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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Tonnabend.
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Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile tOPfg., im amtlichen Theile tüPsg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.
Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
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Amtliches.
! Hersfeld, den 10. Juni 1895.
Mein Ersuchen vom 31. v. Mts, (irn Kreisblatt Nr. 64), betreffend Nachforschung nach dem Verbleib der Ehefrau des Johannes Frank zu Neckerode, wiederhole ich mit der- an alle Personen, welche die Verschwundene vielleicht antreffen sollten, gerichteten Aufforderung, dieselbe der nächsten Ortspolizeibehörde t zuzuführen.
Die Ehefrau Frank leidet an Verfolgungswahn, und
* hält sich, jeder menschlichen Begegnung ausweichend, vermuthlich im Walde zwischen dem Forstort Mönches und dem Eisenberg versteckt.
I. 3611. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.
Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß von dem Königlichen statistischen Bureau das Viehstands- l e x i k o n für den preußischen Staat herausgegeben ist. Dasselbe weist den Bestand an Vieh nach der Viehzählung voni 1. Dezember 1892 in den einzelnen kreisweise alphabetisch geordneten Städten, Landgemeinden und Gutsbezirken nach und ist für jede Provinz einzeln zu folgenden Preisen von dem Königlichen statistischen Bureau zu beziehen:
I. Ostpreußen, 107> Druckbogen, für 2,20 Mk.,
II. Westpreußen, 5'/4 Druckbogen, für 1,20 Mk.,
III. Stadtkreis Berlin und Brandenburg 77» Druck- ’ bogen für 1,60 Mk.,
IV. Pommern, 67g Druckbogen, für 1,40 Mk., V. Posen, 77s Druckbogen, für 1,60 Mk., VI. Schlesien, 127t Druckbogen, für 2,60 Mk,
k VII. Sachsen, 67s Druckbogen, für 1,40 Mk., VIII. Schleswig-Holstein, 3 7a Druckbogen für 0,80 Mk., IX. Hannover, 77s Druckbogen, für 1,60 Mk.,
X. Westfalen nebst Fürstenthümern Waldeck und Pyrmont, 33/+ Druckbogen, für 0,80 Mk.,
XI. Hessen-Nassau, 47-2 Druckbogen, für 1,00 Mk., XII. Rheinland, 574 Druckbogen, für 1,20 Mk.,
XIII. Hohenzollernsche Lande, 1 Druckbogen, für 0,40 Mk.
Bei Entnahme des ganzen Werkes von zusammen 827s Druckbogen tritt für dasselbe, soweit uns bis
zum l 5. I u n i d. J. unmittelbar Bestellungen zugehen, eine Ermäßigung von 17,80 auf 15,00 Mark ein.
Cassel am 15. Mai 1895.
Der Regierungs-Prüsident. I. V.: v. Pawel.
Die Vernfs- und Gewerbezählung vom 14. Juni d. Zs.
Zur Hebung von Zweifeln über die Ausführung der Berufszählung vom 14. Juni d. Js. sind seitens des Königlichen statistischen Bureaus in Berlin auf Anfragen von Behörden, Zähl- kommissions-Mitgliedern und Zählern eine Reihe von Entscheidungen getroffen, aus denen diejenigen von allgemeiner Bedeutung im Nachstehenden mitgetheilt werden.
1. Zur Haushalt u n gsliste (Drucksache Nr. I): Es war verschiedenerseits gefragt worden, ob in dem Verzeichnisse B. der aus der Haushaltung vorübergehend abwesenden Personen die Mannschaften von Truppentheilen, die zu mehrwöchiger Uebung (z. B. nach dem Artillerie-Schießplätze) ausgerückt seien, überhaupt und, wenn ja, ob sie alsdann namentlich oder nur summarisch mit der Kopfzahl aufzuführen seien — Die Entscheidung war dahin zu treffen, daß die Mannschaften derartiger Truppentheile in dem Verzeichnsse B. als vorübergehend abwesend, und zwar mit Namen (nicht blos summarisch) einzutragen seien; in diesem Falle könne der Haushaltungsliste wegen Raummangels im Verzeichnisse B. eine handschriftlich aufgestellte Liste der Abwesenden mit den in der Haushaltungsliste erforderten Angaben beigefügt werden.
Sachsengänger - Familien und sonst während der Sommermonate auswärts auf Arbeit abwesende ganze Haushaltungen sind mit Rücksicht darauf auch in ihrem Heimathsorte, und zwar als vorübergehend abwesend zu zählen, daß verschiedene von solchen Haushaltungen vor ihrem Weggange ihren Kartoffelacker bestellen, um ihn im Herbste abzuernten, also Landwirthschaft treiben, für ihren Landmirthschaftsbetrieb sonach eine Landwirthschaftskarte eingeliefert werden muß. Wenn derartige ganze Haushaltungen nicht mittels der Haushaltungsliste im Verzeichnisse B. nachgewiesen werden, würden ihre etwanigen Landwirthschaftsbetriebe in der Heimath nicht zur Rachweisung gelangen.
Im Umherziehen oder zu Hause für fremde Rechnung
arbeitende Selbständige, wenn sie mit Gehülfen oder regelmäßig mithelfenden Familienangehörigen arbeiten, haben die Spalten 13 bezw. 14 mit Ja zu beantworten (und demzufolge einen Gewerbebogen auszufüllen).
Ueber die Ausfüllung der Spalten 10 und 11 der Haushaltungsliste (den Nebenberuf betreffend) bei Mili- tär-Oekonomiehandwerkern und Militärmusikern ist bestimmt worden, daß für die im Dienste ausgeübten Berufe derartiger Militärpersonen in den Spalten 10 und 11 ein Eintrag nicht zu machen sei; wenn aber diese Militärpersonen ihren gelernten Beruf als Schneider, Schuhmacher, Musiker auch außerdienstlich im Nebenberufe treiben, wenn sie z. V. für Privatrechnung von Militär- oder Civilpersonen (Offizieren, Einjährig-Freiwilligen u s. w.) arbeiten u. dergl., seien die Spalten 10 und 11 entsprechend auszufüllen.
2. Zur Landwirthschaftskarte (Drucksache Nr. II). Es ist die Ansicht laut geworden, als sollten nur von denjenigen Haushaltungen, die die Erträgnisse ihrer Landwirthschaft ganz oder theilweise zum Verkaufe bringen, nicht auch von denen, die den Ertrag ihrer Landwirthschaft im eigenen Haushalte verbrauchen, Laudwirthschaftskarten ausgefüllt werden. Es ist ferner angenommen worden. daß nur solche Haushaltungen, die eigenes Land bewirthschaften, eine Landwirthschasts- karte zu liefern hätten. Diese Annahmen sind irrig. Durch die bei der Berufszählung auszufüllenden Landwirthschaftskarten soll eine vollständige Statistik der Landwirthschaftsbetriebe gewonnen werden, nicht'aber eine Statistik des Grundbesitzes. Dazu ist vorgeschrieben worden, daß von jeder Haushaltung, in welcher von einem oder mehreren Mitgliedern eine Bodenfläche, wenn auch von kleinstem Umfange, land- oder forstwirthschaft- lich bewirthschaftet wird, oder von welcher Kühe zu Milchhandel oder Molkerei gehalten werden, eine Landwirthschaftskarte auszufüllen ist. Ausgeschlossen davon bleiben blos solche Haushaltungen, die nichts als Ziergärten haben und in diesen allenfalls nebenher einen unbedeutenden Anbau von Nutzpflanzen betreiben, selbstverständlich auch alle Haushaltungen, die keinerlei Ackeroder Gartenbau treiben. Darauf, wie Jemand den Ertrag seiner Landwirthschaft verwerthet, ob er ihn selbst verbraucht oder verkauft, kommt für die Zwecke der landwirthschaftlichen Betriebsstatistik Nichts an, ebenso wenig darauf, ob er den Anbau von Nutzpflanzen auf eigenen, gepachteten, Deputat-, Dienstländereien u. s. w.
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Am Scheidewege.
Erzählung von J. Jung. (Fortsetzung.)
„Ganz recht, Herr Baron, Professor von Lenzen!" Der Baron nickte.
„Ein Glück, daß ich bei Ihnen einkehrte, Herr Traut- mann, ich bin nun genügend vorbereitet; ich bin Ihnen für Ihre Mittheilung sehr dankbar!"
„Der Herr Baron belieben zu scherzen," bemerkte mit fragendem Blick der Wirth und betrachtete forschend das Gesicht seines Gastes. Dieser sah nachdeukend in das Grün des hohen Nußbaumes, der das Fenster des Gastzimmers beschattete.
Gäste kamen, der Wirth wurde gerufen.
Baron von Halden war allein. Unbekannte Stimmen drangen an sein Ohr. Er vernahm ein unruhiges Hin- und Hereilen, einzelne Rufe, dann wurde es still. Die angekommenen Gäste schienen sich der guten Mittagstafel zu erfreuen. Gedämpftes leises Klirren von Gabeln und Messern vernahm der ruhende, einsame Gast, dann überließ er sich seinen Gedanken.
„Elisabeth von Lenzen, war das nid)t ihr Name?" Leise kam diese Frage über die Lippen des Sinnenden. Ueber der hohen Stirn, auf welcher eben ein leichter Schatten gelegen hatte, leuchtete es, wie in Erinnerung an ein Glück, das man ersehnt und das nun unerwartet näher gerückt ist. Er schloß die Augen. Der Körper ruhte, aber die Seele war thätig, wanderte. Wohin?
„Ob meine letzte Reise mir Glück gebracht hat?" Diese Frage legte Baron von Halden heute, in dieser einsamen Stunde nicht zum erstenmal sich selbst vor, sie hatte ihn in den letzten Tagen oft bewegt, und mit dieser Frage war der Name Elisabeth von Lenzen eng verbunden.
In der Hauptstadt hatte er die Trägerin dieses Namens vor einigen Wochen zum erstenmal gesehen. Ein warmer Frühlingsabend stand in diesem Augenblick vor seiner Seele, und es war ihm, als erlebe er denselben jetzt noch einmal. —
Die letzten Abendstrahlen beleuchten die Siegessäule. Baron von Halden hat eben von der Höhe derselben das Häusermeer der Residenzstadt überblickt und steht nun im Begriff, sein Hotel aufznsuchen, um dort mit einigen Freunden den Abend zu verleben. Nach einigen Schritten bleibt er jedoch wieder stehen. Die Ruhe des Aprilabends thut ihm wohl; er zögert, weiter zu gehen. Da hört er in seiner Nähe deutlich die Worte: „Elisabeth, wie herrlich geht die Sonne heute unter!" Nicht weit von ihm stehen zwei Damen, die er erst jetzt bemerkt. Beide blicken der scheidenden Sonne nach. Ihre Gesichtszüge kann er nicht erkennen, aber er hört eine wohlklingende Stimme, welche ausruft: „Wie schön, Mutter!" Gleichzeitig wendet die Sprecherin jetzt ihr Gesicht seitwärts. Vom Abendlicht umflossen steht eine jugendliche Gestalt vor ihm. Ein unwillkürliches „Ah!" entfährt seinen Lippen. Hat die jüngere Dame den Ausruf gehört? Ueberrascht wendet sie dem Baron das Gesicht zu. Ist es das Abendlicht, welches die immer
höher steigende Nöthe auf den Wangen der jungen Dame hervorruft? Der Baron fühlt ein eigenes, ihm unbekanntes Gefühl, das sein Inneres durchzieht, das in ihm aufsteigt und ihn Ort und Zeit vergeffen läßt. Das Alltägliche war verschwunden. Leuchtend wie der Abendhimmel schien ihm die Gegenwart zu strahlen. Das Atollen eines heranfahrenden Wagens, der jetzt in seiner Nähe hielt und der Ruf des Kutschers: „Frau von Lenzen, es ist die höchste Zeit!" — weckt ihn aus seinem Zukunftstraum. Die Damen stiegen ein. Große dunkle Augen blickten noch einmal nach der Richtung, wo er stand, dann fuhr der Wagen davon. —
Dies war das Erlebniß, das den Baron in dieser Stunde lebhaft beschäftigte. Er blieb allein. Der geschäftige Wirth störte ihn nicht. Die Blätter des Nutz- baums bewegten sich leise im Frühlingswind, kein Laut störte die Mittagsruhe. Der junge Baron schloß wie ermüdet die Augen, doch vor seiner Seele stand eine jugendliche Gestalt im Abendsonnenschein.
II.
Auf einer kleinen Anhöhe winkt Schloß Rodenburg.
Es ist kühler geworden, der Abend ist nicht mehr fern. Graf von Rodenburg blickt hinab ins Thal. In seinen Zügen ist eine gewisse Unruhe zu lesen. Die Schönheit und die Ruhe des herannahenden Abends scheinen heute sein sonst so empfängliches Gemüth nicht sonderlich zu ergötzen.
„Mir ist's, als müßte er heute noch kommen. Mein Brief war doch einladend genug, und die angekündigte