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Die abgebrannte Fläche ist ungefähr 70 Aar groß. Die Entstehungsursache ist bis jetzt unbekannt.

2 Obergeis, 13. Mai. Von einem beklagens- werthen Unfall wurde am Donnerstag die Ehefrau des Landwirths Valentin W a l p e r t betroffen. Die­selbe hatte sich auf den Hausboden begeben, um Kar­toffeln zu holen. Als sie mit einer gefüllten Wanne die Treppe herabgehen wollte, stürzte sie in Folge eines Fehltritts so unglücklich von derselben herunter, daß sie einen Bruch des linken Unterarmes erlitt.

Philippsthal, 10. Mai. Zu der steinernen Brücke, welche noch in diesem Sommer fertiggestellt werden soll, werden unausgesetzt Steine und anderes Baumaterial herangeschafft. Die Fundamentirung der Strompfeiler dürfte in Anbetracht des noch ziemlich hohen Wasser­standes wohl erst in wenigen Wochen in Angriff ge­nommen werden.

Rotenburg, 10. Mai. In der letzten Sitzung des Ausschusses des Kreis-Kriegerdenkmals ist dem Bild­hauer Krämer in Fulda die Arbeit zugesprochen worden. Das Denkmal wird aus Feldberg-Granit her­gestellt und ist mit einem Adler aus Zinkguß, galvanisch bronzirt, geschmückt. Die Platzfrage ist noch nicht end­gültig entschieden, doch wird an dem Marktplatz unter

jeder Bedingung festgehalten.

(Kr.)

Aus dem Kreise Ziegenhain, 10. Mai. In bem nahe bei Ziegenhain gelegenen Dorfe Niedergrenze- bach herrscht schon seit längerer Zeit eine böse Krank­heit, der Typhus. Es sollen über 12 Personen schwer krank darniederliegen. Der Bürgermeister Schlemmer, ein kräftiger Mann in den 40er Jahren, sein Sohn, sein Knecht und seine Magd starken an einem Tage. Auch in anderen Orten des Kreises tritt der Typhus vereinzelt auf. (A. Z.)

Cassel, 13. Mai. Ein Unglücksfall ereignete sich am Sonnabend Abend auf der Station Gunters­hausen. Als der hier um 6 Uhr 25 Minuten abgehende Arbeitszug gegen 7 Uhr den Bahnhof Guntershausen passirte (der Zug hält nicht auf dieser Station), riß der Steinhauer Johannes Taubel aus Berge bei Wabern eigenmächtig die Thüre der vierten Wagenklasse auf und sprang von der Plattform. Derselbe überschlug sich und stürzte so unglücklich, daß ihm die Hirnschale zerschmettert wurde. Der Tod trat sofort ein. Es mag dieser Nn- glücksfall wiederum eine Warnung sein, nicht gegen die

Vahnvorschriften zu handeln.

(Tgbl.)

Cassel, 13. Mai. Sonnabend Nachmittag lieferte die Firma Henschel u. Sohn ihre 4185. Maschine ab, welche für die Direktion der linksrheinischen Eisenbahn bestimmt ist.

Wetter, 9. Mai. Vom Blitz erschlagen wurde heute Mittag beim Kartosfelsetzen am Wollenberg die ledige Elisabetha L i e b m a n n von hier. Ihre mit ihr anf dem Felde arbeitende Schwester und ein Knecht kamen mit leichtem Streifen des Beines resp. Fußes davon.

Frihlar, 11. Mai. Gestern hatten die schon be­jahrten Eheleute Zimmermann Rösler in Obermöllrich mit einem mit Kühen bespannten Wagen Holz geholt und saß die 60 Jahre alte Frau Rösler auf dem Wagen, als sie plötzlich herabfiel und eine Leiche war.

Bon der Weser, 10. Mai. Ein Fischer in Sand- stedt hatte einen Korb ausgestellt. Am gestrigen Morgen kommt athemlos ein Mann gelaufen, der dem Fischer schon von Weitem zuruft:Claus, kumm gau her, in

Din Netz sitt'n grolet Beest!" Voller Erwartung eilt der Fischer der Stelle zu und findet einen Ochsen in seinem Netze verwickelt. Derselbe hatte saufen wollen ; und war dabei mit seinen Hörnern in die Netzflügel;

gerathen. Der war dasgrote Beest", und statt des erhofften Fanges hatteder Fischer ein zerrissenes Netz.

Rinteln, 10. Mai. Aus einem Nachbarort erzählt man folgende Schnurre: Ihren Beruf verfehlt hat hier kürzlich eine Büchse Liebig's Fleischextrakt. Verschrieb da ein hiesiger Arzt einem Krankenkasseumitgliede aus der Umgegend, das noch nicht ganz munter undetwas schwach up de Beene" war, zur Stärkung eine Büchse des obengenannten Extrakts. In der hiesigen Raths­apotheke wurde die Büchse verabfolgt, aber es scheint, daß deren biederer Empfänger die beigefügte Gebrauchs- anweisung nicht beachtet, wie überhaupt den herrlichen Extrakt noch gar nicht gekannt hat, denn nach einigen Tagen erschien er wieder bei dem Apotheker und sprach zu demselben die denkwürdigen Worte:Die Salme is ja so weit ganz gaut, aber Sei möt se mi bat nächste Mal dünner maken, denn lett se sick bäter up de Beene smeeren."

Am 18. August 1870 erhielt der jetzige Invalide T h i e s s e n aus E l b i n g bei Gravelotte mehrere Verwundungen, so daß er auf dem Schlachtfelde wie todt niederfiel; unter anderem blieb dem Manne eine Kugel im Oberschenkel sitzen. Als Thiessen im Lazareth lag und durch Operation die Kugel aus dem Oberschenkel entfernt war, erschien eines Tages im Lazareth der da­malige Kronprinz Friedrich Wilhelm, später Kaiser Friedrich. Der hohe Herr bemerkte die Kugel, nahm sie an sich und ließ sie in Silber einfassen mit der, Aufschrift:Gravelotte, den 18. August 1870." Thiessen erhielt die Kugel dann zum Tragen auf der Brust zurück. Als nun im September 1894 Kaiser Wilhelm II. seinen Einzug in Elbing hielt und bei den alten Kriegern vorbeiritt, bemerkte er, wie dieElb. Ztg." berichtet, den Invaliden mit der Kugel auf der Brust und erkundigte sich nach dem Sachverhalt. Nach einigen Wochen erhielt Thiesien als Nachschub 170 Mk. und später besam er die Nachricht, daß seine Pension monatlich um 8 M. erhöht worden sei. Thiesien wird auch im Laufe des Sommers eine Badereise unternehmen, wobei ihm freie Fahrt und im Badeort freier Unterhalt ge­währt wird.

Thorn. Ein mächtiger Waldbrand hat im her­zoglich fachsen-altenburgischen Forst Neu-Grabia, eine Meile südlich von Thorn, unweit der polnischen Grenze, gewüthet. In Folge des herrschenden Sturmes wurde ein Gebiet von über 8000 Morgen vom Feuer erfaßt. Auf dem zum Thorner Artillerie-Schießplätze abgeholzten Terrain verbrannten mehrere tausend Raummeter einge­schlagenes Holz und Faschinenstrauchwerke. Der Schaden ist enorm. Die Unterförsterei Dziwak wurde ein Raub der Flammen; die Bewohner vermochten sich nur mit knapper Noth zu retten. Drei Regimenter Soldaten waren zur Dämpfung des Waldbrandes herbeigerufen. Die Entstehung des Feuers ist unaufgeklärt.

Berlin, 10. Mai. Der Schlachtergeselle Otto Müller, der am Abend des 15. März die in Berlin wohnhafte Ehefrau des Juweliers Mewers ermordet und den Ehemann Mewers zu ermorden versucht hatte, wurde heute von dem Schwurgericht am Landgericht II zum Tode verurtheilt.

Gifhorn, 10. Mai. Eine große, durch Blitz­schlag verursachte Feuersbrunst zerstörte in Wadde- kath bei Wittingen fünf Gehöfte und eine Reihe einzelner Häuser. Die Kirche ist ebenfalls beschädigt.

Aus Cassel wird derAllg. Ztg." geschrieben': Unser berühmtes Spohr-Denkmal ist noch berühmter geworden: mit der erwachenden, in saftiges Grün ge­kleideten Natur im Wettstreit, hat es, wie die Kinder des Frühlings, ein zartes grünes Gewand angelegt, und wie ein großer Maifrosch hockt es nun da auf dem Opernplatz, von allen Vorübergehenden, insbesondere den Besuchern des Hoftheaters mit gemischten Gefühlen betrachtet. Wie dieser Verjüngungsprozeß dem Alt­meister Spohr nur in den Sinn gekommen, wie das herrliche erzene Gewand sich über Nacht in diesen schäbigen schimmerlichen Pelz verwandelt? Wie Viele haben sich darüber schon den Kopf zerbrochen! Nun endlich wissen wir es, und noch dazu aus offiziellem Munde: Hr. Stadtbaurath v. No8l hat über diese Denkmalsepisode folgende Mittheilung in der Sitzung des ständigen Bürgerausschusses gemacht: Der Alt­meister Spohr sollte einmal gründlich gewaschen werden als ob das der viele Regen nicht schon von selbst

: und ohne Kosten besorgt haben würde! weshalb das

Stadtbauamt einem hiesigen Anstreichermeister den schriftlichen Auftrag ertheilte, das Denkmal mit Seife und Wasser und einem kleinen Zusatz von Soda zu reinigen. Der Meister, der von erzener Komponisten- wäsche nur wenig versteht, schickt zum Spohr - Denkmal einen Gehülfen, der erst recht nichts davon versteht. Dieser denkt, der berühmte Geigenfürst kann doch un­möglich mit einer Brühe gewaschen werden, mit der man schmutzige Windeln wäscht, der muß mit einer anderen Lauge gewaschen werden! Gesagt, gethan. Er geht zu einem kundigen Drogisten und fragt ihn um Rath, er erhält die Antwort: Nehmen Sie Salzsäure, das ist das richtige Mittel! Ohne jeden Auftrag von dem Stadtbauamt geht nun der schlaueSchwarzen- börner" hin und wäscht das ganze Spohr-Denkmal mit Salzsäure! Und Altmeister Spohr ärgerte sich dermaßen über diese salzigsaure Wäsche, daß er von oben bis unten ganz grün wurde.

Bei dem Verkauf der Sachen des verstorbenen Pfarrers Kiedrowski in G r. O r s i ch a u erstand ein Besitzer ein Spind, welches 1000 Mk. baares Geld und eine größere Menge Silberzeug enthielt. Dieses wurde nachträglich zurückverlangt. Der Käufer weigert sich aber, demGesell." zufolge, diesem Verlangen nachzu- kommen. In Folge dessen wird das Gericht die Sache entscheiden müssen.

Auf dem Reetzer Forsthause bei Neu - w e d e l hat sich, wie dieNw. Z." berichtet, kürzlich ein schwerer U n g l ü ck s f a l l ereignet. Einige Herren schössen nach der Scheibe, und einem alten 70jährigen Arbeiter lag ob, die Schüsse anzuzeigen. Als der Alte nach einem von dem Förster H. abgegebenen Schusse nicht zum Vorschein kam und auch wiederholtes Rufen ver­geblich blieb, eilten die Schützen nach der Scheibe und fanden hier den alten Mann mit durchschossenem Halse todt auf.

In der Nacht zum 7. Mai ist, derSchles. Ztg." zufolge, zu T a m m e n d o r f die dem Maurer Geister gehörige Besitzung niedergebrannt. Die Frau desselben versuchte, ihren elfjährigen Sohn aus dem brennenden Hause zu retten. Sie vermochte jedoch den Ausgang nicht mehr zu erreichen und Beide kamen in den Flammen um.

Der Verdacht, daß der wegen Vergiftung seiner Ehefrau verhaftete Schmiedemeister Spring­st ein in Königsberg (Nm.) schon fünf Morde verübt habe, ist, nach demUck. Cur.", durch die Unter­suchung der ausgegrabenen Leichen bestätigt worden. Die Anklage wegen Gattenmordes werde unzweifelhaft erhoben werden. Springstein soll die That bisher noch leugnen und auf die Vorhaltungen, daß man in seinem Besitz dasselbe Gift, das bei der Leiche ermittelt wurde, nämlich Strychnin, gefunden, entgegnet haben, daß sich dann seine Frau selbst vergiftet habe.

Sonderbarer Rechtsstreit. Ein Eng­länder hatte in Frankreich seinen auf der Reise ver­storbenen Bruder verbrennen lassen. Die Urne hatte er als Personengut aufgegeben. Als er sie am Ziel seiner Reise übernehmen wollte, war die Urne zerbrochen und die Asche des Verstorbenen vollständig zerstreut. Der Mann fordert nun 200 000 Fr. Schadenersatz, da ihm seines Bruders Asche so viel werth sei. Die Sach­verständigen werden sich nun einigen müssen, wie viel ein todter Bruder dem überlebenden thatsächlich werth ist.

(Alle müssen heirathen!) Kein Weib in Japan darf aus eigenem Willen unverheirathet bleiben. Der Mikado hat erst kürzlich verordnet, daß für jedes Weib, das nach einem gewissen Alter noch nicht verhei- rathet ist, von Gesetzes wegen ein Gatte, den es an­nehmen muß, ausgewählt werde.

Standesamtsbezirk Obergeis. Monat April 1895.

Eh eschließgungen.

Am 27. Justus Hoffmann, Landwirth zu Obergeis, mit Sophia Helwig zu Obergeis.

Geburtsanzeigen.

Am 4. Conrad, Sohn des Fabrikarbeiters Friedrich Schwarz zu Gittersdorf. 29. Mogdalena, Tochter des WagnerS Johannes Frie­drich Bernhardt zu Obergeis.

S t e r b e f ä l l e.

Am 11. Anna Elise, Tochter des Musikus Jacob Schmid zu Aua, 10 Monate alt.

Standesamtsbezirk Schenklengsseld.

Monat April 1895. Eheschließungen.

Am 6. Conrad Wenzel, Ackermann, mit Elisabeth Jäger von Schenksolz. 11. Friedrich August TöngeS, Lehrer von WehrShausen, mit Anna Margaretha Dicbener von Schenklengsseld. 13, Johann Georg Carl Faßhauer, Kutscher von Hünseld, mit Elisabeth Maria Bock von WehrShausen. 27. Conrad Brod, Maurer von Wüstfeld, mit Anna Catharina Heiderich von Conrode.

Geburtsanzeigen.

Am 1. Adam Andreas, S. des Leinwebers Adam Licht zu LanderS- hausen. 5, Christina, T. des Tagelöhners George Boch zu Unter­weisenborn. 8. Anna, T. der Anna Catharina Wenzel zu Wüstfeld. 12. Johannes, S. des Tagelöhners Christian Steinhauer zu Wüst­feld. 13 Anna Martha, T. des GastwirthS Burghard Heinrich Steinhauer zu Schenklengsseld. 18. Anna Katharina, T. des Acker­manns George Bock zu MalkomeS. 20. Anna Gertrude, T. deS Gerichtsdieners Simon Oetzel zu Schenklengsseld. 21. Barbara Elisabeth, T. des MusikuS Ernst Diel zu Landershausen. 23. Anna Martha Elisabeth, T. deS Schlossers Christian Busch zu Schenklengsseld.

S t e r b e f ä l l e.

Am 4. Friedrich, S. des Tagelöhners Friedrich Neumann zu Schenklengsseld, 1 Jahr alt. 15, George Daube, Maurer zu Schenklengsseld, 48 Jahre alt.

Grosse gemeinnützige Lotterie

gelegentlich der

Gelverbe- und Jndlistric-Ausstellnuls 6ts 15. September 1895 in Alsseld.

Girca 1500 Gewinne im Gesammtwerthe von ca. 18000 Mark.

, ES» Hauptgewinne im Werthe von Mk. 2000, Mk. 1000 u. s. f. HM

2» Preis des Lriiiiiiil-8-ssts I Mark, Verkaufsstellen erhalten Gewinnlisten gratis.

MtrvMchr gesucht! Kietteroerkäufer rrlMfii Wen Walt!

Der Vertrieb der Loose ist im Großherzogthum Hessen und in den angrenzenden Kreisen der m Provinz Hessen-Nassau staatlich genehmigt.

'.'In(trage und Anfragen sind zu richten an

Georg Kurtz jr.

General-Debit der Gewerbe-Ansstellungs-Lotterie in Alsseld.

Bekanntmachung.

^rtilofl -ea I? Mai er., Varnlittags nun II Ar a», sollen zn Gethsemane:

Mobilien, Hans- und Küchengeräthe (Klavier, Nische, Schränke, Betten, Eßservice, 1 Ofen, 1 Kochherd Nipp- sachen, Bilder rc., alles in der größten Auswahl), sehr kostbare Gold-, Silber- und Schmuckfachen, mehrere Uhren, Damen- und Herreukleidungsstücke, Wäsche rc., Ackergeräthschasten (Mäh-, Säe- und Dungmaschinen rc.) sowie ein Quantum Heu, Stroh, Dünger und mehrere Hühner

öffentlich meistbietend und gegen sofortige Zahlung versteigert werden. Zusammenkunft in der Führerf$en Wirthschaft daselbst.

Friedewald, den 13. Mai 1895.

Peirse, Gerichtsvollzieher.