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Gratisbeilagen rIllustrirtes Sonntagsblatt^^ u.Allustrirte landwirthschaftliche Vrilage".

Nr. r.

Mntrftog den 1?. ĻM

1895.

Amtliches.

Hersfeld, den 15. Januar 1895.

Die Mitglieder des Kreisvereins zur Pflege im Iekde verwundeter und erkrankter Krieger werden hierdurch auf

Montag den 21. d. M. Nachmittags 4 Uhr in das Sitzungszimmer des Landrathsamtes dahier zu einer General-Versammlung eingeladen.

Auf der Tagesordnung steht:

1) Rechnungsablage.

2) Beschlußfassung über die Verwendung der Vereins­mittel und die Thätigkeit des Vereins im Falle einer Mobilmachung.

Etwaige Anträge, die allgemeinen Angelegenheiten des Vereins betreffend, müssen spätestens Tags zuvor bei dem Vorsitzenden schriftlich eingereicht werden.

Der Worsikende:

Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrath, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 14. Januar 1895.

Auf Grund meiner Verfügung vom 26. Oktober 1894 : J. A. Ar. 2724, im Kreisblatt Nr. 127, durch welche ich die Einheitspreise eines Centners Mais und eines : Centners Sesamkuchen, welche Futtermittel im Jahre 1893 behufs Linderung der in Folge anhaltender Dürre . : eingetretenen Futternoth auf Kosten des hiesigen Kreises beschafft und an viehhaltende Einwohner der Gemeinden abgegeben worden sind, mittheilte rc., sind schon mehrfache j Zahlungen bei der Kreiskommunalkaffe dahier bewirkt worden; jedoch ist noch ein großer Theil von Zahlnngs- pflichtigen dieserhalb im Rückstände.

Ich sehe mich deshalb veranlaßt, diejenigen Ge- i meinden rc, welche noch mit Zahlung im Rückstände sind und um Stundung der zu zahlenden Beträge gegen : Entrichtung von Zinsen, deren Höhe von dem Kreistage ' demnächst festgesetzt werden wird, nicht nachgesucht haben, an die Erfüllung ihrer Verpflichtung dieserhalb mit Frist bis zum I. Februar d. Js. hierdurch zu erinnern.

A. 82. Der Worsttzende des Kreisausschuffes: Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrath, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 12. Januar 1895.

Nach Beschluß des Bundesraths vom 7. Juli 1892

(Unberechtigter Nachdruck verboten.)

Willenlos.

Kriminalerzählung von

Ernst Kronberg. (Fortsetzung.)

Seine Stimme brach; er konnte vor innerer Bewegung : nicht weiter sprechen. Aber das liebreizende Wesen / starrte ihn verständnißlos an, schüttelte langsam den * Kops und wendete sich dann achselzuckend von ihm ab.

Wer ist der Herr? Ich kenne ihn nicht? Wie / nennt er mich? Ich heiße nicht Elly---nein, man nennt mich Maud Bigg!" sagte sie mit seltsam g schleppend klingender Stimme.Wo bin ich überhaupt? welchem Raum und wo, wo"

Ihre letzten Worte verloren sich in unverständliches Gemurmel, als ob sie sich auf irgend etwas Wichtiges besinnen müsse, legte sie beide Hände wider die hämmern- den Schläfe und starrte traumberloren vor sich ins Leere. | _Seltsam, höchst seltsam," murmelte Garnett, welcher sich der erschütternden Tragik nicht zu entziehen uermodjte, K die in diesem Auftritte, welcher sich innerhalb weniger i Sekunden abgespielt hatte, lag.

| Triumphirend schaute Bigg um sich. Mit plötzlicher I Bewegung schnellte er gegen Elly vor und faßte ihre K Hand; scheinbar, ohne die drohend aufzuckende Faust 8 Franks wahrzunehmen.

Maud, sag's den Gentlemen ringsum," versetzte er

findet auch für das Jahr 1894 eine Ermittelung des Ernte­ertrages der wichtigeren feldmäßig gebauten Fruchtarten statt und zwar in der Zeit vom 1. bis 10. Februar 1895.

Den Herren Ortsvorständen werden dieserhalb in den nächsten Tagen je

1. zwei Erhebungsformulare B., mit den von dem statistischen Büreau haudfchriftlich eingetragenen An­gaben des vorjährigen Ernteergebnisses und der Anbauflächen,

2. zwei Notizblätter, betreffend die Hagelstatistik und

3. ein Briefumschlag zugehen.

Das Formular B. ist in der Zeit vom 1. b i s 10. Februar d. I S. unter genauer Beachtung der dem­selben aufgedruckten Anleitung, nöthigen Falles unter Hinzuziehung von Sachverständigen sorgfältigst auSzu- füllen, auf Seite 3 desselben auch, falls im ablaufenden Jahre Hagelwetter vorgekommen sind, in demAnhang" nach dem in der Repositur befindlichen Notizblatt der erforderliche Eintrag zu machen und hiernächst e i n Exemplar des ErhebungsformularS bis spätestens zum 12. Februar 1895 mir einzureichen.

Das 2. Exemplar verbleibt in der Repositur, woselbst auch die Hagelnotizblätter für das Jahr 1895 einstweilen aufzubewahren sind. Eins derselben ist falls Angaben über Hagelwetter zu machen waren wie im l. I., spätestens am 1. Novem b e r 18 9 5 in dem dazu gehörigen Briefumschlag unsrankirt hierher einzureichen. (Ziffer 5 Abs. 2 der Anleitung auf dem Form. B.)

Bemerkt wird noch, daß in dem Erhebungsformular B. für die Landgemeinden unter Ziffer 7 und 8 zwei weitere Spalten zur Ausfüllung durch die Auskunftspersonen (Vertrauensmänner) eingefügt worden sind. Diese Spalten bleiben also seitens der Herren Bürgermeister unausgefüllt.

I. I. 152. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Hersfeld, den 12. Januar 1895.

Die Baumwärterkurse für das Jahr 1895 im pomo- logischen Institut zu Cassel finden statt von Montag den 18. März bis Sonnabend den 27. April.

Mit Bezug auf die im Kreisblatt Nr. 140 für 1893 veröffentlichten Statuten über die Ausbildung von Baum­wärtern sowie den Entwurf über die Anstellung und Thätigkeit von Obstbaumwärtern empfehle ich wiederholt

alsdann mit befehlend klingender, harter Stimme,wer bist Du und wer bin ich?"

Du bist mein Gatte und ich bin Maud, Dein Weib," sagte die Liebliche im Tone eines Schulkindes, welches die mühsam eingelernte Lektion aufsagt.

Mn also, wollt Ihr noch mehr wissen, Ihr Herren?" rief Bigg mit frechem Auflachen.Ich glaube, jetzt werdet Jhr's endlich einsehen, was für Einfallspinsel Ihr sämmtlich seid, wo sie's Euch selbst gesagt hat. Und nun hat wohl der nächtliche Spuk ein Ende, und wir können uns zurückziehen, falls Ihr nämlich, alter SinileS, inzwischen so freundlich gewesen seid, das Wasser aus dem Keller zu lassen sonst dürfte es ein verdammt ungemütlicher Aufenthalt heute Nacht werden."

Und es ist dennoch Elly!" schrie in diesem Augen­blick Frank mit brechender Stimme, der inzwischen ein Bild fassungslosen Jammers dargestellt hatte.Ihre Stimme, ihr Biick, ihr ganzes Wesen; nein, nein, es ist unmöglich, daß der Himmel zwei solche wunder­baren, vollkommenen Geschöpfe hervorgebracht haben kann. Elly!" setzte er hinzu, sich wieder an die regungs­los Dastehende wendend.Du mußt mich kennen, sag' mir, welch' schrecklicher Geist hat Dich verwirrt?-- bei der lieben, heiligen Stunde, in welcher unsere Herzen sich fanden, beschwöre ich Dich, endige das schreckliche Spiel!"

Aber er erhielt keine Antwort von der nach wie vor regungslos Verharrenden.

Garnett zupfte den schmerzlich Aufsenfzeuden ver­

die Förderung des Obstbaues durch Ausbildung und Anstellung tüchtiger Baumwärter durch Zuweisung von geeigneten Leuten zur Theilnahme an den diesjährigen Baumwärterkursen.

I. I. Nr. 173. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Uichtamtliches.

Der Landtag der Monarchie

wurde am 15. d. Mittags 12 Uhr von Sr. Majestät dem Kaiser u n d K ö n i g e im Weißen Saale des Königlichen Schlosses eröffnet. Der Saal, der sich bei dieser Gelegenheit in seiner neuen prächtigen Aus­schmückung zum ersten Male weiteren Kreisen zeigte, bot das gewohnte farbenreiche Bild. Se. Majestät der König, auf den beim Eintritt und beim Verlassen des Saales ein Hoch ausgebracht wurde, verlas pachfolgende Thronrede: Erlauchte, edle und geehrte Herren von beiden Häusern des Landtages!

In gewohnter Weise dabe Ich Sie zur verfassungs­mäßigen Mitarbeit berufen und entbiete Ihnen bei Wieder- ! aufnahme Ihrer Thätigkeit Meinen Königlichen Gruß.

Der Haushaltsplan für das Jahr 1895/96, welcher in Folge des Abschlusses der Steuerreform und der Neu­ordnung der Eisenbahnverwaltung, wie des KassenwesenS im Bereiche der Verwaltung der direkten Steuern wesent­liche Umgestaltungen erfahren hat, wird Ihnen unverweilt zugeben. Zu Meinem Bedauern schließt er wiederum mit einem erheblichen Fehlbeträge ab.

Trotz der fortdauernden vorsichtigen und sparsamen Bemessung der Ausgaben und der günstigeren Entwickelung der eigenen Einnahmen Preußens ist es wesentlich wegen der zu Ungunsten der Einzelstaaten gänzlich veränderten i Finanzlage des Reichs noch nicht gelungen, das Gleich­gewicht des Preußischen Staatshaushalts wiederherzu- stellen. Diesen seit mehreren Jahren bestehenden be- klagenswerthen Zustand endlich zu beseitigen, muß unser ernstes Bestreben sein.

Die verbündeten Regierungen haben in der Er­wartung, dadurch zu einem besser geregelten finanziellen Zustande zu gelangen, auf die bisherigen Mehrüber­weisungen Seitens des Reichs an die Einzelstaaten ver­zichtet. Sie werden ihre Vorlagen an den Reichstag

stohlen beim Äermel.

Das Unglück hat sie wahnsinnig gemacht," flüsterte er.Es ist nicht anders möglich."

Nein! nein! Das ist kein Wahnsinn, welcher aus ihr spricht!" widersprach Frank ebenso leise.Sie ist zu ruhig, zu gefaßt; ich kann das Unfaßbare nicht glau­ben - o Gott, unter allen Frauen der Welt muß man doch die Geliebte, welcher alle Pulse des Herzens entgegenschlagen, herauskennen und mein Herz sagt mir, daß sie's ist und doch, lie spricht im glaubwürdigsten Tone, so ruhig und klar es ist zum Wahnsinnigwerden!"

SmileS hatte der Entwickelung des ganzen Auftrittes mit spöttischem, überlegenen Lächeln zugeschaut. Jetzt faßte er, wie vertraulich, Bigg vorn bei der Brust.

Sagt mir, alter Bursche," versetzte er in halb flüsterndem Tone;wozu spielt Ihr die ganze Komödie und was habt Ihr mit jenem jungen Weibe begonnen?"

Was wollt Ihr von mir?" herrschte ihn Bigg er­bleichend an; dabei ihn mit finsterem, tückischen Blicke ansehend.Ihr habt kein Recht zu solcher Frage! Zum Teufel, seid Jhr's noch, oder ist der alte.Smiles zum schuftigen Verräther geworden? Welchen Streich ich auszuführen beabsichtige, geht Euch nichts an. Für die Aufnahme in derNassen Sieben" zahlte ich Euch Unterstandsgeld; im klebrigen aber bin ich Herr über mich und Euch keine Rechenschaft schuldig--und damit holla!"

Aus den Reihen der bis dahin schweigend verharrten