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HerchlKr KreisblU

Gratrsberlasen:Illustrirtes Sonntagsblatt" n.Illustvirte landwirthschaftliche Beilage".

Nr. III. LmerstW Den 24. >wt 1895.

Mowiinits-Jiiiliiiiiiiig.

Bestellungen auf das Hersselder Kreisblatt.

mit den GratisbeilagenJllustrirtes Sotttttags- blatt" undJllustrirte landwirthschaftliche Beilage" für die INonate Februar und Mär; werden von allen Kaiserlichen Poftanftalten, Candbrief- trägern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Berlin, den 8. Juli 1882.

In Läden und Geschäften, welche als Lotterie-Komtor, Lotterie- Einnahme oder Lotterie-Kollekte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Kollekteur bezeichnen, werden Loose der Preußischen Klasfen-Lotte ie und Antheilscheine auf solche Loose, oft unter Benennung als Antheilloosc, für Preise angeboten, welche die im Lotterieplan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß in den Antheilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinn-Abzüge für sich au&ebutgen.

Die Antheilscheine begründen niemals Ansprüche an die Lotterie- Verwaltung aus Looseei Neuerung und auf Gewinnzahlung

Vielfache gerichtliche Verurtheitungen von LooSantheiischein-Verkäufern haben herauSgrstcllt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch verfahren, indem sie die Loose, auf welche sie An heile verkaufen, nicht b:sitzen oder aus wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine ausgeben, als der Umfang ihres LoosebesitzeS erlaubt, oder endlich indem sie ihrer­seits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben ver­schwinden.

Zur Unterscheidung der LooSantheilscheine von den ächten Loosen machen wir daraus aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren UmschriftKoen. Pr. Gen. Lotterie-Direkt." und die gedruckte UnterschrittKönigl. Prenß. General-Lotterie-Direktion" tragen.

Zur Unterscheidung zwischen den sich alsLotterie-Einnehmer" be­nennenden und ihr Geschäft alsLotterie-Einnahme" oderLotterie- Komtor" bezeichnenden Pravat-Verkäufern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren all-in alsKönigliche Lotterie-Einnahmen" oderKönigliche Lotterie-Einnehmer" sich namhaft machen.

Königliche General-Lotterie-Direktion.

D a m in a s. L i l i t n t h a l.

MchtamMchrs.

Aus dem Abgesednetenhause.

Berlin, 21. Januar. In der heutigen Sitzung wurde in die erste Lesung des Etats eingetreten. Der Minister der öffentlichen

lUnberechtigter Nachdruck verboten.) Willenlos.

Kriminalerzählung von Ernst K r o n b e r g. (Fortsetzung.)

Ah, ich verstehe!" unterbrach Frank den ebenfalls Zögernden tief bewegt.Jetzt entsinne ich mich des merkwürdigen Seelenzustandes, in welchem wir die Liebliche trafen sie kannte selbst mich nicht, bildete sich ein, die Frau jenes gräßlichen Schurken zu sein ~T ® mein Gott!" setzte er seufzend und den Kopf in dte eine Hand stützend, hinzu.Das ist freilich eine Braut"" ^ ^m^w Elly, meine angebetete, süße

Dann fuhr er plötzlich in die Höhe.Ich möchte sogleich!" stieß er hastig hervor.

^l verneinte lächelnd und meinte, daß der wachezustand Franks diesem schon von allein die Er­füllung seines Wunsches versagen dürfte.

Halten Sie sich hübsch ruhig und von jeglicher Aufregung fern!" mahnte der Arzt.Dann wollen wir in einigen Tagen sehen, Sie können übrigens völlig unbesorgt fein, die Identität Ihrer Fräulein Braut ist nachgewiesen, wir wissen genau, daß wir es mit Fräu­lein Parkins zu thun haben, ihr körperliches Befinden I

Arbeiten Thielen dankte dem Hause, daß es mit Rücksicht auf die bereits am 1. April eintretende Neuorganisation bereit sei, den Eisen- bohnetat schleunig zu berathen, und erläuterte die Veränderungen im diesmaligen Etat, die sich theils als mechanische Folge der Neuorgani­sation, theils dadurch ergeben, daß das gesummte RechnungS- und Wirthschaftswesen der Eisenbahnen vereinfacht und übersichtlicher ge­macht wird. Der Minister sprach seinen Mitarbeitern und Beamten Anerkennung dafür aus, daß es ermöglicht werden konnte, die Neu­organisation pünktlich zum festgesetzten Tage ins Leben treten zu lassen. Der Abg. Richter (bfr. VolkSp.) bestritt bei seiner Kritik des Ge- sammtetats die Versicherung des Finanzministers, daß der FiskuS bei der Steuerreform kein gutes Geschäft gemacht habe. Die Besorgnisse des MinisterS hinsichtlich der Ausgestaltung deS Kommunalsteuerwesens theilte er; die Gemeinden würden jetzt allerlei ausstnuen, b*e indirekte Besteuerung für sich auSzubeuten, und die Regierung käme mit ihren dageg-n gerichteten Reskripten zu spät. ES wäre besser, wenn der Minister nicht soviel verlorene Zeit auf die ReichSsteuerprojekre ver­wendet, sondern sie der Kommunalsteuerreform gewidm-t hätte. Dir Redner sprach alsdann gegen die ReichSfinanzreform; der Mehrheit deS ReichtagS werde es gelingen, auch ohne solche daS Gleichgewicht herzustellen, und sie werde mit ihren Schätzungen der Einnahmen Recht behalten. Im Etat sei das Defizit künstlich aufgetaucht. Die Regierung klagt jetzt über die Dreistigkeit, mit der sich Sonderinteressen bei der Ausgestaltung der Gemeindesteuer geltend machten; allein sie selbst habe solche Sonderinteressen begünstigt, vor Allem bei den Agrariern. Mit dem Verlangen nach Staatshülfe werde der sozial- demokratische ZukunftSstaat im Interesse der Besitzenden proklamirt. Der neue Reichskanzler und Ministerpräsident werde sich ein Verdienst erwerben, wenn er darauf hknwüke, daß die KoUegialverfassung und die Solidarität bt6 Ministeriums mehr als bei dem letzten Minister- Wechsel zur Geltung käme und d.. Ziv.zackl.urt aushöre. Abg. F.hr. von Z c d l i tz (freit): Man nähre den Patriotismus nicht, wenn man dem Volke immer von Steuermüthigkat und von Unflchciheit in den obersten Kreisen rede. Bei der preußischen Politik könne man von einem ZickzackkurS nicht reden, und wenn der Ausdruck für die Reichs- Politik mit einem Schein von Berechtigung angewandt sei, so sei das Schuld der linksliberalen Presse, die ganz zu Unrecht den Abschluß der Handelsverträge für eine grundsätzliche Wendung der Handels­politik auSgegeben habe, während doch nach wie vor am Schutz der nationalen Arbeit festgehalten werde. Der Redner warnte vor Plus- macherei im Voranschläge der Steuererträge, indem er auf di schwie­rige Stellung der Zuckerindustrie und auf die Wahrscheinlichkeit Hin- wieS, daß die Einnahmen aus Forsten und Domänen und ebenso auch die auS der Einkommensteuer in den nächsten Jahren zurückgehen würden. Von Abstrichen in der Ausgabe könne nicht die Rede sein, wenn der Staat nicht mit der Lösung dringendster Kulturaufgaben im Rückstände bleiben solle. Wenn die ReichSfinanzreform nicht zu Stande komme, müßten wir in Preußen am Ende die Einkommen bis zu 900 Mark wieder zur Steuer berauziehen. Finanzminister Miguel er starte die Einwendungen deS Abg. Richter über die Ab­sicht- n deS Fiskus' ein sott und fort wiederholtes Mißverüändniß. Den Gemeinden seien für die Kommunalbeftruerung bis zuverlässigsten Musterstatuten an die Hand gegeben worden, und eS sei nicht zu zweifeln, daß in fünf bis sechs Jahren die Kommunalbesteuerung wohlgeordnet sein werde. Die ReichSfinanzr.fonn entspreche nicht etwa bloß, wie behauptet worden, dem Bedürfniß Preußens, sondern dem sämmtlicher Einzelstaaten. Wenn kS soweit gekommen sei, daß die Ausgaben die Einnabmen übersteigen, so sei <S Schwäche oder L-ickt- sertigkcit, eine Zerrüttung der Finanzen entstehen zu lassen. Die Beamten, die schon lange auf die Ausbesserung ihrer Gchältcr warteten,

läßt auch nichts zu wünschen übrig, nur ihr Geistes­zustand giebt zu Besorgnissen leichter Natur Grund, aber ich hoffe, wie gesagt, daß auch hier bald Wandel ein­treten wird!"

Frank gab keine Antwort; aber er starrte schmerzlich vor sich hin und ein tiefer Seufzer entrang sich seinen fest aufeinandergepreßten Lippen.

Da legte ihm der Deteetivc eine Hand auf die Schulter.

Kopf hoch, Mister Gardener!" meinte er.Der alte Gott lebt noch jedenfalls ist dafür gesorgt, daß sich solch erbauliches Schauspiel nicht zum zweiten Male wiederholen kann!"

Und als Frank ihn nur schwermüthig verständnißlos anblickte, da sagte er:

Ja, schauen Sie mich nur erstaunt an, ich weiß, was ich sage! Es wird Sie auch zu erfahren interessi- ren, daß die nasse Sieben nicht mehr existirt!"

Jenes schreckliche Verbrecherhaus?" frug Frank schwach, kopfschüttelnd Garnett, der neben dem Bett auf einem Sessel Platz genommen hatte, anschauend.

Dasselbe!" bestätigte der Detective.Nun ja, Sie können freilich Manches nicht wissen. Erinnern werden Sie sich noch, wie ein segensvoller Zufall mich die Hebelvorrichtung finden ließ, welche uns die Geheim­treppe erschloß. Der alte Fuchs von SmileS hatte diese für sich selbst in aller Heimlichkeit eingerichtet; er

hätten sich mit ihren Klagen an eine ganz andere Stelle als an die Regierung zu wenden. In keiner Zeit sei es dringender gewesen als jetzt, die dauernden Einnahmen zu erhöhen. Abgeordneter Sattler (nat. litt.) äußerte sich im Allgemeinen zu der Etats- aufstellung zustimmend, sprach für die Vermehrung der Richterstellen, für die Ausbesserung der Beamtengehälter, für die Nothwendigkeit der Finanzreform, für deren Zustandekommen es ein hoffnungsvolles Er- eigniß sei, daß die obersten Aemter im Reiche und in Preußen wieder vereinigt worden, und versichere dem neuen Ministerpräsidenten, daß er das rom Hause geforderte Vertrauen finden werde. Staat« - minister v. Bötticher gab eine Erklärung ab, die sich gegen die Auslassungen des Abg. Richter über die allgemeine Politik und über die Veränderungen im Staatsministerium richtete. Die Neubernfungen hätten der Berathung des StaatsministeriumS unterlegen, die neu« eintretenden Minister hätt n sich vor der Annahme ihres Amtes des Einverständnisses mit dem Reichskanzler und Minister-Präsidenten versickert. ES sei nicht der mindeste Anlaß, daS Ministerium als aus politisch heterogenen Männern zusammengesetzt zu bezeichnen. Für den Ausdruck Zickzackkurs fehle eS an jeder thatsächlichen Grund­lage. Wenn man von einer allgemeinen Unsicherheit spreche, so sei diese daS Produckt der von der Presse genährten Unruhe. Für die Entlassung und Berufung von Ministern sei lediglich Artikel 45 maß­gebend, wonach der Krone die Entlassung und Ernennung von Ministirn anheimgegeben ist - Abg. Gras zu L i m b u r g. S t ir u m (fonf. i: Die Zahlen des DomänenetatS bewiesen dte traurige Lage der Landwirthschaft und, daß die von Herrn Richter getadelte agra­rische Begehrlichkeit nur eine berechtigte Interessenvertretung sei. Ma­die kommunale Grundsteuer angehe, so halte man den Gemeinden die richtigen und bewährten Grundsätze der Landschaft für die Veran­lagung vorschreiben sollen. Forderungen für Kanalbauten werde die konservative Partei rett b willigen, wenn die Jnteresscuten entsvrechend herangezogen würden und eine angemessene Verzinsung sicher stehe. Ebenso könne sie bin für daS Schulwesen verlangten großen Dts- posiiiouSiondS nicht bewilligen, da sie an ihrer Forderung nach einem vollständigen Schulgesetz festhalte. Die gesammte Finanzlage ergebe die Nothwendigkeit der ReichSfinanzreform; wenn der Reichstag letztere ablehne, so stelle er nickt die Mehrheit der Volksmeinung dar. Die Darlegungen des StaatSministerS von Bötticher über den Ministerwechsel billige er, Redner, vollständig; seine Parrei sei befriedigt über die Wiedervereinigung der obersten Slaalsämter in der Person deS Fürsten zu Hohenlohe und darüber, daß man nicht mehr beflissen sei, den Rath dc« in politischen Dingen klügsten deutschen Mannes, des Fürsten BiSmarck zu umgehen. Die in den letzten fünf Jahren begangenen wirtbfchaftSpolitiscken Fehler ließen sich nicht im Fluge bi[eiligen; aber für die Landwirthschaft müsse prompt und schnell ctwi« geschehen, und das sei nur möglich auf Grund deS Antrags Kanitz. Dienstag 11 Uhr: Fortsetzung der ersten Lesung des Etats.

Polilischc Rachrichtcu.

Berlin, 22. Januar.

Heute früh machten Ihre Maje st äten der Kaiser und die Kaiserin einen Spaziergang im Thiergarten. Nach der Rückkehr üu königliche Schloß nahm Se. Majestät der Kaiser die Verträge des Chefs des

mochte den Fall vorausgesetzt haben, daß seine Herr­lichkeit im Spitzbubenreiche einmal aus sein und das , Gesinde! ihm den Gehorsam aufsagen konnte, da hatte 5 er sich dann selbst in Sicherheit bringen wollen; zu ; unserm Glück hatte ihn der unvorhergesehene brutale ' Angriff seiner Schützlinge daran verhindert _ und so waren wir die Bevorzugten, welche diesen kürzesten Ver- : bindungsweg zwischen der nassen Sieben und der schmalen Kanalpassage zu unserm Heil benutzen dürften. Kaum oben, fielen Sie mir wie todt in den Arm, S>ie kamen auch nicht wieder zu sich. DaS hatte nicht viel zu bedeuten, denn just an der Stelle, an welcher wir die nasse Sieben verließen, hatte sich meine Mannschaft postirt, sie nahm uns gleich in Empfang, Sie wurden hierher nach dem Hospital gebracht, Ihre willenlos uns folgende Braut theilte Ihr Schicksal ich aber holte Verstärkung, und über zweihundert Polizisten stark drangen wir noch in selbiger Nacht von Neuem in die nasse Sieben ein, entschlossen, diese gründlich auszu- stobern und die gute Stadt New-Dork von dieser schlimmsten aller Pestbeulen zu befreien!"

Staunend hatte Frank zugehört; jetzt vermochte er eine Geberde unwillkürlichen Erschauerns nicht zurückzuhalten.

Sie begaben sich wieder in jenes unheimliche Ge­bäude?" rief er hastig.Beim Himmel, diesen Muth hätte ich"

Hinter mir nicht vermuthet?" siel Garnett trocken