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Gratisbeilagen rIllnstrirtes Sonntagsblatt" n.Zllustrirte landwirthsehaftliche Veilage^^.

Nr. A. Iieilstilg Den 18. Februar M.

Amtliches.

Gaffel, den 4. Februar 1895.

Ew. Hochwohlgeboren theile ich ergebenst mit, daß der Wegebauaufseher K u n e r t dortselbst wegen Erkrankung 3 Monate von Wahrnehmung seiner Dienstgeschäfte ent­bunden worden ist. Für diese Zeit habe ich daher die Functionen des rc. Kunert als Schätzer der Hessischen Brandversicherungs-Anstalt für den III. Bezirk und als stellvertretenden Schätzer für den V. Bezirk des dortigen Kreises dem Wegebauaufseher E h r h a r d t dortselbst übertragen.

Ew. Hochwohlgeboren ersuche ich ergebenst, solches durch Veröffentlichung im Kreisblatt gefälligst zur Kennt­niß der Interessenten der Hessischen Brandversicherungs­anstalt bringen zu wollen.

Der Direktor der Hessischen Brandversicherungs-Anstalt. Dr. Knorz.

An den Königlichen Landrath, Geheimen RegierungSrath Herrn Freiherrn von S ch l e i n i tz Hochwohlgeboren zu Hersfeld. III * 1506.

* * *

Hersseld, den 15. Februar 1895.

Wird veröffentlicht.

I. 668. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

An die Herren Bürgermeister des Steuerkaffenbezirks Friedewald.

Wie aus den Steuerzetteln für das Etatsjahr 1894/95 ersichtlich, ist auf denselben die Gebäudesteuer nur für /♦ Jahr, also bis Ende Dezember v. I. enthalten. Für das Vierteljahr vom 1. Januar bis 31. März 1895 sind die durch die Revision anderweit festgestellten Gebäude­steuerbeträge zu entrichten, worüber jedem Gebäudeeigen­thümer besondere Benachrichtigung zugegangen ist. Viele Steuerpflichtige haben ihre Steuerzettel im ver­gangenen Jahr alsbald ausbezahlt, d. h. die angegebenen Beträge bezahlt b i s aus die Gebäude st euer für das letzte Vierteljahr. In diesem Falle sind aber, wie bekannt, die betreffenden Steuerzettel im Februar d. I. nochmals vorzulegen und die G e b ä u d e - steuerraten zu bezahlen, was meistens nicht ge­schehen ist. Die nach beendeter auswärtiger Erhebung

(Nachdruck verboten.)

Zwischen Pater uni) 6»in.

Familienroman von P. H e n k e S.

(Fortsetzung.)

Im Hause selbst gab es eine Ueberraschung über die andere. Es hätte der mitgebrachten Möbelstücke gar nicht bedurft, denn das Häuschen war vollständig eingerichtet. Schmucke, reizende Kinder-Bettstellen standen in einem lichterfüllten Schlafzimmer, in der Nebenstube Regale für die Schulsachen der Kinder, Spielschränke, angefüllt mit den reizendsten Spielsachen, feste Tische, an welchem sich der Uebermuth der turnlustigen Knaben erproben konnte.

Aber es gab des Staunens noch viel mehr.

Auch die Küche war auf's Liebevollste eingerichtet, und die Speisekammer vollends. Frau Schwark stieß bei deren Anblick einen Ausruf des Staunens und der Freude um den anderen aus:Nein, solche Speckseiten und soviel Fleisch! Aber nein, Herr Eichmann, was denken Sie nur?"

Mutter, sieh' 'mal, hier sind ganze Schubladen mit Gerste, Reis und Mehl!"

Und hier unten im Keller," rief ein anderer Bursch', der eine Inspektionsreise dahin gemacht,da liegen ganz furchtbar viel Kartoffeln, und daneben ist noch ein Keller, da liegt Wein, der ist gut für Deinen schwachen Magen, Mutter!"

Was denkt Ihr denn gar," rief die wieder zu Thränen gerührte Frau jetzt,das ist gar nicht für uns!"

jetzt noch bestehenden Gebäudesteuerreste sind erheblich und möglichst im laufenden Monate anher zu zahlen.

Die Herren Bürgermeister wollen dies in den Gemeinden itt'ortsüblicher Weise gefälligst alsbald bekannt machen lassen.

Friedewald, den 14. Februar 1895.

Der Rentmeister W e st e.

Jeder Landbriefträger führt auf seinen Bestellgängen ein Annahmebuch, in welches er die angenommenen Sen­dungen mit Werthangabe, die Einschreibsendungen, die Postanweisungen und gewöhnlichen Packete, sowie die Nachnahmesendungen und die für Zeitungen vorausbe­zahlten Beträge einzutragen hat. Wünscht der Absender die Eintragung selbst zu bewirken, so ist diesem das An­nahmebuch vorzulegen. Auch kann der Absender die Vor­legung des Buches verlangen, um von der seine Sendung betreffenden Eintragung des Landbriefträgers Kenntniß zu nehmen.

Caffel, am 11. Februar 1895.

Der Kaiserliche Ober-Postdirektor Frank.

Rekanntmachuilg die Beschädigung der Reichs-Telegraphen- A«lagen betreffend.

Zum Schutz der Reichs -'Telegraphenanlägen sind durch das Gesetz vom 13. Mai 1891 betreffend die Ab­änderung von Bestimmungen des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich, nachstehende Bestimmungen erlassen.

§ 317. Wer vorsätzlich und rechtswidrig den Betrieb einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphen­anlage dadurch verhindert oder gefährdet, daß er Theile oder Zubehörungen derselben beschädigt oder Ver­änderungen daran vornimmt, jüirb mit Gefängniß von einem Monat bis zu drei Jahren bestraft.

§ 318. Wer fahrlässigerweise durch eine der vor­bezeichneten Handlungen den Betrieb einer zu öffent­lichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage verhindert oder gefährdet wird mit Gefängniß bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 900 Mark bestraft.

§ 318 a. Unter Telegraphenanlagen im Sinne der §§. 317 und 318 sind Ferniprechanlagen mitbegriffen.

Da die Reichstelegraphen-Anlagen in letzter Zeit verschiedene Male fahrlässiger Weise (besonders beim Fällen von Bäumen) beschädigt worden sind, so werden die vorstehenden Bestimmungen hiermit warnend zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Zugleich wird demjenigen,

Doch, doch," sagte der Fuhrherr, der sich herzlich an dem Erstaunen der Familie geweidet hatte,nehmen Sie mit dem fürlieb, was ich Ihnen bieten kann, es ist ja nur ein schwacher Ersatz für den Heimgegangenen Gatten! Will's Gott, daß sich die Unschuld meines Sohnes herausstellt, sonst hm, das wäre ja schrecklich!"

Seine Stirn hatte sich düster umwölkt, aber die Unmuthsfalten wichen sofort wieder aus seinem Antlitz, als er Marianne's warmen Händedruck verspürte.

Denken Sie nicht daran in diesem Augenblick," flüsterte das junge, warmherzige Mädchen,Ihr Sohn ist sicher unschuldig, und der Barmherzige wird noch Alles recht machen!"

Der Fuhrherr gab ihr keine Antwort, sondern schaute nur tiefbewegt in die unschuldsvollen Augen des jungen Mädchens und erwiderte dann den Händedruck.

Sobald durfte er noch nicht an's Aufbrechen denken: die Kinder wollten ihn nicht loslaffen, und auch die Wittwe bat ihn, sie nach dem Garten zu begleiten, um Alles in Augenschein zu nehmen. Das gab einen Jubel, als die Kinder auf dem Hofe Turngeräthe, darunter sogar eine Schaukel, entdeckten und von dem Fuhrherrn die Versicherung erhielten, daß sie ganz allein mit all' den Herrlichkeiten spielen durften.

Endlich machte Eichmann sich los.

Marianne gab ihm das Geleit bis an die Thür. Auch sie wollte nochmals mit schlichten Worten danken, aber der Fuhrherr wehrte mit der Hand ab.

Lassen Sie das auf sich beruhen, liebes Fräulein," sagte er bewegt.Ich that meine Pflicht, nichts mehr

welcher vorsätzliche oder fahrlässige Beschädigungen der Reichs-Telegraphenanlagen so zur Anzeige bringt, daß gegen den Thäter mit Erfolg eingeschritten werden kann, eine Belohnung bis zur Höhe von 15 Mark für jeden einzelnen Fall hiermit zugesichert.

Caffel, am 14. Januar 1895.

Der Kaiserliche Ober-Postdirektor, gez. Frank.

Nichtamtliches.

Aus dem Reichstag.

Der Reichstag berieth am 15. d. den Antrag der Abgg. Friedberg (natlib.), v. Kardorff tReichSp.), Lieber (Ctr.), Graf Mirbach (kons.), an die verbündeten Regierungen das Ersuchen zu richten, baldthunlichst Einladungen zu einer Münzkonferenz behufs internationaler Regelung der WährungSfrage, ergehen zu lassen. Abg. Graf Mirbach (kons.) bezeichnet die WährungSfrage als eine wirthschaftliche und soziale Frage allerersten Ranges, die aber nur durch internationale Vereinbarungen geregelt werden könne. Abg. Barth (frs. Ver.) ist gegen den An­trag, weil dieser die bimetallistische Agitation befruchten würde, und zwar nicht nur bei uns, sondern auch im Auslande. Wollte die Regierung diesem Ersuchen Folge geben, so würde dadurch in den Erwerbskreisen aller Länder Beunruhigung hervorgerufen werden. Abg. Gras Bismark (b. k. F.) betont, daß die Regierung selbstver­ständlich erst n ' ^ n Kabinetten in Verbindung treten müsse. Sei der Moment für vie Einberufung der Konferenz je^t noch »richt tt»ge­treten, so werde er später sicher kommen. Den Antragstellern gebühre dafür Dank, daß sie die Frage angeregt haben, denn eS liege im Interesse des nationalen Wohlstandes, daß die Angelegenheit in Fluß gehalten werde. Abg. Schön la n k (sozd ) tritt dem Anträge und der Förderung de« BimetalliSmuS, der nur- da« Interesse bet Großkapital- veifolge, entgegen. Abg. Lieber (Ctr.) betont, seine Partei sehe die Frage nicht als eine politische an; e« müsse zugegeben werden, daß unsere Wäbrungswirrcn schon fett Jahrzehnten unser wirthschaftlicheS Leben schwer schädigen, und eS sei der Wunsch seiner Freunde, den redlichen Versuch zu machen, durch eine internationale Regelung der WährungSfrage unser wiithschastliebeS Leben von den ibm drohenden Gefahren zu befreien. Reichskanzler Fürst zu Hohe «lohe: Ohne unserer ReichSwährung zu p-äjudizren, müsse man zugestehen, daß die zunehmende Unsicherheit de« Verhältnisse« zwischen den beiden Münzmetällen auch auf unser Erwerbsleben nachhaltige Rückwirkungen auSübe. In weiterer Verfolgung der Gedanken, die bei der Einbe­rufung der Silberengnöte maßgebend waren, sei er, Redner, geneigt, mit den verbündeten Regierungen in Erwägung zu ziehen, ob wir nicht mit anderen Staaten, die an der Bewerthung de« Silbers wesentlich betheiligt seien, in freundschaftlichen Meinungsaustausch über gemein­schaftliche Maßregeln zur Abhilfe eintreten können.

Berlin, 16. Februar. Heute wurde die Berathung deS Währu n gs-AntrageS beendigt. Abg. siegle (natlib.) er» klärt sich als Anhänger der Goldwährung gegen den Antrag, wogegen der Abg. Leu schn e r (ReichSp.) für den BimetalliSmuS eintritt, dessen Durchführung sowohl Deutschland wie auch den auswärtigen

und nichts weniger; und ist es mir gelungen, Ihnen das schwere LooS ein wenig zu versüßen, so ist das für mich reicher Lohn. Und noch eines," setzte- er mit warmem Empfinden hinzu;versprechen Sie mir eines in dieser Stunde: Wenn irgend etwas mangelt und Sie Rath oder Hilfe brauchen, gelt, dann kommen Sie zu mir?"

Das Mädchen nickte ihm unter Thränen zu.

Dem Fuhrherrn wurde es heiß zu Muthe und das Blut wallte ihm sichtbar nach den Schläfen. Es war, als ob ihm plötzlich das Sprechen schwer falle und er sich gewaltsam zusammennehmen mußte. *

Ich werde auch manchmal nach Ihnen sehen," brächte er murmelnd hervor. Dann wandte er sich plötzlich ganz unvermittelt ab, stieg in den Wagen und fuhr davon.

Marianne wußte sich offenbar seinen raschen Aufbruch nicht recht zu deuten, aber sie vergaß bald das Seltsame seines Benehmens, als sie in das Haus zurückkehrte und die Mutter ihr mit der großen Botschaft entgegen- kam, daß sie im Küchenschrank unter einem Teller ein Kouvert mit zehn Einhundertmarkscheinen entdeckt habe.

Thränenden Auges betrachtete Marianne den werth- vollen Fund. Auf der Außenseite des Brief-Umschlages stand, von der markigen Hand des Fuhrherrn geschrieben : Für die ersten Wirthschafts-Wochen!"

Da feuchteten sich die Augen des Mädchens von Neuem; es faltete die Hände über der Brust zusammen und blickte himmelwärts.

Ach, der brave, wackere Mann," flüsterte sie tief-.