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Sonn- und Festtagen, mit Ausnahme des zweiten Weih- nachts-, Oster- und Pfingstfeiertages bis 6 Uhr Morgens zur Herstellung der Morgenausgabe gestattet.

Bedingung: Nach Herstellung dieser Ausgabe muß der Betrieb bis um 6 Uhr Morgens des folgenden Werktages ruhen.

2) Soweit der Vertrieb der Zeitungen nicht durch besondere Spediteure stattfindet, sondern einen Theil des Zeitungsdruckereibetriebes bildet, werden die für die Zeitungsspedition freigegebenen Arbeitszeiten gewährt.

Bedingung: Beim Vertrieb der Zeitungen an Sonn- und Festtagen dürfen Personen, die bei der Her­stellung der Morgenausgabe beschäftigt gewesen sind, nicht Verwendung finden.

i. Photographische Anstalten.

Die Beschäftigung von Arbeitern ist erlaubt:

1) an den letzten 4 Sonntagen vor Weihnachten zum Zweck der Aufnahme von Porträts, des Kopierens und Retouchierens für 10 Stunden, bis spätestens 7 Uhr Abends.

2) an allen übrigen Sonn- und Festtagen zum Zweck der Aufnahme von Porträts für einen fünfstündigen un­unterbrochenen Zeitraum, der in der Zeit vom 1. April bis 1. Oktober um 5 Uhr Nachmittags, in der übrigen Zeit des Jahres um 3 Uhr Nachmittags endet.

Die Ausnahme unter 2) findet keine Anwendung auf den ersten Weihnachts-, Öfter- und Pfingstfeiertag.

Bedingung: wie zu e.

k. Im Gewerbe der Köche ist die Beschäftig­ung von Arbeitern an allen Sonn- und Festtagen ge­stattet.

Bedingung: wie zu e.

1. Bierbrauereien, Eisfabriken, M o l- kereien: die Versorgung der Kundschaft mit Bier, Noheis und Molkereiprodukten ist während der für den Handel mit diesen Gegenständen freigegebenen Stunden gestattet.

m. In Mineralwasserfabriken ist in den Monaten Mai bis September einschließlich für drei Stunden vor Beginn des Hauptgottesdienstes die Be-

V e r z e der in dem Betriebe des........zu

des § 105c. (105e.) der Gewerbeordnung vorgenommenen Sonntagsarbeiten.

Vorbemerkung. Zur Eintragung der Namen der an Sonn- oder Festtagen beschäftigten Arbeiter in die Spalte 3 des nachstehenden Verzeichniffes ist bet Gewerbetreibende nicht verpflichtet.

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

Tag der Be­schäftigung.

Zahl der beschäf­tigten Arbeiter.

Namen der beschäftigten Arbeiter. (Liehe die Vorbemerkung.)

Angabe der Tagesstunden, in welche die Arbeitszeit fällt.

Genaue Angabe der vorgenommenen Arbeiten.

Angabe, in welcher Weise als Ersatz für die stattgehabte Konntagsarbeit Ruhezeit gewährt worden ist.

Bemer­kungen.

Hersfeld, den 30. März 1895.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises, in deren Gemeinden Schafvieh gehalten wird, haben die Schaf­bestände durch die Schäferei-Aufseher alsbald auf ihre Räudefreiheit untersuchen zu lasten und über das Ergebniß bis z u m 1 5. A p r i l d. I s. mir Bericht zu erstatten.

I. I. 1445. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 27. März 1895.

Der Bürgermeister Adam H e i y e r und der Schneider Heinrich Metz II. zu Gethsemane sind als Ortsschätzer für die dasige Gemeinde und der Tagelöhner Anton Möller daselbst als Stellvertreter derselben bestellt und heute eidlich verpflichtet worden.

I. I. 1405. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

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Die junge Frau schüttelte nur mit dem Kopfe. Gerade so gut könntest Du von mir verlangen, ich sollte Dir den Mond vom Himmel herunter holen," jammerte sie, schrak aber gleich zusammen.Hast Du wieder nichts gehört?" murmelte sie mit aschfarben Lippen, dann, als der Bursch keine Antwort gab, sondern sie nur mit glühenden Augen anstarrte, wendete sie sich: Lebe wohl, so gern ich Dir geholfen hätte, es geht nicht!" sagte sie.

Da lachte dieser schrill auf.Geh nur," sagte er mit gut gespielter Gleichgültigkeit.Schicke mir aber durch einen Dienstboten einen Strick herauf, damit ich die Sache gleich ins Reine bringen kann."

Die junge Frau blieb stehen und schwankte, dann warf sie einen langen erloschenen Blick auf Max. Großer Gott, was sagst Du da?" flüsterte sie, bang erschauernd.Soweit ist es- mit Dir gekommen, daß Du Dir das Leben nehmen mußt?"

Max begriff sofort, daß er in diesem Augenblick seinen alten Einfluß über die Erschauernde zurückge­wonnen hatte und während es voll verhaltenen Triumphes in seinen Augen aufleuchtete, eilte er auf Marianne zu und faßte sie an beiden Händen:Was nützt alles, wenn ich Dir auch beichte, sag' lieber, daß Du mir helfen willst."

Ich kann nicht, um Gottes Barmherzigkeit willen, ich kann nicht," stöhnte Marianne auf.

So sagst Du heute. Früher dachtest Du anders, da hast Tu mir goldene Berge versprochen."

Fordere alles von mir, und wenn es mein Herzblut ist, es sei Dir hingegeben."

Haha! So spricht ein Jeder, der mit der That

schästigung von Arbeitern mit solchen Arbeiten erlaubt, die zur Versorgung der Kundschaft erforderlich sind.

n. In dem handwerksmäßig betriebenen B e - k l e i d u n g s - und Reinigungsgewerbe ist die Ablieferung bestellter Arbeiten an die Kunden bis zum Beginn der für den Hauptgottesdienst festgesetzten Unter­brechung der Verkaufzeit im Handelsgewerbe gestattet.

II. Ausnahmen für Betriebe m i t Wind oder unregelmäßiger Wasserkraft.

Die Landräthe (in Cassel der Polizei-Präsident) sind ermächtigt, die Beschäftigung von Arbeitern mit Arbeiten, welche nicht an Werktagen vorgenommen werden können, mit Ausschluß des ersten Weihnachts-, Öfter- und Pfingst- tags widerruflich zu gestatten:

a. für die mit unregelmäßiger Wasserkraft arbeitenden Betriebe mit Ausnahme der Getreidemühlen an nicht mehr als 12 Sonn- und Festtagen im Jahr.

ß. für Windmühlen und Getreide-Wassermühlen an nicht mehr als 26 Sonn- und Festtagen im Jahr.

Bedingung: den Arbeitern sind mindestens Ruhe­zeiten gemäß § 105c. Abs. 3 oder 4 der Gewerbe-Ord­nung oder die oben zu I e. angegebenen Ruhezeiten zu gewähren.

Die Gewerbetreibenden haben die Sonn- oder Fest­tagsarbeiten in ein nach dem nachfolgenden Muster ge­fertigtes Verzeichnis einzutragen.

III. Ich behalte mir vor, unter besonderen Ver­hältnissen für einzelne Ortschaften oder Bezirke vorüber­gehend oder periodisch für kurze Zeit weiterreichende Ausnahmen von dem Verbot der Sonntagsarbeit zulassen.

IV. Arbeiter, welche auf Grund der vorstehend zu- gelasienen Ausnahmebestimmungen mit Sonntagsarbeiten 'beschäftigt werden, sind wenn nicht Gefahr im Ver­züge ist während der ihnen ausbedungenen Ruhezeit zu keinerlei Arbeit, auch nicht zu solchen Arbeiten, die in dem betreffenden Betriebe auf Grund des § 105c. Abs. 1 vorgenommen werden dürfen, heranzuziehen.

Cassel, am 25. März 1895.

Der Regierungs-Präsident. Haussonville.

1 ch N i ß AMage

........im Jahre 189 . . auf Grund

Politische Nachrichten.

Berlin, 2. April.

Gestern Abend um 6 Uhr fand im Weißen Saale des Königlichen Schlosses eine Galatafel statt. Vor Eintritt in den Weißen Saal nahm Se. Majestät der Kaiser die Vorstellung der Präsidenten des Reichs­tags Freiherrn von Buol und Spähn entgegen. /Nach beendigter Galatafel begab das Kaiserpaar sich in das Königliche Schauspielhaus und verweilte dort bis zum Schluß der Festvorstellung. Heute früh begab sich Se. Majestät der Kaiser mittels Sonderzuges um 9 Uhr 25 Minuten nach Potsdam, wo von 10 Uhr ab die Kompagnie-Besichtigung des 1. Garde-Regiments z. F. stattfand. Auf dem Wege nach Potsdam nahm Se. Maje­stät den Vortrag des Chefs des Militärkabinets Gene­raladjutanten, General der Infanterie von Hahnke ent­gegen.

gern hinter dem Berg halten will. Aber mein Leben komme aus Dich, denn ich habe keinen anderen Ausweg mehr, entweder Du hilfst mir, oder ich muß mich auf­hängen."

Unwillkürlich brach die junge Frau in die Kniee nieder, so gewaltig erbebten ihr diese unter dem Leibe; wie abwehrend streckt sie die gesottenen Hände Max entgegen, während Thräne um Thräne ihre Augen verdunkelten.

So sei doch barmherzig, Max, foltere mich nicht bis zum Äußersten. Verschiebe es auf ein Jahr. Vielleicht ist bis dahin manches möglich, was heute nicht geschehen kann, flüsterte sie.

Max lachte nur auf:Uebers Jahr haha! Das wäre so das rechte. Ich muß das Geld heute haben, spätestens morgen." Er beugte sich ganz dicht zu der jungen Frau nieder:Wenn Du es denn misten willst," zischte er, seinen Mund dicht an das eine rosige Ohr Mariannens legend, so daß diese unter seinem heißen Athem unwillkürlich erschauerte:Es sind zwei auf­gestanden, die mich beim Staatsanwalt anzeigen wollen, sie sagen die Lüge wieder aus, ich hätte Deinen Vater in jener Nacht niedergeschlagen!"

Jesus Maria!" Wie irre kam der Aufschrei über Mariannens Lippen. Ihre Augen vergrößerten sich unheimlich und der letzte Funken von Lebensfarbe wich aus ihren Zügen. Sie schnellte plötzlich von den Knieen empor.

Und diese beiden Zeugen wie Du sagst," stöhnte sie auf, sie sprechen die Wahrheit? Es war an dem mit Dir, Bu w . . Du . . ."

Sie kam nicht weiter; die Stimme versagte ihr und

Ueber den Verlauf der Feier des 8 0. G e - b u r t s t a g e s des Fürsten B i s in a r ck liegen aus Friedrichsruhe folgende Meldungen vor: Es gratu- lirte zunächst die Deputation der Seidlitz-Küras- siere, dann folgten die Professoren unter Führung des Rektors der Berliner Universität, des Professor P f l e i d e r e r, der in seiner Ansprache ausführte, ein großer Freudentag leuchte heute dem deutschen Volke, das mit Dankesgruß und Segenswunsch sich um den gewaltigen Mann dränge, in welchem es den Schöpfer der Staatseinheit, den Schirmer des Friedens, den Führer und Lehrer des öffentlichen Lebens, den treuen Wahrer seiner höchsten Güter verehre. In diesem Jubel erhöben auch die Lehrer der Universitäten ihre Stimme, um ihm, dem Ehrendoktor dreier Fakultäten, zum 80. Geburtstag ihre Huldigung darzubringen und ihre Hoffnung auszudrücken, ihn, vom Volke vergöttert, noch lange in freudiger Rüstigkeit und unbezwinglicher Jugend­kraft des Geistes und Willens unter uns weilen und wirken zu sehen als die geschichtliche Verkörperung des nationalen Bewußtseins. Mit rühmenden Worten dankt Redner dem Fürsten Bismarck für seine Thaten, indem er hervorhebt, daß hierzu besonderer Grund vorhanden sei, zumal der Fürst mit Rath und That dafür einge­standen, daß eine alte Kulturstätte, welche dem Deutsch- thum zurückgewonnen ward unter den Auspieien des großen Kaisers eine Heimstätte deutscher Wissenschaft geworden. Auch als Meister der deutschen Sprache in Wort und Schrift gebühre dem Fürsten ein Ehrenplatz in unser litterarischen Geschichte. Redner schildert sodann das leuchtende Vorbild und das hohe Verdienst des Fürsten und die Forderung der nationalen Interessen, wobei er betonte, daß die tiefste Quelle für die Beherr­schung der Wirklichkeit aus der Kraft des Glaubens fließe. Er schloß mit dem Hinweis, daß die Pflicht und die Aufgabe der Universitäten sei, den idealen Ge­danken der Nationaleinheit rein und unentwegt im Herzen der deutschen Jugend zu erhalten. Deren Ver­treter vereine heute im Bewußtsein dieser ernsten Pflicht die bewundernde Liebe zu dem Fürsten Bismarck; sie beseele der Wunsch, es möge der Tag dem ganzen deut­schen Volke zum Segen werden, daß es über Noth und Streit des Tages hinaus geeint in der Begeisterung für den großen Kanzler erstarke und wachse in steter Treue für Kaiser und Reich. Kurz daraus wurden die - Deputirten des Senats der Städte Hamburg, Bremen und Lübeck empfangen. Der Huldigungszug der Stu­dentenschaft, an welchem etwa 4000 Studenten theil- nahmen, welche 30 Hochschulen vertraten, marschirte Mittags vor der Terrasse des Schlostes auf. Bei dem Erscheinen des Fürsten Bismarck wurde dieser mit einem dreimaligen enthusiastischen Hurrah begrüßt. Hierauf verlaß ein Mitglied des Ausschusses der deutschen Stu­dentenschaft eine Adresse und übergab das auf der Terrasse aufgestellte Ehrengeschenk mit einer Ansprache, auf welche der Fürst erwiderte. Nachdem Letzterer darauf mehrere Studenten angesprochen und zu diesem Zwecke von der Terrasse aus den Park betreten halte, folgte nach der Rückkehr des Fürsten auf die Terrasse der Gesang des Preisliedes:Horch, Sturmesflügel rau­schen" u. s. w. nach der Melodie des Körner'schen Schwertliedes. Nachdem hierauf der Fürst unter stür­mischen Hochrufen den Park verlassen hatte, löste sich der Zug auf. Die Studenten werden Nachmittags von 2 Uhr ab in fünf Extrazügen nach Hamburg zurückkehren.

Die Einladung zur Eröffnungsfeier des Nord-Ostsee-Kanals haben fämmtlidje deutsche Fürsten angenommen, mit Ausnahme des seit einiger Zeit leidenden Herzogs von Sachsen-Meiningen, der sich in Italien befindet.

Der Betrag der preußischen Staats- schuld belief sich nach dem beiden Häusern des Land­tages soeben zugegangenen Bericht der Staatsschulden-

zugleich prägte sich in ihren Zügen tiefer Abscheu aus, denn in den Blicken des Unseligen hatte sie die volle, ganze Wahrheit gelesen.

Im selben Augenblicke kam es aber auch schon vom Bodeneingange her, mit wuchtigen, raschen 'Schritten. Die nur angelehnte Thür wurde, während Max einen weibischen, feigen Schrei ausstieß, zurückgeftoßen und im offenen Rahmen derselben erschien hochaufgerichtet, der Fuhrherr und starrte mit wuthsprühenden Blicken auf die wie vernichtet Stehenden.

Einen Augenblick schauten sich Vater und Sohn an, wie zwei Katzen, die sich den Raub entreißen wollen, dann löste sich der furchtbare Bann, welcher auf ihnen lag . . . mit einem Schrei des Entsetzens schnellte Ma­rianne zwischen die Beiden.

Höre mich an, ich beschwöre Dich!" rief sie mit bebender Stimme, die Hände vor ihrem Gatte aufhebend. Es ist nichts geschehen, was Dich beschimpfen könnte!"

Verheerende Wuth blitzte in den Augen des Fnhr- Herrn auf, er hatte die Faust erhoben und plötzlich ließ er sie mit zermalmendem Schlage auf den Scheitel seines Weibes niedersausen.Du ehrloses, pflichtvergessenes Weib, da ... da nimm Deinen Lohn!" schrie er mit kaum mehr menschenähnlicher Stimme, während er den furchtbaren Schlag zwei, dreimal wiederholte.

Lautlos brach Marianne zu Boden nieder. Gleich darauf lag sie ausgestreckt auf der Diele und wie Eich- mann näher auf sie blickte, schaute er in eine tiefe Stirn- wunde und sah, daß Blut in dichten Strömen über das bleiche Antlitz seines Weibes floß.

(Fortsetzung folgt.)