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Gratisbeilagen:Illustrirtes Sonntagsblatt^^ n.Illustrirte landwirthschaftliche Beilage".

$r. 142. Iieustag Heil 3. Iezemter 1895.

Amtliches.

Hersfeld, den 30. November 1895.

In der am heutigen Tage abgehaltenen Sitzung des Kreistages wurden auf Grund des Gesetzes vom 30. Juni 1894 und der von dem Herrn Minister für Landwirth­schaft, Domainen und Forsten unter dem 7. Oktober 1895 erlassenen Wahlordnung die Herren Oberamtmann Olden­burg von Wilhelmshof und Gutsbesitzer Heinrich H o ß- b a ch zu Hof Weißenborn als Mitglieder der Landwirth­schaftskammer für den Regierungsbezirk Caffel gewählt, welches gemäß § 82 der Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 7. Juni 1885 hierdurch zur »öffentlichen Kenntniß gebracht wird.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses:

Freiherr von Schleinitz,

Königlicher Landrath, Geheimer Regierungs-Rath.

A. 3005.

Hersfeld, den 29. November 1895.

Die Herren Ortsvorstände rc. zu:

Allendorf, Biedebach, BingarteS, Eichhof, Gershausen, Kalkobes, Kohlhausen, Kruspis, Mecklar, Meisebach, Niederauia, Obergeis, Oberrode, Petersberg, Reilos, Reimboldshausen, Rohrbach, Solms, Sorga, Tann, Untergeis, Unterhaun, Wippershain, Ausbach, Dünkel-

Hersfeld, den 29. November 1895.

Zu statistischen Zwecken haben die Herren Ortsvorstände des Kreises nach chem Ergebnisse der am 2. De­zember d. Js. stattfindenden Volkszählung nach dem hierunter abgedruckten Muster eine Nachweisung aufzustellen

Am 23 d. MtS. miethete sich ein Unbekannter unter dem Namen Schröder aus Mühlhausen i./TH. bei einem hiesigen Einwohner mit der Angabe ein, er sei als Maschinen-Techniker auf der Königlichen Pulver­fabrik in Hanau angestellt und habe als solcher eine Caution von 1000 Mark stellen müssen, Er wußte 2 Tage später einen jungen, in demselben Hause wohnen­den Maler zur Auslösung seines angeblich auf dem hiesigen Ostbahnhofe lagernden Gepäckes zur Herausgabe von 10 Mark, sowie die Ehefrau seines Logiegebers zur leihweisen Benutzung eines ihrem Ehemanne gehörenden Ueberziehers zu veranlassen: worauf der Schwindler flüchtig wurde.

Der Ueberzieher ist von dunkelgrünem Stoff, mit blaukarrirtem Futter, ist fast neu, und hat einen Werth von 25 Mark.

®er Flüchtige ist ungefähr 36 Jahre alt, von mittle­rer Statur, hat schwarze Haare mit angehender Glatze, schwarzen Schnurrbart, kleine, noch gut erhaltene Zähne und trägt hellgraues Jaquet und Weste, blaugestreifte Hofe, grauen Lodenhut, Zugstiefeln mit auffallend hohen Absätzen, spricht rheinländischen Dialect .und läßt beim Sprechen das obere Zahnfleisch etwas sehen. Derselbe legt ein sicheres Auftreten an den Tag und ist es des­halb nicht ausgeschlossen, baß er sein gemeingefährliches Treiben noch in anderen Städten fortsetzen wird.

Um Anstellung geeigneter Nachforschungen, Festnahme des Schwindlers im Betretungsfalle und Nachricht

rode, Friedewald, Harnrode, Heimboldshausen, Landers­hausen, Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Malkomes, Motzfeld und Schenksolz

werden hierdurch an die Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 5. Oktober 1895, J. I. Nr. 5833, die Mittheilung des Bedarfs an Quittungskarten-Formularen der JnvaliditätS- und Alters - VersicherungS- Anstalt pro 1896 betreffend, mit Frist bis zum 9. Dezem­ber 1 8 9 5, bei Meidung von 3 Mk. Strafe, wiederholt erinnert.

I. L Nr. 5833. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hünfeld, den 27. November 1895.

Dem Königl. Landrathsamt theile ich hierdurch er- gebenst mit, daß die Maul- und Klauenseuche im hiesigen Kreise erloschen ist, und die Sperrmaßregeln aufgeho­ben sind.

Der Königliche Landrath v. D a l w i g k.

An das Königl. Landrathsamr zu Hersfeld. I. Nr. 9149. * * * Hersfeld, den 29. November 1895.

Wird veröffentlicht.

I. 6848. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

hierher (eventuell telegraphisch) wird ergebenst er­sucht.

Das Ausschreiben vom 27. Juni b. J. I. Nr. P. 6236/95 gegen den angeblichen Karl Bloch oder Block, Reisen­der aus Rosenheim ist erledigt. Der Thäter ist in der Person des am 20. 3. 1853 zu Windsbach i/Bayern geborenen Friseurs Heinrich Brendel ermittelt und in Karlsruhe zur Haft gebracht worden.

Hanau, am 28. November 1895.

I. Nr. P. 11,771/95. Königliche Polizei-Direktion.

Die unter dem Rindviehbestande in hiesiger Gemeinde ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen. Gittersdorf, den 29. November 1895.

Schmidt, Bürgermeister.

Politische Nachrichten.

Inland.

Berlin, 1. Dezember.

Se Majestät der Kaiser ist am Freitag Abend um 11 / X Uhr im besten Wohlsein aus Neu-Gattersleben auf der Wildparkstation bezw. im Neuen Palais wieder eingetroffen Am Sonnabend Vormittag hörte Seine Majestät von 9 Uhr ab die Vorträge des Chefs des Generalstabes, sowie des Chefs des Miliärkabinets und

empfing um l/i Uhr Mittags den Staatssekretär des Innern.

Dem gestrigen Diner beim Osfizierkorps des Lehr- Jnfanterie-Bataillons wohnte Se. Majestät der Kaiser bei. Auch die direkten Vorgesetzten des Bataillons^maren anwesend. Der Kommandeur des Letzteren, Oberstlieute­nant von Uslar, brächte das Hoch auf Se. Majestät den Kaiser aus. Se. Majestät erwiderte in längerer Rede und gedachte hierbei der vor 25 Jahren vollbrachten glanzvollen Leistungen der württembergischen Armee in der Schlacht bei Villiers. Seine Majestät der Kaiser schloß mit einem Hoch auf die tapferen württembergischen Kameraden.

DerStaatsanzeiger für Württemberg" veröffentlicht folgendes Telegramm Sr. Majestät des Kaisers an den König:Anläßlich der Wiederkehr der Gedenk­tage von Villiers erinnere Ich Mich dankbarst der im Kampfe für die deutsche Sache glänzend bewährten württembergischen Tapferkeit." Der König antwortete dankend für die huldvollen Worte der Anerkennung und Erinnerung an den Tag, wo es den württembergischen Truppen vergönnt war, ihr Blut für des Vaterlandes Einheit und Größe zu vergießen. Auch der Komman­deur des Grenadier Regiments Königin Olgn (erstes Württemb.) Nr. 119 erhielt ein Telegramm Sr. Maj. des Kaisers, in welchem Allerhöchstderselbe der dankbaren Erinnerung an die erkämpften reichen Siegeslorbeeren Ausdruck giebt.

DerHamburgische Korrespondent" meldet aus Berlin, die Regierung werde den Grundgedanken der Caprivi- schen Schöpfungen weder in Bezug auf die vierten Bataillone, noch in Bezug auf die z w e i j ä h - rige Dienstzeit verlassen. Sie trage sich nur mit Entwürfen, die wirklichen Mängel der vierten Bataillone zu beseitigen im Rahmen des Gesetzes und der Friedens­präsenz.

Die grauen Mäntel der Offiziere und Mann­schaften sollen, wie verlautet, nicht weiter beschafft werden. Man will zu dem alten bewährten Manteltuch zurückkehren.

Das hiesige Königliche Polizeipräsidium hat elf Berliner socialdemokratische Vereine aufgelöst, und zwar 6 die Wahlvereine der einzelnen Reichstagswahlkreise, die Preßkommission, die AgitationS- kommission und die Lokalkommission, ferner den Verein Vertrauensmänner der Socialdemokratie" und den Parteivorstand der Socialdemokratie Deutschlands. Die Auflösung erfolgte auf Grund des § 8 der Verordnung über die Verhütung der Freiheit und Ordnung gefähr­denden Mißbräuche des VersammlungS- und Vereinsrechts vom 11. März 1850, welcher die besonderen Beschrän­kungen aufzählt, welchen Vereine unterworfen sind, die bezwecken, politische Angelegenheiten in Versammlungen zu erörtern.

Ausland.

Es sind Berichte an die Kaiserliche Familie in Peters­burg eingetroffen, welche den Zustand des rus­sischen Großfürsten-Thronfolgers für hoffnungslos erklären. Die Lungenschwindsucht hat reißende Fortschritte gemocht.

In der italienischen D e p u t i e r t e n k a m . m e r hat Ministerpräsident Crispi eine große Rede über seine gesammte Politik gehalten. Die Ausnahmegesetze, welche die Kammer im vorigen Jahre beschloffen habe, seien durch die Thatsachen gerechtfertigt. Socialismus und Anarchie unterschieden sich in der Praxis nicht. Bei der Besprechung seiner äußern Politik sagte Crispi: Die sechs Mächte sind gegenwärtig einig, an dem Werke des Friedens und der Civilisation mitzuwirken, und man kann volles Vertrauen haben, daß der Friede nicht gestört werden wird.

Die S ch n e e f ä l l e der letzten Tage in Turin und Umgebung sind die stärksten, deren man sich seit Jahren in Italien erinnern kann und bedeuten in dieser Jahres­zeit ein ganz außergewöhnliches Naturereigniß. Der Schnee lag in der Umgebung von Turin 60 Centimeter, bei Cuneo l/+ Meter hoch. Die Eisenbahnwaggons