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sich dermaßen mit den Beinen in den Rädern verfingen, daß eins der Pferde buchstäblich aus dem Wagen heraus­gesägt werden mußte. Der Kutscher kam mit dem Schrecken davon, auch sonst ist bei dem Unfall, trotzdem die Straße sehr belebt war, kein weiterer Schaden an­gerichtet worden.

Frielendors, 5. April. Gestern hantierte der Knecht eines Landwirthes in einem benachbarten Dorfe mit einem Schießgewehr, in welches er in seinen Wir­kungen ihm nicht genügend bekanntes Pulver zu viel geladen hatte. Beim Losdrücken platzte der Lauf Und das herausgerissene Stück nahm dem Leichtfuß einen Theil seiner Hand mit.

Von der Lahn, 7. April. In dem Dorfe Jrm- traut bei Westeburg im Nassauischen wurde durch die Polizei eine Falschmünzerwerkstätte entdeckt und aufge­hoben. Seit einiger Zeit war in verschiedenen Orten der Provinz, insbesondere des Lahngebiets, eine Menge falsches Geld zur Ausgabe gelangt und angehalten worden, doch war es bisher nicht gelungen, eine Spur der Herkunft zu ermitteln. Durch Zufall gelang dieses. Bei einem Hausirer wurde eine ganze Münzstätte mit allen Werkzeugen und Vorräthen aufgefunden, insbeson­dere Blei, Schmelztiegel und Formen zum Gießen von Einmarkstücken, 50 Pfg.- und 20 Pfg -Stücken. Der Hausirer, Namens Hans, wurde festgenommen, auch soll er bereits eingestanden haben, daß er die Falschmünzerei allein betrieben und eine größere Anzahl falsches Geld in den Verkehr gebracht habe. Jetzt wird nun eifrig nach den Mitschuldigen des Verhafteten, die bei der Verausgabung des falschen Geldes behülflich waren, ge­fahndet.

Salzschlirs, 5. April. Gestern Abend ß/i Uhr wollte die zehnjährige Tochter des Postboten Krimmelbein mit Namen Pauline ein Körbchen im Altefeldfluß aus­waschen , wobei dieselbe in das Wasser stürzte und er­trank. Nach einer Stunde wurde die Leiche am Anfang des Schlitzflusses aufgefunden.

Gießen, 8. April. Eine verwegene Diebesbande macht die hiesige Stadt und Umgegend unsicher. In der Sonntagsnacht wurde in zwei öffentlichen Gebäuden ein­gebrochen und zwar zuerst in das städtische Gas- und Wasserwerk und dann in das Direktionsgebäude der Ober­hessischen Eisenbahnen. Die Diebe erbrachen sämmtliche Pulte und Schränke und nahmen alle vorhandenen Gelder mit, es sollen jedoch nur geringere Beträge gewesen sein. Die Kassenschränke widerstanden zum Glück ihren Brech- werkzeugen.

Wiesbaden, 8. April. Der Zimmermann Nickel wurde bei Nauroth erstochen aufgefunden. Man ver­muthet, daß ein Racheakt vorliegt. Als der That verdächtig ist ein dem Ermordeten feindlich gesinnter Ortsbewohner verhaftet worden.

$ erwischte s.

DieGetreuen von I e v e r" haben am letzten Sonnabend zum 25. Mal die 101 Kiebitzeier an den Fürsten Bismarck abgesandt Die Widmung lautet:

D e m F ü r st e n Bismarck:

Keen sülwern und keen golden Good Bringt wi uns' Bismarck dar, Wi bringt uns' Kiewitseier bloot, Nu fief un twintig Jahr.

Wi bringt se Di ut Hartensgrund, Mit Glückwunsch' fünber Tall.

Un hollt uns' Herrgott Di gesund, Kamt wi noch mannig Mal.

Königgrätz, 8. April. Christine Ringel, welche seiner Zeit im Dorrengrunder Walde wegen an­geblicher Wundererscheinungen Ansammlungen veranlaßt und ihrer Verhaftung sich gewaltsam widersetzt Halle, wurde wegen öffentlicher Gewaltthätigkeit zu einmonal- lichem Kerker verurtheilt.

Hamburg, 9. April. Der wegen Diebstahls und Einbruchs zu fünf Jahren Zuchthaus verurtheilte Strafgefangene Palme wurde bei einem Fluchtversuche von einem Soldaten erschaffen.

S a l o m o n i s ch e s U r t h e i l. Vor dem Einzel­richter des Landesgerichts in Mailand stand der junge, wohlhabende Kaufmann Paolo Prada unter der Anklage, dem Fräulein Delfina de Majo auf offener Straße einen Kuß geraubt zu haben. Die Klägerin erschien natürlich auch bei der Verhandlung und machte

durch ihre Schönheit solchen Eindruck, daß der Richter den Angeklagten freisprach, da dieserbeim Anblick von o viel Schönheit und Anmuth sicherlich unwiderstehlichem Zwange gehorcht habe." So sehr, das Urtheil dem An­geklagten auch behagte, die Motivirung desselben er­freute die Klägerin noch mehr und mit einem freund­lichenGrazie" und einem dankbaren Blick auf den Richter und den Beklagten, entfernte sie sich unter dem Beifall des Publikums aus dem Gerichtssaal.

In den Georgenburger Forsten sind dieser Tage von Forstbeamten in einer Waldlichtung unter dem fort- gethauten Schnee drei Leichen gefunden worden. Es sind Bettler, die wohl den letzten Schneestürmen und dem Frost zum Opfer gefallen sind. In ihren Säcken fand sich noch eine größere Menge Mehl und Brot, dagegen waren zwei Branntweinflaschen zum größten Theil geleert.

Die althergebrachte Dorfbelustigung des F a u st k a m p f e s hat kürzlich in dem Dorfe Nerlowka des Kreises Worenesh zahlreiche Schwerverwundete und sogar einen Todten zur Folge gehabt. Gegen 200 Männer hatten sich, wie derDon" berichtet, vor dem Dorfe zum Faustkampf versammelt. Die Mehrzahl be­fand sich natürlich in stark angeheitertem Zustande. An­fangs schlugen die Parteien nur so zum Spaß auf­einander, doch als empfindlichere Hiebe fielen, geriethen die Kämpfer in Wuth, und entstand eine furchtbare L-chlägeri. Eine Menge Frauen, Greise und Kinder umstanden den Schauplatz. . Als die Weiber das Blut ihrer Männer, Brüder und Söhne fließen sahen, erhoben sie ein entsetzliches Geschrei, das jedoch im Getöse der Schlacht verhallte. Endlich erschien auf dem Platz der Urjadnik mit 20 Mann Unterstützung; doch was konnte dieses Häuflein gegen den wüsten Aufruhr ausrichten? Die blutige Schlacht nahm ihren ungestörten Fortgang, und wer weiß unter welchen Greueln sie geendet hätte, wenn nicht die zum Abendgottesdienst läutenden Glocken der Dorskirche plötzlich wie durch Zauber die Ruhe her­gestellt hätten. Der Kampfplatz lichtete sich und man konnte die Opfer des Faustkampfes zählen: mehr als 20 Männer lagen regungslos und schwer verwundet, einer war todt und viele mehr oder weniger erheblich verletzt.

Die letzten Wasserstandsberichte aus Budapest lauten ungünstig. Der Wasserstand der Donau betrug gestern bei Semlin 7,50 Meter, es wird ein weiteres Steigen befürchtet, da das Wetter ungünstig ist. Einige Ortschaften sind überschwemmt; der Schaden ist bedeutend, die Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig. Der Wasserstand der Theiß bei Szegedin überschreitet den höchsten bisher beobachteten Stand. Dabei ist das Wasser noch immer im Steigen. Die Dämme können nur unter außerordentlichen Anstrengungen erhalten werden. Auch der Maros-Fluß ist in gefahrdrohender Weise an­geschwollen.

Welchen Werth die weggeworfenen Abfall­produkte einer großen Stadt immerhin noch haben, darüber giebt uns folgende, die englische Haupt­stadt betreffende Aufstellung einen Begriff, welcher jedoch nur die Werthe angiebt, die von den städtischen Abfuhr- instituten Londons erzielt wurden, während der von den Privatsammlern" aus den Abfällen gewonnene Erlös wohl noch viel bedeutender sein dürfte. Das große Ab­fuhrinstitut der britischen Riesenstadt, das 13 400 Kilo­meter Straßenlängen aufmeist, erzielte im vergangenen Jahre einen Gewinn aus altem Papier, Pappe zc. von 14 800 M, für Lumpen 1200 M, an Flaschen 2700 M., für Bindfäden und Taue 4500 M, während Kork­stöpsel 1400 M., Eisentheile 1600 M., Glasscherben 2400 M. einbrachten; Bücher und Zeitschriften ergaben noch 700 M., Kupfer 500 M., Blei 600 M., andere Metalle 400 M.; am meisten erzielte das Institut jedoch am Verkauf des verbrannten Mülls, dessen Potaschegehalt so bedeutend ist, daß dafür 27 500 M. gezahlt wurden. Außerdem soll sich stets auch eine ganz beträchtliche Summe von baarem, theils in Münzen, theils in Papier­geld im Müll gefundenen Gelde ergeben, dessen Betrag jedoch nicht gut festzustellen ist, da dasselbe natürlich in die Taschen der Müllarbeiter wandert. Das Papier geht meist nach Deutschland, wo die besten Preise dafür erzielt werden sollen; die Korkstöpsel werden sortirt, die guten ausgekocht und als solche verkauft, die schlechten gehen an die Linoleumfabriken; Mineralwafferflaschen werden, wenn sie noch gut sind, von den betr. Fabriken wieder gekauft und 2,50 M. für das Dutzend gezahlt.

Auch Tintenflaschen geben gute Verkaufspreise, nämlich durchschnittlich das Stück 10 Psg.; die Weißblechabfälle hat ein Abnehmer im Akkord übernommen, der pro Mo­nat 25 Mark zahlt. Lumpen ergeben im Durchschnitt 9,50 Mark die Tonne, für das gleiche Quantum Asche wird sogar 125 Mark gezahlt. Das Londoner Abfuhr­institut versteht es also wohl wie keine zweite ähnliche Anstalt, die beträchtlichen Unterhaltungskosten durch prak­tische rationelle Verwerthung ihrer Produkte zu einem großen Theile zu vermindern.

Standesamtsbezirk Friedewald.

Monate Februar und März 1895.

Eheschließungen.

Februar: Am 2. Schneider Johannes Berger zu Friedewald, mit Barbara Elisabeth Jäger zu Motzfeld. - 16. Sattler August Rie« zu Lautenhausen, mit Amalie Anna Martha Magdalena Schmidt zu Friedewald. März- Am 9. Arbeiter George Rothamel, mit Katharina Jffland zu Friedewald. 16. Ackermann George Konrad Koch, mit Susanua Ernst zu Friedewald 23. Arbeiter Anton Saam, mit Elisabeth Deiseroth zu Friedewald. Schuhmacher Heinrich Reinmüller, mit Maria Ernst 311 Friedewald. Pflasterer George Dciß, mit Maria Schütrumpf zu Friedewald. 31. Ackermann Wilhelm Reinmüller, mit Anna Margretha Rothamel zu Friedewald.

Geburtsanzeigen.

Februar: Am 12. Anna Katharina Elise, T. des GastwirthS Karl Schäfer zu Friedewald. 14. Anton, S. des Pflasterers Konrad Frankenstein zu Friedewald. 17. Johannes, S. des Ackermanns Heinrich Wintz zu Herfa. 19. George Ludwig, S. des Ackermann« Wilhelm Eigler zu Lautenhausen. 23. Ursula Klara Wilhelmine, T. des Rentmeisters Wilhelm Weste zu Friedewald. März: Am 9. Helene Amalie, T. des Amtsrichters Karl Fuchs zu Friedewald. 28. Wilhelm, S. des Schreiners Johannes MalkmcS zu Lautenhausen. S t e r b e f ä l l e.

Februar: Am 10. Konrad Heinrich Schäfer, S. des Ackermanns Wilhelm Schäfer zu Friedewald, 4 Monate 10 Tage alt. 14. Johann August Adam, Agent zu Friedewald, 77 Jahre 5 Monate alt. März: Am 23. Jobannes Brehm, S. des Ziegelmeisters Anton Brehm zu Friedewald, 4 Monate 14 Tage alt. 29. Schornsteinfeger Peter Raake zu Friedewald, 61 Jahre 10 Monate alt.

Standesamtsbezirk Kirchheim.

Monate Februar und März 1895.

Eheschließungen.

Februar: Am 2. Schuhmacher und Musiker Philipp Priester zu Jbra, mit Elisabeth Möller zu Kirchheim. Maurer Adam Ruppel zu Kirchheim, mit Katharina Elisa Nieding zu Kirchheim. 4. Ständischer Lohnarbeiter Nikolaus Konrad Völker zu Asbach, mit Barbara Kehl von GoßmannSrode. 8. Ackermann George Bätz zu Oberjossa, mit Anna Margretha Berk zu Kirchheim.

Geburtsanzeigen.

Februar: Am 8. Heinrich. S. des Schäfers George Allendorf zu Kirchheim. März: Am 13. Katharina Elise, T. des Ackermanns Adam Be>.k zu Kirchheim.

Sterbefälle.

Februar: Am 14. Anna Martha Gerlach, ledig, zu Reckerode, 43 Jahre 4 Monate 22 Tage alt. 19. Wittwe Katharina Elisa Weidemann zu Rotterterode, 75 Jahre 6 Monate 6 Tage alt. 21. Wittwe Dorothea Eckhardt zu GoßmannSrode, 90 Jahre 8 Monate 7 Tage alt. März: Am 18. Wittwe Anna Margretha Messing zu GoßmannSrode, 80 Jahre 4 Monate 15 Tage alt. 22. Ehefrau des WeißbinderS Johannes Fälbrr, Christina geb. Bolz zu Kirchheim, 59 Jahre 11 Monate 14 Tage alt. 25. Ebefrau deS Ackermann- Johannes Heß, Anna Gela geb. Sunkel zu Reckerode, 56 Jahre 4 Monate 4 Tage alt.

Standesamtsbezirk Obergeis.

Monat März 1895. Eheschließungen.

Am 30. Konrad Heinrich Groß, Landwirth zu RemSfeld, mit Anna Elisabeth Hofsmann zu ObergeiS.

Geburtsanzeigen.

Am 4. Anna Barbara, T. des LandwirthS Johannes Opfer zu Gittersdorf. 7. Anna Elise, T. de« Ackermanns Heinrich Schmidt 2r zu ObergeiS. 23. Anna Martha, T. des Ackermanns Jakob BodeS zu Obergeis. 26. Anua Katharina Elisabeth, T. des Schreiners Nikolaus Stephan zu Untergeis

Sterbefälle

Am 19. Eva Katharina, T. der unverehelichten Anna Margaretha

Jckler zu ObergeiS, 11 Monate alt.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelischer Gottesdienst.

Am Gründonnerstag: Herr Superintendent Dr. V i a l.

Am C h a r f r e i t a g :

Vormittags: Herr Pfarrer H 0 s b a ch. Nachmittags: Herr Pfarrer Schafft.

Sonnabend den 13. April, Nachmittags 2 Uhr:

Vorbereitung zum heiligen Abendmahle.

Katholischer Gottesdienst.

Gründonnerstag den 11. April.

Vormittags S'/t Uhr: Hochamt.

Charfreitag den 12. April.

Vormittags 8^ Uhr: Gottesdienst mit Predigt. Nachmittags 2/? Uhr: Kreuzwegandacht.

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