um 38 Proz. geringer war als dasjenige des im Dezember gefällten Holzes. Von zwei gleichen Fichten, die im feuchten Boden vergraben wurden, war nach 8 Jahren die im Februar gefällte verfault, während bei der im Dezember gefällten das Holz nach 16 Jahren noch hart befunden wurde. Von zwei Rädern, an denen die Felgen des
einen aus im Dezember gefälltem, die des anderen am im Februar gefällten Buchenholz bestanden, hielt das erst, 6 Jahre aus, während das andere nach 2 Jahren f^ unbrauchbar wurde.
M Aanswirtschaft
Wie man Slnmngen stillt. Jedem Mensche, kann es passieren, daß er sich bei der Arbeit verletzt uns die Wunde stark zu bluten beginnt. Im ersten AugenbU herrscht in solchen Fällen Kopflosigkeit, und man weif nicht schnell, wie man die Blutung stillen soll. Für solch, Fälle giebt der „Hausdoktor" folgendes einfache, aber sehr wirksame Mittel. Man nehme Watte, tauche sie in heißer Wasser und lege sie dann auf die Wunde. Der Erfolz ist überraschend, selbst bei Verletzungen der Pulsader«, Blos Watte auflegen oder Watte in kaltes Master getaut soll nicht diese überraschende Wirkung haben.
Brandwunden. Ein Korrespondent des „Hau- doktor" teilt hierüber folgendes mit. Die Köchin einer Freundin hatte sich den Arm furchtbar verbrüht; vom Handgelenk bis zum Ellenbogen zog sich eine große Blase. Man verordnete Leinöl-Umschläge. Die Schmerzen wäre, furchtbar, der Arm bis hinauf geschwollen, die Finger unbeweglich. Da wurde ich zu Rate gezogen. Ich verordnete 18° kühle Einwickelungen des ganzen Armes, darüber Wickelung eines ziemlich breiten Flanellstreifens. Die Schmerzen ließen sofort nach; kamen sie nach einiger Zeit wieder, so wurde die Wickelung erneuert. Die Pause zwischen jeder Wickelung dauerte anfangs 10—20 Minute«, später 2—3 Stunden. Am nächsten Tage war der erst feuerrot gefärbte Arm blaß, die Geschwulst verschwunden, die Finger beweglich. Der Heilungsprozeß ging aufs schnellste vor sich.
Flecken-Tinktur. 30 g recht fein geschnitten, Seifenwurzel werden so lange in V* 1 Wasser gesotten, bis das Ganze auf die Hälfte eingekocht ist; dies mist sodann filtriert, 20 g Salmiakgeist hinzugesetzt und diese' Mischung in gut gestöpselten Gläsern aufbewahrt. Will man nun von der Tinktur Gebrauch machen, so werben die im Tuche befindlichen Flecke stark damit ange feuchtet und wenn die Feuchtigkeit genug eingedrungen ist, bit Stelle mit einer Bürste und warmem Master ausgebürstet. , Für Seidenzeuge bedient man sich zum Austragen der» Tinktur, sowie zum Auswaschen zweckmäßiger eines Schwammes, da die Bürste zu angreifend ist. Diese Flecken- Tinktur empfiehlt sich nicht allein durch ihre wohlfeile Herstellung, sondern auch durch den geringen Aufwand von Mühe bei ihrer Anwendung und entfernt Oel-, Harz-, Fett-, Pech» und andere Flecke aus den verschiedensten Stoffen, namentlich aus seidenen, wollenen und dauni- wollenen Zeugen mit zarten Farben, welche durch Mascken mit Seife leiden würden. Zum förmlichen Maschen der Zeuge bereitet man eine Abkochung aus V. Pfd. Seifenwurzel auf eine Maß Master, darin wäscht man, wie in gewöhnlichem Seifenwaster, die Sachen zweimal aus und spült sie nachher in frischem Master aus.
Das Färben der Zimmerdielen. Es komm! jetzt immer mehr in Gebrauch, schreibt der „National Builder", die Fußböden in den Wohnungen zu malen ober zu beizen. Besonders gern thut man dies in den Schlafzimmern, denn hier muß es vor allen Dingen recht sauber sein. Es ist schwer zu bestimmen, welches die beste Beize ist. Der Korrespondent eines Wechselblattes glaubt, daß Permanganate potassium die beste ist. Dies wird viel auf Seeschiffen verwendet und ist sehr zweckentsprechend in Wohn- und Schlafzimmern. Bekanntlich färbt das .Per- manganat nicht nur, sondern reinigt auch die Luft der damit gebeizten Zimmer von Ansteckungskeimen. Folgendes ist eine Anweisung zum Gebrauch. Man kaufe eine gute Qualität von Permanganate potassium, löse ungefähr anderthalb Unzen dieses Salzes in einer Gallone kochende« Wassers auf, dies macht schon eine gute dunkle Beize; zur Rührung der Mischung nimmt man einen Stock, dann legt man diese Beize mit einem flachen, breiten Malerpinsel am, indem man den Holzfasern entlang schnell und kräftig arbeitet.
W Briefkasten. W
M. H. in N. Bei der Bestellung von Obstbäumen zum Pflanzt sollten stets zwei Jahre alte Säume, wo es sich um Apfel-, Birm«- und Pflaumenbäume handelt, ausgewählt werden, denn diese besitze» im Verhältnis zu den drei- und vierjährigen mehr feine, faserig Wurzeln. Auch vermag man junge Bäume leichter zu irgend einer Form zu erziehen, als ältere.
Fr. B. in P. Ein Anstrich, von dem nicht zu befürchten daß er beim Buttern sich abschält oder dem Rahm einen fremden Beigeschmack oder Geruch verleiht, ist mir nicht bekannt; vielleiH vermag einer der Leser ein Mittel zu nennen.
K. Z. in W. Einreiben mit schwacher Quecksilbersalbe ode Fischthran; dann wird auf die eingeriebenen Stellen feingest« Asche von Hartholz gestreut. Das Ungeziefer wird getötet, wen man die Operation alle 2—4 Tage wiederholt. Auch frisches Jnseuen- pulver. (Pyrethrum powder), wenn Sie solches zu erlangen ' mögen, zu gleichen Teilen mit Schwefelblüte vermischt und puW die Federn bis auf die Haut gerieben, bringt Erfolg. Diese -o- Handlung ist gleichfalls 3 bis 4 Tage fortzusetzen. Nebenbei ist e gründliches Schwefeln des Hühnerstalles und eine Säuberung ° Sitzstangen, Freß- und Trinkgesäße, des BodenS und der mit einer Karbolsäurelösung vorzunehmen. Man nimmt zur letzter 100 Teile warmes Wasser und etwa 10 Teile Karbolsäure.