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Die Expedition.

Amtliches.

Hersfeld, den 16. Dezember 1895.

Unter Bezugnahme auf das Ausschreiben vom 4. De­zember d. I. I. Nr. 6931, Kreisblatt Nr. 145, betreffend

Die Pvsphezeihang

Novelle von H. v. Z i e g l e r.

(Fortsetzung.) .

Montez," nickte Tiefenfurt schmunzelnd und rieb sich die Hände,ja, ja, den Spanier muß man für eine der Mädchen festhalten, denke, daß die Erika gut für ihn passen würde, denn sie hat Temperament und sieht sehr gut aus. Na freilich, heute hat sie mit Achim auf eine Weise coquettiert, daß Alles aufhört, aber er war Schuld daran. Küßt sie beim Ankommen ab, weil er sie für seine Braut hält und verwendet dann keinen Blick mehr von ihr. Es war etwas stark! Haha und die hochmüthige Elsa nahm es bitter übel, sollte mich nicht wundern wenn sie ihm morgen schon den Ring vor die Füße werfen würde, sie war eben immer eine vornehme Prinzessin, welche glaubte, es müsse sich Alles ihr richten, genau wie einst ihre Mutter. Na, der Spanier hat sie dafür entschädigt, denn was verabsäumte, that er um so ausgiebiger, er sah und [jörte nur Elsa. Ja nun, wie sich die Beiden in meine Mädchen theilen, ist mir sehr einerlei, aber sie haben Beide Geld und das brauche ich immer sehr uothig, zumal jetzt! Schlimme Geschichte, sitze wieder sehr auf dem Trocknen.

Und Achim? Er, der an Allem Schuldige, ging mit gebauten Häuften im Zimmer umher, die Situation über­legend, in der er sich befand. Als er sich von Montez unten an der Hausthür verabschiedet, hatte dieser ihn

die Anzeigepflicht für die Schmeineseuche, übersende ich den Herren Ortsvorständen in Kürze je ein Exeniplar der Gemeinfaßlichen Belehrung über die Kennzeichen und den Verlauf der bei den Schweinen auftreten­den Seuchen" mit der Veranlassung, den Inhalt derselben in orts­üblicher Weise zur Kenntniß der Schweinebesitzer ihres resp. Bezirks zu bringen.

I. 7152. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Llichkamtliches.

Die Ruhmestage des deutsch-französischen Rrieges.

XXVI.

Schlacht an derHallue.

23., 24. Dezember 1870.

Auf dem nördlichen Kriegsschauplatze waren die Fran­zosen, nachdem am 6. Dezember der thätige General Faidherbe dort den Oberbefeh.' erhalten hatte, von neuem vorgegangen, hatten die deutsche Besatzung in Ham über­rumpelt, und General v. Manteuffel mußte eilen, dem in der beträchtlichen Stärke von zwei Corps auftretenden Feinde energisch entgegenzutreten. Diese Ausgabe wurde Goeben mit seinem VIII. Corps zu theil; der General ging in Eilmärschen nach der Somme, besetzte das von einer dort befindlichen schwachen Beobachtungsabtheilung bereits verlassene Amiens wieder und griff am 23. De­zember den Gegner, welcher 40000 Mann stark am rechten Ufer des Hallue-Flusses eine starke Stellung inne hatte, er selbst nur 22 500 Mann zählend, aber an Ar­tillerie überlegen, unverweilt an.

Blutroth stieg die Sonne an diesem Tage hinter den Höhenzügen empor, welche die Franzosen besetzt hielten; es herrschte strenger Frost, und die unzähligen kleinen Eiskristalle flimmerten im ersten Sonnenlicht über dem Hallue-Thal. Die geplante Umfassung des rechten fran­zösischen Flügels gelangte wegen der Ausdehnung des­selben nicht zur Ausführung, und es kam nun darauf an, die vom Feinde besetzten am Fluß liegenden Dörfer zu stürmen. Aber sie wurden den Franzosen entrissen und ein von ihnen mit großen Kräften unternommener und energisch ausgesührter Angriff blutig zurückgewiesen. An einer Stelle galt es, eine Fabrik unter heftigstem

kalt und ruhig angesehen und gesagt:Sie sehen, ich werde mein Ihnen gegebenes Wort doch halten und Ihre Braut mir zum Werbe erringen. Ihre Liebe scheint mir erloschen, abe wehe, wenn der Tag kommt, an dem Sie einsehen, was Sie aufgaben, um eine Erika zu ge­winnen."

Mein Herr", war der Kapitain erregt empor ge­fahren,was wollen Sie damit sagen? Sie beleidigen mich nach zwei Richtungen hin."

Lassen Sie es gut sein, Kapitain, die Zeit wird entscheiden, wer im Recht und wer im Unrecht ist. Ich kann und werde Ihnen es nie vergessen, daß ich durch Ihre Bekanntschaft die Liebe kennen gelernt habe. Ich liebe nur einmal, mein Herr, das ist der Unterschied zwischen uns, dann aber voll und ganz, des Seemanns Herz ist anders beschaffen", dann war die Hausthür hinter ihm zugefallen und Achim eilte, halb sinnlos vor Wuth in sein Zimmer. Aber was konnte er machen? Wenn Elsa ihn selbst um Montez willen freigeben wollte. Er athmete tief, dieser Gedanke berauschte ihn geradezu! Dann war der Weg zu Erika frei für ihn!

Am folgenden Morgen fanden sich Meinart und die Tiefenfurt'sche Familie am Kaffeetisch wieder zusammen. Erika strahlte förmlich vor Heiterkeit und Lebenslust, sie hatte an diesem Morgen eine Aufforderung bekommen, sich an der Aufführung lebender Bilder zu einem wohl­thätigen Zwecke zu betheiligen und war über diese neue Abwechslung ganz entzückt.

feindlichem Feuer zu stürmen. Die Ostpreußen vom Grenadier-Regiment Nr. 3, die das sollten, stutzten, war es doch, als sollten sie geradewegs in die Hölle stürmen. Da sprang der Grenadier Obermeit mit den Worten vor:Wenn keiner gehen will, werde ich gehen!" Der brave Littauer suchte das Thor aufzureißen, aber er wurde von zwei Kugeln getroffen und fiel. Jedoch die Andern stürmten nun über ihn hinweg, das Thor brach krachend zusammen, und die Fabrik wurde genommen. So wie hier die Ostpreußen, so dort die Rheinländer, miteinander in Heldenmuth wetteifernd; kurz und gut, die Dörfer an der Hallue waren Nachmittags im Besitz der Deutschen. Aber der kurze Dezembertag neigte sich zu seinem Ende, und somit mußten weitere Fortschritte auf den folgenden Tag verschoben werden. Noch einmal brachen die Franzosen in der Dunkelheit vor, aber ohne Erfolg; die Deutschen machten sichs dann in den er­oberten Dörfern, so gut es ging, bequem, kochten ab und schliefen ruhig, während die Franzosen auf den Höhen in strenger Winterkälte ohne Feuer und ohne Nahrung ausharren mußten.

Am 24. Dezember brach ein noch schärferer Frost an. Ein eiskalter Nordostwind wehte den Truppen entgegen. Von neuem entspapS ftc^v/g .her ganzen Linie das Feuergefecht; von den Höh<.n überschütteten die Franzosen das Vorgelände mit einem Eisenhagel aus ihren Ge­schützen und mit lebhaftem Schnellfeuer. Die Deutschen standen bereit, jeden Vorstoß energisch zu begegnen. Aber gegen Mittag wurden beim Feinde rückgängige Be­wegungen bemerkt. General Faidherbe hatte in anbetracht der starken Erschütterung seiner Truppen beschlossen, freiwillig den Rückzug anzutreten und führte seine Corps wieder dem Bereiche der schützenden Festungen zu.

So gab. es doch auch hier, wenn auch nach hartem Kampfe, einen ruhigen stillen Weihnachtsabend. Als die Dunkelheit hereinbrach, klang es vom Schloß zu Daours gar feierlich durch die Christnacht:Lobt Gott ihr Christen allzugleich in seinem höchsten Thron!" Ja, das war auch ein Weihnachten in Feindesland aber ein recht ernstes, denn 45 Offizieren 881 Mann hatten die beiden Tage den Preußen an Todten und Verwundeten ge­kostet, während die Franzosen 1000 Mann einbüßten und 1300 zu Gefangenen gemacht wurden.

War der Feind durch diese Schlacht auch nicht ver­nichtet, so gab doch Faidherbe durch seinen Rückzug das ganze Somme-Gebiet und auch die wichtige Festung Pe- ronne preis. $.

Ich soll als Dornröschen stehen, Papa," rief sie übermüthig,und Du wirst wohl in den Beutel greifen müssen zu einem neuen duftigen Kleide für mich; ich denke rosa Seidegaze."

Aber Kind wozu denn schon wieder etwas Neues! Mach' Dir doch irgend eine Deiner alten Fahnen zu- recht! Du hast erst im Frühjahr ein dünnes rosa Kleid bekommen."

Du hörst doch aber, daß ich jetzt wieder eins haben will," rief sie schmollend wie ein eigensinniges Kind, und wenn Du es nun nicht giebst, weine ich mir die Augen aus und nehme nicht Theil an den lebenden Bildern."

Achim beobachtete entzückt den kleinen ^rotzkopf, während Elsa beinah strafend den Kopf schüttelte.

Erika," mahnte sie ernst,nimm Dich zusammen, wir werden schon Rath finden, damit Du ein feenhaftes Dornröschen sein kannst."

Ach ja, Du Liebe, Einzige," rief das junge Mäd­chen sich zärtlich an sie schmiegend,wenn ich Dich nicht hätte, was thäte ich dann! Du allein hast mich lieb und verstehst mich."

Es lag etwas herbe Provocierendes in dem Ton ihrer Worte, doch ging es an dem Vater ohne jeden Eindruck vorbei, nur Achim entgegnete lächelnd:Nun, nun, Cousinchen, so mußt Du es doch nicht ausfaffen; es giebt auch noch andre Menschen" er vollendete den Satz nicht; Elsa schaute groß und fragend zu ihm