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HerWer Kreisblatt.
Gratisbeilagen: „Allustrirtes Ssnntagrblatt" u. „Iünstrirte landwirthschaftliche Verlage".
; Nr. 143. Lülliltrftllg den 5. Iezemter 189».
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' ; Amtliches.
Nachweisung über die im Monat November 1895 ausgestellten Jagdscheine auf Grund des Gesetzes vom 31. Juli 1895.
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Der Jagdscheins-Jnhaber
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Namen und Stand. Wohnort.
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1895
1895
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1 Jahr
Weitz, Georg Adam, Landwirth Harnrode
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1 Jahr
Weitemeyer, Ernst, jun. Landwirth Gethsemane
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Wagner, Johannes, Maurer Unterneurode
98
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Lylander, Landes-Bauinspektor Hersfeld
89
4/11
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Steinweg, Jean, Bierbrauereibesitzer Hersfeld
99
19/11
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Roll, August, Oekonom Obergeis
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90
11/11
Henrich, Carl Bruno, Praktikant
100
21/11
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Lämmerzahl, Georg, Techniker Hersfeld
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91
12/11
Hebeler, Georg, Korbmacher Heringen
101
22/11
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Diehl, Christoph, Forstschutzgehilfe Landershausen
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92
II
//
Opfer, Johannes, Küfer Holzheim
102
23/11
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Schuchard, Ludolf, Kaufmann Niederaula
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93
13/11
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Gliemeroth, Georg, Gutsbesitzer Wölfershausen
103
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Paulus, Wilhelm, Lehrer Kleba
94
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Schäfer, Adam, Schneider Hilperhausen
104
//
Gute, Adolf, Jäger der Klasse A. Forsthaus Sorga
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Voigt, Königlicher Oberförster Niederaula
105
25/11
II
Reinhard, Otto, Landwirth II Landershausen
96
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Frischkorn, Königlicher Förster „
106
27/11
Rehn, Hrch. Hermann, Lohgerbereibesitzer Hersfeld
Wird
veröffentlicht. Hersfeld, den 2. Dezember 1895. Der Köm
gliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Homberg, den 29. November 1895.
Königliches Landrathsamt benachrichtige ich unter Bezugnahme auf mein Schreiben vom 16. v. MtS. Nr. 6925 ergebenst, daß das in diesem Schreiben angeordnete Verbot des Treibens von Wiederkäuern und Schweinen — angespanntes Vieh einbegriffen — auf den Straßen von Salzberg über Raboldshausen, Saasen, Mühlbach, Ellings- Hausen, Völkershain bis an die Grenze, wo die Straße nach Wallenstein abzweigt und von da bis Wallenstein, von HergetSfeld bis Grebenhagen und des EntfernenS von Thieren dieser Gattungen aus dem obigen Sperrgebiete aufgehoben worden ist. Das gedachte Verbot bleibt für die Gemeinden und Gemarkungen Ober- undNiederappenfeld, sowie Völkershain, Reddingshausen und RemS - seld bis auf Weiteres bestehen.
Der com. Landrath v. Gehren, Regierungs-Assessor. An Königliches Landrathsamt zu Hersfeld. Nr. 8151IL
*
Hersfeld, den 3. Dezember 1895.
Wird mit Bezug auf die Bekanntmachung vom 18. Oktober d. J. I. 6104, Kreisblatt Nr. 123, veröffentlicht. L 6890. Der Königliche Landrath
• Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Um Herz und Hand.
(Schluß.) #
Siebenunddreißigstes Kapitel.
Ein Juniabend.
Es war in der Dämmerstunde eines milden Juniabends. Lange stand Luise über die Brücke gelehnt, unter der der Mühlstrom rauschte, und lauschte dem einförmigen Geräusch und blickte hinab in das Wasser, das sich mit dem Sinken der Sonne dunkler färbte. Aber sie dachte wenig an Wasser und Sonnenuntergang; sie kämpfte mit sich selbst — Stolz und Vernunft gegen das Sehnen ihres Herzens und den Schrei eines stündlich wachsenden Elends.
Ihr Vater war todt, ihr Daheim einsam, einsam über alle Beschreibung; und Monate waren still verstrichen, ohne daß sie von Doktor Lucius gehört hätte. Als ihr Vater starb, hatte sie an Lucius geschrieben, hatte dessen Diener holen lassen und ihm den Brief übergeben. Der Diener kannte des Doktor» Adresse nicht, würde ihm aber den Brief zukommen lassen, sobald er erführe, wo er sich aufhielt.
Oft ging Luise an dem Hause vorbei und blickte aufmerksam nach seinen geschlossenen Fenstern, in der Hoffnung, den Diener irgendwo im Hause oder Garten zu sehen. Aber dieser ließ sich nie blicken, und es war keine Hoffnnng, von Jemand Anderm außer von ihm etwas über Doktor Lucius zu hören.
In der mit Genehmigung des Herrn RegierungS- Präsidenten eingerichteten Lehrschmiede des Hufbeschlag- Lehrmeisters Carl Ebel zu Wommen im Kreise Eschwege beginnt mit dem 3. Februar d. I. ein neuer Lehrkursus. Die Dauer desselben beträgt 2 Monate; die Abgangs- Prüfung erfolgt am 28. März k. I.
Da zu jedem Kursus nur 6 Schüler zugelaffen werden dürfen, bis jetzt aber bereits 2 Anmeldungen vorliegen, können noch 4 Personen AufnahiM finden.
Zur Aufnahme sind erfordert^:
a. ein polizeiliches Führungsattest und
b. der Nachweis über die praktische Ausbildung als Hufbeschlagschmied.
Der im Voraus an den Hufbeschlag-Lehrmeister zu entrichtende Beitrag beträgt 50 Mark. Das nöthige Eisen und die erforderlichen Kohlen liefert derselbe. Für Wohnung und Beköstigung sorgt jeder Schüler selbst.
Die Lehrschmiede ist berechtigt, Prüfungszeugnisse auszustellen, von deren Beibringung der Betrieb des Hufbeschlag-GewerbeS abhängig ist.
Die von jedem Schüler zu entrichtende Prüfungsgebühr beträgt 10 Mark.
Anmeldungen sind an den obengenannten Lehrschmiede- meister zu richten. Eschwege, den 28. November 1895.
Der Königliche Landrath v. K e u d e l l.
Luise war heute schwermüthiger denn je, uvd mit dem festen Entschluß, sie wolle und müsse von dem Diener hören, was derselbe von Doktor Lucius und wohin derselbe sich gewendet, wisse, eilte sie über den Damm und stand nicht eher still, bis sie das Thor, das nach dem Hause führte, erreicht hatte. Hier hielt sie nur inne, weil ihre Hand so zitterte, daß sie die Klinke nicht heben konnte. Es war indessen ziemlich dunkel geworden und sie konnte, als sie den Pfad entlang ging, nur sehen, daß die Fenster so dunkel waren, wie immer und das Portal von ungepflegtem Wein überwuchert war. Ihr schwarzes Kleid, streifte die Büsche und Kräuter, die am Wege wuchsen, und das hohe Gras verbarg die Blumenbeete, die sonst den Garten zierten.
Sie bog um die Ecke dem Hause zu. Eine Seiten-| thür stand offen; leise klopfte sie an, Niemand antwortete; sie klopfte wieder — und da Alles still blieb, trat sie ' ein. Als sie den Flur halb durchschritten, öffnete sich ihr gegenüber eine Thür und sie blieb stehen. Es war des Doktors Diener.
„Wer ist da?" fragte dieser in mürrischem Tone.
„Ich bin es — Luise Werner," lautete die Antwort. „Ich kam zu hören — zu erfahren ob — ob Sie meinen Brief an den Herrn Doktor geschickt haben?"
Der Diener sagte „Ja" und schwieg dann- wieder.
„Ich möchte wissen, ob Sie von ihm gehört haben?" fuhr Luise zaghaft fort.
„Er hat nicht geschrieben," erwiderte der Diener kalt, „ich kann daher auch nicht wissen, ob er Ihren
Nichtamtliches.
Die Thronrede.
Die Thronrede, die der Reichskanzler am Dienstag Mittag bei der Eröffnung des Reichstages verlas, enthält nach einem Hinweis auf die nationale ErinnerungS- feier die Ankündigung der Gesetzesvorlagen, die bereits seit längerer Zeit im Vordergründe der Diskussion stehen. In erster Linie wird das bürgerliche Gesetzbuch genannt, das die großen Verschiedenheiten auf dem Gebiete des bürgerlichen Rechts endlich beseitigen soll. Es wird die Hoffnung ausgesprochen, daß der Reichstag, wie es auch die verbündeten Regierungen gethan haben, bei der Prüfung des nach mühevoller Arbeit vollendeten Entwurfs bereitwillig Opfer ihrer Wünsche bringen werden, damit es gelinge, zum Segen des Vaterlandes das große Werk zum Abschluß zu bringen. Ferner wird eine Reform der Strafprozeßordnung angekündigt, in deren Rahmen Bestimmungen eingeführt sind, die die Schnelligkeit und die Gerechtigkeit der Strafverfolgung erhöhen.
In den Kreisen des gewerblichen Mittelstandes und der Landwirthschaft wird es freudig begrüßt werden, daß die Thronrede mehrere Gesetzentwürfe ankündigt, die
Brief erhalten hat oder nicht."
„So haben Sie nichts von ihm gehört?" sagte Luise dem Weinen nahe.
„Nun, kann man denn nicht von Jemandem Hören, ohne Briefe von ihm erhalten zu haben?" erwiderte jetzt der Diener etwas hastig.
„Durch wen haben Sie von ihm gehört — er ist doch nicht krank?" hauchte Luise in angsterfülltem Tone.
Der Diener machte eine Bewegung und wies nach der Thür, gegen die Luise mit dem Rücken stand.
Sie stutzte und wandle sich rasch um; es stand Jemand in der Thür; in Ihrer Aufregung konnte sie nicht unterscheiden, wer, aber von einem plötzlichen, überwältigenden Schreck erfaßt, eilte sie, die Thür zu erreichen und hinaus in das Freie zu kommen. Aber dieser Jemand auf der Thürschwelle erfaßte ihre Hand und hielt sie fest.
„Ich kehrte gestern Abend zurück," sagte er, „verlassen Sie mich nicht, Luise."
Es lag etwas so Zärtliches, Vertrauenerweckendes in seiner Stimme, das in Luisens vereinsamtes Herz drang: nur Thränen hatte sie zur Antwort und nichts war ihr lieber als diese. Er zog sie an sich, legte ihren Kopf an seine Brust und flüsterte ihr von zärtlicher Liebe.
Arme glückliche Luise. Der Kampf war vorüber und endlich kamen auch für sie friedliche Tage als treue Gattin des ebenfalls schwer geprüften Doktor Lucius.